Dieses Interview ist eine Fortsetzung dieser MEGA Radio Reportage: https://open.spotify.com/episode/6czHpU3CvKZsInf2MW8xSN
Im Herbst 2022 war der renommierte Journalist und Buchautor Patrik Baab in der Ukraine und auch im Donbass, um für sein neues Buch zu recherchieren - und dabei auch mit ukrainischen und russischen Gesprächspartner zu sprechen.
Also, einfaches journalistisches Handwerk, könnte man denken ...
Doch: Daraufhin schlug ihm massive Kritik entgegen. Nicht nur durch Medienportale wie "T-Online.de", sondern auch von zwei Hochschulen, von denen Herr Baab zuvor jahrelang Lehraufträge für Seminare zum Fach Journalistik erhalten hatte. Diese kündigten jedoch nach der Medienkritik an seiner Donbass-Reise das Arbeitsverhältnis mit Journalist Patrik Baab. Darunter die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Baab verteidigt seitdem seine Recherchen in der Ukraine und fechtet juristisch seine Entlassung an.
Er teilte außerdem unserem Sender gegenüber mit: Dass er genau zum Zeitpunkt der dortigen Referenden dort war, sei reiner Zufall gewesen. Seine Recherche-Reise sei bereits ein Jahr im Vorfeld geplant gewesen. Eine Reise in ein Kriegsgebiet sei gefährlich, deshalb habe er auch mit russischen Menschen vor Ort zusammengearbeitet.
Unser nächster Gesprächsgast ist ein früherer Student von Patrik Baab: Julian Hett, Sprecher vom "Dialog Grundrechte- und Gesundheitsschutz". Er erklärt meinem Kollegen Alexander Boos nun, was er an der Hochschulleitung der Kieler Universität im Fall Baab kritisiert. Er hat vor wenigen Tagen eine Solidaritäts-Veranstaltung für Patrik Baab organisiert, wo dieser zu seinem Fall eine Rede hielt.
Herr Hett sagt im Interview: Es sei die Pflicht eines Journalisten, vor Ort im Donbass mit allen Seiten zu sprechen. Außerdem könne man Baab keine Nähe zur russischen Regierung vorwerfen: Schließlich habe Baab schon viele Russland- und Putin-kritische Beiträge im Laufe seiner Laufbahn geliefert. Und: Ihn hätte der russische Inlands-Geheimdienst FSB sogar schon einmal FAST verhaftet!
... soweit Julian Hett, Sprecher der Hochschulgruppe "Dialog Grundechte- und Gesundheitsschutz" an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zur Kritik an Journalist Patrik Baab. Mit ihm hat mein Kollege Alexander Boos gesprochen.