Kulturpanorama

Mahjong in Taiwan als gesellschaftlicher Spiegel


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Mahjong ist ein chinesisches Spiel aus dem 19. Jahrhundert. Es erfordert Glück, Geschwindigkeit, Kalkül und Geduld. In fast allen chinesisch geprägten Kulturen erfreut es sich bis heute großer Beliebtheit. In Filmen wird es inszeniert, um Intrigen und Machtspiele sichtbar zu machen – aber auch, um Familie, Alltag und Tradition zu verkörpern. Doch im heutigen Taiwan ist Mahjong kaum sichtbar. Ich glaube nicht, dass ein Tourist, der ein oder zwei Wochen hier verbringt, dem Spiel überhaupt begegnet.

Denn gespielt wird es hinter geschlossener Tür. In Mahjong-Hallen mit beschichteten Fenstern, in von Gangs betriebenen Teehäusern und zuhause unter Freunden.

Meine Recherche zu dem Thema habe ich aus persönlicher Neugierde begonnen. Ich wollte verstehen, was für Orte diese weit verbreiteten, aber von außen kaum erkennbaren Mahjong-Hallen sind. Ich bin mit der Erwartung reingegangen, es wären Orte, an denen Senioren Unterhaltung, Zeitvertreib und Gesellschaft finden. Zwar stimmt all das, doch habe ich auch festgestellt, dass Mahjong für mich in mehrerer Hinsicht Gegensätze in Taiwan verdeutlicht, die einen das Land als ganzes besser verstehen lassen.

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KulturpanoramaBy Benedict Kroll, Rti