Natürliche Symbolik: Echo von Frida Kahlo (Teil 11 von 12)
Ein verletzter Kolibri zittert in Frida Kahlos Handfläche, sein Herzschlag schneller als Angst. Zwischen Vulkanstein und Regengeruch lehrt sie ihre Schüler, dass Wurzeln, die aus gemalten Wunden wachsen, keine Metapher sind, sondern Wiedererkennung.
Im Garten der Casa Azul hält Frida einen Kolibri, der gegen die Fensterscheibe geflogen ist, und wartet zwischen Nopal-Stacheln und Bougainvillea, ob er leben oder sterben wird. Ihre Schüler, junge Kommunisten, geschult an Marx und marschierenden Arbeitern, sollen heute lernen, was Diegos Wandbilder nicht zeigen: die einzelne Seele, den Kaktus als Überlebenden, den Kolibri als aztekischen Krieger, der gefallen ist und wiedergeboren wurde. Frida drückt ihre Handfläche in die Dornen des Nopal, zeigt ihnen das Blut und dann ihr Gemälde, Ranken, die aus ihrer gemalten Brust brechen, Adern zu Stängeln, Körper zu Erde. Als der Regen fällt und der Kolibri seine Augen öffnet, sich erhebt und im Hibiskus verschwindet, greifen die Schüler schweigend zu ihren Pinseln und beginnen zu malen, was gesehen werden will.
~1943. Frida Kahlo ist 36. Coyoacán, Mexiko-Stadt.
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