Mehr Informationen zur Arbeit der NGO ICBUW finden Sie online unter
https://www.icbuw.eu/de/
Wir interviewten vor wenigen Wochen den Regisseur und Doku-Filmemacher Moritz Enders zu seinem neuen Dokumentarfilm "TOXIC NATO - Srđan Aleksić’s Long Way to Justice". Darin kritisiert er den Einsatz von Uran-Munition durch die NATO im Kosovo im Rahmen der Jugoslawien-Kriege 1999. Bis heute leiden Umwelt und Menschen dort unter den Langzeit-Folgen.
HÖREN SIE HIER DIESES INTERVIEW ZUM FILM "TOXIC NATO":
https://open.spotify.com/episode/5ct16vdacV5l2zQBFa1oK5
Dieses Interview lief zuletzt am 6. November 2023 bei uns im Programm, anlässlich der Aufführung des Films am gleichen Tag in München im Rahmen der MÜNCHNER FRIEDENSWOCHEN auf der ICBUW-Konferenz "VERBOT VON URANWAFFEN - WO STEHEN WIR JETZT? Eine Veranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens von ICBUW und des UN-Tages gegen Umweltzerstörung durch Krieg":
https://www.icbuw.eu/aktuelles-von-icbuw-papers-beitraege-und-events/
Regisseur Moritz Enders war ebenso vor Ort wie der Anwalt aus dem Kosovo, Srđan Aleksić, der aktuell die Regierung von Serbien
und die NATO aufgrund des Einsatzes von Uran-Munition verklagt.
Der Veranstalter, die Organisation ICBUW steht für International Coalition to Ban Uranium Weapons. Deren Sprecher Prof. Manfred Mohr saß ebenso auf dem Podium in München. Da der Völkerrechtler auch als Experte im Film von Enders "Toxic NATO" vorkommt, hat ihn MEGA Radio-Redakteur Alexander Boos zu einem weiteren Interview für MEGA Radio Aktuell eingeladen.
Völkerrechtler Prof. Mohr erklärt jetzt im Gespräch: "ICBUW ist eine weltweit vernetzte NGO mit UNO-Status. Wir sind im Gespräch mit dem EU-Parlament und mit Bundestagsfraktionen in Deutschland, vor allem mit den Grünen. Und wir werden als NGO international immer mehr wahrgenommen. Als beispielsweise vor einigen Wochen die US-Regierung angekündigt hat, Uran-Munition in die Ukraine zu liefern, bekam ich Anfragen von großen US-Medien wie die New York Times und der Washington Post."
Laut ihm strebt seine NGO einen internationalen Vertrag an, um Uran-Munition weltweit zu verbieten. Die Internationale Koalition zur Ächtung von Uranwaffen – kurz ICBUW – hat laut eigener Aussage das Ziel, Uranwaffen und Uran-Munition weltweit zu ächten und zu ihrer Beseitigung beizutragen. Uranmunition verursacht demnach über viele Generationen hinweg Krankheiten und Tod bei der Zivilbevölkerung.
Das bekräftigt auch ICBUW-Sprecher und Völkerrechtler Prof. Manfred Mohr im 2. Teil des Interviews. Er spricht jetzt über seinen "Freund und Kollegen" Srđan Aleksić, den Anwalt aus dem Kosovo, der derzeit für die Opfer von Uran-Munition Schadensersatz von Serbien und der NATO juristisch erstreiten will. Beide sind ja Protagonisten in der Doku "Toxic NATO" von Moritz Enders.
"Moritz hat es geschafft, eine beeindruckende Film-Produktion abzuliefern", lobt Prof. Mohr. Die Doku soll laut ihm demnächst noch auf weiteren internationalen Filmfestivals gezeigt werden, etwa in Brasilien und den USA. "Wir halten es für unverzichtbar, diesen Film und dieses komplexe naturwissenschaftliche, medizinische und militär-technische Problem der Uran-Munition einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen", betont Völkerrechtler Manfred Mohr.
Er hob auch weitere kritische Filme zu Uran-Munition hervor, etwa von Journalistin und Nahost-Expertin Karin Leukefeld sowie
von anderen engagierten Filmemachern.
Prof. Mohr kritisiert: "Früher gab es sogar einen Arbeitskreis Uran-Munition im Auswärtigen Amt, heute leider nicht mehr."
Außerdem erklärt der Völkerrechtler, warum die NATO juristisch für den Einsatz von Uran-Munition im Jugoslawien-Krieg haftbar gemacht werden kann. Das strebt ja momentan der Anwalt Aleksić an, der Namensgeber für die Doku "TOXIC NATO - Srđan Aleksić’s Long Way to Justice", in der auch Prof. Mohr als Experte zu Wort kommt.