Fred ist Gründer von Bonorum – sechs Stores, ein Onlineshop, angefangen 2018 mit einem kleinen CBD-Laden im Kölner Belgischen Viertel. Heute führt er einen Rechtsstreit, der die gesamte Branche betrifft.
Der Auslöser: 15 Mann vom Ordnungsamt stehen abends im Laden. Ergebnis – eine Ordnungsverfügung über 10.000 € Strafe pro verkauftem Steckling. Und zwar für das gesamte Unternehmen, nicht nur für den Kölner Standort. Dahinter steht eine Frage, die der Gesetzgeber offen gelassen hat: Ab wann wird aus Vermehrungsmaterial eigentlich Cannabis? Fred hat seine Stecklinge substratlos in aeroponischen Systemen kultiviert – ohne Medium, ohne Endstandort. Genau daraus baut er seinen juristischen Hebel und klagt jetzt vor dem OVG Münster, mit dem erklärten Ziel Bundesverwaltungs- und Bundesverfassungsgericht. Finanziert aus Firmen- und Privatvermögen, mit einer Perspektive von rund fünf Jahren.
Wir sprechen über sieben Razzien seit 2020, Untersuchungshaft und Meldeauflagen, einen siebenstelligen Schaden – und darüber, warum dieses Urteil auch für Social Clubs gefährlich wird: Wenn ein Steckling Cannabis ist, darf ihn kein Club mehr an Nichtmitglieder abgeben.
Der zweite Teil geht in die wirtschaftliche Realität nach der Legalisierung: warum in Deutschland tausende Shops dieselbe White-Widow unter eigenem Label verkaufen, was drei Jahre echtes Breeding kostet, warum Erde das schlechteste Produkt im Regal ist, wie chinesische Hersteller den Großhandel unterbieten, den sie selbst beliefert haben – und warum „die Legalisierung ihre Kinder frisst".
Zum Schluss wird's technisch: NDL/LED-Mixlight, VPD, Pflanzenhormone jenseits von PGRs, Crop Steering per App und Genetik-Sequenzierung an der Uni Köln. Und eine Haltung, die sich durchs ganze Gespräch zieht: „Lerne mit mir, nicht von mir."