Die Mesbarkeit ist weg – und das ist nicht unbedingt schlecht
Der größte Schockmoment für viele SEOs: Es gibt keine Klicks mehr zum Nachzählen und keine Positionen wie früher. Statt dessen müssen Marketer in Sichtbarkeit, Share of Voice und Sentiment denken – genau wie im klassischen Brand Marketing. Der Trick ist, sich für sein eigenes Geschäft relevante Prompt-Sets zu definieren und diese regelmäßig über mehrere LLMs hinweg zu tracken. Das funktioniert ähnlich wie Panel-basiertes Branding: Es geht nicht um messbare einzelne Sessions, sondern um aggregierte Muster über mehrere Wochen.
Prompts sind nicht Keywords – und Sie benötigen einen komplett anderen Datensatz
Ja, Prompts ähneln Keywords, aber sie funktionieren völlig anders. Die meisten Prompts sind einzigartig und werden nur ein- oder zweimal gestellt. Das heißt: Die klassische Keyword-Recherche ist hinfällig. Stattdessen sollten Unternehmen ihre Zielgruppe genau verstehen – über Support-Tickets, Chatbots, Sales-Gespräche, Suchanfragen auf der eigenen Website. Diese echten Kundenwörter sind die beste Grundlage für realistische Prompt-Sets. LLMs sind überdies sehr gut darin, Absicht und Kontext zu verstehen – selbst wenn ein Prompt fehlerhaft ist.
PR ist zurück – und zwar wichtiger denn je
Mit AI Search erleben PR-Agenturen ihre Renaissance. Der Grund: LLMs bevorzugen Erwähnungen auf großen Medienwebsites wie Bild, Focus, TechCrunch deutlich stärker als Links zu deiner eigenen Website. Das bedeutet in der Praxis: Always-On-Digital-PR wird zur Strategie. Zusätzlich haben LLMs einen Recency-Bias – sie mögen frische Inhalte. Wer regelmäßig in angesehenen Publikationen erwähnt wird, hat einen massiven Wettbewerbsvorteil. Dafür brauchst du nicht einmal Links, sondern nur deine Marke als positive Erwähnung.
Content-Formate entscheiden – je nach Suchintention
Nicht alle Formate funktionieren gleich. Ein Test mit Tesla zeigte: Auf die Frage "Eigenschaften von Tesla" bevorzugen LLMs Profile-Artikel. Aber auf "zehn schnellste Autos" zeigen sie Listicles – und Tesla verschwindet ganz. Das heißt: Du musst tracken, welche Artikel-Formate bei deinen relevanten Prompts tatsächlich als Quelle herangezogen werden. Dann kannst du gezielt in diese Content-Formate investieren. Ein Bonus-Tipp: Englischsprachige Inhalte helfen auch für deutsche Prompts, da viele LLMs mehrsprachig suchen.
Agenturen im Umbruch – aber die Chancen sind riesig
Während viele SEO-Agenturen unter Druck geraten (Effizienzgewinne werden von Kunden abverlangt), entstehen ganz neue Geschäfsmodelle. Die erfolgreichsten spielen nicht gegen klassische SEO-Ansätze an, sondern integrieren AI Search von Anfang an. Sie arbeiten mit PR-Teams zusammen, nutzen echte Kundendaten zur Prompt-Optimierung und denken in Sichtbarkeit statt in Positionen. Wer das früh macht, hat Vorsprung. Wer zu lange wartet, überlässt den Markt innovativeren Konkurrenten.