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Der dritte jüdisch-römische Krieg von 132 bis 136 war der letzte bewaffnete Versuch, das römische Joch abzuschütteln. Ihren Anführer nannten die Juden »Sohn des Sterns« (Bar Kochba). Er starb als Prinz von Israel.
Als der frischgebackene Kaiser Hadrian die Provinz Judäa besucht, eilt ihm zunächst ein guter Ruf voraus. Er hat die von Trajan im Kriegszustand zurückgelassenen Gebiete befriedet, gilt allgemein als belesen und friedfertig. Und so kehren viele Juden aus der Diaspora wieder heim, man beginnt sogar fröhlich mit Plänen für einen Wiederaufbau des Tempels.
Doch der Schein trügt und Hadrian erfährt einen Sinneswandel. Er verbietet die Beschneidung und baut Jerusalem wieder auf, doch er errichtet auf dem Tempelberg einen Jupiter-Tempel und benennt die Stadt in »Aelia Capitolina« um. Als wäre das noch nicht Demütigung genug, verbietet er den Juden sogar, sie zu betreten. Nur einmal im Jahr dürfen sie noch in ihre heilige Stadt, am Jahrestag der Zerstörung des Tempels, dem 9. Av, um darüber zu weinen.
Und so bereiten sich die Juden neuerlich auf einen Aufstand vor. Heimlich sammeln sie Waffen und Geld und errichten Befestigungsanlagen. Als Hadrian die Region verlässt, erheben sie sich.
Ihr Anführer gibt dem nun folgenden Krieg seinen Namen. Er heißt Shimon bar Kosiba, wohl nach seinem Geburtsort, es könnte aber auch ein Vatername sein. Der sagenumwobene und hochgeehrte Rabbi Akiva sagt öffentlich: »Dies ist der König und Messias von Israel«, und so bekommt Simon den Beinamen »Sohn des Sterns«, in der Landessprache »Bar Kochba«.
Mit seinen 200.000 Gefolgsleuten gewinnt er Schlacht um Schlacht. Verblüffend schnell erobert er Judäa zurück, bald kontrollieren die Juden fast das gesamte Gebiet einschließlich Galiläa und Samaria bis hin zum Meer, nur Jerusalem nehmen sie nicht ein. Münzen, die Simon Bar Kochba während seines Kampfes prägen lässt, tragen die Aufschrift »Simon, Prinz von Israel« und erstes bzw. zweites »Jahr der Freiheit Israels«.
Im dritten Jahr treibt der römische Feldherr Julius Severus das jüdische Heer immer weiter zurück und schließlich fällt Simon bar Kochba in seinem Hauptquartier in Betar. In Israel und für das jüdische Volk ist Simon bar Kochba ein Held für alle Zeiten, es gibt Kinderlieder über ihn, Musicals und Theaterstücke, Statuen und Bildnisse. Er hat im Leben verloren, aber im Tod Unsterblichkeit gewonnen. Nicht zuletzt in Ehrerbietung und Erinnerung an ihn heißt das Land heute wieder Israel.
Eine Produktion von Mena-Watch. Der unabhängige Nahost-Thinktank veröffentlicht täglich Nachrichten sowie Analysen und Kommentare renommierter Experten und Autoren zu aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten und Nordafrika. Ein Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die inhaltliche Substanz und Faktentreue jeder einzelnen Veröffentlichung. Mehr dazu auf mena-watch.com.
In der Provinz Judäa hat es seit der Zerstörung des Tempels keinen Frieden gegeben. Als Jude wurde man öffentlich gedemütigt, Jude zu sein war aufgrund der enormen Judensteuer teuer und konnte durchaus gefährlich werden. Als die Judenchristen entschieden, auf die Beschneidung zu verzichten, grenzten die Jüdischen Weisen in Jabne den alten Glauben noch strikter gegen die neuen messianischen Strömungen ab, es kam endgültig zum Schisma.
Das Christentum wurde eine eigene Religion, und es zog alle an, die vorher zu den Judensympathisanten zählten, und viele neue. Denn die Christen hatten ähnlich menschenfreundliche Vorgaben, aber Judensteuern wurden von ihnen eben nicht eingehoben. Und so begann der Aufstieg des Christentums.
Das Leben als Jude hingegen wurde immer unerträglicher. Und so verteilten sich Juden über die ganze bekannte Welt. Die über 4 Millionen Juden entsprachen zu jener Zeit mindestens 1,5 Prozent der damaligen Weltbevölkerung. Heute gibt es rund 12 Millionen Juden, sie machen aber nur noch 0,2 Prozent der Weltbevölkerung aus.
Der erste Jüdische Krieg hatte hunderttausende jüdische Leben gekostet, Jerusalem und andere Städte vollständig zerstört. Und doch wurden sie von den übrig gebliebenen Juden in kürzester Zeit wieder aufgebaut, das Land wurde urbar und vor allem jüdisch gemacht. Das war nicht gern gesehen: Die Drangsalierungen nahmen zu, es kam zu Pogromen.
Die Folge waren neue Aufstände gegen die römischen Herren, die in den zweiten jüdischen Krieg mündeten, der in den zwei Jahren seiner Dauer wieder hunderttausende Menschenleben kostete. Er wird heute in den Büchern »Kitos Krieg« genannt, und er verschmilzt in der Erinnerung mit dem dritten jüdischen Krieg, dem sogenannten »Bar Kochba Aufstand«, denn er erlosch nie ganz.
Zu jener Zeit wird Hadrian Kaiser im Römischen Reich. Er reist nach Judäa und beschert unserem Gebiet eine Veränderung, die bis heute das Bild vieler von dieser Region prägt. Dazu mehr in der nächsten Folge.
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Der heilige Tempel ist zerstört, hunderttausende Juden sind gestorben, Jerusalem ist dem Erdboden gleichgemacht. Doch dieses Ende ist ein neuer Anfang.
Die Zeit nach der Zerstörung des Tempels bis zum Bar-Kochba Aufstand mehr als 60 Jahre später, nennt man die Jabne Periode. Denn dort, in der Stadt Jabne, die heute im Speckgürtel von Tel Aviv liegt, findet die Hauptarbeit einer verblüffenden Wiederfindung und zugleich Erneuerung des Judentums statt.
Nach dem verlorenen Krieg versammeln sich dort die übriggebliebenen israelitischen Weisen unter Jochanan ben Zakkai, um über die Lage des Jüdischen Volks zu beraten. Es sind vor allem einfache Leute mit einem Brotberuf, die es sich zur Aufgabe machen, alle Juden zu überzeugen, dass das Ende des Tempels nicht das Ende des Jüdischen Volks sein darf, weil man auch ohne Tempeldienste Sühne und Glaubensarbeit leisten kann.
Ben Zakkai, und etwas später der ebenso berühmte Rabban Gamaliel, schaffen es, Jabne zum führenden intellektuellen und religiösen Zentrum der jüdischen Welt zu machen, in dem der Glaube und damit das ganze Judentum, dessen Gesetze und Gebote ebenso wie die religiöse Praxis, auf neue Beine gestellt werden. Ein wichtiger Teil des Talmud entsteht.
Die Weisen von Jabne erkennen keine Vorrechte von Klassen, Gruppen, Reichtum, Herkunft oder sonstigem persönlichem Status mehr an. Alle Menschen sind gleich an Wert und daher auch gleich vor dem Gesetz. Und man stellt das Leben vor den Glauben, indem man postuliert, dass man als Jude ein Gesetz der Thora übertreten darf, wenn dies einem selbst oder einem Mitmenschen das Leben retten kann.
Tausende Debatten um die Halacha, die gesetzestreue Religionsausübung, werden geführt und Namen wie das Haus Hillel, Rabbi Akiba, die Schammai-Schule, Rabbi Jehuda ha Nasi sind bis heute bekannt und bedeutend. Und immer mehr Synagogen entstehen: eigenständige Versammlungs-, Bet- und Lehrhäuser, die von jeweils eigenen Vordenkern und Weisen geführt werden.
Heute weiß man, dass Jabne zwar das Zentrum der geistigen Erneuerung war, dass dieser Prozess jedoch nicht, wie man bis ins 20. Jahrhundert hinein annahm, innerhalb einer Synode und in relativ kurzer Zeit entstand, sondern ein Zusammenwirken von Diskussionen war, das weit über hundert Jahre und dauerte und Juden weltweit mit einbezogen hat.
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Die römischen Statthalter bereichern sich an den Juden, unterstützen die hellenisierten Freunde der Römer schaffen eine klare Zweiklassen-Gesellschaft zum Nachteil der Juden. Sie pressen Land und die Leute aus wie eine Zitrone. Ein permanenter Aufstand entflammt, der im sogenannten »Jüdischen Krieg« gegen Rom mündet.
Im Frühling des Jahres 70 steht Vespasian vor Jerusalem. Mit einem gut 60.000 Mann starken und perfekt im Kriegshandwerk ausgebildeten Heer tritt er an gegen etwas über 40.000 Juden, die sich aus Priestern, Handwerkern, Bauern und Jugendlichen rekrutieren. Vespasian macht Jerusalem platt, den Tempel, alles. Vespasian ist der Mörder der Judenheit, der Mörder des jüdischen Landes, der Zerstörer des heiligen Tempels – und er ist der Wegbereiter dafür, dass das gesamte Gebiet ab diesem Moment (und mit den Jahren immer mehr) den Juden abgesprochen werden wird. Bis heute.
Die Zerstörung des Tempels und die Niederschlagung des Jüdischen Aufbegehrens gegen die Fremdherrschaft sind nicht nur ein enorm tiefer Einschnitt – es ist auch eine Art Schlusspunkt der jüdischen Religion. Denn der Tempel – das zentrale und wichtigste Heiligtum, um das sich alle Gesetzgebung und alle Opfergaben und aller Glaube und natürlich auch alle Priester rankten, war unwiederbringlich verloren.
Aber wenn es ein Schlusspunkt der Religion war, wie kann es dann sein, dass es heute noch Juden gibt? Gute Frage. Die Antwort kommt in der nächsten Folge – und die ist dann eben nach diesem Ende des ersten Teils unserer Erzählung: ein neuer Anfang.
Damit geht dieser Podcast in eine Sommerpause. Die nächste Folge erscheint am 30. September. Bleiben Sie uns gewogen!
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Herodes‘ Herrschaft endet in einem Blutrausch, und nach seinem Tod wird es nicht friedlicher. Das Jüdische Kerngebiet wird zu einer Provinz Roms, mit allen Abhängigkeiten, die das mit sich führt. Ihr Name: Provinz Iudaea (Judäa). Jerusalem, Jericho, die wichtige Hafenstadt Caesarea, alles untersteht jetzt ohne einen königlichen – nennen wir es: Zwischenhändler – direkt einem römischen Statthalter. Zur Hauptstadt wird jetzt Caesarea, die von Herodes erbaute Stadt mit ihrem großen Mittelmeerhafen.
Jesus Christus wird ziemlich genau zu der Zeit geboren, als Herodes stirbt. Wer damals »Prophet« genannt wurde, würde heute vielleicht als Kabarettist, Philosoph oder Journalist bezeichnet, jedenfalls als jemand, der die politischen und sozialen Prozesse seiner Zeit analysiert und zu beeinflussen sucht. Die frühen Propheten waren Prediger und Vordenker, und einer von ihnen war ein Jude namens Jesus, der überzeugt davon schien, mit der Abkehr vom Besitzstreben und Rückkehr zu den geistigen Wurzeln des Judentums würde die Zeit weniger bedrohlich und verwirrend wirken.
Am Beginn war das Christentum eine von vielen jüdischen messianischen Sekten. Zu der Zeit, in der Jesus lebte, gab es wichtigere Geschehnisse im Heiligen Land. Der vielleicht wichtigste Schritt zur Weltreligion kam im Christentum erst etliche Jahre nach Jesus Tod: als man nicht mehr zum Judentum übertreten musste und sogar auf die Beschneidung verzichtete, wuchs die Gruppe das erste Mal exponentiell.
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In Rom herrscht Kaiser Augustus, the man formerly known as Octavian. Herodes baut Handelszentren wie Caesarea und verhilft kleinen Dörfern mit Erweiterung, Umbenennung und klug geplantem Ausbau zu großem und jahrhundertelangem Ruhm, er baut er etliche Festungen, zwei wichtige Aquädukte und vor allem: Er erweitert den Tempel zu Jerusalem enorm – die Westmauer (oft »Klagemauer« genannt), die heute noch steht und an der gebetet wird, zeigt Reste des Herodianischen Tempelausbaus. Ihre wahre Größe kann man erahnen, wenn man weiß, dass man heute nur ungefähr ein Drittel von ihr sieht.
Im Jahr 31 v.d.Z. hat Herodes eine absolut unbezwingbare Stellung erreicht, nicht nur im jüdischen Land, sondern auch in Rom. Er hält sich mit Despotie und Klugheit an der Macht, und weil er hellenistische Beamte an die wichtigsten Schaltstellen seines Reichs gesetzt und jeden Aufstandsversuch sofort und kompromisslos mit äußerster Brutalität niedergeschlagen hatte. Er ist ruchlos und brutal aber auch brillant und visionär – und er wird zunehmend paranoid.
Heute nimmt man an, dass er an einer seltenen Nierenkrankheit litt, die auch zu psychischen Reaktionen führt, und damit seine grausamen Morde miterklären könnten. Sein eigener Tod war allerdings ebenfalls so grausam, als hätte Gott zur Strafe sein gesamtes Leben in nur einige Wochen gepresst. Als er Anfang März des Jahres 4 v.d.Z. starb, waren die Juden in seinem Reich erleichtert: Diesen Herrscher hatten sie 41 Jahre lang aus tiefstem Herzen gehasst.
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Zur Erinnerung: Die Söhne des Antipater, Phasael und Herodes, hatten von Rom Judea und Galilea untertan bekommen, der Makkabäer-Enkel Hyrkan war immer noch Hohepriester. Im Jahr 42 v.d.Z. bestätigt Marcus Antonius Herodes, Hyrkan und Phasael in ihren Ämtern und gibt auch noch einem dritten Sohn des Antipater, einem gewissen Pheroaras, eine Region im späteren Jordanien zur Herrschaft. Dieses schicksalsträchtige Jahr gilt zwar als Beginn der Herodischen Herrschaft über das spätere Israel, bis Herodes aber wirklich »König über Israel« wird, statt nur Tetrarch in Galiläa, vergehen noch Jahre.
Der Makkabäer-Nachkomme Antigonos, Sohn von Hyrkans neidischem Bruder Aristobul und somit Hyrkans Neffe, gelangt an die Macht, als die Parther Judäa samt der Hauptstadt Jerusalem erobern. Er nennt sich König und lässt Hyrkan, Phasael und Herodes festsetzen. Phasael stirbt, Hyrkan wird kaltgestellt, aber Herodes kann fliehen. Er schlägt sich nach Rom durch, bittet um Hilfe, und tatsächlich kürt ihn Rom zum König über das gesamte Gebiet, das zu diesem Zeitpunkt gar nicht in römischer Hand ist. Bis der neue König die Macht über »sein« Reich erringt, vergehen drei kriegerische Jahre.
Herodes ist seit über hundert Jahren der erste König, der keinerlei hasmonäische (und schon gar keine davidische) Legitimation vorweisen kann. Die jüdische Mehrheit im Land will den gnädig von Rom abgestellten »halbarabischen idumäischen Juden« nicht akzeptieren. Herodes sichert seine Macht durch Unterdrückung und eine geschickte Heiratspoilitk. Er wird zehn Ehefrauen und mindestens 15 Kinder haben.
Herodes herrschte wie alle in dieser Zeit brutal, kümmerte sich aber auch um das Wohlergehen seiner Bürger. Die Fehler, für die man ihn bis heute überall kennt, beging er erst gegen Ende seiner Herrschaft. Sie sind das Thema der nächsten Folge.
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Das Jüdische Königreich schrumpft zu einem römischen Autonomiegebiet – ironischerweise deckt sich dieses verbliebene Kernland namens Judea weithin mit jenem Autonomiegebiet, das heute, ein paar tausend Jahre später, Westjordanland heißt und angeblich immer arabisch war.
Judea gerät in die Wirren des Römischen Bürgerkriegs. Cäsar bekommt den Kopf des Pompeius serviert und erholt sich von siegreich gefochtenen Schlachten im Bett Cleopatras der Siebten. Nicht allzu lange, nach seiner Ermordung nimmt Marcus Antonius seinen Platz ein, im Osten des Römischen Reichs und in Cleopatras Bett.
Der unbeliebte, gleichwohl mächtige Antipater führt Judea geschickt durch die Wirren der Zeit, sodass deren Verwerfungen nur abgemildert spürbar werden. Er plant, intrigiert und argumentiert, und ist gegenüber den jeweiligen Herrschern in Rom genauso loyal wie zum Hasmonäer Hyrkan, der nicht mehr König von Judea ist, sondern nur noch Hohepriester und Ethnarch, also subalterner Fürst und Statthalter Roms. Er ist der einzige bedeutende Politiker dieser Zeit, der sie relativ unbeschadet übersteht – bis zu seiner Ermordung im Jahre 42 v.d.Z.
Zuvor hatte Antipater seine beiden Söhne in Stellung gebracht. Den älteren als Heerführer in Judea, und den jüngeren, der als schön, blitzgescheit und belesen, aber auch als hochgradig grausam beschrieben wird, als Statthalter in Galiläa. Sein Name: Herodes.
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Auch dieser Folge wohnt ein Hauch einer Game of Thrones-Vorlage inne. Kriege und Intrigen gibt es jedenfalls genug.
Salome Alexandra stirbt und ihr Sohn Johannes Hyrkan der Zweite wird Hohepriester. Das ist der Auftakt zum Hasmonäischen Bruderkrieg zwischen Hyrkan und dessen jüngeren Bruder Aristobulus, mit wechselnden Allianzen und Verbündeten.
In Rom herrscht zu dieser Zeit das Triumvirat aus Julius Caesar, Crassus und Pompeius. Letzter breitet sich im Gebiet unseres Interesses aus. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, und das ist in diesem Fall Pompeius. Er sollte am Ende als eigentlicher Sieger aus dem Bruderkrieg hervorgehen. Der Kampf um den Tempelberg dauert drei Monate und kostet um die zwölftausend Juden das Leben. Hyrkan wird Herrscher von Roms Gnaden und besiegelt damit das Ende der Dynastie der Hasmonäer. Danach wird Rom über Jahrhunderte über Judea herrschen.
Ein anderer Sieger des Hasmonäischen Bruderkriegs war ein jüdischer Meister der Diplomatie. Er sollte als einziger Politiker der Levante alle Regimewechsel im Römischen Reich gesund überstehen. Stets dem jeweiligen Herrscher treu zu Diensten, verstand er es, sich auch beim jeweiligen Nachfolger unentbehrlich zu machen und im Hintergrund die Fäden zu ziehen. Antipatros (oder Antipater) war der Richelieu des Altertums.
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Mattatias aus dem Hause Hasmonäus und seine fünf Söhne hatten gegen die Herrschaft der Seleukiden ein eigenständiges Judea erkämpft. Bis auf den letzten Sohn, Schimon, waren alle im Kampf gefallen. Nach 25 Jahren Kampf konnte Schimon ein neues jüdisches Reich auf dem Boden der alten Königreiche Juda und Israel gründen.
Die Dynastie der Hasmonäer bleibt auch nach dessen Tod an der Macht. Doch folgen wilde Jahre, geprägt von Kriegen und Machtkämpfen. Es gibt Mord und Totschlag, selbst innerhalb der eigenen Familie. Doch am Ende obsiegt ein kluger Herrscher: Unter Johannes Hyrkan, (manchmal auch: Jochanan Hyrkanäus), breitet sich das Königreich Judea aus, und mit den Jahren reicht es tief in die die ägyptische Halbinsel hinein und umfasst fast das ganze Gebiet des heutigen Israel samt der umstrittenen Gebiete und Teilen des heutigen Jordaniens auf der anderen Seite des Jordanflusses. Seine Nachfolger weiten Judea nach Norden um Gebiete am See Genezareth und andere Regionen aus. Am Ende ist das Königreich fast völlig deckungsgleich mit dem Gebiet, in dem Archäologen die zwölf Jüdischen Stämme der Bronzezeit ansiedeln.
Jede Dynastie geht irgendwann zu Ende. Und schließlich ist es ein Bruderkrieg, der Judeas Abstieg von einem Königreich zu einer römischen Provinz einleitet. Danach wird keiner der folgenden fünf Herrscher aus dem Haus der Hasmonäer mehr eines natürlichen Todes sterben.
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