Du kennst dieses Ziehen im Herzen, wenn die Welt ruft? Genau damit beginnt Leonhards Geschichte. Er hat seinen Rucksack gepackt, alles Unnötige zurückgelassen und ist losgegangen – zu Fuß, per Anhalter, auf dem Wasser, unter freiem Himmel. Nicht für Fotos, nicht für Likes, sondern weil Unterwegssein für ihn Heilung ist. Diese Reise ist sein Weg zurück zu sich selbst. In dieser ersten Talkshow-Folge sprechen wir darüber, wie es sich anfühlt, wirklich loszulassen – und warum das Gehen manchmal die ehrlichste Form von Therapie ist.
Leonhard nimmt dich sofort mit auf See: Ein Kapitän, ein Segelkatamaran, die Überfahrt nach Marokko. Sturm in der Nacht, Regen, dann wieder strahlender Sonnenschein. Delfine springen neben dem Bug, Sonnenauf- und -untergänge, die die Zeit anhalten. Keine Romantisierung: Schlafmangel, Verantwortung, volle Konzentration, wenn es ernst wird. Denn Segeln ist beides – 95 % Gelassenheit, 5 % absoluter Fokus. Und genau in diesen 5 % lernst du, wer du bist.
Er erzählt von seiner alten Liebe zur Seefahrt: ein halbes Jahr als Matrose in Holland, Schulklassen anleiten, Manöver fahren, Verantwortung übernehmen. Kein Abenteuerspielplatz, sondern echtes Handwerk – mit Disziplin, Teamgeist und Respekt vor den Elementen. Und genau das spürt man noch heute in ihm: die innere Ruhe eines Menschen, der weiß, was er tut, wenn es darauf ankommt.
An Land schläft er unter einem Tarp, kocht auf einem Hobo-Ofen, lebt leicht. Kein Übermaß, kein Ballast. Ein dünnes Stück Kunststoff als Dach, die Sterne als Decke. Er kauft, was er braucht – und findet, was die Natur gibt: Früchte, Nüsse, Orangen, Granatäpfel. Das Budget ist klein, der Wille groß. Arbeit wird gesucht, wenn es nötig ist. Freiheit bedeutet hier nicht „Alles haben", sondern „Weniger brauchen".
Und dann das Gehen. Kilometer um Kilometer. Von Algeciras bis fast nach Granada – mehr als 300 Kilometer in knapp drei Wochen. Wer zu Fuß geht, verändert sein Denken. Der Lärm wird leiser, der Blick wird klarer. Der Körper wird zum Taktgeber, der Atem zur Meditation. „Alles verlangsamt sich", sagt Leonhard, „und plötzlich fühlt sich das Richtige wieder richtig an." Diese Sätze bleiben hängen. Weil sie etwas anrühren, das wir alle kennen und viel zu oft übertönen.
Sicherheit? Ja – aber nicht als Ausrede. Es gibt Regeln, es gibt Karabiner und Gurte, und manchmal gibt es eben kaltes Essen, weil Kochen an Deck zu gefährlich wäre. Dafür gibt es andere Momente, in denen man einfach nur das Meer atmet und spürt, dass leben genau jetzt stattfindet. Kein Reset, kein zweites Leben. Du triffst die Entscheidung – und du trägst sie.
Diese Folge ist kein Reiseblog. Es ist ein Gespräch über Mut, Einfachheit und Präsenz. Über das, was übrig bleibt, wenn du Komfort abstreifst und dich wirklich bewegst. Leonhard ist kein Held, der sich inszeniert. Er ist ein Suchender, der das Ehrliche bevorzugt: den nächsten Schritt. Und genau das macht seine Geschichte so kraftvoll.
Vielleicht spürst du während des Hörens, wie etwas in dir aufatmet. Weil der Gedanke „Es geht auch leichter" wieder Raum bekommt. Weil du dich erinnerst, dass du nicht warten musst, bis alles perfekt ist. Du kannst beginnen – mit dem, was du hast. Heute. Ein Rucksack kann eine Entscheidung sein. Ein Tarp kann eine Freiheit sein. Ein Fußmarsch kann ein neues Denken sein.
Am Ende dieser ersten Etappe bleibt ein offenes Versprechen. Denn Leonhards Reise hat noch eine tiefere Bedeutung: Er geht nicht nur um der Wege willen. Er geht, weil Gehen heilt. Was das konkret heißt – und wofür er diese Weltreise wirklich braucht –, darüber sprechen wir im zweiten Teil. Und vielleicht ist genau dieser nächste Teil der Moment, an dem du beginnst, deinen eigenen Schritt zu setzen.
Shownotes
Die Bücher, die dir Leonhard empfiehlt:
-
Mit 50 Euro um die Welt
Wie ich mit wenig in der Tasche loszog und als reicher Mensch zurückkam
von Christopher Schacht
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Die geilste Lücke im Lebenslauf
6 Jahre Weltreisen
von Nick Martin
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Digitaler Minimalismus
Besser Leben mit weniger Technologie
von Cal Newport
Outro & Abschlussblock
Zum Schluss noch eine Bitte an dich: Hat dir diese Folge gefallen, dann teile sie doch gerne mit jemandem, der seinen Lebenstraum auch leben möchte – und hinterlass mir eine kurze Rückmeldung. Dein Feedback wird in die nächsten Episoden einfließen.
Denk immer daran: Dein Leben hat keinen Reset-Button. Jetzt ist der richtige Moment, um anzufangen.
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Denn du weißt ja: „Wer nicht weiß, wo er hin will, weiß nicht, wo er landet."
Setz dir also dein Ziel und starte jetzt – nicht irgendwann.