China setzt neue Produktstandards
China liefert inzwischen häufig die technisch überzeugenderen Produkte – für die nächsten Jahre ändert sich daran wenig. Wer als Marke oder Händler mitverdienen will, sollte prüfen, wo eigene Produkte wirklich austauschbar sind und wo nicht. Exklusivität, eigene Rezepturen oder geschützte Kundenbeziehungen werden wichtiger als reine Sortimentsbreite. Wer nur Kisten schiebt, gerät zwischen die Fronten.
Demand Gen ersetzt den Such-Funnel
Der klassische Suchfunnel über Google verliert an Kraft, weil Margen fast vollständig an Plattformen abfließen. Stattdessen entsteht über TikTok Shop, Shein oder Temu eine neue Disziplin: Nachfrage wird geweckt, bevor überhaupt gesucht wird. Wer regelmäßig unterhaltsamen, alltagstauglichen Content produziert, lernt Kundinnen und Kunden besser kennen und kann Produkte vorschlagen, nach denen nie gesucht worden wäre.
Live-Shopping braucht Rhythmus, nicht Termine
Live-Shopping funktioniert nicht als starrer wöchentlicher Termin im eigenen Onlineshop, sondern als tägliches Format mit echtem Unterhaltungswert. Erfolgreiche Anbieter setzen auf verlässliche Content-Frequenz statt auf einzelne Aktionen. Wo eine tragfähige Creator-Economy fehlt, lohnt sich ein Blick nach Südeuropa – dort dürfte dieses Ökosystem aus wirtschaftlichen Gründen schneller entstehen als hierzulande.
KI ist Katalysator, kein Wundermittel
Künstliche Intelligenz verändert die Grundregeln des Handels nicht, sie wirkt als Katalysator: Starke Anbieter profitieren, schwache werden schneller sichtbar aussortiert. Wer schon vor KI keine tragfähige Marge hatte, wird durch KI-Einsatz nicht profitabler, sondern gibt zusätzlich Marge an Plattformen ab. Vor Investitionen in KI-Tools lohnt sich deshalb ein ehrlicher Blick auf das eigene Geschäftsmodell.
Eigenes Wissen vor LLMs schützen
Wer bei LLMs gefunden werden will, sollte trotzdem vorsichtig sein, wie viel eigenes Fachwissen frei zugänglich gemacht wird. Wird proprietäres Wissen ungeschützt eingespeist, lernen die Modelle daraus – und die Kundenbeziehung wandert am Ende zur Plattform ab. Ob ein eigenes LLM sinnvoll ist, hängt stark von Nische und Wettbewerbssituation ab; eine pauschale Antwort gibt es hier nicht.