In der Verbindung von Private Equity und Familienunternehmen liegt erhebliches Wertschöpfungspotenzial – doch was macht diese Transaktionen tatsächlich erfolgreich?
In der 42. Episode des Kick-off Call by ROHDE BAIER Rechtsanwälte analysieren wir auf Basis aktueller Forschungsdaten, warum der Kaufpreis allein kein hinreichendes Kriterium ist und welche Faktoren für Familienunternehmer bei der Wahl des richtigen Partners entscheidend sind.
Gesprächspartner von Gründungspartner Dr. Johannes Baier ist Oskar Volkland, seit 2019 Partner bei Astorius Consult GmbH und verantwortlich für die Betreuung von Investoren und Interessenten der ACF Fonds.
Empirische Grundlage: Was die Daten zeigen
PE-gehaltene Unternehmen weisen europaweit ein jährliches Beschäftigungswachstum von rund 5 % auf – gegenüber unter 1 % im übrigen Wirtschaftsumfeld. Hinzu kommen ein Umsatzwachstum von 3–5 % sowie eine vergleichbare Margenverbesserung gegenüber Nicht-PE-Assets. Zahlen, die das verbreitete Narrativ über Private Equity grundlegend in Frage stellen.
Neue Forschung: Die Transaktionspräferenzen von Familienunternehmern
Ausgangspunkt ist eine aktuelle Studie auf Basis von über 600 europäischen Buyout-Transaktionen, die untersucht, wie sich Familienunternehmen im Verkaufsprozess verhalten – und warum sie sich häufig gegen klassische Auktionsverfahren und für exklusive Verhandlungen entscheiden. Familienunternehmer entscheiden sich mit 14 % höherer Wahrscheinlichkeit für exklusive, bilaterale Verkaufsprozesse – selbst wenn sie dabei auf bis zu ein volles EBITDA-Multiple verzichten. Sozioemotionale Vermögenswerte, Kontrollbedürfnis und kultureller Fit sind demnach keine nachrangigen Aspekte, sondern strukturell wirksame Entscheidungskriterien.
Proprietäres Sourcing als Qualitätsmerkmal
Oskar erläutert, warum die Fähigkeit eines PE-Managers, frühzeitig in bilaterale Situationen zu gelangen, aus Investorenperspektive eines der zentralen Bewertungskriterien darstellt – und weshalb der Werteinstieg im Small Cap maßgeblich über die Qualität des Erstkontakts entschieden wird.
Datentiefe als strategischer Vorteil
Astorius hat über mehr als ein Jahrzehnt eine der umfangreichsten Transaktionsdatenbanken im Small-Cap-Segment aufgebaut. Die strategische Kooperation mit dem PE-Lehrstuhl der HHL Leipzig macht diese Datenbasis heute auch für akademische Forschungszwecke nutzbar.
Eine Episode für alle, die sich mit M&A-Transaktionen im Mittelstand, Private Equity und der Zusammenarbeit zwischen Investoren und Familienunternehmen beschäftigen. Hört rein und erfahrt, warum der kulturelle Fit zwischen Investor und Unternehmer oft wichtiger ist als der letzte Multiple im Kaufpreis.
Interesse an der zugrunde liegenden Studie? Auf Anfrage stellt Oskar Volkland das Paper gerne zur vertiefenden Lektüre zur Verfügung.
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