Kleidung als Botschaft: Echo von Frida Kahlo (Teil 12 von 12)
In grüner Seide und Jade lässt sich die fünfundvierzigjährige Frida Kahlo auf ihrem Himmelbett in die Galerie tragen. Zwischen ihren Gemälden liegend wird sie zum letzten Bild, das sie je ausstellen wird.
Dr. Farill verbietet ihr aufzustehen, also befiehlt Frida, ihr Mahagoni-Himmelbett in die Galerie zu bringen. Cristina hilft ihr in das grüne Huipil aus Oaxaca, nicht das purpurne Kleid, das Diego bevorzugen würde, sondern das Kleid, das sie für sich selbst wählt, bestickt von Händen, die älter sind als die Conquista. Im Krankenwagen durch die Straßen von Mexiko-Stadt getragen, vorbei an den Wänden ihrer eigenen Gemälde in ihr geschmücktes Bett gelegt, begreift sie, was ein ganzes Leben vorbereitet hat: Kleid und Leinwand waren immer derselbe Akt, Fleisch in Aussage verwandeln. La pelona sitzt geduldig neben ihr, aber heute Nacht gehört der Raum der Frau, die in einem Spiegel lernte, dass Schauen das Nächste ist, was die Zerbrochenen je an Freiheit finden.
1953. Frida Kahlo ist 45. Mexiko-Stadt.
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