Kultur und Technik

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By Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung (IZKT) der Universität StuttgartSociety & CultureScienceSocial Sciences
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Kultur und Technik episodes

  • Astrid Ley im Interview: Gesprächsreihe "Autour de Latour – Zukunftsaussichten" (22.07.2020)

    Der französische

    Soziologe und Philosoph Bruno Latour vertritt in seinem „terrestrischen
    Manifest“ die These, unsere zentrale Herausforderung bestehe zu Beginn
    des 21. Jahrhunderts in einem „Ankommen“, einem „Landen“ oder
    Heimisch-Werden in jener dünnen, gefährdeten Zone, die auf dem Planeten
    bewohnbar ist. Die Corona-Krise hat uns die Krisenanfälligkeit unserer
    Existenz in dieser Zone erneut vor Augen geführt: Weltweit werden
    Gesellschaften in einem Maße erschüttert, dessen ökonomische, soziale
    und politische Fernfolgen noch nicht absehbar sind.

    In dieser neuen Lage wollen wir mit

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz verschiedenen
    Disziplinen Zwischenbetrachtungen anstellen, die den Prozess des
    „Landens in der kritischen Zone“ thematisieren. Dabei wollen wir uns von
    der Corona-Krise nicht vollends den Blick auf jene Herausforderung
    verstellen lassen, die auch für Latour im Zentrum steht: Die große
    Transformation hin zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise.
    Wie können wir im Sturm der Corona-Krise daran arbeiten, „terrestrisch“
    zu werden, also die dünne grüne Zone auf dem Planeten so zu bewohnen,
    dass wir die Grundlagen des Lebens nicht zerstören?

    Es kommen Wissenschaftlerinnen und

    Wissenschaftler aus unserer Universität zu Wort und Personen, die in
    jüngster Vergangenheit Gäste am IZKT waren.

    Moderation: Felix Heidenreich (IZKT)

    24 min
  • Heinz Bude im Interview: Gesprächsreihe "Autour de Latour – Zukunftsaussichten" (09.07.2020)
    Der französische Soziologe und Philosoph Bruno Latour vertritt in seinem „terrestrischen Manifest“ die These, unsere zentrale Herausforderung bestehe zu Beginn des 21. Jahrhunderts in einem „Ankommen“, einem „Landen“ oder Heimisch-Werden in jener dünnen, gefährdeten Zone, die auf dem Planeten bewohnbar ist. Die Corona-Krise hat uns die Krisenanfälligkeit unserer Existenz in dieser Zone erneut vor Augen geführt: Weltweit werden Gesellschaften in einem Maße erschüttert, dessen ökonomische, soziale und politische Fernfolgen noch nicht absehbar sind.
    In dieser neuen Lage wollen wir mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz verschiedenen Disziplinen Zwischenbetrachtungen anstellen, die den Prozess des „Landens in der kritischen Zone“ thematisieren. Dabei wollen wir uns von der Corona-Krise nicht vollends den Blick auf jene Herausforderung verstellen lassen, die auch für Latour im Zentrum steht: Die große Transformation hin zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise. Wie können wir im Sturm der Corona-Krise daran arbeiten, „terrestrisch“ zu werden, also die dünne grüne Zone auf dem Planeten so zu bewohnen, dass wir die Grundlagen des Lebens nicht zerstören?
    Es kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unserer Universität zu Wort und Personen, die in jüngster Vergangenheit Gäste am IZKT waren.
    Moderation: Felix Heidenreich (IZKT)
    32 min
  • Podiumsgespräch: Für eine neue Ethik der Beziehungen: Zur Rückgabe des afrikanischen Kulturerbes. Mit Bénédicte Savoy, Albert Gouaffo, Petra Olschowski und Sandra Ferracuti (29.04.2019)
    Die Podiumsdiskussion im Lindenmuseum am 29. April 2019 thematisierte die aktuelle Kontroverse eines angemessenen Umgangs mit den Beständen völkerkundlicher Sammlungen. Die beiden herausragenden Protagonisten der Debatte, Bénédicte Savoy und Albert Gouaffo, diskutieren mit der Fachreferentin für Afrika des Linden-Museums, Sandra Ferracuti, und der Staatssekretärin Petra Olschowski über die Rückgabe afrikanischen Kulturerbes.

    Moderation: Sigrid Brinkmann, Deutschlandfunk Kultur 
    1 hr 26 min
  • Michaela Ott: Franzoesische Philosophie in (post)kolonialer Kritik (12.02.2020)
    Die französische Philosophie des 20. Jahrhunderts hat wie keine andere zur Beachtung des „A/anderen“ aufgerufen und sich selbst an die Grenze des Denkbaren und eurozentrischer Artikulation zu treiben gesucht. Unter der Formel eines „Denkens des Außen“ wurden die Autorposition, die Konzentration der Philosophie auf die Frage der menschlichen Existenz, herkömmliche Ontologien und Unterteilungen wissenschaftlicher Disziplinen in Frage gestellt. Diese wurden ersetzt durch Versuche des Sprechenlassens der diskursiven Strukturen selbst, durch entgrenzende und entanthropomorphisierende Lektüren von Literatur und Kunst, durch Begriffserfindungen, disziplintransversale Theorieentwürfe usf.
    Aber so radikal diese Ansätze bis heute erscheinen, so haben sie gerade aufgrund ihres Paradigmenwechsels Entscheidendes nicht wahrgenommen: die mit der Entkolonisierung sich mehrenden anderskulturellen Personen und ihr Wirken auf dem französischen Territorium, mithin die zunehmende politische Heterogenisierung Frankreichs selbst.
    Michaela Ott fragt nach der methodischen Farbenblindheit dieses philosophischen Denkens, nach Stimmen, die zu hören gewesen wären und heute aus dem „Außen“ wahrnehmbar sind. Sie unternimmt einen historischen Durchgang durch die französische Theoriebildung von 1936 bis heute, durch ihre methodischen Umbrüche und die schwer nachvollziehbare Ausblendung von Alteritäten trotz ihrer Zentralstellung im Diskurs.
    51 min
  • Bernard Stiegler: Die Digitalisierung und die Zukunft Europas (16.01.2020, Vortrag auf französisch)
    In seinem Vortrag zeigte Bernard Stiegler, wie Europa einerseits maßgeblich zum Aufstieg des WorldWideWeb beigetragen hat, andererseits durch die digitalen Netze seit 1993 geschwächt wird. Die Gründe dafür arbeitete er auf Grundlage einer alternativen Lesart der Theorien von Entropie und Negentropie heraus. In einem Parcours durch die europäische Philosophiegeschichte suchte er Anhaltspunkte für eine sinnvolle Gestaltung der Digitalisierung; ein aktuelles Projekt aus der Pariser Banlieue illustrierte beispielhaft seine Vision der digitalen Souveränität.

    1 hr 28 min
  • Ute Frevert: Gefühle und Geschichte (23.05.2019)
    Wer nach der Geschichtlichkeit von Gefühlen fragt, handelt sich ungläubige Nachfragen ein. Sind Gefühle nicht etwas Allgemein-Menschliches und damit Überzeitliches? Kannten nicht schon die Menschen der Antike Angst, Zorn, Neid und Liebe? Gingen Bürger und Bürgerinnen nicht schon 1848 oder 1918 aus Wut und Empörung auf die Straße und forderten, ähnlich wie 1989 in der DDR, einen politischen Regimewechsel? Und wie lassen sich Gefühle überhaupt dingfest machen, so dass sie für Historiker fassbar und deutbar sind? 

    Die Historikerin Prof. Dr. Ute Frevert ist Direktorin am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, wo sie seit 2008 den Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“ leitet. Ihr Vortrag wurde umrahmt von der Ausstellung „Die Macht der Gefühle. Deutschland 19|19“, die sie gemeinsam mit Bettina Frevert für die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unter der Schirmherrschaft von Bundesaußenminister Heiko Maas erarbeitet hat.
    49 min
  • Elysée-Festvortrag: Thomas Gaehtgens: Reims in Flammen – Drama und Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich (22.01.2019)
    Zu Beginn des Ersten Weltkrieges, im September 1914, wurde die Kathedrale von Reims von der Deutschen Armee beschossen und in Brand gesetzt. Das Ereignis löste aufgrund der symbolischen Bedeutung des Bauwerks als Krönungskirche und Nationaldenkmal weltweite Empörung aus. Die Deutschen galten von nun an als Hunnen und Vandalen, die in den Krieg gezogen seien, die französische Kultur zu zerstören. Der Flut von Propagandaschriften und Postkarten wurde von deutscher Seite mit der Einrichtung des „Kunstschutzes" entgegnet, einer der Armee zugeordneten Abteilung von Denkmalpflegern. Die Erinnerung an die Zerstörung der Kathedrale belastete die politischen und kulturellen Beziehungen beider Länder in den folgenden Jahrzehnten schwer. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg vermochten de Gaulle und Adenauer einen Prozess der Versöhnung zwischen den beiden Ländern einzuleiten, den sie mit einer Messe in der Kathedrale von Reims symbolisch zum Ausdruck brachten. Wenige Monate später wurde im Jahre 1963 der Élysée-Vertrag unterzeichnet, der die Zusammenarbeit und Partnerschaft der beiden Länder begründete.
    55 min
  • Cristina Lafont: Democracy without Shortcuts: The democratic ideal of self-government and the problem of blind deference (06.05.2019)
    In reaction to growing discontent in democratic societies, many conceptions of democracy offer reform proposals that are supposed to be helpful “shortcuts” for solving difficult problems of democratic governance such as overcoming disagreements, citizens’ political ignorance, or poor-quality deliberation within the public sphere. I examine the institutional proposals offered by deep pluralist, epistocratic and lottocratic conceptions of democracy. I show that, for all their conceptual and political differences, these conceptions promise to help us reach better political outcomes ‘faster’ by relying on citizens’ blind deference to the political decisions of others. However, an expectation of blind deference is quintessentially incompatible with the democratic ideal of self-government. In addition, these proposals naively assume that a political community can reach better outcomes if it bypasses the actual beliefs and attitudes of its own citizens. Unfortunately, there are no shortcuts to make a political community better than its members, nor can a community achieve progress ‘faster’ by leaving its citizens behind. Against these views, I conclude that the only road to better political outcomes is the long, participatory road that is taken when citizens forge a collective political will by changing one another’s hearts and minds.
    Cristina Lafont ist Professorin für Philosophie und leitet das Department of Philosophy an der Northwestern University in Illinois, USA. Sie hat bei Jürgen Habermas promoviert.

    Veranstaltung des IZKT der Universität Stuttgart in Kooperation mit der Stadtbibliothek Stuttgart und der Berthold Leibinger Stiftung.
    54 min
  • Isabelle Bourgeois (CIRAC): Soziale Gerechtigkeit und justice sociale – zwei "falsche Freunde" (07.02.2019)
    Soziale Gerechtigkeit bzw. justice sociale wünschen wir uns alle. Besonders in Wahlkampfzeiten taucht dieser Begriff als Forderung nach „mehr Gerechtigkeit“ ganz oben auf der politischen Agenda auf. Doch was verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Wenn man sie genauer betrachtet, stellt man fest, dass sie sich nicht so einfach definieren lassen, wie es auf den ersten Blick erscheint. Auch wird deutlich, dass diese Sammelbegriffe in ihren jeweiligen nationalen Kontexten mit anderen Inhalten gefüllt werden. Soziale Gerechtigkeit und justice sociale sind nur anscheinend identisch – es sind typische sog. „falsche Freunde“. Die deutsch-französische Reflexion von Isabelle Bourgeois über diese Begriffe trägt dazu bei, Missverständnisse zu vermeiden, und durch den Vergleich das Thema selbst zu erhellen.

    Isabelle Bourgeois betreibt die Dialogplattform www.tandem-europe.eu. Zwischen 1988 und 2017 forschte sie am Centre d’Information et de recherche sur l’Allemagne contemporaine (CIRAC). Die vielfach ausgezeichnete Journalistin ist zudem Chefredakteurin der Zeitschrift Regards sur l’économie allemande. Moderiert wurde der Abend von Prof. Dr. Henrik Uterwedde, der als ehemaliger Vizedirektor des Deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg (DFI) zu den herausragenden Kennern Frankreichs gehört.

    Die Veranstaltung wurde von der Robert Bosch Stiftung mit Mitteln der DVA-Stiftung gefördert.
    1 hr 37 min
  • Jean-Luc Nancy & Winfried Kretschmann: 1918-2018. Auf der Suche nach einer Kultur des Friedens 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs (21.11.2018)
    In jeweils einem Impulsreferat und dem anschließenden Podiumsgespräch gingen der französische Philosoph Prof. Dr. Jean-Luc Nancy (Universität Straßburg) und der Ministerpräsident MdL Winfried Kretschmann der Frage nach, was es bedeuten könnte, den Krieg tatsächlich zu überwinden und an einer Kultur des Friedens zu arbeiten. Sie bauten dabei verschiedene Brücken, zwischen Frankreich und Deutschland, Straßburg und Stuttgart, aber auch zwischen der Philosophie und der Politik.

    Moderation: Dr. Felix Heidenreich (IZKT)

    Ein Kooperationsprojekt des IZKT der Universität Stuttgart, des Institut français, dem Hospitalhof und dem Literaturhaus Stuttgart.
    1 hr 27 min

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Was ist Kultur? Was macht unsere europäische Kultur aus? Wie verändert sie sich durch technische Innovation? Diesen Fragen gehen herausragende Wissenschaftler der Gegenwart in Gesprächen und Vorträgen am IZKT der Universität Stuttgart nach.