In Deutschland erleben deutlich mehr Menschen Gewalt als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Dunkelfeldstudie, die das Familien- und Innenministerium sowie das Bundeskriminalamt gestern vorgestellt haben. Ein Fokus der Erhebung lag auf Gewalt in (Ex-)Partnerschaften: Fast die Hälfte aller Frauen ist mindestens einmal im Leben von psychischer Gewalt betroffen, bei Männern sind es 40 Prozent. Körperliche Gewalt erfahren 18 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer. Angezeigt werden allerdings nur weniger als drei Prozent der Taten. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig sieht es nun als eine Aufgabe der Politik an, die Gewalt zurückzudrängen. Sozialverbände forderten einen wirksamen Schutz der Betroffenen. Auch sei der Bedarf an Beratung und Prävention "weitaus größer als bislang angenommen".
Unsere Frage des Tages lautet: Kann unsere Gesellschaft das Gewaltproblem in den Griff bekommen? Es antwortet Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie bei der Bertelsmannstiftung.