„Gute Bilder erzählen eine Geschichte, umfassen oft ganze Lebenswelten und sind bleibende Kommentare zu unserer Gegenwart.“ André Kuper, Landtagspräsident NRW
Winfried Bernhard, Klimaaktivist (auch ViSdP)
„Unbeirrbar“
ist der NRWE-Komplex in Sachen Energie: NRW ist bis in die kleinsten Verästelungen mit RWE verbunden (auch Stadtwerke etc.), denn der Energielieferant hat in weiten Teilen eine Monopolstellung in der Erzeugung und Vermarktung, die er auch gnadenlos ausspielt.
Die Braunkohle gilt als günstigste Basis der Energieerzeugung, die Infrastruktur steht und Kosten haben sich längst amortisiert. RWE verdient seit Jahrzehnten richtig gut daran. Endlich hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass auch bei der Braunkohle „Ewigkeitskosten“ anfallen. Dazu gehören nicht nur die trostlos ausgemergelten Flächen, die der Tagebau hinterlässt, sondern auch der Klimawandel, dessen Folgen immer unübersehbarer werden.
Inzwischen ist die Klimakatastrophe da!
Der Hinterzimmerdeal vom 04. Oktober 2022 zwischen Markus Krebber (RWE AG, Vorstandsvorsitzender) und den beiden grünen Ministerinnen Mona Neubaur (NRW, Klimaschutz (!), Industrie, Energie und Wirtschaft) und Robert Habeck (Bund, Klimaschutz (!) und Wirtschaft), der uns jetzt als Kompromiss verkauft werden soll, fand ohne die Hauptverantwortlichen Ministerpräsident Henrik Wüst und Bundeskanzler Olaf Scholz statt. Gleichwohl kann man sicher annehmen, dass sie informiert und einverstanden sind.
In den letzten Jahren hat RWE seine Bagger zu nah an den Ort Lützerath herangeführt, obwohl der Bauer Eckhard Heukamp noch gar nicht verkauft hatte. Daher fand bereits am 09. März 2022 ein Tribunal vor Ort am Tagebau statt. Hier war die „Unbeirrbarkeit“ von RWE Thema und es wurde sichtbar, dass der Konzern ausschließlich nach seinen eigenen Regeln auch illegal handelt.
Das bei diesem Tribunal entstandene Foto wurde Pressebild des Jahres 2022 und ist bis 20.01.2023 im Foyer des Landtages ausgestellt. Ich empfinde es als Zumutung und Übergriff gegenüber meiner Person, dass täglich die für die Räumung, Zerstörung des Ortes Lützerath und den Ruin des Geländes juristisch Verantwortlichen an dem Bild vorbei laufen – und es sie offenbar nicht im Geringsten stört, welche Folgen ihr unbeirrbares Handeln hat. Ich bin der abgebildete Aktivist und bin nicht allein mit meiner Überzeugung. Über 30.000 Menschen, allein am 14. Januar 2023, unterstützten die Aktivistinnen in Lützerath einen Beitrag zur Einhaltung des 1,5 ° zu leisten und sehen offenbar auch, in welche Katastrophe uns RWE und die Politik im Land NRW sowie bundesweit führen.
Der völlig überzogene Einsatz von Polizeikräften am 14.01.2023 gegen Klimaaktivist*inn¬*en. die die Durchsetzung des Deals mit RWE kritisieren, hat mich bewogen, diese Aktion heute zu machen. Ich fordere dringendst ein Moratorium für die unter dem ehemaligen Ort Lützerath liegende Braunkohle als Beitrag zur Einhaltung des 1,5° Klimaziels.
Ferner fordere ich, nach Gesprächen mit Polizeipräsident Dirk Weinspach und Landrat Stephan Pusch am 09.01.2023 im Polizeipräsidium Aachen und am 10.01.2023 beim Bürgergespräch in Erkelenz, den Rücktritt von Innenminister Herbert Reul. Beide Herren konnten sich nicht dazu durchringen für ein Moratorium ihre Position in die Waagschale zu legen. Stephan Pusch lehnte dies ab, während Dirk Weinspach immer wieder auf seinen obersten Dienstherren, den Innenminister, verwies.