Nächstes Thema: Die CDU erarbeitet aktuell ihr neues Grundsatzprogramm. Wir hatten darüber berichtet. Und CDU-Vize Carsten Linnemann plädiert dafür, Arbeitslose zur Annahme von Jobangeboten zu verpflichten, wenn sie gesundheitlich arbeitsfähig sind. „Bei Bürgergeldempfängern muss dringend etwas passieren“, sagte der Chef der Kommission zur Erarbeitung des CDU-Grundsatzprogramms am 16. Juni 2023. „Für die Arbeitslosen, die eigentlich arbeiten könnten, sollten wir eine Jobpflicht einführen", so seine Forderung.
Linnemann sprach von einem Modell, bei dem Arbeitslose nach bis zu sechs Monaten erneut eine Anstellung finden müssen oder Jobs durch Kommunen zugeteilt bekommen. Andernfalls drohen Sanktionen und Leistungs-, also Geldkürzungen.
Diese CDU-Pläne wird uns nun der Berliner Referent für Sozialpolitik und frühere Sprecher der Nationalen Armutskonferenz, Robert Trettin, einschätzen. Und zwar im 3. Teil unserer neuen Serie "Konzept Sozial".
Hören Sie hier die früheren Folgen „Konzept Sozial“:
https://open.spotify.com/episode/0GKDxQji58p87G9MwkE7bP
https://open.spotify.com/episode/6dIxoRZXclGwU2d5kHVdIX
Trettin kritisiert: Die Idee der CDU sei nicht neu. Arbeit solle den Arbeitgebern und der Industrie möglichst wenig oder gleich gar nichts kosten. Eine übliche Forderung aus der konservativen Ecke, wie er sagt. Er zieht dabei, ähnlich wie Renten-Experte Reiner Heyse, historische Parallelen zur Arbeits-Politik im Nationalsozialismus.
Er bekräftigte noch einmal seinen Standpunkt: Arbeit müsse sich lohnen und ein existenzsicherndes Leben ermöglichen. Sie dürfe nicht zum Zwang werden. Das verstoße gegen Prinzipien der sozialen Menschenrechte.
... soweit Robert Trettin zum Thema Zwangsarbeit und CDU. Sie hörten die 3. Folge unserer Reihe zu sozialen Themen: "Konzept Sozial" mit dem Berliner Referenten für Soziales. Ich habe mit ihm für MEGA Radio Aktuell gesprochen.