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In den letzten Jahren machte Schweden international ungewohnte Schlagzeilen: NATO-Beitritt und Bandenkriminalität standen ganz oben auf der Liste. Was passiert im Land? Was ist die Realität hinter den Schlagzeilen? Und welche progressiven Kräfte sammeln sich? Ein vorläufiges Resümee.
Von uns zum Thema:
Es gibt in Schweden fünf offiziell anerkannte nationale Minderheiten: Sámi, Roma, Tornedalningar, Finnlandschweden und die jüdische Gemeinde. Dazu kommen bedeutende migrantische Communitys, unter anderem aus Lateinamerika, Ex-Jugoslawien, dem Horn von Afrika und dem Nahen Osten. Nicht immer sehen sich diese Gruppen als Teil der schwedischen Gesellschaft. Der Fokus der Folge liegt auf Sápmi.
Von uns zum Thema:
Die 1990er Jahre sehen auch einen Anstieg rechtsextremer Gruppen, an Gewalt mangelt es nicht. Dann werfen sich manche in Schale und wählen den Gang durch die Institutionen, darunter die Schwedendemokraten. Entstanden aus Initiativen wie „Schweden soll schwedisch bleiben!" sind sie heute zweitstärkste Partei im Lande und treiben die bürgerliche Regierungskoalition vor sich her. Zum Schluss: War die größte antirassistische Demonstration der Nachkriegszeit in Stockholm oder Malmö?
Von uns zum Thema:
Alles hat sein Ende, auch der Wohlfahrtsstaat. In den 1990er Jahren kommt es in Schweden zu einem Paradigmenwechsel: individuelles Gewinnstreben gilt als beste Grundlage für gesellschaftliche Entwicklung, nicht staatliche Kontrolle. Der Privatwirtschaft gelingt ein Comeback, das Bürgertum jubelt, die Sozialdemokratie zieht mit. Manager übernehmen die Regierung, alles wird ein bisschen anders.
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Olof Palme – wer einen skandinavischen Politiker kennt, kennt ihn. Auch in den deutschsprachigen Ländern bis heute verehrt, ranken sich um den 1986 ermordeten sozialdemokratischen Staatsminister aus gehobener Schicht zahlreiche Mythen – nicht zuletzt, weil sein Mord bis heute unaufgeklärt bleibt. Ein nationales Trauma. In Nebenrollen: Gösta Rehn und Rudolf Meidner.
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1975 besetzt ein Kommando der Roten Armee Fraktion die westdeutsche Botschaft in Stockholm. Gefangene werden deshalb nicht befreit, die RAF-Mitglieder dafür so schnell wie möglich außer Landes geschafft. Übrig bleibt ein Mitglied der Bewegung 2. Juni, dessen spätere Festnahme der berühmtesten Punkband Schwedens ihren Namen gibt.
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Die weltweite Protestbewegung von 1968 erfasst auch Schweden. Es bilden sich zahlreiche linke Kleinstgruppen, oft als „Buchstabenlinke" zusammengefasst. Die Verhinderung eines Daviscup-Matches wird zum Prototyp antiimperialistischen Widerstands, und die Sozialdemokratie duldet nichts links von sich. Zusatzfrage: Wer stiftete den Lenin-Preis?
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Schweden geht mit Vorsprung in die Nachkriegszeit. Arbeitskräfte wandern nicht zuletzt aus den deutschsprachigen Ländern ein. Die negativen Folgen der Marktwirtschaft werden vom Staat eingedämmt, und Schweden erscheint vielen als Schlaraffenland zwischen Raubkapitalismus und staatssozialistischer Diktatur. Über die Macht der Großkonzerne, Waffenexporte und interne Segregation wird gerne hinwegsehen.
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Wie schon während des 1. Weltkriegs vermeidet Schweden auch während des 2. Weltkriegs Kampfhandlungen auf seinem Staatsgebiet. Dank diplomatischen Geschicks meinen die einen, dank Opportunismus und Feigheit die anderen. Der Export von Eisenerz an die deutsche Kriegsindustrie schafft die Grundlagen für den Wohlstand der Nachkriegszeit. Politisch unbequeme Elemente landen dafür im Arbeitslager.
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Streikende Arbeiter, emanzipatorische Frauen, freie Kirchen und Abstinenzler: verschiedene Kräfte tragen zur Demokratisierung der schwedischen Gesellschaft bei. Die Monarchie wird zeremoniell, die Sozialdemokratie eignet sich den Begriff des Volksheims an – doch es ist nicht alles eitel Wonne.
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