Hannes ist zurück vom Furkapass. 2.600 Kilometer Porsche in wenigen Tagen, zwölf Autos, sehr viel Benzin, sehr wenig Schlaf und die erneute Erkenntnis, dass ein Sonnenaufgang vor einer verlassenen Hotelruine in den Schweizer Alpen erwachsene Männer erstaunlich emotional machen kann.
Ganz billig war die Reise allerdings nicht für alle. Denn die Schweizer Polizei erinnerte einen Teilnehmer freundlich daran, dass 26 km/h zu viel dort ungefähr so behandelt werden wie andernorts der Erwerb einer kleinen Eigentumswohnung. 987 Euro später war die Reisegruppe jedenfalls auffallend interessiert an Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Dafür entstand am Furkapass das vermutlich erste Maschinenhort Geocaching für Menschen mit Benzin im Blut: Auf dem Belvedere wartet irgendwo noch die defekte Zündspule eines Porsche 997. Wer sie findet, darf sie gegen drei Kästen Bier und Maschinenhort Ruhm eintauschen. Falls sie noch da ist. Falls sie nicht längst jemand für moderne Kunst gehalten hat.
Sascha bekommt währenddessen die ersten Seiten seines Thunderbirds in der OLDTIMER MARKT zu sehen und stellt erneut fest, dass ein Auto eigentlich viel zu schön sein kann, um es einfach in eine dunkle Garage zu stellen. Was zwangsläufig in der Diskussion endet, warum wir alle eigentlich ein Industrieloft mit Glasgarage, Jukebox, Motorrad und völlig unnötigem Billardtisch brauchen.
Und dann wird es tatsächlich seriös: Unser Generalkritiker Patrick berichtet vom Internationalen Osnabrücker Bergrennen. Sein Wolf GB08 Mistral bringt bei gerade einmal 530 Kilo über 400 PS auf die Straße und Patrick jagt ihn in weniger als einer Minute den Berg hinauf. Wir sprechen über Zehntelsekunden, kaputte Antriebswellen, Rennlizenzen, erstaunlich nahbaren Motorsport und darüber, warum Respekt im Rennwagen wichtig ist, Angst aber besser draußen bleibt.
Danach wird es wieder normal Maschinenhort.
Hannes schafft nämlich etwas, das in sechs Jahren Porsche Besitz praktisch unmöglich schien: Seine Frau fährt freiwillig mit ihm im Elfer in den Urlaub. Gepäck wird in sämtliche verfügbaren Hohlräume gestopft, Einkäufe zwischen Überrollkäfig und Sitzen verteilt und irgendwann kommt von der Beifahrerseite tatsächlich die Aufforderung: „Ja, mach mal.“
Also 250.
Ihre anschließende Bewertung des Erlebnisses: „Okay.“
Mehr automobile Begeisterung war an diesem Tag nicht herauszuholen.
Außerdem diskutieren wir, ob ein Twingo oder ein Golf 4 das bessere erste Auto ist, warum alte Kisten manchmal mehr Gefühle auslösen als moderne Traumwagen, weshalb Hannes für eine Dorfkirmes freiwillig 900 Kilometer fährt und warum Saschas Roundhouse Kick in fremden Hotelfluren weiterhin nicht zur Nachahmung empfohlen wird.
Furkapass, Bergrennsport, Kirmes, Twingo, Thunderbird und eine Zündspule mit Bierprämie.
Also eigentlich eine ganz normale Folge Maschinenhort.
Viel Spaß beim Hören.