KI-Transformation ist vor allem Kulturarbeit
Bei Payback ist KI-Transformation nach eigener Einschätzung nur zu rund 40 Prozent ein Tech-Thema, zu 60 Prozent aber ein Change-Thema. Wer langfristig wettbewerbsfähig bleiben will, kann KI nicht als einmaliges Tool-Projekt behandeln, sondern muss die Organisation dauerhaft weiterentwickeln. Entscheidend ist deshalb, Mitarbeitende aktiv mitzunehmen, statt einzelne Kollegen mit ihrem Vorsprung allein zu lassen.
Multiplikatoren tragen Wissen in jede Abteilung
Bei 1.400 Mitarbeitenden lässt sich individuelle Beratung nicht zentral leisten. Payback setzt deshalb auf rund 80 Multiplikatoren, sogenannte Ambassadors, die in jedem Fachbereich als Ansprechpartner fungieren. Sie kennen die Prozesse ihrer Abteilung genau und können Kollegen gezielter unterstützen als eine zentrale Stelle. So verteilt sich Wissen dort, wo der konkrete Bedarf entsteht.
Niederschwellige Formate erreichen auch Skeptiker
Damit möglichst viele Mitarbeitende erreicht werden, kombiniert Payback unterschiedlichste Lernformate: kurze Videos, Texte, Präsenztermine und Peer-Learning. Besonders wirksam waren vierwöchige AI Experience Days mit spielerischen Elementen wie Smart Glasses und einer KI-Fotobox. Das Feedback war durchweg positiv, weil jeder etwas für sich mitnehmen konnte, unabhängig vom eigenen Erfahrungslevel.
Eigenbau-Agenten brauchen klare Leitplanken
Über 100 KI-Lösungen wurden bereits von Kollegen selbst gebaut, etwa mit ChatGPT oder Copilot Studio. Diese Eigeninitiative wird bewusst gefördert, braucht aber klare Regeln: Governance und Leitplanken sorgen dafür, dass Lösungen sicher bleiben. Bei geschäftskritischen Prozessen bleibt der Mensch für die Code-Prüfung verantwortlich, auch wenn KI beim Programmieren selbst schon viel übernimmt.
Wissens-Agenten entlasten die zentrale Anlaufstelle
Neben frei gebauten Lösungen setzt Payback auch auf spezialisierte Agenten, etwa einen internen Wissens-Bot, der alle Prozesse rund um KI-Enablement kennt und Mitarbeitende gezielt weiterleitet. Solche Agenten entlasten die zentrale Anlaufstelle spürbar. Der nächste Schritt ist, Agenten zu entwickeln, die nicht nur Wissen liefern, sondern auch konkrete Handlungsschritte selbst ausführen können.