Islands of Resonance

Islands of Resonance

By Tobias Klose, Dennis WittrockSociety & CultureEducationSelf-Improvement
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Islands of Resonance episodes

  • 07 - Lebensfähige Systeme gestalten - das Viable Systems Model (VSM) mit Martin Pfiffner
    ℹ️ Über diese EpisodeAlles wird immer komplexer und dadurch fühlt es sich weniger steuerbar an. Dennis und Tobias sprechen mit Dr. Martin Pfiffner über das Viable System Model (VSM), das Stafford Beer aus der Kybernetik heraus für soziale Systeme entwickelt hat. Martin zeigt, warum Organisieren neben Anatomie (Struktur) und Physiologie (Prozesse) eine dritte, meist übersehene Dimension hat: die Neurologie – die Entscheidungs- und Kommunikationsstruktur. Wie diese Struktur konkret aussehen kann, spielen sie an Unternehmen, Familie, Staat und dem eigenen Leben durch. Am Ende geht es auch darum, wie modellgeleitetes Organisationsdesign und emergente Selbstorganisation zusammenpassen.

    🎙️ Gast - Dr. Martin PfiffnerDr. Martin Pfiffner ist seit über 30 Jahren Berater, Trainer und Dozent für Organisationsgestaltung. Er promovierte an der Universität St. Gallen und studierte Managementkybernetik bei Stafford Beer. Er gilt als einer der weltweit führenden Praktiker des Viable System Model und der Syntegration.www.mp-c.ch | LinkedIn

    🔴 Themen
    • Kybernetik: die "Lehre des Funktionierens" – wo Steuerung und Kommunikation zusammengehören
    • Die dritte Dimension des Organisierens: Struktur (Anatomie) und Prozesse (Physiologie) reichen nicht – es fehlt die Neurologie
    • Warum Restrukturierungen scheitern: Organigramme malen reicht nicht
    • Der Bauplan lebensfähiger Systeme: genau 5 Elemente, 2 Achsen, 1 Prinzip – aus dem Nervensystem abgeleitet
    • System 1 – die operativen Einheiten mit größtmöglicher Autonomie
    • System 2 – Koordination, damit nicht jeder Konflikt nach oben eskaliert
    • System 3 – Gesamtoptimierung im Hier und Jetzt
    • System 3* – der ungefilterte Blick in die Operation
    • System 4 – der Blick nach draußen und in die Zukunft
    • System 5 – Identität und Zweck, die letzte Entscheidungsinstanz
    • "Der Zweck eines Systems zeigt sich in dem, was es tut" – Stafford Beer
    • Autonomie vs. Kohäsion – die Polarität zwischen individueller Selbststeuerung und "gemeinsam stärker"
    • Rekursivität: "Jedes lebensfähige System ist eingebettet in ein lebensfähiges System und besteht selbst aus lebensfähigen Systemen" – die Brücke zu Holarchie und Subsidiarität
    • "Die richtigen Pain Points haben" statt die falschen wegorganisieren
    • Syntegration: Das Format für strategische Entscheidungen
    • VSM und Holacracy: modellgeleitetes Organisations-Design trifft emergente Selbstorganisation
    • Der Operations Room: ein Kontrollraum wie im NASA-Kontrollzentrum
    • Algedonische Signale: das Schmerz-Freude-Signal –
    • Martins 7 Schritte im Organisationsdesign
    • Der Schreiner im Dorf, der sein System 4 einmal im Jahr für sich selbst macht
    🔗 Links & Ressourcen
    • 📗 Martin Pfiffner – Die dritte Dimension des Organisierens. Steuerung und Kommunikation (Springer Gabler, 2. Auflage mit Fallstudie)
    • 📕 Martin Pfiffner – The Neurology of Business. Implementing the Viable System Model (englische Ausgabe)
    • 🌐 Metaphorum – Organisation rund um Stafford Beers Werk: Webinare, Trainings- und Zertifizierungsprogramm, VSM Coach Courses
    • VSM-Slides von Martin Pfiffner als PDF

    👥 Hosts

    Dennis Wittrock – freiberuflicher Trainer und Berater für Zusammenarbeit und Selbstorganisation, zertifizierter Holacracy Master Coach, Mitgründer der Integralen European Conference und ehemaliger Geschäftsführer des Integralen Forums Deutschland. Autor des Buches „Holacracy verstehen. Kritik - Wissenschaft - Praxis".

    Tobias Klose – Berater und Begleiter von Zusammenarbeit, Konfliktklärung und Organisationstransformation. Er verbindet die Entwicklung innerer und relationaler Reife mit tragfähigen, wirkungsvollen Strukturen. Betriebswirt, Gründer und integral-systemischer Agile und Holacracy Coach.


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    Dieser Podcast ist zweisprachig mit Folgen auf Deutsch und Englisch.
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    1 hr 53 min
  • 06 - Aus der Quelle führen – die unsichtbare Ordnung in Teams und im eigenen Leben
    Auf dem Papier ist alles geregelt – und trotzdem entscheidet im Team oft jemand anderes. 
    Dennis und Tobias schauen in dieser Folge durch die Brille der Quellentheorie (Source Principles) nach Peter Koenig auf genau diese unsichtbaren relationalen Muster: Wer eine Initiative wirklich trägt und woher die Energie für ein Vorhaben kommt

    Um jede Initiative bildet sich mit der Zeit ein „Feld", in das andere hineinwachsen und nach und nach Verantwortung für eigene Teilbereiche übernehmen. Spannend wird es, wenn dieses Feld aus dem Gleichgewicht gerät: wenn zu wenig geführt wird und ein Vakuum entsteht, wenn zu stark kontrolliert wird, oder wenn bei einer Übergabe zwar der Titel wechselt, die eigentliche Verantwortung aber bei der alten Person bleibt.Wann braucht es die Klarheit einer Quelle, die führt und alle an einem Strang ziehen lässt – und wann die Schwarmintelligenz vieler, die ihren Bereich am besten kennen und mitentscheiden?

    Wer Teams oder eigene Projekte führt, bekommt hier eine Sprache für Dynamiken, die sonst unter der Oberfläche bleiben – und praktische Ansätze, um sie zu klären, bevor sie zu Konflikten werden. Und ganz persönlich: Wofür willst du in deinem Leben eigentlich Quelle sein?

    🔴 Themen
    • Der Einstieg: Warum manche Aufgaben sprudeln und andere liegenbleiben – und was das mit Führung in Teams zu tun hat
    • Formale Hierarchie vs. gefühlte Ordnung: Wenn im Meeting alle Blicke zu einer anderen Person wandern als zur Teamleitung – besonders sichtbar in der Krise
    • Herkunft des Modells: Peter Koenig entwickelte die Quellenprinzipien in den 1980ern aus Gesprächen mit hunderten Menschen darüber, wie sie ihre Visionen verwirklicht haben; Tom Nixon und Stefan Merckelbach haben sie später ausgearbeitet
    • Wie Initiativen beginnen: Jemand empfängt eine Idee, zweifelt, geht trotzdem ins Risiko und handelt – die Analogie von Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt
    • Der entscheidende Unterschied zwischen Ideengeber und Quelle: Quelle wird, wer es wirklich tut
    • Nicht Eigentum, sondern Dienst: Frederic Laloux' Gedanke, dass eine Kraft sich einen Menschen wählt – im Kontrast zu Patent-, Autoren- und Gründerdenken
    • Es gibt immer nur eine Quellenperson – auch bei Gründerteams
    • Globale und spezifische Quellen: Wie die Quelle ein kreatives Feld schafft, in dem andere ihren eigenen Quellenbereich übernehmen – Kreise in Kreisen, eine Holarchie von Quellen
    • Die Aufgaben einer Quelle: der Intuition lauschen, Initiative und Risiko ergreifen, nächste Schritte klären, die Grenzen des Feldes hüten, Werte und Vision verteidigen
    • Quellen sind nicht nur Funktionsbereiche – jemand kann auch Quelle für die Stimmung im Team sein
    • Die Schatten der Quellenperson – warum persönliche Entwicklung und Schattenarbeit hier keine Kür sind (Beispiel: ungeklärte Themen mit Geld)
    • Die weiche, unklare oder ignorante Quelle – das Orchester wartet auf den Dirigenten; besonders verbreitet in partizipativen, postmodernen Kulturen
    • Reaktionsmuster im Führungsvakuum: Kompensation ohne Resonanz (führt zu Überlastung) oder das Entstehen einer zweiten Quelle – Doppelarbeit, Verwirrung, Machtkampf
    • Übergaben zwischen Quellen: Loslassen und Annehmen als beidseitiger Akt – das Bild der Fackel, die weitergegeben oder fallengelassen wird
    • Die harte Quelle / der Despot – Mikromanagement, unterdrückte spezifische Quellen, die Verwechslung von Quelle und Ego („mir gehört der Laden")
    • Verwaschene Felder – wenn unklar ist, was zur Initiative gehört und was nicht
    • Primatsprinzip vs. Äquivalenzprinzip als Polarität: Klarheit und Führung durch eine Quelle auf der einen Seite, Partizipation und Schwarmintelligenz vieler auf der anderen – was jeder Pol beiträgt, wie er überzogen kippt (Despotismus auf der einen, Orientierungslosigkeit auf der anderen Seite) und warum viele Teams zwischen den negativen Zonen pendeln – oft aus bester Absicht
    • Quellentheorie und Selbstorganisation: Warum die Holarchie der Quellen so gut auf rollenbasierte Kreis-Organisationen passt – und was passiert, wenn innere Quelle und äußere Rolle nicht zusammenfallen
    • Rollen annehmen statt zugeteilt bekommen: Die Würde der eigenen Willensbekundung – und die Spannung zwischen Gesamtverantwortung und Autonomie
    • Source Leadership in der Praxis
    • Die individuelle Ebene: Wofür bist du Quelle in deinem Leben? Wofür möchtest du deine Lebenszeit einsetzen? Und wofür bewusst nicht?
    • Peter Koenigs Verbindung von Quelle und Geld: Wo Quellenenergie fließt, entsteht eher Wert – und damit auch wirtschaftlicher Erfolg
    • Zweifel gehören dazu: Warum die Theorie das Zweifeln normalisiert und damit entlastet
    • Grenzen des Modells: Auf Nationalstaaten und große Verwaltungen angewandt wird es unscharf; soziale Bewegungen folgen einer anderen Logik; und viele Konzerne funktionieren trotz missachteter Quellenprinzipien
    • Die Landkarte ist nicht das Terrain: Die Quellenbrille als Hypothesengenerator, nicht als Dogma
    • Anknüpfungspunkte: Aufstellungsarbeit, Theorie U (Otto Scharmer), Synchronicity (Joseph Jaworski) und die Frage, wie Quellenfelder je nach kultureller Entwicklungs-Reifestufe aussehen
    • Reflexion: Wofür bin ich Quelle? Erfülle ich meine Quellenaufgaben? Wie sieht die Quellenholarchie um mich herum aus? Passen formale Strukturen und innere Quellenfelder zusammen?

    🔗 Links & Ressourcen
    • 📖 Tom Nixon – Work with Source
    • 📕 Stefan Merckelbach – Ein kleines rotes Buch über die Quelle

    👥 Hosts

    Dennis Wittrock – freiberuflicher Trainer und Berater für Zusammenarbeit und Selbstorganisation, zertifizierter Holacracy Master Coach, Mitgründer der Integralen European Conference und ehemaliger Geschäftsführer des Integralen Forums Deutschland. Autor des Buches „Holacracy verstehen. Kritik - Wissenschaft - Praxis"

    Tobias Klose – Berater und Begleiter von Zusammenarbeit, Konfliktklärung und Organisationstransformation. Er verbindet die Entwicklung innerer und relationaler Reife mit tragfähigen, wirkungsvollen Strukturen. Betriebswirt, Gründer und integral-systemischer Agile und Holacracy Coach.


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    1 hr 38 min
  • 05 - The SIMPOL Solution for Global Problems - John Bunzl
    Why does nothing seem to change, no matter who we vote for?

    In this episode, John Bunzl makes the case that the economy has gone global while governance stayed national — and that this single mismatch drives a "destructive global competition" in which no country dares to act first on climate, corporate tax, AI, or financial regulation for fear of losing out.

    His answer is SIMPOL, the Simultaneous Policy: citizens give strong voting preference to politicians who pledge to implement agreed global measures simultaneously, so that no nation loses out.

    The conversation moves from the prisoner's dilemma at the state level to subsidiarity, world government vs. world governance, multi-issue agreements, declining birth rates as a possible trigger crisis, and the developmental shift from nation-centric to world-centric thinking — making destructive competition an object we can finally act on.

    🎙️ Guest – John BunzlJohn Bunzl is a businessman and global political activist who, in 2000, founded the International Simultaneous Policy Organisation and launched the SIMPOL campaign. He is a passionate and lucid speaker on global consciousness and global governance. Co-author of The SIMPOL Solution (with Nick Duffell).www.simpol.org

    🔴 Topics
    • The core mismatch: economics always runs ahead of governance — today the economy is global but governance is still national (the "200 referees on one football pitch")
    • Why our votes feel meaningless: every government must keep its economy internationally competitive, narrowing real policy choices regardless of who wins
    • The origin story: John's 1998 "altered state" insight at a family lunch — climate action would have to happen simultaneously — leading to the founding of SIMPOL
    • How the SIMPOL mechanism works: citizens pledge strong preference to candidates who sign the pledge; no downside for politicians, since nothing is implemented until enough nations are on board
    • The "domino effect": getting one candidate to sign pressures rivals not to put themselves at a competitive disadvantage — turning competition against itself
    • Destructive global competition vs. healthy competition, and which problems it blocks: climate, corporate tax, AI regulation, financial markets, nuclear weapons, environmental standards
    • Charlie Munger's "show me the incentives and I'll show you the outcome" applied to the global system
    • Declining birth rates as a possible trigger crisis — and why funding pronatalist policies may require taxing multinationals globally and simultaneously
    • Why the UN can't solve global problems: it's nation-centric by design, with no authority over its member states
    • Why activist NGOs often miss the point — blaming politicians who can't act rather than the incentive structure
    • The "subject vs. object" reframe: SIMPOL lets us make destructive competition an object we can see and act on, instead of being unconsciously driven by it
    • Subsidiarity built into SIMPOL: only policies that can't be implemented unilaterally qualify — which actually enhances national sovereignty
    • World government vs. world governance — "simul-culturalism," unity in diversity, and the cell/DNA/cancer biological analogy
    • "All or sufficient nations": thresholds vary by issue, plus multi-issue package deals that allow trade-offs and compensation (e.g. a climate agreement funded by a global currency-transaction/Tobin tax)
    • Why no concrete policy is defined yet: it must be developed democratically, once enough "pearls are on the string"
    • The cognitive shift from nation-centric to world-centric thinking — and why even integral-minded people can lag on the civic/political line
    • Conscious evolution: at every prior level an outside threat forced cooperation; at the global level there is none, so we must choose it deliberately (John Stewart)
    • Where SIMPOL stands today: 100+ UK MPs signed (~20% of Parliament), plus MPs in Ireland, Germany, the European Parliament, Australia and Canada — achieved by a tiny team
    • The closing call: real global citizenship means actually using your vote — check out simpol.org and sign the (free) pledge
    🔗 Links & Resources
    • 🌐 Simpol – official website & pledge
    • 📕 John Bunzl & Nick Duffell – The SIMPOL Solution: A New Way to Think about Solving the World's Biggest Problems (2018)
    • 🗣️ John Bunzl at TEDx Berlin: The Political Prisoner's Dilemma
    • 💚 "The Global Politics of Love" – John Bunzl's 10-part series
    • 📜 John Stewart – Evolutionary Manifesto (evolutionarymanifesto.com) (
    • 🎧 Daniel Schmachtenberger – on the "Moloch dynamic" / generator function of the metacrisis
    • 🎧 Nate Hagens – The Great Simplification podcast
    • 💡 Stafford Beer – Viable System Model
    • ☯️ Barry Johnson – Polarity Management (managing polarities vs. solving problems)
    • 👊 Ken Wilber on SIMPOL: "the best thing we have, at this time, for anything resembling a genuine and functional world governing system"
    • 🤑 Charlie Munger – "Show me the incentives and I will show you the outcome"
    👥 Hosts

    Dennis Wittrock – freelance trainer and consultant for collaboration and self-organization, certified Holacracy Master Coach, co-founder of the Integral European Conference, and former managing director of the Integral Forum Germany. Author of the book "Understanding Holacracy. Criticism - Research - Practice"

    Tobias Klose – Consultant and facilitator of collaboration, conflict resolution, and organizational transformation. He connects the development of inner and relational maturity with resilient, effective structures. With a business background, founder and integral-systemic Agile and Holacracy Coach. 

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    1 hr 48 min
  • 04 - Metakrise für Dummies: Eine Landkarte für eine Welt im Dauerkrisenmodus
    Eine Krise löst die nächste aus – aber ist das Zufall oder System? In dieser „Metakrise für Dummies"-Folge sortieren Dennis und Tobias das Chaos der Gegenwart in drei Felder: ökologische Destabilisierung, technologisch-existenzielle Risiken und gesellschaftliche Erosion.

    Dann gehen sie tiefer und legen die gemeinsame „Grammatik" hinter den Einzelkrisen frei: das Gefangenendilemma (auch Moloch-Dynamik genannt), die Externalisierung von Kosten, die Optimierung einzelner Kennzahlen, die temporale Asymmetrie und den Kollaps des gemeinsamen Sense-Makings.

    Der Kern der Botschaft: Die Metakrise ist ein systemisches, kein moralisches Problem – und braucht deshalb systemische Antworten.

    Zum Abschluss wird es praktisch: das Vier-Quadranten-Modell, unterschiedliche Weltsichten und drei Handlungsebenen (individuell, organisational, gesellschaftlich), die zeigen, wie man vom Ohnmachtsgefühl zu einer geerdeten, handlungsfähigen Haltung findet.

    Eine Folge für alle, die zwischen Aktivismus, Verdrängung und Resignation einen anderen Weg suchen – und die das Gefühl kennen, zu viel Bewusstsein für die großen Krisen zu haben, um einfach weiterzumachen, und zu wenig konkrete Lösungen, um zuversichtlich und gelassen zu bleiben. 

    🔴 Themen
    • Krisen-Spaghetti: Wie Dürre, Migration, Wahlkampf und Klimapolitik sich gegenseitig anheizen – eine Krise erzeugt die nächste
    • Drei Arten von Krisen: ökologische Destabilisierung, technologisch-existenzielle Risiken, gesellschaftliche Erosion
    • Multikrise vs. Metakrise: kein bloßes Wollknäuel disparater Krisen, sondern ein gemeinsames Muster mit einer „generierenden Funktion"
    • Die fünf Muster hinter den Einzelkrisen – die eigentliche Landkarte dieser Folge: 
      • Das Gefangenendilemma / Moloch / Race to the Bottom: rationale Einzelentscheidungen mit kollektiv destruktivem Ergebnis
      • Externalisierung von Kosten: das 5-Euro-T-Shirt und die nicht bezahlten Folgekosten für Natur, Arbeit und Zukunft
      • Optimierung einzelner Metriken: was nicht gemessen wird, existiert für das System nicht (Engagement statt Wahrheit)
      • Temporale Asymmetrie: kurzfristige Gewinne gegen langfristige, diffuse Kosten – Wahlzyklen gegen Jahrhundertprobleme
      • Sense-Making-Kollaps: von Filterblasen über Hyperpolarisierung bis zum epistemischen Zusammenbruch
    • Warum jetzt? Exponentielle „Hockeystick"-Kurven und das „Krisen-Tetris" in immer kürzeren Zeitfenstern
    • Drei Reaktionen auf die Überforderung – Aktivismus, Ignoranz, Nihilismus – und der dritte Weg: informierte, geerdete Handlungsfähigkeit
    • Werkzeug 1 – Vier Quadranten (Wilber): Jede tragfähige Lösung muss innen/außen und individuell/kollektiv adressieren
    • Werkzeug 2 – Weltsichten & Entwicklungsstufen: Warum mehr Fakten allein nicht überzeugen (Beispiel Covid-Debatte)
    • Drei Handlungsebenen: Mikro (Informationshygiene, Achtsamkeit usw.), Meso (Organisationen als Übungsraum für Vertrauen und Koordination) und Makro (Diskurs, Regulierung, Simultanpolitik u.v.m.)
    • Fazit: Wer weiß, dass Stürme kommen, baut anders – Zuversicht heißt, die Krisen zu sehen, aber die eigenen Spielräume nicht kleiner zu machen, als sie sind.

    🔗 Links & Ressourcen
    • 🧎🏻Inner Development Goals (IDG)
    • 🌐 UN Sustainable Development Goals (SDGs) / Agenda 2030
    • Adam Tooze – Begriff der Polycrisis (Polykrise)
    • Daniel Schmachtenberger – Konzept der „Generator Functions" der Metakrise
    • 🎙️Nate Hagens – Podcast The Great Simplification (Peak Oil, „Carbon Pulse")
    • 🎥 Tristan Harris – The Social Dilemma
    • 🎥 The AI Doc: Or How I Became an Apocaloptimist
    • 🗺️ Ken Wilber – Integrale Theorie, Vier-Quadranten-Modell (AQAL)
    • 🌍 Simultaneous Policy / „Simpol" – Kampagne nach John Bunzl www.simpol.org (siehe auch Episode 5 dieses Podcasts)
    👥 Hosts

    Dennis Wittrock – freiberuflicher Trainer und Berater für Zusammenarbeit und Selbstorganisation, zertifizierter Holacracy Master Coach, Mitgründer der Integralen European Conference und ehemaliger Geschäftsführer des Integralen Forums Deutschland. Autor des Buches „Holacracy verstehen. Kritik - Wissenschaft - Praxis"

    Tobias Klose – Berater und Begleiter von Zusammenarbeit, Konfliktklärung und Organisationstransformation. Er verbindet die Entwicklung innerer und relationaler Reife mit tragfähigen, wirkungsvollen Strukturen. Betriebswirt, Gründer und integral-systemischer Agile und Holacracy Coach. 

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    2 hr 2 min
  • 03 - KI als Spiegel des Selbst – Björn Schneider
    Mehrere hundert Mal am Tag beziehen wir uns auf unser „Ich“ – aber was ist das eigentlich, wenn wir wirklich hinschauen? In dieser Folge nimmt uns Björn Schneider mit auf einen philosophischen Ritt durch Bewusstsein, Selbstkonstruktion und freien Willen. Sein Ausgangspunkt: die verblüffenden Parallelen zwischen dem, wie KI funktioniert, und dem, wie wir als Menschen funktionieren. Björn hat sein Buch „KI als Spiegel des Selbst“ mithilfe von ChatGPT geschrieben – und zeigt, was dieser Prozess über das Selbst offenbart. Am Ende löst sich sogar der Beobachter auf. Aber: Entzauberung schlägt nie in Entwürdigung um.

    🎙️ Gast - Björn SchneiderBjörn Schneider ist Holacracy & Agile Coach bei der Hypoport SE, wo er für die Einführung und den Betrieb von Holakratie sowie als Trainer und Berater in Führungsfragen zuständig ist. Ca. 900 Mitarbeitende arbeiten dort rein holakratisch. Autor von „KI als Spiegel des Selbst“.www.bjoernschneider.de | LinkedIn

    🔴 Themen
    • Das Selbst als Konstruktion: Wahrnehmung ist kein direkter Zugang zur Realität – wir konstruieren sie aktiv. Das gilt auch fürs Ich.
    • KI als Spiegel: Wir schreiben KI schnell eine Identität zu – und müssen dieselbe Logik dann auf uns selbst anwenden.
    • Schreiben mit KI: Björns Prozess mit morgendlichen Sprachnachrichten und Markdown-Dateien als externem Gedächtnis. Größtes Learning: Inhalte im Editor statt im Chat entwickeln.
    • Freier Wille auf dem Prüfstand: Die Übung „Denk an einen Film“ zeigt, dass Entscheidungen auftauchen, bevor wir sie bewusst treffen.
    • Entwicklungsstufen des Selbst: Von selbstschützend über konventionell bis postkonventionell. These: Das Gravitationszentrum der KI-Trainingsdaten liegt auf den rationalistisch-eigenbestimmten Stufen.
    • Der Beobachter des Beobachters: Am Ende des infiniten Regresses löst sich auch der letzte Beobachter auf. Was bleibt, ist der Prozess von allem.
    • Praktische Wirkung: Mehr Distanz zum inneren Geschehen, leichteres Loslassen negativer Gedankenspiralen.
    • Entzauberung ohne Entwürdigung: Das Selbst als nützliches Konstrukt zu verstehen, macht es nicht weniger wertvoll.
    🔗 Links & Ressourcen:
    • 📕 Björn Schneider: KI als Spiegel des Selbst (Amazon)

    👥 Hosts:

    Dennis Wittrock – freiberuflicher Trainer und Berater für Zusammenarbeit und Selbstorganisation, zertifizierter Holacracy Master Coach, Mitgründer der Integralen European Conference und ehemaliger Geschäftsführer des Integralen Forums Deutschland. Autor des Buches “Holacracy verstehen. Kritik - Wissenschaft - Praxis”

    Tobias Klose – Berater und Begleiter von Zusammenarbeit, Konfliktklärung und Organisationstransformation. Er verbindet die Entwicklung innerer und relationaler Reife mit tragfähigen, wirkungsvollen Strukturen. Betriebswirt, Gründer und integral-systemischer Agile und Holacracy Coach.

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    1 hr 17 min
  • 02 - Ego-Development and Wisdom – Dr. Susanne Cook-Greuter
    This episode traces Susanne Cook-Greuter's path into adult development — from a fascination with language and semantics to her refinement of Jane Loevinger's stage model. She explains how ego development is measured through sentence completion, and why she now sees development less as a vertical ladder and more as an arc from knowledge to wisdom: first building a separate self, then deconstructing that separation. The conversation doesn't shy away from the shadows — the Western bias of developmental models, the misuse of typologies, "aboutism," and the hubris that can come with later stages. It closes on aging, mortality, and the quiet conclusion that kindness matters more than any stage.

    🎙️ Guest – Dr. Susanne Cook-GreuterDr. Susanne Cook-Greuter is a pioneer of adult ego development research. Building on Jane Loevinger's work, she mapped the later stages of adult meaning-making and developed the MAP sentence-completion assessment. She holds a doctorate from Harvard.www.cook-greuter.com | LinkedIn

    🔴 Topics

    Overview:
    • From language and semantics to ego development research
    • How meaning-making is measured: Loevinger's sentence completion test
    • The arc from knowledge to wisdom — building and then deconstructing the self
    • Why "vertical" development has become a misnomer
    • Shadows of developmental models: Western/Northern-Hemisphere bias and indigenous wisdom
    • Pigeonholing people and the trap of color-coded typologies
    • "Aboutism": understanding a stage vs. actually embodying it
    • The hubris of later stages — and learning to notice it faster
    • An AI-based version of the assessment and more democratic access
    • Aging, mortality, and where to find joy
    • Kindness and compassion over any stage
    Main discussion:1. "Maps Are Not Territories" – How to Use (and Misuse) Ego Development Models
    Susanne Cook-Greuter warns against the most common pitfall: people who can read about later stages often believe they've already reached them. "Aboutism" – talking about things one hasn't truly internalized – is the blind spot of the integral community. Introspection alone isn't enough; the MAP assessment remains the only valid measurement tool.

    2. Higher Stages = Better? Not So Fast.
    Later developmental stages bring greater tolerance for complexity and more compassion – but also more worry, potential hubris, and a Western cultural bias baked into the models. Susanne is convinced that indigenous traditions have their own "later stages" that simply haven't been researched yet.

    3. Cognition Is Just One Line – and Often the Most Overrated
    Ego development measures behavior, emotion, and cognition together. But IQ and developmental stage are decoupled: Susanne's sister with Down syndrome was morally influential in her community – a lived counter-argument against developmental hierarchy arrogance.

    4. You Can't Force Growth – But Models Can Serve as Levers
    Nobody can be pulled up by their hair. That said, developmental theories help people see what is possible at all, and to observe people nearby who are a little further along than themselves.

    5. In the End, the Simple Things Matter – Presence, Curiosity, Letting Be
    Susanne's personal arc from childhood (her sister with Down syndrome as her first teacher), through decades of research, to her current situation following an accident: her conclusion is anything but abstract. The question occupying her now is no longer "letting go" – but "letting be".

    🔗 Links & Resources 📥
    • 📕 Book: "Postautonomous Ego Development: A Study of Its Nature and Measurement" (1999)
    • 📄 Paper: “Ego Development: A Full-Spectrum Theory Of Vertical Growth And Meaning Making” (2021)
    • 🌐 Vertical Development Academy: https://verticaldevelopment.com/
    • 🤖 AI-assisted MAP Assessment https://www.leadershipmaturity.ai/

    👥 Hosts

    Dennis Wittrock – freelance trainer and consultant for collaboration and self-organization, certified Holacracy Master Coach, co-founder of the Integral European Conference, and former managing director of the Integral Forum Germany. Author of the book "Understanding Holacracy. Criticism - Research - Practice"

    Tobias Klose – Consultant and facilitator of collaboration, conflict resolution, and organizational transformation. He connects the development of inner and relational maturity with resilient, effective structures. With a business background, founder and integral-systemic Agile and Holacracy Coach. 


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    1 hr 16 min
  • 01 - Inseln der Resonanz im Chaos des Weltgeschehens
    Dies ist die erste Folge von Islands of Resonance – ein Podcast, der in einer Welt des Dauerlärms Referenztöne sucht. Dennis Wittrock und Tobias Klose stellen sich vor, erklären die Idee hinter dem Titel und legen dar, welche Themen und Frameworks sie in künftigen Gesprächen erkunden wollen. Ausgangspunkt ist die Resonanztheorie des Soziologen Hartmut Rosa und die Frage: Wie finden wir in einer beschleunigten, krisenreichen Zeit innere Klarheit und echte Wirksamkeit?

    👥 HostsDennis Wittrock – freiberuflicher Trainer und Berater für Zusammenarbeit und Selbstorganisation, zertifizierter Holacracy Master Coach, Mitgründer der Integralen European Conference und ehemaliger Geschäftsführer des Integralen Forums Deutschland. Autor des Buches “Holacracy verstehen. Kritik - Wissenschaft - Praxis”

    Tobias Klose – Berater und Begleiter von Zusammenarbeit, Konfliktklärung und Organisationstransformation. Er verbindet die Entwicklung innerer und relationaler Reife mit tragfähigen, wirkungsvollen Strukturen. Betriebswirt, Gründer und integral-systemischer Agile und Holacracy Coach. 

    🔴 Themen
    • Warum dieser Podcast – Entstehungsgeschichte und Grundmotivation
    • Hartmut Rosas Resonanztheorie: Entfremdung, Beschleunigung und das Konzept der Unverfügbarkeit
    • Die Metakrise: Polykrise, VUCA-Welt, Tetris-Metapher der sich stapelnden Krisen
    • Zwischen Selbstverwirklichung und Weltverantwortung – die große Polarität unserer Zeit
    • Stimmgabel und Metronom als Metaphern für innere Ausrichtung und kollektiven Takt
    • Das Konzept der „Greatest Hits": integrale Metatheorie, Bewusstseinszustände, Komplexität, Selbstorganisation, NLP, Polaritätsmanagement, u.v.m.
    • Drei Ebenen des Wirkens: Individuum, Organisation, Gesellschaft
    • New Work, Holakratie, Soziokratie als Organisationsansätze
    • Was „Islands of Resonance" bedeutet – Inseln der Sinnhaftigkeit in einer lauten Welt
    🔗 Links & Ressourcen 
    • 📕 Hartmut Rosa: Resonanz (Suhrkamp)
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    31 min

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