Innovation einfach machen.

ISO 56001: Innovation systematisch managen – Interview mit Dennis Böcker


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Bianca Prommer [00:00:00]:

Hast du schon einmal von der ISO 56001 gehört? Nein? Dann wird es Zeit, denn diese neue Norm soll nicht weniger als Innovation endlich systematisch möglich machen, statt sie dem Zufall zu überlassen. In der heutigen Folge erfährst du, was hinter der ISO 56001 steckt, warum Struktur kein Innovationskiller ist und wie du Innovation wie jemand verankern kannst. Lass uns direkt loslegen. Hallo und herzlich willkommen zu 1 neuen Folge von Innovation einfach machen. Heute geht es die Frage, die ganz viele umtreiben. Braucht die Innovationsstruktur und wenn ja, wie sieht die aus? Dazu habe ich heute einen ganz besonderen Gast eingeladen, Dennis Böcker. Dennis ist erfahrener Strategie- und Innovationsberater. Er begleitet Startups bei der Skalierung und entwickelt für Konzerne Strategien für Innovation und Partnerschaften, branchenübergreifend und praxisnah.

Bianca Prommer [00:00:56]:

Zuvor war er in leitenden Rollen bei Bosch tätig, unter anderem als CEO America, globaler IoT Innovation Lead und Programmmanager. Er hat Innovationenetzwerke aufgebaut, intrapreneursche Programme konzipiert und Prototypingstrukturen skaliert. Heute bringt er all das in seine Arbeit rund die ISO 56001 sein. Kertifizierter Berater, Mitglied im Team und Share Advisor für den zuständigen ISO Standardisierung Service. Dein Motto ohne Innovation kein nachhaltiges Wachstum, aber ohne Struktur keine Innovation. Was genau die ISO 56001 bringt, wie sie Innovationen stattverhindert und was das alles mit Unternehmensstrategie zu tun hat, das erfährst du in der heutigen Folge und ich freue mich, dass Dennis heute da ist. Hallo Dennis, schön, dass du da bist.

Dennis Böcker [00:01:52]:

Hallo Bianca, danke, dass ich hier sein darf.

Bianca Prommer [00:01:56]:

Wir beide haben ja ein ganz, ganz wunderbares Gesprächsthema heute, das eigentlich noch recht neu ist. Also viele meiner Kundinnen und Kunden haben eigentlich noch gar nichts davon gehört und zwar von der ISO 56001 oder 56001, ja, die haben da tatsächlich noch nichts davon gehört. Jetzt bist du mir in diesem Zusammenhang auch empfohlen worden und es würde mich doch mal interessieren, was ist denn das eigentlich, diese ISO?

Dennis Böcker [00:02:29]:

Die Geschichte der ISO 56000 geht so ein Stück weit zurück, das Jahr, ich glaube, 2014, 2015, da haben sich internationale Experten zusammengetan und gesagt, eigentlich müssen wir eine gemeinsame Sprache entwickeln und gemeinsame Werte zum Thema Innovationsmanagement, Weil wir feststellen, dass wir eigentlich auch dort, genau wie in anderen Standards, so zum Thema Qualitätsmanagement, Projektmanagement etc., wir feststellen, dass Innovation noch nicht so effizient und nicht so Outcome getrieben funktioniert, wie wir uns das vorstellen. Da haben sich eben international die Experten zusammengetan und gesagt, wie können wir das am geschicktesten machen und haben dann gesagt, okay, es gibt da für die Management-Systeme eigentlich ein Umfeld, in dem sowas gut funktioniert und das ist die ISO. Da gibt es auch die entsprechenden Strukturen, in denen man das dann einklinken kann. Und daraufhin ist dann die Initiative entstanden, dass man doch eine Innovationsmanagement-Norm entwickelt, gemeinschaftlich als Expertengremium. Die Nummerierung, kann ich nicht genau sagen, wie es zu der Nummerierung gekommen ist, das wird immer fortlaufend irgendwie hochgesetzt. Und so ist dann die Arbeit begonnen worden und 2019 ist dann das erste Set dieser Normenfamilie veröffentlicht worden mit dem Guiding-Standard mit der 56002, mit der 56000, wo so die grundsätzlichen Begrifflichkeiten geklärt werden, und dann sind so Schritt für Schritt weitere dazugekommen, und genau das, was du jetzt sagst, die 56001 oder 56001 ist jetzt im September 24 dazu gekommen und das Entscheidende da ist jetzt, dass es eben nicht nur ein Guiding-Standard ist, sondern dass das jetzt eben ein Requirement-Standard ist. Das heißt, das ist ein Standard, den man sogar zertifizieren und auditieren kann.

Bianca Prommer [00:04:20]:

Was hier sehr, sehr spannend ist, es gibt ja eben diese 56.000-Familie. Du hast es schon gesagt, 2019 begonnen, ja, also die erste. Jetzt eben diese 56.001. Was steckt denn in dieser 56.001 jetzt dahinter? Also, was sind so die Kerndinge, die man dort findet? Kannst du uns da vielleicht einmal so einen kurzen Überblick geben?

Dennis Böcker [00:04:45]:

Ja, das kann ich sehr gerne machen. Also grundsätzlich reden wir in der ISO 56001 eben von einem systemischen Ansatz zum Thema Innovationsmanagement. Und Das ist so aufgeteilt, dass man zunächst erstmal sagt, was ist überhaupt eine Innovationsabsicht, also was will eine Organisation überhaupt mit Innovation erreichen, dass das quasi so eine Grundklärung ist, dass man erklärt, was ist überhaupt Innovation, was ist eine Innovationsabsicht, die ein Unternehmen haben kann. Und am Ende als Ziel steht immer, dass man quasi Wertschöpfung erzeugt, dass man Wert erzeugt. Das ist so das Kernelement, auf das alles hinaus zielt. Und dazwischen stehen 7 Dimensionen, die in der ISO beschrieben sind. Und das beginnt mit dem Kontext der Organisation. Da geht es darum, wo befindet sich eigentlich die Organisation, und zwar im Inneren, als auch wie im Äußeren, im Zusammenhang mit Innovation und Innovationsmanagement.

Dennis Böcker [00:05:45]:

So Dinge wie, wo ist der Markt, wo sind meine Kunden, wo sind meine Lieferanten, welche anderen Stakeholder habe ich noch, welche Stakeholder habe ich aber auch intern, ja, also diese ganze Thematik, sich anzuschauen, wo befinde ich mich eigentlich, und da eine Bestandsaufnahme zu machen, und da gibt es eben dann in der ISO relativ viele Aspekte, die beschreiben, wo man da gucken kann, welche Dinge man anschauen soll. Die nächsten beiden Blöcke sind Führung und Planung. Bei der Führung geht es eben Zum Beispiel das Thema Innovationsstrategie. Es geht die Innovationskultur. Ist ja bei dir auch immer mal wieder ein Thema. Das ist ein wichtiges Thema. Es geht aber auch so Sachen wie Rollen, Verantwortlichkeiten, Kompetenzen, Befugnisse, die man dann im Kontext Innovationsmanagement braucht. Es geht auch, das heißt so schön, Innovationspolitik, also es geht so eine Art Innovationsrichtlinie.

Dennis Böcker [00:06:38]:

Was gehört da eigentlich alles rein? Wie muss man die gestalten? Solche Elemente. Dann in der Planung geht es eben wirklich darum, wie plane ich eigentlich mein ganzes Innovationsmanagement, was gehört, was gehört wirklich dazu, Innovationsziele, wie sieht mein Innovationsportfolio aus, wie ist die Zusammenarbeit, wie sind Organisationsstrukturen rund die Innovation und das Innovationsmanagement geregelt. Und wenn du die 3 mal anguckst, dann ganz kurz ein weiterer Grundsatz von diesen Managementnormen, und an denen hat sich eben auch die ISO 56001 gehalten. Das funktioniert alles nach dem Plan, Do, Check, Act ähm, Cycle. Und Kontextführung und Planung ist, wenn du so willst, eben der Planning-Teil. Also, das ist das, wo am ehesten geplant wird, vorbereitet wird, vorstrukturiert wird. Dann kommen wir zu dem Do. Das ist zum einen die Thematik, die Dimension Unterstützung.

Dennis Böcker [00:07:41]:

Und in der Unterstützung finden wir zum Beispiel die ganzen Thematiken nach Ressourcen. Welche Ressourcen brauchen wir eigentlich für Innovationen? Wir sind dann mal schnell dabei, an Budget denken, aber es geht halt nicht nur Budget, es geht auch die Räume, es geht auch die Kapazitäten etc. Etc. Dann geht es da auch darum, welche Kompetenzen haben wir Und da vielleicht ein kleiner Ausflug. Wir sind gerade auch dabei, in dieser ISO 56.000-Familie eine weitere Norm dazuzufügen, die sich genau mit dem Thema Kompetenzmanagement beschäftigt. Das heißt, wir sind gerade dabei zu sehen, an welchen Stellen braucht diese Normenfamilie noch Ergänzungen, weil es einfach Aspekte gibt, die ganz besonders wichtig sind. Und das Thema Kompetenz haben wir in der Gruppe der Experten herausgestellt als etwas, das besonders wichtig ist. Da geht es dann aber auch Kommunikation oder auch, bei diesen Normen geht es auch immer darum, welche Informationen müssen dann dokumentiert werden.

Dennis Böcker [00:08:38]:

Dann der weitere Punkt im Do ist der Betrieb. Das ist klassisch alles, was mit Innovationsprozessen und Innovationsinitiativen zu tun hat, also die eigentliche Projekt- und Innovationsarbeit, wenn du so willst, also da, wo operativ tatsächlich was getan wird. Dann, wenn wir dann in das Check und Eck kommen, dann sind wir bei dem Thema Bewertung der Leistung. Das ist das ganze Thema Kennzahlen, Metriken. Da hattest du jetzt in deinem letzten Podcast auch sehr interessant über die verschiedenen Möglichkeiten gesprochen, über die Wertetreppe etc. Und das ist genau etwas Input, Throughput und Output KPIs. Wie gestaltet man die? Wie gestaltet man Metriken? Das sind alles Aspekte, die dann da rein gehören. Da gehört natürlich auch rein das Thema internes Assessment oder internes Audit, also wie überprüfe ich eigentlich, wo bewege ich mich gerade, wo bin ich mit meiner Maturity in meinem Innovationsmanagement, wie bewege ich mich weiter.

Dennis Böcker [00:09:38]:

Und dann die Verbesserung, ne, ist ja dann immer der finale Schulterschluss, den Kreis wieder zu schließen im Plan-Do-Check-Act. Das ist dann tatsächlich die Verbesserung. Das heißt, wenn ich gemessen habe auf den verschiedenen Ebenen, auf der Initiative, im Portfolio, auf dem System, dass ich dann sage, was sind denn die Dinge, die ich jetzt verändern und verbessern will. Das ist alles das, was sich quasi dann in entsprechenden Detail in dieser ISO-Norm befindet.

Bianca Prommer [00:10:06]:

Total spannend. Also ich bin ja total fasziniert, wie ich das erst mal von dieser ISO-Norm gehört habe. Wie cool ist das denn, dass es hier etwas gibt, das einen roten Faden bietet, das so wirklich diese Handlungsspielfelder aufzeigt, damit Innovation möglich wird. Also nicht nur Innovation entwickelt wird, sondern dann auch umgesetzt wird, eine Wirkung, einen Wert, einen Output zu erzeugen. Und da habe ich mir dann gedacht, das ist ja total cool, da möchte ich Teil sein davon. Und du hast es nämlich auch schon gerade gesagt, wir sind dabei, ja,

Dennis Böcker [00:10:41]:

diese

Bianca Prommer [00:10:41]:

Kompetenzen auch zu sammeln. Dieses Wir, Ich habe es eingangs in deiner Vorstellung gemacht, du bist ja Teil davon, von diesen Experten und Expertinnen, die sich da diese Ausgestaltung, Formulierungen kümmern. Magst du uns da vielleicht noch ein bisschen was sagen, was tust du da Und gibt es da vielleicht noch die Möglichkeit, da vielleicht noch rein zu starten, wenn man sagt, ich möchte ein Teil davon sein. Wie schaut denn das aus, Dennis?

Dennis Böcker [00:11:10]:

Also grundsätzlich ist die Expertenarbeit tatsächlich so organisiert, dass wir eben verschiedene Arbeitsgruppen haben in der ISO 56001. Also aktuell gibt es zum Beispiel eine Arbeitsgruppe 5, hatte ich gerade gesagt, zum Thema Kompetenzmanagement. Es gibt eine Arbeitsgruppe 1, die hat sich mit der 56001 und 2 schwerpunktmäßig beschäftigt, die ist jetzt gerade dran, quasi die 56002 nochmal zu überarbeiten, basierend auf dem, was man in der 56001 an neuen Erkenntnissen gewonnen hat. Und jetzt neu wollen wir uns eben beschäftigen mit den Themen Portfolio Management und Ökosystem Management. Da wird es 2 neue Normen dazu geben. Das ist in der Gruppe der Experten definiert worden. So, und wie wird man jetzt Experte? In der Regel ist das so, dass die Länder, und zwar alle Länder weltweit, ich würde mal sagen, fast alle Länder, weil ich kann es jetzt nicht bestätigen, ob wirklich jedes Land ein nationales Standardisierungsgremium hat. Aber zum Beispiel in Deutschland ist das die DIN.

Dennis Böcker [00:12:09]:

Ihr habt in Österreich ja auch ein Standardisierungsgremium. Und die sind dann wiederum alle auch organisiert in der ISO. Die ISO ist quasi das weltweite Dach oder das Dach von diesem Thema und es gibt nationale Standards, es gibt auch in der CEN auch europäische Standards und es gibt halt die internationalen globalen Standards über die ISO. Und das Innovationsmanagement als solches, die gesamte ISO 56.000-Familie, ist eben global bei der ISO aufgehängt. Und man kann dort als Experte entsendet werden über sein nationales Standardisierungsgremium. Und Das ist eigentlich relativ einfach. Man kann sich dort, wenn man in einem Industrieunternehmen zum Beispiel unterwegs ist, egal ob klein-, mittelständisch-, Großunternehmen, kann man sich von seinem Unternehmen dort quasi hin entsenden lassen. Man kann einen Antrag stellen, dass man da gerne mitwirken würde im Kontext Innovationsmanagement.

Dennis Böcker [00:13:05]:

Und hier in Deutschland ist es dann so, die Gruppe, die momentan existiert, die trifft sich regelmäßig und dann wird so ein Antrag kurz entgegengenommen. Dann guckt man sich die Person, die da gerne rein möchte, an. Und in der Regel ist das kein Problem. Dann sagt man, jawohl, kannst mitarbeiten. Und dann wird man von diesem nationalen Gremium dann in die entsprechenden Arbeitsgruppen entsendet. Und zwar jetzt nicht einfach so, sondern basierend auf Interesse. Also wenn ich jetzt sage, ich möchte gerne im Ökosystemmanagement in der Arbeitsgruppe mitwirken, dann wird man in der Regel dahin entsendet. Und je mehr da mitmachen, desto breiter natürlich die Expertise und desto besser dann auch, sage ich mal, die Wirksamkeit und die Inhalte, die wir dort erarbeiten.

Dennis Böcker [00:13:47]:

Von daher gerade bei diesen etwas spezifischeren Themen wie Kompetenzmanagement, wie jetzt Ökosystem-Portfolio-Management, ist es super wichtig, dass wir möglichst gute, sehr gute Experten aus den verschiedenen Ländern haben, damit das, was dann später mal in dem Standard steht, auch wirklich eine hohe Qualität hat.

Bianca Prommer [00:14:06]:

Und da brauchen wir, wir haben im Vorfeld auch gesprochen, gerade in Deutschland und Österreich ja schon noch ein paar Experten, wenn man so nach Schweden blickt, und ich verfolge das auf LinkedIn tatsächlich sehr interessiert, wie weit Schweden da auch schon ist. Und da sitzen dann 7 bis 9 Personen allein nur aus Schweden in einem Termin drinnen und dann vielleicht aus Deutschland, Österreich ein, 2, 3 Personen.

Dennis Böcker [00:14:35]:

Wenn überhaupt. Es ist momentan so, dass wir zum Teil eben eine Person haben, die mehrere Arbeitsgruppen begleiten muss. Und da das durchaus, gerade auch, weil es zwischen den Arbeitsgruppenterminen immer wieder Probleme gibt, ist das so, dass, und Hausaufgaben gibt, gibt es da immer wieder dann Situationen, dass eine Person mehrere Arbeitsgruppen wahrnehmen muss. Und das ist natürlich dann schwierig für diejenigen, der das machen muss, weil einfach der Arbeitsaufwand dann zu groß wird. Und deswegen ist es so schön, wenn man das wie in Schweden sieht, weil da können die sich das gut verteilen und die können auch mit der Arbeitslast dann viel besser umgehen und Es sind wirklich die spezifischen Experten zu den einzelnen Themen da. Und insofern bin ich komplett bei dir in Deutschland. Es ist definitiv so, dass wir gesagt haben, also gerne jetzt für diese Arbeitsgruppen, die es da gibt, wenn wir da weitere Experten hätten, wäre das super schön, gerade auch aus der Industrie, weil die sind ja diejenigen, die es später auch anwenden sollen. Von daher würden wir uns sehr freuen, wenn wir da weitere Experten gewinnen.

Bianca Prommer [00:15:53]:

Ich bin seit kurzem eben bei Austrian Standards dabei, also in der österreichischen Vertretung. Das ist schon sehr spannend zu sehen, was ist da auch schon passiert, was gibt es da, da auch aktiv mitzugestalten und dann nicht zu sagen, naja, jetzt gibt es da eine Norm, aber irgendwie passt die nicht zu uns. Das wird vorher im Eingangsgespräch gesagt. Du hast da ein Zitat genannt, so quasi, Entweder man gestaltet die Norm mit oder man wird genormt. Das ist ein bisschen anders formuliert. Weißt du noch, wie du es genau

Dennis Böcker [00:16:23]:

formuliert hast? Entweder du normst oder du wirst genormt. Ja. Das ist das, was bei uns relativ viele sagen. Die sagen, Du kannst hinterher natürlich darüber dich beschweren, dass da was drinsteht, was dir nicht passt. Aber wenn du vorher nicht die Gelegenheit genutzt hast, da deinen Einfluss geltend zu machen. Natürlich ist auch das immer im Konsens, muss man auch sagen. Ja, also letztlich, weil ja international, weltweit daran mitgearbeitet wird. Und wir sind teilweise wirklich sehr, sehr international unterwegs über Lateinamerika, Asien, Afrika, Europa, Nordamerika.

Dennis Böcker [00:16:56]:

Also es geht wirklich quer, quer einmal wirklich über die gesamte Welt. Und Natürlich kann sich nicht jeder einzelne Wunsch da dann in der Norm wiederfinden, aber wir haben einen sehr ausgeklügelten Konsensprozess mit sehr viel Kommentierungsmöglichkeiten, sodass man schon davon ausgehen kann, dass man eine sehr mehrheitsfähige Version dann entwickelt, die dann auch einen guten Inhalt erzeugt.

Bianca Prommer [00:17:22]:

Also jetzt noch einmal sozusagen der Aufruf an Innovationsinteressierte und Experten aus der Industrie, meldet euch doch bei der nationalen Vertretung, lasst euch da wirklich rein nominieren. Es macht wirklich Sinn, da einfach Teil davon zu sein, dann nicht später zu sagen, naja, aber das geht nicht. Was ist denn da rausgekommen? Funktioniert für uns nicht, funktioniert für Deutschland nicht, für Österreich nicht, kommst du da wirklich rein. Ich glaube, das ist noch einmal ganz wichtig, das noch einmal zu betonen, dass wir da auf jeden Fall noch Support brauchen.

Dennis Böcker [00:17:53]:

Genau, und da nur als Ergänzung, wenn es da irgendwie Schwierigkeiten gibt, jetzt das zu finden, wo man sich dran wenden kann, können auch gerne über LinkedIn mich direkt ansprechen, jetzt in Deutschland für die DIN. Und ich kann den Weg dann da skizzieren, dass das auf alle Fälle funktioniert. Also da sollte keine Hürde, kein Hemmnis sein, da irgendwie nicht die richtige Adresse gefunden zu haben. Also man kann sich auch gerne an mich wenden.

Bianca Prommer [00:18:16]:

Genau, und für Österreich gerne an mich. Und das finde ich so schön, dass wir ja den Weg zueinander gefunden haben, auch da ein bisschen so länderübergreifend uns auszutauschen. Ich meine natürlich, die Industrie hier in Deutschland, Österreich jetzt natürlich nicht dieselbe ist, aber doch ähnlich tickt, ähnliche Herausforderungen hat. Und deswegen finde ich es auch gut, dass wir da auch diesen Austausch haben, jetzt nicht nur so, okay, da ist Deutschland, da ist Österreich, sondern auch, wie können wir uns da gegenseitig auch für den deutschsprachigen Raum dann auch entsprechend unterstützen. Es hat so schon einen Überblick gegeben, was diese ISO 56001 ist, was so die Handlungsspielfelder sind. Was mich jetzt interessieren würde, und ich kann mir vorstellen, dass das so eine Frage ist, die bei vielen entsteht. Für wen ist denn jetzt diese ISO 56001? Ist es jetzt nur für Konzerne? Ist es, wenn man schon vielleicht irgendein Management-System auditiert hat, also für wen ist die denn geeignet?

Dennis Böcker [00:19:19]:

Also der grundsätzliche Anspruch ist, dass es komplett agnostisch ist, was Branchen angeht. Das heißt also jede Industrie-Sparte, egal was, kann es eigentlich nutzen. Es kann auch sogar ein NGO nutzen, der ein Innovationsmanagement hat. Also, es ist nicht industriespezifisch. Und der Anspruch ist auch, dass es nicht größenspezifisch ist. Sprich, du musst nicht eine bestimmte Unternehmensgröße haben. Und wir haben das bewusst auch jetzt an verschiedenen Stellen mal ausprobiert, wo man einfach mal sagt, okay, wie ist das denn jetzt, wenn ich das für ein ganz kleines Unternehmen mache und ich habe für ein Beispiel jetzt nicht komplett alle Elemente durch, aber ich habe für relativ viele Anteile für eine Physiotherapiepraxis mal ein Innovationsmanagement-System begonnen, einfach mal zu gucken, was muss ich denn da tun. Und da kann ich die gleiche Struktur nutzen, ich kann die gleichen Fragen nutzen.

Dennis Böcker [00:20:14]:

Ich muss natürlich dann entsprechend runterskalieren, ja, also und die Fragen entsprechend dann auf die Unternehmensgröße anpassen. Das ist aber sowieso in der Norm, die ist sehr generisch gehalten, eben genau diese agnostische Ansatzpunkte zu gewährleisten, Ja, weil wenn man da zu spezifisch wird, zum Beispiel auch beim Kompetenzmanagement reden wir jetzt gerade darüber, dass wir wirklich uns auf die beschränken, die wirklich eigentlich überall vorhanden sein sollten und dann werden wir noch weitere ergänzen, quasi in einem Anhang, wo wir sagen und wer noch detaillierter oder noch größer werden will, der findet dort noch weitere Hinweise und so ist das in Summe gestaltet. Das heißt, mit ein bisschen Adaptionswillen ist das eigentlich für jedes Unternehmen, jede Industrie sinnvoll einsetzbar, weil es eine gute Struktur gibt, die dir einfach hilft, sauber durchzukommen und wirklich keine wesentlichen Fragen zu vergessen, wenn du dich Innovationen kümmerst.

Bianca Prommer [00:21:21]:

Das finde ich ja spannend, was du gerade sagst. Also wirklich dieses ganzheitlich, welche Fragen muss ich mir stellen, Innovationsmanagement ganzheitlich zu denken? Also es ist nicht nur den Innovationsprozess zu haben oder ich mache mal einen Hackathon oder was auch immer, Ideen zu entwickeln, sondern ja wirklich, und das ist vorher eingangs erwähnt, der systemische Blick ja auch, also nicht nur systematisch, sondern auch systemisch drauf zu schauen, was braucht es denn alles, was sind so diese Spielfelder, wie hängen die zusammen Und das finde ich an dieser ISO-Norm tatsächlich sehr, sehr spannend und sehr, sehr attraktiv. Jetzt kann ich mir vorstellen, dass vielleicht bei dem einen oder anderen entsteht so, na ja, wir haben schon ein Innovationsmanagement und macht es überhaupt Sinn, sich dann mit der ISO 56001 zu beschäftigen?

Dennis Böcker [00:22:11]:

Ich muss natürlich jetzt sagen, ja, natürlich macht das Sinn. Aber sage ich auch tatsächlich aus Überzeugung, und zwar folgendermaßen, ich denke, und das haben ja verschiedene Studien gezeigt, zum Beispiel auch die Boston Consulting Studie vom Juni 24, die sagt, ja, eigentlich ist Innovation Top 3 Priorität bei allen Unternehmen, aber Innovationsreadiness ist irgendwie bei 3% gewesen. Und ja, da sind nicht alle Unternehmen befragt und man kann natürlich so eine Statistik auch immer so ein bisschen anders lesen. Nichtsdestotrotz zeigt das aber deutlich auf, dass da Verbesserungsbedarf ist und es gibt aus Gesprächen mit vielen Kunden eigentlich immer wieder das Feedback für das, was wir dort reinstecken an Aufwand, Budget oder Kapazität und Methodentools, was auch immer, ist eigentlich das Ergebnis, was hinten rauskommt, noch verbesserungsfähig, sagen wir es mal so. Und die ISO 56001 gibt halt einen super Startpunkt, das eigene System nochmal zu hinterfragen, zu validieren Und gibt halt auch eine Struktur nach vorne zu sehen, okay, wo haben wir denn Lücken und wie können wir an diesen Lücken arbeiten? Das heißt, ich komme in diesen Verbesserungsprozess tatsächlich rein und ich kann sicher sein, wenn ich die 56001 als Grundlage nehme, ich vergesse nichts Wesentliches. Ich habe alle wesentlichen Aspekte bedient und in meinem eigenen Innovationsmanagementsystem, du hast gerade gesagt, ja, ich habe doch einen Innovationsprozess. Das ist das, was mir oft begegnet, wenn ich sage, wir wollen mal euer Innovationsmanagementsystem angucken und dann kommt die Antwort, ja, wir haben einen Innovationsprozess, damit ist doch alles gemacht. Dann sage ich, nee, so einfach ist das nicht.

Dennis Böcker [00:23:50]:

Ihr werdet sehen, dass da vielleicht auch schon das Problem liegt, warum die Performance hinten raus da nicht so gut ist, weil der Prozess braucht viele Voraussetzungen, damit er gut funktionieren kann in der Organisation. Und dafür ist die ISO super gedacht und super gemacht, sie einfach als quasi als Rahmenwerk zu nutzen, eine Vollständigkeit sicherzustellen.

Bianca Prommer [00:24:15]:

Wie aufwendig ist denn sowas? Also ich kann mir vorstellen, natürlich wenn ein Unternehmen sagt, okay wir wollen jetzt starten ein Innovationsmanagement zu etablieren, aufzubauen, dann macht es natürlich sofort auch Sinn, gleich mit so einem Standard zu arbeiten, wo ich ganzheitlich drauf schaue, wenn ich ohnehin von 0 beginne. Wenn ich jetzt auch schon was habe, hast du gerade gesagt, hinterfragen, beleuchten, verbessern, anpassen. Wie aufwendig kann man sich denn sowas vorstellen? Wie lange dauert denn so ein Prozess, bis ich sage, ich bin jetzt ready für eine Zertifizierung. Kann man da überhaupt eine Zeitspanne sagen oder?

Dennis Böcker [00:24:53]:

Also ich denke, die Zeitspanne ist sehr abhängig von der jeweiligen Organisation. Was ein guter Startpunkt ist, ist zu starten mit wirklich einem Assessment der aktuellen Situation, dass ich mal sehe, was habe ich dann alles, dass ich das alles mal zusammenstelle, dann auch herausfinde, wo sind da Lücken und Verbesserungsbedarfe und dann ist es eben auch so, wie man das von anderen Themen ja auch kennt, es gibt so Maturity Levels. Und typischerweise hat man ja so 5 Reifegrade in diesen Modellen, und auch fürs Innovationsmanagementsystem würde ich sagen, ist es so, dass wenn man im Schnitt diesen Reifegrad 3 erreicht, also quasi gut in der Mitte ist, dann sollte man auch in der Lage sein, sich zertifizieren zu lassen, wenn das das ist, was man anstrebt. Und dann hat man aus meiner Sicht auch einen guten Reifegrad, wirklich ein effizientes und performantes Innovationsmanagement zu haben. Denn Zertifizierung ist ja nur ein Aspekt. Eigentlich geht es uns ja darum, möglichst viel Wert zu realisieren über unser Innovationsmanagement und das möglichst effizient. Gerade in Zeiten, wo wirtschaftlich alles ein bisschen knapper wird, ist es ja noch viel wichtiger, dass wir mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen und Mitteln, die wir für Innovationswirtschaft haben, sehr, sehr effizient umgehen und dafür kann das helfen. Wie Langwierig das dann ist, hängt natürlich zum einen davon ab, wo starte ich.

Dennis Böcker [00:26:22]:

Ja, also wenn ich schon relativ viel habe, und es ist vielleicht nur noch nicht in dieser Struktur geordnet, und ich muss im Wesentlichen ordnen und noch ein paar Details schrauben, dann ist das vielleicht ein Prozess, der relativ schnell geht. Wenn ich feststelle beim Maturity Assessment, oh, da habe ich noch größere Lücken in mehreren dieser Dimensionen, dann kann das natürlich schon ein bisschen länger dauern. Ich würde aber auch da bewusst dann basierend auf so einem Assessment mir dann überlegen, wo sind dann meine Prioritäten, wo kriege ich den größten Impact, wenn ich jetzt was verändere, und dann mich Schritt für Schritt dran zu machen. Und die Zertifizierung immer so ein bisschen quasi vor Augen zu haben, aber im ersten Schritt wirklich mal darauf zu achten, dass ich meine Performance verbessere, meine Effizienz verbessere und dass wirklich die Innovationsergebnisse besser werden. Dann kriege ich auch eine höhere Akzeptanz für so einen systemischen Ansatz.

Bianca Prommer [00:27:16]:

Ich finde es sehr spannend, Es geht ja eigentlich eher darum, nicht der Norm wegen 1 Zertifizierung das anzugehen und zu sagen, naja, dann sind wir halt ISO 56001 zertifiziert und können uns dann das irgendwie in die Fahne heften, sondern es geht viel stärker darum, wir betreiben schon Innovation oder wir wollen Innovation systematisch betreiben und unseren Output erhöhen, weil ebenso wie du schon gesagt hast, ganz viele Ressourcen reingesteckt werden, aber am Ende des Tages einfach viel weniger rauskommt und auch dafür zu sagen, nutzt man doch diese Norm einfach mal dazu, unser Innovationsmanagement zu verbessern oder neu aufzustellen und dann kann man noch immer darüber nachdenken, will ich mich jetzt auch zertifizieren lassen, ja oder nein.

Dennis Böcker [00:28:02]:

Und wir hatten das genau, wir hatten das gestern bei einem Kunden, der dann gesagt hat, naja, wir haben jetzt noch nicht diese Struktur, wo wir alles so abgelegt haben. Wir haben aber viele der Instrumente, viele der Themen haben wir etabliert, aber wir haben zum Beispiel nicht diese Dokumentationsstruktur gerade so schon aufgebaut und da war die klare Aussage, naja, das ist doch jetzt relativ einfach. Wir sammeln jetzt alles, was wir haben, mal zusammen und dann nehmen wir natürlich die Struktur der 56001, weil das dann die Basis ist auch für eine spätere Zertifizierung. Ohne jetzt gleich sagen zu wollen, morgen will ich jetzt zertifizieren, wo ich sage, naja, ich muss jetzt so eine Struktur aufbauen, dann nehme ich doch gleich die von der 56001, sortiere alles dort ein, was ich schon habe. Umso schneller finde ich auch raus, wo ich gegebenenfalls Lücken habe oder umgekehrt auch, wo ich vielleicht Dinge zweifach, dreifach, vierfach tue, weil ich sie einmal so tue, einmal so, einmal so.

Bianca Prommer [00:28:55]:

Und das führt dir doch zu Vorteilen. Also ich möchte jetzt auch noch einmal über den Nutzen so 1, also ja, auch dieser Zertifizierung vielleicht sprechen. Wir haben im ersten Gespräch, wie wir uns das erste Mal online getroffen haben, hast du auch gesagt, in den nächsten Jahren könnte das auch vielleicht eine Anforderung werden, dass das Innovationsmanagement entsprechend zertifiziert ist, beispielsweise Fördergelder zu bekommen oder bei Ausschreibungen mitmachen zu können etc. Magst du da vielleicht auch noch ein bisschen was dazu sagen, auch diesen Nutzen auch noch einmal herauszuarbeiten, sodass es nicht nur ein Nice-to-have ist, sondern vielleicht mal auch, ja, ich würde es jetzt nicht so Must-have, aber vielleicht doch auch wird, ja.

Dennis Böcker [00:29:41]:

Ja, es ist ähnlich, wie man das ja von der ISO 9001 kennt, also vom Qualitätsmanagement, wo es ja zum einen, sag mal, im Kontext der OEMs, zum Beispiel in der Automobilindustrie, aber auch in vielen anderen Industrien, erwartet wird, dass die Lieferanten quasi 9001 zertifiziert sind, Anders wird man kein Geschäft mit einem OEM im Automotive machen können. Und ob das mal genau so dann zum Beispiel auch für das Innovationsmanagement wird, im Kontext von Co-Development, also Co-Innovations-Co-Development-Aktivitäten, ist eine Variante, die durchaus schon in bestimmten Industrien diskutiert wird, weil natürlich, wenn ich effizient meine Mittel einsetzen will für Co-Developments, dann möchte ich natürlich sicherstellen, dass mein Partner dort möglichst effizient auch sein Innovationsmanagement im Griff hat. Und wenn ich da so eine Norm habe, die mir das zumindest weitestgehend sicherstellen kann, wenn ich die erfülle, dann sage ich, ja, dann gehe ich doch darauf zurück. Und das Gleiche gilt auch für Staaten, wo sich das mit Sicherheit auch ergeben wird. Wir kriegen ja relativ viele Fördermittel für Research and Development und auf der europäischen Ebene, aber auch in Ländern außerhalb Europas wird durchaus darüber nachgedacht, gerade ob das Thema Nachweis 1 strukturierten Innovationsmanagements nicht eine Voraussetzung sein sollte für solche Fördermittel. Aktuell gibt es das noch nicht. Man muss aber auch sagen, die Norm ist erst im September 24 veröffentlicht worden und bis dann quasi solche Instrumente auch genutzt und verpflichtend genutzt werden müssen, da braucht es auch Zeit der Anpassung, da braucht es auch, sage ich mal, einen Zeitraum, wo man die Möglichkeit hat, sich darauf einzurichten. Insofern rechne ich jetzt nicht ganz kurzfristig damit, aber wenn man den ersten Schritt, nämlich sein Innovationsmanagementsystem effizienter mit höherer Performance auszustatten, über so eine Struktur schafft, und man das quasi auf dieser Struktur aufbaut, ist der Nebeneffekt, dass man quasi so eine Zertifizierung schon sehr gut vorbereitet hat.

Dennis Böcker [00:31:55]:

Sie ist dann vielleicht noch nicht automatisch gemacht, aber sie ist zumindest schon sehr gut vorbereitet.

Bianca Prommer [00:32:02]:

Das ist auch ein Stichwort, das du mir gibst. Die Zertifizierung ist vorbereitet. Wir sind ja auch noch nicht ganz so weit, muss man ehrlich sagen. Zumindest in Österreich gibt es noch keine Zertifizierungsmöglichkeit. Die wird jetzt aufgrund von Angebot und Nachfrage dann auch angedacht. Wie weit ihr in Deutschland seid, in Schweden sind sie mittlerweile soweit, habe ich auf LinkedIn gelesen. Wir haben jetzt auch wirklich die Möglichkeit, zertifiziert zu werden. Wie weit seid ihr da in Deutschland?

Dennis Böcker [00:32:32]:

Soweit ich weiß, gibt es jetzt die ersten, es gibt ja eben so klassische Zertifizierungsstellen, die eben auch andere Normen wie die 9001 etc. Extern zertifizieren dürfen. Das braucht ja auch einen relativ langen Prozess. Und da gibt es jetzt die ersten, die mit Pilotkunden genau durch so einen Zertifizierungsprozess durchgehen. Das heißt, ich gehe davon aus, dass wir irgendwann im Laufe des Jahres auch hier die ersten Pilotzertifizierung sehen werden tatsächlich. Es ist aber auch so, ich bin im Durchlaufe gerade in der Ausbildung zum Lead Auditor für die ISO 56001. Auch so ein Angebot gibt es in Deutschland, soweit ich weiß, noch nicht. Ich mache das, du hast es vorhin in Schweden erwähnt, ich mache das gerade in Schweden, weil die da schon entsprechend weiter sind.

Dennis Böcker [00:33:19]:

Ja, und ich habe gesagt, ich möchte einfach nicht unbedingt, weil ich jetzt auditieren will, aber weil ich quasi für meine Kunden dann auch entsprechend vorbereitet sein möchte, dass ich die richtigen Fragen stelle, die dir vielleicht ein Auditor später auch mal stellt, sodass man das bei dem Aufbau oder bei dem Umbau 1 Innovationsmanagements entsprechend schon berücksichtigen kann.

Bianca Prommer [00:33:39]:

Ist die wahrscheinlich nicht auf Schwedisch, sondern auf Englisch? Die ist auf Englisch. Okay.

Dennis Böcker [00:33:48]:

Nein, die ist tatsächlich auf Englisch und auch sehr international. Also die die Klasse ist auch sehr international besetzt, weil eben das Angebot tatsächlich noch nicht so flächendeckend vorhanden ist. Die ist auf Englisch und Es wird ja mit Sicherheit ein paar landesspezifische Anforderungen auch geben, die sind damit natürlich nicht abgedeckt. Mir ging es aber, wie gesagt, ja auch nicht darum, jetzt zu auditieren, sondern mir ging es darum, zu wissen, was sind so die kritischen Fragen, die wohl gestellt werden, damit ich die dann entsprechend, wenn ich jetzt beim Kunden bin, mit einfließen lassen kann, sondern kein, darauf musst du jetzt ganz besonders achten an der Stelle. Ja, und es stehen ein paar Hinweise ja drin in der ISO 56001, wenn man dann nach Dokumentationspflichten zum Beispiel sucht, einfach die Normen durchsucht, dann gibt es so ein gutes Dutzend, glaube ich, Stellen, wo steht, das muss dokumentiert sein in der entsprechenden Art und Weise. Und das ist mal so ein erster Indiz dafür, was man auf alle Fälle braucht.

Bianca Prommer [00:34:47]:

Ich möchte so ein bisschen in den Abschluss reingehen. Und zwar nochmal vielleicht so zusammengefasst, du hast gemeint, so ein erster Schritt könnte so ein Assessment sein. Also einfach mal eine Statuserfassung, was habe ich denn schon, worauf können wir aufbauen? Da hast du mir auch im Vorfeld erzählt, da gibt es ja etwas, wo du mit dabei warst in der Entwicklung beziehungsweise in der Anwendung und Umsetzung. Magst du da vielleicht noch ein bisschen was dazu sagen?

Dennis Böcker [00:35:17]:

Das kann ich

Bianca Prommer [00:35:17]:

gerne machen.

Dennis Böcker [00:35:17]:

Wenn ein

Bianca Prommer [00:35:17]:

Unternehmen sagt, ich möchte dieses Assessment machen, wie schaut das aus?

Dennis Böcker [00:35:23]:

Ja, also es gibt in Hannover die Notonic GmbH, die hat zusammen mit der Hochschule Hannover ein Assessment entwickelt und zwar basierend auf der 56002. Das ist auch schon relativ lange unterwegs, das waren am Anfang knapp 300 Fragen, die man basierend auf der 56002 entwickelt hat, und man hat die dann in Iterationsstufen immer weiter reduziert, quasi die Fragen rauszukristallisieren, die eine Signifikanz haben für, wo stehe ich denn, also wie ist mein Reifegrad. Und dieser Reifegrad, dieses Reifegrad Assessment hat jetzt 64 Fragen aktuell, Und das, was wir da machen, das ist eben unabhängig. Die Infoinc macht keine Beratung, sondern die machen halt wirklich dieses Assessment und stellen dann ein Ergebnis zur Verfügung mit einem Benchmark gegenüber anderen, quasi die das auch schon gemacht haben, sodass man auch ein bisschen ein Gefühl hat, ist das jetzt gut oder ist das nicht so gut, was ich jetzt hier so an Ergebnissen liefere. Und was ich mit den Ergebnissen dann mache, ist in der Regel, dass ich dann mit einem Kunden in so einen initialen Workshop gehe, wo man dann zum einen mal die Inhalte der 56001 sich anschaut und sagt, was verbirgt sich jetzt dann hinter Betrieb und Führung alles eigentlich, und auf der anderen Seite dann die Assessment-Ergebnisse dagegen legt und dann sagt, so, wo sind denn hier eigentlich Themen, wo wir mal ran müssen, wo wir vielleicht nichts haben oder wo das, was wir haben, vielleicht nicht ausreichend ist. Und das ist dieser, dieser Workshop ist eigentlich immer sehr erhellend, weil danach eigentlich ein sehr guter Status quo da ist und dann die Organisation sagen kann, so jetzt haben wir mal grob definiert, was ist eigentlich ein Aufgabenspektrum, und dann können die sich wieder zurückziehen und sagen, daran arbeiten wir jetzt, und wenn sie an Teilen dieser Struktur irgendwo Unterstützung brauchen, dann können Sie sich die Art entsprechend holen. Aber Sie haben dann einen guten Arbeitsstartpunkt, da zu sagen, jetzt weiß ich zumindest, in welcher Priorität ich jetzt an welchen Themen mal arbeiten muss.

Bianca Prommer [00:37:26]:

Also schon, also ich finde es großartig. Also zuerst so dieses Assessment, dann gibt es mal einen Startworkshop. Das ist ja auch was, wo man sagt, das kann ich ja mal tun, ohne dass da schon ganz viele Ressourcen, Budget, Investitionen reingehen. Und dann kann ich mich ja noch immer entscheiden, wie gehe ich weiter, gehe ich überhaupt weiter, wohin geht die Reise auch mit der Zertifizierung vielleicht. Das finde ich eigentlich immer so einen niederschwelligen Einstieg in

Dennis Böcker [00:37:51]:

diese Innovation. Genau. Ich kann ja dann auch sehr punktuell sagen, oh, meine Metriken, wieder auf deinen Podcast nochmal zurückzukommen, sind wirklich nicht, also da haben wir wirklich Bedarf, haben wir jetzt festgestellt, wir haben es ja welche, aber das ist vielleicht nicht das, was wir brauchen. Und dann zu sagen, ja, das kommt jetzt aus dem Assessment gerade nochmal raus und dann gucke ich mal, wo kriege ich denn da einfach gute Informationen über das vielleicht auch hinaus, was in der Norm steht. Du hast ja das Stockholm-Protokoll und andere Dinge erwähnt. Dann kann ich mir da Hilfe suchen und gucke vielleicht nur explizit mal dieses Thema an und versuche, da mal besser zu werden. Und schon bin ich in diesem klassischen PDCA-Zyklus drin, bin in der Verbesserung drin. Wenn ich das gemacht habe und stelle dann fest, ja guck mal, aber da könnte ich jetzt auch nochmal hingucken, dann habe ich diese Struktur immer und kann mich Punkt für Punkt, und das kann ich sehr massiv tun, indem ich da jetzt wirklich viel Kapazität draufgebe und sage, ich will das jetzt innerhalb der nächsten, keine Ahnung, 6 Monate, will ich das alles bereinigt haben.

Dennis Böcker [00:38:50]:

Oder ich sage, nee, ich mache das jetzt in so einem kontinuierlichen Prozess. Kein ein Unternehmen, die sind da jetzt seit 2 Jahren, die haben das angefangen auf Basis der 56002 und die machen das sehr systematisch, sehr strukturiert, aber jetzt auch nicht mit irgendeiner Hetze, sondern die machen das wirklich 1 nach dem anderen. Und wenn sie 1 etabliert haben, dann wenden sie sich dem nächsten Thema zu und gehen Schritt für Schritt einfach durch.

Bianca Prommer [00:39:11]:

Das finde ich einen schönen Ansatz. Vielleicht so abschließend. Was möchtest du jetzt vielleicht den Hörerinnen und Hörern noch so abschließend mitgeben?

Dennis Böcker [00:39:25]:

Also für mich ist ganz wichtig, wir wollen ja mit Innovation Wert erzeugen und wir wollen es möglichst effizient tun. Und ich finde, dafür ist es wichtig, gerade auch, weil wir, und das haben wir noch gar nicht betrachtet, wir immer stärker in so Netzwerken und Ökosystemen zusammenarbeiten. Von daher glaube ich, ist es wahnsinnig wichtig, gerade im Innovationskontext, dass wir eine gemeinsame Sprache haben. Die ISO liefert diese gemeinsame Sprache und sie hilft uns dabei, unsere Ressourcen effizienter einzusetzen, was, glaube ich, aktuell wahnsinnig wichtig ist. Und mehr Output, mehr Outcome, mehr Impact zu erzeugen. Und auch das haben wir gerade zwingend und dringend nötig. Von daher kann ich nur jedem ans Herz legen, sich mal mit dieser Norm zu beschäftigen, vielleicht wirklich mal so ein Assessment zu machen, zu sehen, wo stehe ich eigentlich, Dann vielleicht darüber mal zu schlafen und dann sich zu überlegen, was will ich dann tun. Aber allein die Beschäftigung sorgt schon dafür, dass wir eher eine gemeinsame Sprache sprechen.

Dennis Böcker [00:40:24]:

Und ich glaube, das ist gerade im Innovationsmanagement ganz wichtig, weil selbst innerhalb von Unternehmen, wenn man mal fragt, was ist für euch Innovation und lässt 10 Leute aufschreiben, was für sie Innovation ist, kriegt man garantiert 10 verschiedene Definitionen. Und das ist nicht hilfreich, wenn man ein gutes Ergebnis erreichen will.

Bianca Prommer [00:40:40]:

Genau so ist es, erlebe ich auch regelmäßig. Dennis, wenn es jemand sagt, da möchte ich mehr wissen, da will ich starten, da will ich mich mit dir austauschen. Wie und wo können unsere Zuhörerinnen und Zuhörer das tun, mit dir in den Austausch zu gehen?

Dennis Böcker [00:40:58]:

Also das Einfachste ist mit Sicherheit mich über LinkedIn zu finden. Ich denke, das ist wirklich die einfachste Art der Kontaktaufnahme. Eine weitere Möglichkeit ist, auch auf meine Webseite zu gehen. Da findet man auch alle Kontaktdaten und da findet man auch so die Ansätze. Da findet man auch relativ viele Inhalte, die ich schon veröffentlicht habe zum Thema. Also kann man nochmal so ein bisschen in Deep Dive gehen. Verschiedene Artikel, verschiedene Blogs zum Thema Innovationsmanagementsystem. Das wären so die beiden einfachsten Wege, glaube ich, in Kontakt zu treten.

Dennis Böcker [00:41:29]:

LinkedIn mit Sicherheit am einfachsten.

Bianca Prommer [00:41:31]:

Das werden wir auf jeden Fall auch in die Schonutz packen, dass der Weg so einfach wie möglich ist zu dir. Dennis, vielen, vielen Dank, dass du heute im Podcast warst, uns da so einen spannenden Überblick auch zu geben über die ISO 56001, was so dahinter steckt, was da überhaupt dahinter liegt, was der Nutzen ist. Danke, dass du heute da warst.

Dennis Böcker [00:41:52]:

Ja, vielen Dank, dass ich hier sein durfte und über dieses Thema reden durfte, weil das, was du am Anfang gesagt hast, ist wirklich wichtig. Wir müssen da viel stärker die Werbetrommel für rühren, weil es wirklich einen positiven Impact haben kann, wenn wir da stärker in die Umsetzung kommen. Und von daher freue ich mich, dass ich diese Plattform mit dir zusammen hier nutzen kann. Ich freue mich auch sehr, dass wir mit Österreich und Deutschland jetzt gemeinsam auch an diesen Themen noch stärker arbeiten wollen und da auch unseren Einfluss, Geld machen wollen, das Thema stärker voranzutreiben.

Bianca Prommer [00:42:25]:

Vielen, vielen Dank dir. Danke dir und tschüss.

Dennis Böcker [00:42:29]:

Vielen Dank. Tschüss.

Bianca Prommer [00:42:33]:

Das war es auch wieder mit der Folge Innovation einfach machen. Wenn du Support in deinem Innovationssystem brauchst, dann lass uns gerne reden. Buche dir einen unverbindlichen Termin zu einem Erstgespräch. Den Link findest du direkt in den Journals. Nächste Woche stelle ich dir die 4th Innovationsmethode vor. Das ist ein ganz dritter Innovationsansatz, vom ersten Impuls, ich möchte Innovation entwickeln, hin zu 5 Business Cases zu gelangen. Also wir hören uns beim nächsten Mal wieder, wenn es heißt, fourth Innovationsmethod. Ciao, ciao.

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Innovation einfach machen.By Bianca Prommer