Kommunalpodcast Bayern

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Kommunalpodcast Bayern episodes

  • Stadtentwicklung trotz knapper Kassen: Handlungsspielräume für Kommunen
    Live von der EXPO REAL 2026 – im Gespräch mit Michael Salomo, Oberbürgermeister von Heidenheim
    Welche Spielräume bleiben Städten und Gemeinden, wenn die Aufgaben wachsen und die finanziellen Mittel knapper werden? Das Gespräch mit Michael Salomo verbindet grundsätzliche Fragen der kommunalen Selbstverwaltung mit Beispielen aus Heidenheim.
    Die Themen:
    - Innenstadtumbau als langfristige Investition: Aufenthaltsqualität, Schwammstadt und öffentliche Treffpunkte ohne Konsumzwang.
    - Kommunalfinanzen und Föderalismus: Warum Salomo Förderprogramme des Bundes abschaffen möchte und auf klarere Zuständigkeiten setzt.
    - Handlungsfähige Verwaltung: Was lange Planungs- und Genehmigungsverfahren für kommunale Projekte bedeuten.
    - Bürgerschaftliches Engagement: Wie gemeinsame Aktionen und lokale Initiativen auch ohne großes Budget etwas bewegen können.
    - Kommunen und private Investoren: Welche Rolle öffentliche Investitionen und städtisches Eigentum bei der Innenstadtentwicklung spielen.
    - Soziale Teilhabe: Warum bezahlbare Angebote und zugängliche öffentliche Räume für unterschiedliche Generationen wichtig sind.
    Aufgezeichnet als Live-Gespräch auf der Expo Real.
    28 min
  • Wer bestellt, bezahlt?
    Das Konnexitätsprinzip und die neue 80-Prozent-Regel

    Wer bestellt, bezahlt. Was selbstverständlich klingt, ist zwischen Bund, Ländern und Kommunen seit Jahren Gegenstand politischer Auseinandersetzungen.

    Seit dem 1. Oktober 2026 gibt es eine neue Bund-Länder-Vereinbarung: Der Bund beteiligt sich künftig unter bestimmten Voraussetzungen mit 80 Prozent an den zusätzlichen Kosten neuer bundesgesetzlicher Leistungen. Die kommunalen Spitzenverbände haben lange auf eine solche Regelung gedrängt.

    Ein wichtiger Fortschritt. Aber längst nicht die Lösung aller Finanzierungsprobleme.

    In dieser Folge des Kommunalpodcast Bayern erklärt Tobias Eschenbacher, was hinter dem Konnexitätsprinzip steckt, warum es für die kommunale Selbstverwaltung so wichtig ist und welche Unterschiede zwischen der bayerischen Verfassung und der neuen Vereinbarung auf Bundesebene bestehen.

    Dabei geht es auch um die Frage, weshalb bundespolitische Entscheidungen finanzielle Auswirkungen auf kommunale Haushalte haben können und warum selbst eine Kostenübernahme von 80 Prozent noch erhebliche Lücken lässt.

    Eine Folge über politische Verantwortung, kommunale Finanzen und die Frage, wer am Ende die Rechnung bezahlt.

    20 min
  • Stadt sucht Investor – Investor sucht Stadt
    Was die EXPO REAL über die Lage unserer Städte verrät

    Die EXPO REAL bringt in München Kommunen, Projektentwickler, Immobilienwirtschaft, Banken und Investoren zusammen. Doch die Messe fällt 2026 in eine wirtschaftlich schwierige Zeit.

    Die deutschen Kommunen verzeichneten allein im ersten Halbjahr 2026 ein Finanzierungsdefizit von 20,1 Milliarden Euro. Die KfW beziffert den von den Kommunen wahrgenommenen Investitionsrückstand inzwischen auf 231,2 Milliarden Euro.

    Gleichzeitig steckt der Wohnungsbau in einer Krise. 2025 wurden in Deutschland nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das ifo Institut erwartet für 2026 einen weiteren Rückgang auf rund 185.000 Wohnungen. Dabei steigen die Baugenehmigungen inzwischen wieder, und Ende 2025 waren mehr als 760.000 Wohnungen bereits genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt.

    Warum wird also nicht gebaut?

    In dieser Folge geht es um Baukosten und Finanzierung, kommunale Planung und private Renditeerwartungen, um unterschiedliche Arten von Investoren und um die Frage, warum eine Baugenehmigung allein noch lange kein Haus entstehen lässt.

    Eine Folge über unterschiedliche Interessen, gegenseitige Abhängigkeiten – und die Frage, wer eigentlich die Stadt von morgen baut.

    13 min
  • Comeback der Innenstadt?
    Die Deutschlandstudie mit Roland Wölfel

    Leerstände, Parkplätze, Onlinehandel: Die Diskussion über unsere Innenstädte dreht sich häufig um Probleme. Die neue Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27 zeigt aber auch eine erfreuliche Entwicklung. 44,2 Prozent der Befragten geben ihrer Innenstadt eine gute oder sehr gute Note – 2022 waren es noch 31,7 Prozent. Und 83,3 Prozent wollen sie künftig mindestens genauso häufig besuchen wie heute.

    Ist das schon ein Comeback der Innenstadt? Darüber spricht Tobias Eschenbacher mit Roland Wölfel, Geschäftsführer und Partner der CIMA. Grundlage ist die bundesweite Befragung von mehr als 5.000 Menschen.

    Im Mittelpunkt steht die Frage, was die Ergebnisse für die kommunale Praxis bedeuten – besonders für kleine und mittlere Städte in Bayern. Einkaufen bleibt ein wichtiger Besuchsgrund. Gleichzeitig zählen gute Wege, Begegnung und die Möglichkeit, sich auch ohne Kaufabsicht gerne in der Stadt aufzuhalten.

    Die Themen dieser Folge:

    • Was sich seit 2022 verändert hat und wie belastbar die Anzeichen eines Comebacks sind
    • Wie Einzelhandel, Gastronomie und andere Besuchsanlässe zusammenspielen
    • Welche Rolle Auto, ÖPNV, Radverkehr und kurze Fußwege übernehmen
    • Warum Toiletten, Sitzgelegenheiten, Grün und Sauberkeit so wichtig sind
    • Wie Kommunen mit Sicherheitsempfinden und unterschiedlichen Erfahrungen umgehen können
    • Was beim innerstädtischen Wohnen und bei Angeboten für verschiedene Generationen fehlt
    • Wo KI und City-Gutscheine einen konkreten Nutzen bieten können
    • Welche Schritte Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Gemeinderäte vor Ort angehen können
    • Die Studie liefert Anhaltspunkte, aber keine fertige Lösung für jede Stadt. Entscheidend bleibt: Wer kommt in die eigene Innenstadt, wer bleibt fern – und welche Hürden lassen sich konkret beseitigen?

      Unser Gast:

      Roland Wölfel ist Geschäftsführer und Partner der CIMA Beratung + Management GmbH und gehört zur Projektleitung der Deutschlandstudie Innenstadt.

      Studie und weitere Informationen:

      Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27 beim CIMA Monitor

      Die Studie wurde von der CIMA in Zusammenarbeit mit dem Handelsverband Deutschland und der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland erstellt.

      36 min
    • Warum bauen wir Straßen nicht einfach breiter?
      Was Verkehrsplanung über Stau, Kapazität, Kreisverkehre und neue Straßen wirklich weiß

      Wenn eine Straße jeden Morgen voll ist, scheint die Lösung zunächst logisch: mehr Platz, mehr Fahrspuren, mehr Kapazität.

      Doch Verkehrsplanung funktioniert komplizierter.

      In dieser Folge geht es darum, wie Straßen tatsächlich geplant und bemessen werden. Welche Rolle spielen Straßenklassen und Netzfunktionen? Warum sitzt der eigentliche Engpass oft nicht auf der Strecke, sondern an einer Kreuzung? Wann ist ein Kreisverkehr leistungsfähig, und wann kann eine Ampel die bessere Lösung sein?

      Dabei werfen wir auch einen Blick in die zentralen Regelwerke der Verkehrsplanung: von den Richtlinien für integrierte Netzgestaltung über die Richtlinien für Stadt- und Landstraßen bis zum Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen.

      Ein weiterer Schwerpunkt ist der sogenannte induzierte Verkehr. Denn die Aussage „Neue Straßen erzeugen neuen Verkehr“ greift zu kurz. Zusätzliche Kapazität kann Verkehrsströme verlagern, Netzlücken schließen und bestehende Engpässe beseitigen. Gleichzeitig kann sie eine Verbindung attraktiver machen und dadurch zusätzliche Nachfrage auslösen.

      Es geht deshalb nicht um die einfache Frage „Straße bauen oder nicht?“, sondern um etwas Grundsätzlicheres:

      Welches Problem soll gelöst werden?

      Welche Aufgabe hat eine Straße im Netz?
      Wo liegt der tatsächliche Engpass?
      Und wie verändert sich das gesamte Verkehrssystem, wenn wir an einer Stelle eingreifen?

      In dieser Folge geht es unter anderem um:

      – die historische Entwicklung moderner Straßenplanung

      – Straßenhierarchien und Netzfunktionen
      – RIN, RAL, RASt und HBS
      – Kapazität und Qualitätsstufen im Straßenverkehr
      – Kreuzungen als mögliche Flaschenhälse
      – Kreisverkehr oder Ampel: warum beides seine Berechtigung hat
      – die Bedeutung von Verkehrsströmen und Spitzenstunden
      – Verkehrsverlagerung und induzierte Nachfrage
      – sinnvolle Netzergänzungen und Engpassbeseitigungen
      – das Braess-Paradoxon
      – den Zusammenhang zwischen Verkehrsplanung und öffentlichem Raum

      Die Folge knüpft damit auch an die frühere Episode „Wem gehört eigentlich der öffentliche Raum?“ an. Dort ging es um die Verteilung des Straßenraums. Diesmal geht es einen Schritt zurück: Welche Funktion soll eine Straße überhaupt erfüllen – und wie findet Verkehrsplanung heraus, welche Infrastruktur dafür notwendig ist?

      26 min
    • Die BayKiBiG-Reform
      Mehr Geld für Kitas – aber weiterhin offene Fragen für Kommunen und Eltern

      Heute geht es um das BayKiBiG – das Bayerische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz – und um dessen umfassende Reform, die zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt.

      Seit 2005 regelt das BayKiBiG, unter welchen Voraussetzungen Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege in Bayern gefördert werden. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Betreuungslandschaft erheblich verändert: Das Angebot wurde stark ausgebaut, die Anforderungen an Personal und Qualität sind gestiegen, Fachkräfte fehlen und höhere Personal-, Sach- und Baukosten belasten Träger und kommunale Haushalte.

      Mit der Reform soll nun die staatliche Betriebskostenförderung deutlich steigen. Bestehende Förderprogramme werden gebündelt, eine neue Teamkräftepauschale wird eingeführt und zahlreiche einzelne Antragsverfahren sollen entfallen. Gleichzeitig wird der bisherige automatische Beitragszuschuss von 100 Euro für Kindergartenkinder nicht mehr als eigener Förderbaustein fortgeführt. Das dafür vorgesehene Geld bleibt im Betreuungssystem und fließt künftig in die Betriebskostenförderung.

      Was bedeutet diese Neuordnung für Städte und Gemeinden? Wie stark werden die Einrichtungen tatsächlich entlastet? Warum sieht der Bayerische Städtetag das System trotz der zusätzlichen Mittel weiterhin als strukturell unterfinanziert an? Und müssen sich Eltern auf steigende Beiträge einstellen?

      Darüber spreche ich mit Hans Kronauer und Andrea Probst vom Bayerischen Städtetag.

      In dieser Folge geht es unter anderem um:

      • die Funktionsweise des BayKiBiG und der kindbezogenen Förderung
      • die Ursachen für die finanziellen Probleme des bisherigen Systems
      • den Qualitätsbonus, die Teamkräftepauschale und weitere Reformbausteine
      • die unterschiedlichen Auswirkungen auf Krippen, Kindergärten, Horte und kleinere Einrichtungen
      • den Wegfall des bisherigen 100-Euro-Beitragszuschusses als eigenständigen Förderbaustein
      • mögliche Auswirkungen auf die Elternbeiträge
      • die Chancen und Grenzen des angekündigten Bürokratieabbaus
      • die finanziellen und politischen Entscheidungen, die Kommunen jetzt treffen müssen
      • sinkende Kinderzahlen und mögliche strukturelle Veränderungen in der bayerischen Kita-Landschaft
      • Weiterführende Informationen zur Finanzierung der Kindertagesbetreuung und zur BayKiBiG-Reform bietet das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales:

        https://www.stmas.bayern.de/themen/kindertagesbetreuung/finanzierung/

        Die Reform bringt mehr staatliches Geld in das System und verspricht an einigen Stellen weniger Bürokratie. Ob sie tatsächlich trägt, wird sich aber nicht allein an den Fördersummen zeigen. Entscheidend ist, ob die Angebote verlässlich bleiben, die Einrichtungen ihr Personal halten können, die Beiträge für Familien bezahlbar bleiben und die Kommunen die verbleibenden Kosten dauerhaft tragen können.

        Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, abonnieren Sie unseren Podcast, empfehlen Sie ihn gerne weiter – und bleiben Sie kommunal interessiert.

        36 min
      • Was Städte stark macht
        Christian Hörmann über Identität, gute Stadtplanung und kommunale Handlungsfähigkeit

        Eine Stadt ist weit mehr als die Summe ihrer Gebäude, Straßen und Plätze. Sie prägt unser Lebensgefühl, schafft Zugehörigkeit und erzählt etwas darüber, wer wir sind. Doch diese Identität entsteht nicht von selbst – und sie bleibt auch nicht unverändert.

        Mein Gast, Christian Hörmann, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Entwicklung von Städten und Gemeinden. Als Geschäftsführer und Partner bei CIMA Beratung + Management kennt er Kommunen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und erlebt, warum manche Orte Veränderungen entschlossen angehen, während andere trotz guter Konzepte kaum vorankommen.

        Wir sprechen darüber, was eine starke Stadt ausmacht und welche Bedeutung gute Stadtplanung dabei hat. Es geht um politische Führung, das Zusammenspiel von Politik und Verwaltung, den Umgang mit Konflikten und die Frage, wie aus einer Strategie tatsächlich sichtbare Veränderungen entstehen.

        Natürlich schauen wir auch auf die Innenstädte. Dort treffen wirtschaftlicher Wandel, Mobilität, Wohnen, öffentlicher Raum und unterschiedliche Erwartungen unmittelbar aufeinander. Gerade hier zeigt sich, ob eine Stadt ein gemeinsames Ziel verfolgt oder lediglich auf einzelne Probleme reagiert.

        Dass Christian inzwischen auch mein Chef ist, blenden wir dabei nicht aus. Im Mittelpunkt steht aber nicht die CIMA als Unternehmen, sondern seine persönliche und fachliche Perspektive auf die Zukunft unserer Städte und Gemeinden.

        Eine Folge über Identität, Verantwortung und die Erkenntnis, dass Stadtentwicklung nie abgeschlossen ist.

        Kommunalpodcast Bayern:

        https://kommunalpodcast.bayern

        38 min
      • Was muss eine Stadt eigentlich leisten – und was darf sie sich nur leisten?
        Über Pflichtaufgaben, freiwillige Leistungen und die Frage, was eine Kommune lebenswert macht

        Was muss eine Kommune leisten – und worüber darf sie selbst entscheiden?

        Auf den ersten Blick scheint die Trennung einfach: Pflichtaufgaben müssen erfüllt werden, freiwillige Leistungen kann eine Stadt anbieten. In der politischen Praxis sind die Grenzen jedoch weniger eindeutig. Denn auch bei Pflichtaufgaben gibt es Gestaltungsspielräume. Und vieles, was rechtlich freiwillig ist, besitzt für das gesellschaftliche Leben einer Stadt große Bedeutung.

        In dieser Folge geht es um den Unterschied zwischen Pflichtaufgaben und freiwilligen Leistungen, den eigenen und den übertragenen Wirkungskreis sowie die Frage, wie viel kommunale Selbstverwaltung noch möglich ist, wenn der finanzielle Spielraum immer kleiner wird.

        Am Beispiel der Kindertagesbetreuung zeigt sich, wie kompliziert kommunale Finanzierung sein kann: Die Bereitstellung der notwendigen Plätze ist eine Pflichtaufgabe. Wie stark Eltern über Beiträge an den Kosten beteiligt werden und welchen zusätzlichen Anteil die Kommune übernimmt, bleibt dennoch eine politische Entscheidung. Werden Gebühren nur moderat erhöht, verschwindet die Finanzierungslücke nicht – sie bleibt bei der Stadt.

        Weitere Beispiele sind die Stadtbibliothek, das Schwimmbad, die Eishalle und der Stadtbus. Solche Angebote kosten dauerhaft Geld, tragen aber wesentlich zu Bildung, Mobilität, Begegnung und Lebensqualität bei.

        In Haushaltsberatungen entsteht dabei manchmal ein bemerkenswerter Gegensatz: Über Zuschüsse von einigen Tausend Euro wird ausführlich gestritten, während Kostensteigerungen großer Bauprojekte in Millionenhöhe häufig schneller beschlossen werden. Nicht, weil die großen Summen unwichtig wären, sondern weil bei begonnenen Projekten viele Entscheidungen bereits gefallen und die Handlungsmöglichkeiten entsprechend kleiner sind.

        Außerdem geht es um das Konnexitätsprinzip und den bekannten Grundsatz: Wer bestellt, soll auch bezahlen. Doch wer hat eine Aufgabe tatsächlich bestellt, welche Kosten werden ausgeglichen – und was bleibt am Ende trotzdem bei den Kommunen hängen?

        Die rechtliche Antwort auf die Ausgangsfrage ist vergleichsweise klar: Eine Kommune muss ihre Pflichtaufgaben erfüllen. Freiwillige Leistungen kann sie im Rahmen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit übernehmen.

        Politisch bleibt jedoch eine schwierigere Frage:

        Was kann sich eine Stadt nicht leisten aufzugeben?

        Weitere Informationen:

        kommunalpodcast.bayern

        35 min
      • Wie viel Verkehr braucht Mobilität?
        Prof. Gebhard Wulfhorst über Stadtentwicklung, Erreichbarkeit und die Mobilität von morgen

        Wie kommen wir zur Arbeit, zum Einkaufen, zur Schule oder zu Freunden? Und warum legen wir dafür eigentlich die Wege zurück, die heute für uns selbstverständlich geworden sind?

        Wenn über Mobilität gesprochen wird, landen wir schnell bei der Frage nach dem richtigen Verkehrsmittel: Auto oder Fahrrad? Bus und Bahn? Zu Fuß? Dabei beginnt die entscheidende Frage viel früher. Denn wie wir uns bewegen, hängt ganz wesentlich davon ab, wie unsere Städte und Gemeinden gebaut sind.
        Darüber spreche ich in dieser Folge des Kommunalpodcasts mit Prof. Dr.-Ing. Gebhard Wulfhorst. Er leitet an der Technischen Universität München den Lehrstuhl für Siedlungsstruktur und Verkehrsplanung und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Zusammenhängen zwischen räumlicher Entwicklung und Mobilität.
        Wir sprechen darüber, warum Mobilität und Verkehr nicht dasselbe sind und weshalb Stadtentwicklung und Verkehrsplanung zusammengehören. Was passiert, wenn Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit immer weiter auseinanderliegen? Haben wir in den vergangenen Jahrzehnten Strukturen geschaffen, bei denen wir uns anschließend nicht wundern dürfen, dass viele Menschen auf das Auto angewiesen sind?
        Natürlich geht es auch um die Zukunft des Autos. Welche Rolle wird es weiterhin spielen? Unterscheidet sich Mobilität in der Großstadt grundlegend von der im ländlichen Raum? Und ist manche Diskussion über die Verkehrswende vielleicht zu stark aus der Perspektive großer Städte gedacht?
        Ein weiterer Schwerpunkt ist die Innenstadt. Braucht ein erfolgreicher Einzelhandel möglichst viele Parkplätze? Was bedeutet gute Erreichbarkeit überhaupt? Und kann eine Innenstadt für Menschen besser erreichbar werden, obwohl sie für Autos schlechter erreichbar wird?
        Wir sprechen außerdem darüber, warum Verkehrsfragen kommunalpolitisch so schnell emotional werden. Denn öffentlicher Raum ist begrenzt. Mehr Platz für Fußgänger, Fahrräder, Grün oder Aufenthalt bedeutet häufig weniger Platz für andere Nutzungen. Verkehrsplanung wird damit immer auch zu einer Frage der Abwägung unterschiedlicher Interessen.
        Und schließlich geht es um die kommunale Praxis: Wissen wir bei vielen Mobilitätsfragen längst, was zu tun wäre, und scheitern eher an der Umsetzung? Welche Rolle spielen Beteiligung, politische Mehrheiten und begrenzte finanzielle Möglichkeiten?
        Zum Schluss stelle ich Prof. Wulfhorst deshalb vor ein Gedankenexperiment: Was würde ein Mobilitätswissenschaftler tun, wenn er morgen selbst Bürgermeister einer bayerischen Stadt mit 30.000 Einwohnern wäre – mit einem begrenzten Haushalt, unterschiedlichen Interessen im Stadtrat und der nächsten Wahl im Blick?
        Ein Gespräch über Mobilität und Verkehr, über Stadt und Land, über Erreichbarkeit und öffentlichen Raum – und darüber, wie die Art, in der wir unsere Städte und Gemeinden entwickeln, darüber entscheidet, wie wir uns morgen bewegen.
        (Foto: Süddeutsche Zeitung)

        35 min
      • Wer darf darüber eigentlich entscheiden?
        Warum Bürgermeister nicht alles entscheiden können – und wer in unserem Staat wirklich wofür verantwortlich ist

        „Warum macht der Bürgermeister da eigentlich nichts?“

        Diese Frage begegnet einem in der Kommunalpolitik immer wieder. Dabei lautet die entscheidende Frage häufig ganz anders: Darf der Bürgermeister darüber überhaupt entscheiden?

        In dieser Folge des Kommunalpodcasts Bayern geht es darum, wie Verantwortung in unserem Staat tatsächlich verteilt ist. Wer entscheidet in einer Stadt oder Gemeinde? Welche Rolle spielt der Stadtrat? Warum kümmert sich die Gemeinde um die Grundschule, das Gymnasium aber häufig der Landkreis? Und was macht eigentlich der Bezirk?

        Besonders anschaulich wird das beim Bauen. Eine Gemeinde kann mit ihrer Bauleitplanung die Entwicklung eines Gebietes gestalten. Über einen konkreten Bauantrag kann sie trotzdem nicht einfach nach Belieben entscheiden. Rechtliche Vorgaben, Bauaufsicht und Rechtsaufsicht setzen Grenzen – auch für Bürgermeister und Stadtrat.

        Aus meiner eigenen Zeit als Oberbürgermeister erzähle ich von einem Fall, in dem der Stadtrat ein Bauvorhaben befürwortete, das aus rechtlicher Sicht nicht genehmigungsfähig war. Am Ende musste die Rechtsaufsicht eingeschaltet werden.

        Und dann gibt es noch eine weitere Unterscheidung, die leicht übersehen wird: Die Stelle, die eine Aufgabe erledigt, ist nicht unbedingt diejenige, die die Regeln dafür gemacht hat. Der Personalausweis wird im Rathaus ausgestellt – die Regeln dafür kommen vom Bund.

        Unser Staat ist kompliziert. Aber er ist nicht ohne Grund kompliziert.

        Vielleicht hilft deshalb bei der nächsten Diskussion über eine Entscheidung im Rathaus eine einfache Gegenfrage:

        „Wer darf darüber eigentlich entscheiden?“

        20 min

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      Der „Kommunalpodcast Bayern“ ist als regelmäßiges Gesprächs- und Wissensformat rund um die kommunale Praxis in Bayern konzipiert. Er verbindet aktuelle kommunalpolitische Entwicklungen mit vertiefenden Fachgesprächen und persönlichen Erfahrungen aus der Praxis.