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Von Mai 2024 bis April 2025 läuft im Museum der Alltagskultur die Sonderausstellung "We are family". Raffaela Sulzner hat sich deswegen intensiv mit Familie und wie Familie "erlernt" wird auseinandergesetzt. Oft geschieht das über Puppenstuben, und so starten wir unser Gespräch, indem wir uns über die Funktion von Puppenstuben unterhalten, wer von uns eine besessen hat, und wer nicht!
Bierdeckel sind wohl auf dem Rückzug. Das ist kaum vorstellbar, da sie doch noch immer zum Einsatz kommen. Denn sie haben ja deutlich mehr Funktionen als nur einen Untersatz für ein Glas oder eine Flasche zu sein: Häuschen, Spiele, Steuererklärung – all dafür dient der Bierdeckel (manchmal auch nur theoretisch).
Gestartet sind Orangenpapierchen einfach nur als Schutz vor Beschädigung von Orangen und um zu vermeiden, dass sich Schimmel in Kisten weiterverbreitet. Dann wurden sie aber als Werbeträger entdeckt und das ist der Beginn der bunten Welt der Orangenpapiere.
In unserer aktuellen Sammlungswerkstatt Familie und Migration im Museum der Alltagskultur in Waldenbuch stellen wir ein Poesiealbum mit Migrationsgeschichte aus. Zu dieser Sammlungswerkstatt fand das Projekt Neues Sammeln statt, in dem wir uns gemeinsam mit Community Kurator*innen die Frage stellten, wie Familie und Migration gesammelt werden können. Kristína Janačková arbeitete als Community Kuratorin mit.
Sie studiert Literatur- und Kulturtheorie an der Uni Tübingen und ist an den Forschungsbereichen Disability und Mad Studies interessiert. Als Aktivistin engagiert sie sich in der Behindertenbewegung und Bewegung von Psychatrieerfahrenen. Sie schreibt Poesie auf Deutsch und Slowakisch. 2023 war sie "Writer in residence" im norwegischen Stavanger. Viele Jahre war sie Stipendiatin der Slowakischen Plattform für junge Literatur, die literarischen Nachwuchs fördert.
Nicht nur wurde Kristína von unserem Poesiealbum inspiriert, sondern auch von den Poet*innen Robin Coste Lewis und Alan Pelaez Lopez u.a.: Robin Coste Lewis hat mit Fotopoetry als Genre in To the Realization of Perfect Helplessness ihre eigene Migrationserfahrung verarbeitet. Und in Intergalactic Travels: poems from a fugitive alien setzt sich Alan Pelaez Lopez literarisch mit their Migrationsbiografie auseinander.
Warum streiten sich Menschen darüber, ob bspw. Spätzle gehobelt oder gepresst werden? Warum ist es manchmal wichtig für uns, wie ein bestimmtes Gericht zubereitet wird? - Wir sprechen über Essen als ein soziales und kulturelles Phänomen, das mehr als nur Nahrungsaufnahme ist. Vielmehr sind Emotionen, Identität(en) und 'Heimat(en)' mit Essen verbunden. Essen und ganz besonders der Geschmack unserer Kindheit prägt uns also. Über die Art und Weise wie etwas gegessen wird, entstehen so Gemeinsamkeiten und Barrieren zwischen Menschen. Insbesondere bei Migration nimmt Essen oftmals eine wichtige Rolle ein: Essen kann eine Verbindung zur Vergangenheit herstellen und wird so zum 'Erinnerungsvehikel'.
Um Essen aber auf ganz bestimmte Art und Weise zuzubereiten, brauchen wir ein paar Dinge: Wir brauchen ein Rezept, die passenden Zutaten und eventuell ganz spezifische Geräte oder Hilfsmittel. Davon haben wir auch einiges in unserer Museumssammlung: Von Spätzlepressen, über Schnellkochtöpfe, bis hin zu Fleischwölfen haben wir eine große Auswahl an Küchengeräten.
Und genau so ein Fleischwolf hat uns im Rahmen unserer Sammlungswerkstatt Familie und Migration Sylvia Stieler angeboten. Im Gespräch mit uns erzählt sie, was es mit ihrem Fleischwolf auf sich hat, warum sie nur Häckerle damit zubereitet und welche Migrationsgeschichte damit in Verbindung steht. Das Rezept brachte ihre Großmutter nach dem Zweiten Weltkrieg als Vertriebene aus Schlesien mit. Das Gericht gibt es bei ihrer Familie an Neujahr mit Pellkartoffeln. Für sie und ihre Familie hat der Fleischwolf und Häckerle eine besondere Bedeutung.
Frau Stieler hat uns auch verraten, wie Häckerle in ihrer Familie zubereitet wird: Salzhering, Zwiebeln, saure Gurken, Speck (oder Schinken) und Eier werden mit dem Fleischwolf „gewolft“ – heraus kommt eine sehr würzige Masse.
Wer sich den Fleischwolf einmal aus nächster Nähe anschauen möchte: Im Museum der Alltagskultur in Waldenbuch ist er noch bis Ende 2025 in der Sammlungswerkstatt Familie und Migration zu sehen.
Ein Jahr Pause ist seit der letzten Folge vergangen, und wir haben die Zeit genutzt alles auf den Prüfstein und infrage zu stellen. Herausgekommen ist, dass der Podcast jetzt Teamarbeit ist von Markus Speidel, Raffaela Sulzner und Antonia Schnell, die alle beim Museum der Alltagskultur tätig sind.
Wer Interesse an diesen Welten hat, sollte den Podcast abonnieren und sich alle zwei Wochen immer freitags bereit für eine Reise in den Alltag machen! Viel Spaß beim Hören!
Ausstellung entwerfen ist wie erfinden! Man braucht kreativ, aber auch harte Arbeit. Doch in so einem Projekt sind viele verschiedene Menschen beteiligt und blicken ganz unterschiedlich auf die Ausstellung.
Wir starten mit der Frage, warum sich Reinhold Bauer mit dem Scheitern beschäftigt hat und er erklärt die Typologien des Scheiterns, die er dabei entdeckt hat.
Wilhelm Conrad Roentgen wurde am 27.März 1845 geboren und starb von 100 Jahren am 10. Februar 1923. Er war Physiker und hat 1901 den Nobelpreis für die von ihm entdeckten und beschriebenen Roentgen-Strahlen bekommen. Allerdings heißen diese Strahlen nur in Deutschland so. Auch Roentgen selbst hat sie immer nur X-Strahlung genannt. Entsprechend ist dies eigentlich der korrekte technische Fachausdruck.
Ausgangpunkt für das Buch ist die sogenannte Hausväter-Literatur. Eine Anleitung zur Führung eines Haushaltes bzw. Gutes, in welchen klar die Aufgaben erklärt und definiert werden, wie Geschäfte erledigt und Personal geführt wird.
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