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In dieser Folge dreht sich alles um die Apotheke der Universitätsmedizin Mainz – und damit auch um „gewaltige Summen“: fast 900.000 Tabletten und über 1,9 Millionen Handschuhe werden jährlich durch die Apotheke geschleust, fast 70.000 Zytostatika und sonstige sterile Produkte pro Jahr hergestellt. „Sie können sich leicht vorstellen, dass hierfür optimale Prozesse nötig sind“, berichtet Dr. Dominic Fenske, seit Oktober des letzten Jahres Direktor der Apotheke.
Die Apotheke ist damit Logistikzentrum und Arzneimittelhersteller in einem. „Das ist zunächst in allen Apotheken so. Unser Alleinstellungsmerkmal ist der forschende Aspekt“, sagt Dominic Fenske, der sich unter anderem mit dem Thema Arzneimitteltherapiesicherheit beschäftigt. Im Weiteren geht es um neue innovative Verfahren zur Herstellung von Tabletten – etwa mittels 3D-Druck. „So können wir die Dosierung in einer Tablette kontinuierlich anpassen – diese Möglichkeit hatten wir bisher nicht.“ Und auch die Ausbildung hat einen großen Stellenwert: „Es ist ein wirkliches Pfund, dass wir im pharmazeutischen Bereich sehr viel ausbilden“, betont Dominic Fenske.
Weitere Informationen zur Apotheke gibt es hier.
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Unsere Kolleg:innen aus der Chirurgie geben spannende Einblicke ins Fach. Perfekt für alle, angehenden Mediziner:innen und Interessierte: Hier geht es zum Podcast Die Knochenschrauber.
Unsere Kolleginnen aus der Onkologie erzählen aus ihrem Alltag auf der Station: Ob selbst in der Pflege arbeitend, Patient:in oder einfach nur wissbegierig, warum die beiden ihren Job trotz aller Herausforderungen lieben - findet es heraus: Hier geht es zum Podcast Die Meenzer Onkoschwestern.
Wie ist der Zusammenhang zwischen dem, was im Gehirn passiert, und dem menschlichen Erleben und Bewusstsein: Diese Frage macht für Prof. Dr. Raffael Kalisch die Faszination der Neurowissenschaften aus und steht im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit. Raffael Kalisch leitet an der Universitätsmedizin Mainz das Neuroimaging Center – kurz NIC.
„NI steht für Neuroimaging und bedeutet übersetzt Bildgebung des Gehirns oder des Nervensystems. Der Kern des NIC ist, dass wir vor allem Magnetresonanztomographie (MRT) durchführen, um Bilder des Gehirns zu erhalten und dessen Funktion zu entschlüsseln. Die Methode ist aufwändig und mit dem NIC bietet die Universitätsmedizin eine zentrale Forschungsplattform für interne und externe Partner“, erläutert Raffael Kalisch im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich. Am NIC haben Interessierte die Möglichkeit, an einer der vielen Studien zum Thema Hirngesundheit teilzunehmen. „Ich kann nur sehr dazu einladen. Es ist eine interessante Erfahrung und alle Teilnehmenden bekommen ein Bild ihres Gehirns“, betont Raffael Kalisch.
Ein wichtiges Forschungsgebiet des NIC ist die Resilienzforschung –Raffael Kalisch hat sogar ein Buch darüber geschrieben. „Der Kernbegriff ist der Begriff der Bewertung. In dem Buch geht es etwa um die Theorie des positiven Bewertungsstils: Man sollte nicht mit einer völlig rosaroten Brille durchs Leben laufen, aber doch die Fähigkeit kultivieren, immer wieder auch die positiven Dinge zu sehen.“
Wer Interesse hat, an einer der Studien im NIC teilzunehmen, findet dazu Informationen auf der Webseite.
Buchtipp: Raffael Kalisch – Der resiliente Mensch / Wie wir Krisen erleben und bewältigen
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Mit einem Vorurteil räumt Pathologe PD Dr. Sebastian Försch gleich zu Beginn auf: „Wenn die Menschen an Pathologie denken, dann denken sie überwiegend an Obduktionen. Aber wir machen viel, viel mehr: Über 98 Prozent unserer Zeit befassen wir uns mit der Analyse von Zellen und Geweben von lebenden Patientinnen und Patienten.“ Da ist es nicht verwunderlich, dass Sebastian Försch sich im Gespräch mit Ralf Kiesslich als „Gewebedetektiv“ bezeichnet und sagt: „Wir sind damit ein zentraler Bestandteil der modernen Medizin.“
Angesichts dieser Zahlen liegt es nahe, die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Pathologie zu thematisieren – ein echtes Steckenpferd von Sebastian Försch: „Wir forschen zu dem Thema und haben drei Teilbereiche identifiziert, von denen wir denken, dass man mit KI die Medizin noch besser machen kann.“ Demnach kann die KI helfen, die Routinediagnostik der vielen Tausend Proben schneller und effizienter zu machen sowie in den Gewebeproben versteckte Informationen aufzuspüren und für eine Prognose zu nutzen. Im Sinne einer personalisierten Medizin kann die KI laut Sebastian Försch zudem dabei unterstützen herauszufinden, welche Personen auf eine spezifische Therapie womöglich ansprechen – oder auch nicht.
„Die Erkenntnisse unserer Forschung nun in die Klinik zu bringen, so dass Kolleginnen und Kollegen, Patientinnen und Patienten ultimativ davon profitieren können“, das ist Sebastian Förschs Vision für die nächsten zehn Jahre. Er ist überzeugt: „Jetzt ist die entscheidende Phase!“
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Präziseres Arbeiten, schonendere Eingriffe, schnellere Heilung – so beschreibt Prof. Dr. Peter Grimminger die Vorteile der Robotischen Chirurgie. Als erfahrener Spezialist insbesondere für Eingriffe an der Speiseröhre schildert er dies im Gespräch mit Ralf Kiesslich sehr plastisch: „Früher war die Speiseröhren-Operation ein sehr großer Eingriff mit vielen Komplikationen. Das hat sich mit der Robotischen Chirurgie revolutioniert.“ Bei dieser Art von Eingriffen sitzt der Chirurg an einer Art Konsole und kann von dort sehr präzise die Instrumente im Körper der Patientin oder des Patienten steuern.
Peter Grimminger hat eine Professur speziell für Robotische Chirurgie inne. So stärkt die Universitätsmedizin Mainz gezielt ihre Position als Zentrum für Robotische Chirurgie. Zudem war die Universitätsmedizin Mainz deutschlandweit die erste Uniklinik, die über ein da Vinci Single-Port (SP)-System verfügte und mit diesem Roboter-assistierten Operationssystem erstmals auch Eingriffe an Magen, Speiseröhre, Leber oder Pankreas durchführen konnte. „Bei der Entwicklung des Systems konnte ich schon ganz früh dabei sein“, sagt Peter Grimminger. „Die Anfänge waren schon vor vielen Jahren.“ Seitdem wächst das Spektrum an Eingriffen, die auch robotisch assistiert möglich sind, ständig. „Thoraxchirurgie, Gynäkologie, HNO“, zählt Peter Grimminger auf. „Es gibt immer mehr Fächer, wo die Robotische Chirurgie sinnvoll eingesetzt werden kann. Das nimmt praktisch täglich zu.“
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Die Faszination für die Bewegung und die Anpassungsfähigkeit des Körpers an diese Bewegung treiben mich an“, berichtet Dr. Ulrich Betz, Direktor des Instituts für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation (IPTPR) im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich.
In Bewegung und aktiv zu bleiben, ist auch die Prämisse des Programms Medizin Aktiv, das Ulrich Betz mit seinem Team initiiert hat. „Wir wissen inzwischen, dass es auch im Krankenhaus, während der Erkrankung, besser ist, aktiv zu bleiben“, sagt Ulrich Betz. „Eine ganz neue Vorstellung.“ Dazu müssen in der Klinik Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Patient:innen überhaupt erst ermöglichen, aktiv zu sein.
Das Ergebnis ist sehr überzeugend: „Vor fünf Jahren mussten Patientinnen und Patienten, die eine Hüft- oder Knieprothese bekommen haben, 13 Tage im Krankenhaus bleiben, heute sind es zwei bis drei Tage – und dann sind die Patientinnen und Patienten in einer besseren funktionellen Situation als damals nach 13 Tagen.“ Dies gelingt, indem die Patient:innen während des gesamten Aufenthalts aktiv in Bewegung bleiben und bereits am Tag der OP das Bett selbständig verlassen. Am Ende verrät Ulrich Betz auch, wie er in Bewegung bleibt – er integriert Bewegung in seinen Alltag und fährt Tag für Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit.
Weitere Information zu "Medizin Aktiv" gibt es hier.
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„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, beschreibt Prof. Dr. Corinna Grasemann in einem Satz die Herausforderungen ihres Faches und erläutert: „Dieser Spruch will verdeutlichen, dass bei uns so vieles anders ist als in der Erwachsenenmedizin. Beispielsweise sind viele Medikamente, die wir einsetzen, gar nicht zugelassen für die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen. Wir haben da andere Herausforderungen.“
Mit ihrem Schwerpunkt Seltene Erkrankungen kann Corinna Grasemann in Mainz auf eine lange Tradition aufbauen: „Mainz war der Vorreiter in der Behandlung von Kindern mit Seltenen Erkrankungen.“ Wissenschaftlich beschäftigt sie sich vor allem mit der Versorgungsforschung: Gerade ist das Projekt B(e) NAMSE gestartet – ein Projekt zur Verbesserung der ambulanten Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Seltenen Erkrankungen. „Wir möchten den Menschen vor allem Schulungen anbieten, damit sie Expert:innen ihrer eigenen Erkrankung werden können.“
Insgesamt deckt die Kinderklinik ein sehr breites Spektrum ab – jede Fachdisziplin ist innerhalb der Klinik abgebildet. „Wir behandeln die ganze Breite der Erkrankungen, die im Kindes- und Jugendalter auftreten können“, sagt Corinna Grasemann.
Weitere Informationen gibt es hier.
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„Der anatomische Präparationskurs bleibt vielen Medizinerinnen und Medizinern in prägender Erinnerung, auch in ihrem späteren Berufsalltag“, so unterstreicht der Direktor des Instituts für Anatomie, Prof. Dr. Dr. Michael Schmeißer, in dieser Folge der Reihe „Inside UM“ die zentrale Bedeutung der Anatomie im Medizinstudium. „Die Studierenden lernen ärztliche Basiskompetenzen, sie lernen Sorgfalt und Empathie, sie lernen, im Team zu arbeiten und einen pietätvollen Umgang mit Verstorbenen.“ Körperspenden sind dabei ein wichtiges Thema – wie eine solche vonstattengeht und wer seinen Körper spenden kann, erfährt Prof. Dr. Ralf Kiesslich ebenfalls im Gespräch mit Michael Schmeißer.
In der Forschung beschäftigt sich Michael Schmeißer vor allem mit der Anatomie des Gehirns. Konkret erforschen er und sein Team die Entwicklung des Gehirns und der Synapsen als Kontaktstelle zwischen zwei Nervenzellen – und zwar auf der molekularen Ebene.
Und noch ein Projekt liegt dem Direktor des Instituts für Anatomie besonders am Herzen: Bereits Kinder im Kindergarten können seit Kurzem etwas über Anatomie erfahren – mithilfe von Plastikmodellen des Körpers, die sie auseinandernehmen und wieder zusammensetzen können. Wie funktionieren die Knochen in den Gelenken? Wie verteilt sich der Sauerstoff aus der Luft im Körper? Wie sieht, fühlt und hört das Gehirn? Hätten Sie’s gewusst?
Weitere Informationen zur Anatomie gibt es hier.
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Ihr Lieblingsinstrument ist die Tabaksbeutelnaht-Klemme, ihr Video ging bei TikTok viral und mit Ralf Kiesslich möchte sie einen Tag lang die Arbeit tauschen – Helen König macht an der Universitätsmedizin Mainz eine Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin (OTA) und ist zu Gast in der Reihe „Inside UM“.
Das Gespräch dreht sich um die Aufgaben einer OTA, um Teamwork und Mythen im OP, um Berufsaussichten, um die große Bedeutung von Social Media, um junge Menschen für eine Ausbildung im OP zu gewinnen – aber vor allem um die Begeisterung für den Beruf, die in jeder Antwort mitschwingt. In dem Sinne fasst auch Ralf Kiesslich das Gespräch am Ende zusammen: „Das war auch für mich ein besonderes Interview. Es zeigt mit welcher Faszination und Hingabe unsere Auszubildenden ihrem Job nachgehen.“ Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten – reinhören lohnt sich!
Weitere Informationen zum Ausbildungszentrum für Anästhesietechnische und Operationstechnische Assistenz gibt es hier.
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Seit Oktober 2025 ist Prof. Dr. Nana-Maria Wagner Direktorin der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz. „Viele besondere Aspekte“ haben sie bewogen, sich für den Standort Mainz zu entscheiden, verrät sie im Gespräch mit Ralf Kiesslich: „Wir vertreten die operative Anästhesiologie und Intensivmedizin und dürfen die boden- und luftgebundene Rettung mitgestalten. Dadurch haben wir die gesamte Rettungskette und innerklinische Weiterversorgung mit in unserer Hand. Das macht den Charme hier am Standort für unser Fach aus.“
Patient:innen als Notärzt:innen erstzuversorgen und während des Klinikaufenthalts zu begleiten, ist für Nana-Maria Wagner darüber hinaus „eine unheimlich dankbare Aufgabe, die aber auch die Herausforderung hat abzuwägen, ob das, was die Hochleistungsmedizin bieten kann, im Einzelfall auch sinnvoll ist.“ Ein sogenanntes Patient Blood Management in Mainz umfassend umzusetzen, liegt Nana-Maria Wagner besonders am Herzen: Ziel ist es, die Anzahl von Bluttransfusionen während einer Operation zu verringern. Hierfür werden Patient:innen vor einer Operation gezielt auf verschiedene Formen einer Blutarmut untersucht. Liegt eine solche Blutarmut vor, wird diese noch vor der Operation ausgeglichen.
In Mainz ist Nana-Maria Wagner schon nach wenigen Monaten angekommen und „richtig Mainzerin geworden. Die Geselligkeit gefällt mir an der Mainzer Mentalität besonders gut.“
Weitere Informationen zur Klinik für Anästhesiologie gibt es hier.
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„Bei Leukämien haben sich die Heilungschancen in den letzten Jahren deutlich verbessert“, kann Michael Kühn gleich zu Beginn des Gesprächs mit Ralf Kiesslich in dieser Folge berichten. „Wesentliche Aspekte sind dabei, dass wir Innovationen aus der Forschung jetzt in die Klinik bringen, weil wir die Krankheitsmechanismen besser verstehen.“
Um künftig noch bessere und vor allem auch verträglichere Therapien für Blutkrebs zu entwickeln, ist Michael Kühn nicht nur Arzt, sondern auch Forscher – die von ihm geleitete Forschungsgruppe beschäftigt sich insbesondere mit der Akuten Myeloischen Leukämie (AML). Für den Leiter des Schwerpunktes Akute Leukämien an der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik sind Clinician Scientists – also forschende Mediziner:innen – dabei sehr wichtig für Innovationen in der Medizin: „Sie haben sozusagen ein Bein im Forschungslabor und ein Bein in der Krankenversorgung und können so die relativ große Lücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Forschung überwinden.“
Ein sehr gutes Beispiel, wo dies par excellence gelungen ist, ist die Entdeckung der sogenannten Menin-Inhibitoren als neue Therapie-Option bei der häufigsten Form der AML– eine echte Erfolgsgeschichte, die Michael Kühn in dieser Folge eindrucksvoll schildert. Kürzlich ist dazu die EVOLVE II-Studie gestartet – eine große internationale Phase III-Studie, an der die III. Medizinische Klinik und Poliklinik der UM federführend beteiligt ist.
Anlässlich des Weltblutkrebstages hat die Universitätsmedizin Mainz in einer Pressemeldung ausführlich über die erwähnte Studie berichtet.
Weitere Informationen gibt es hier.
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