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Marias Besuch bei Elisabeth
39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45 Ja, selig ist, die da geglaubt hat! Denn es wird vollendet werden, was ihr gesagt ist von dem Herrn.
Marias Lobgesang
46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 47 und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes; 48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. 49 Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. 50 Und seine Barmherzigkeit währet für und für bei denen, die ihn fürchten. 51 Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. 53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. 54 Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf,[3] 55 wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit. 56 Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.
„Mein Seel erhebt den Herren, mein Geist sich Gottes freut.“
Das sind Klänge, die ich im Ohr habe. So hat Johann Eckert diesen Gang der Maria zu ihrer Base Elisabeth vertont. Die Musik stammt aus dem 16. Jahrhundert, die Geschichte ist jedoch schon viel älter.
Eine, welche die Bedenken bezüglich ihrer Schwangerschaft hinter sich gelassen hat, das ist diese Maria. Maria, die Teenagerin: unverheiratet, schwanger – glücklich. Ihre Eltern werden vielleicht nicht ganz so entspannt gewesen sein. Ihr Verlobter Josef, so erzählt es die Bibel, war es auch nicht. Aber ein Engel hat ihm in der Nacht gut zugeredet, und so hält er zu ihr und dem Kind, auch wenn es nicht seines ist.
Was Maria beflügelt, ist dieser Besuch bei ihrer Base, ihrer Tante Elisabeth. Das hat ihr richtig gut getan – diese Zeit, drei Monate, so haben wir es gehört, verbringt sie bei ihr. Und das hat ihr richtig gut getan. Sie war einmal von zu Hause weg. Vielleicht hat sie dabei auch die ganzen Bedenken bezüglich ihrer Schwangerschaft hinter sich gelassen.
Und sie war bei Elisabeth. Die ist ebenfalls schwanger. Unerwartet, genauso wie bei Maria, und doch ganz anders. Denn Elisabeth ist dafür eigentlich schon viel zu alt. „Muss das sein, in dem Alter noch einmal ein Kind?“, werden sich manche gesagt haben. Doch Elisabeth hat ihre ganz eigene Geschichte: die eines unerfüllten Kinderwunsches – lange gehegt und mit viel Kummer verbunden, sehnsüchtig, enttäuscht. Und dann, im Alter, völlig überrascht.
Was die alte, schwangere Elisabeth weiß: Ein Kind ist alles andere als selbstverständlich. Es ist ein Geschenk Gottes. Und mit ihr teilt Maria die Freude über ihr eigenes Kind.
Als Elisabeth Maria erblickt – so haben wir es gehört –, spürt sie die Kindsbewegungen des eigenen Kindes. Es „hüpft der Elisabeth im Bauch“, so heißt es in der Bibel. Elisabeth ist Maria sechs Monate voraus in ihrer Schwangerschaft. Ihr Kind wird einst Johannes der Täufer genannt werden. Er wird sich selbst als Wegbereiter für Jesus sehen, für das Kind der Maria. Und Johannes wird Jesus einmal am Jordan taufen, und Jesus wird sich durch ihn in die lange jüdische Tradition seiner Väter und Mütter stellen.
Sie alle verbindet die Freude über das, was hier geschieht. Sie spüren: Gott sieht dich, und er sieht mich. Wir sind ein Teil der Geschichte Gottes mit uns Menschen – und hier merken wir es wirklich, wahrhaftig. Wir gehören dazu.
Gott teilt offensichtlich nicht die Bedenken bezüglich dieser Schwangerschaften: die eine zu jung, die andere zu alt. Er schert sich nicht um Konventionen. Gott ist recht unkonventionell, wenn es darauf ankommt. Und er ist Profi darin, aus suboptimalen Umständen Gutes wachsen zu lassen.
Und ich heute – ich bin nicht schwanger.
Aber ich ahne, dass es Gott mit Maria und Elisabeth ebenso wie mit mir und mit jedem Einzelnen von euch hält. Wir sind Teil seiner Geschichte, die er für uns ausspannt. Meine Unzulänglichkeiten sind ihm dabei kein Hindernis.
Und so stimme ich ein in Marias Gesang:
„Mein Seel erhebt den Herren, mein Geist sich Gottes freut.“
„Er ist mein Heiland für und für, er will allzeit barmherzig sein.“
Ich habe da so einen Chorgesang im Ohr. Die Vielstimmigkeit ist mir nicht gegeben. Müsst damit leben: In mir klingt’s. Müsst durch.
Amen.
By imagine03.deMarias Besuch bei Elisabeth
39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45 Ja, selig ist, die da geglaubt hat! Denn es wird vollendet werden, was ihr gesagt ist von dem Herrn.
Marias Lobgesang
46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 47 und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes; 48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. 49 Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. 50 Und seine Barmherzigkeit währet für und für bei denen, die ihn fürchten. 51 Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. 53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. 54 Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf,[3] 55 wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit. 56 Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.
„Mein Seel erhebt den Herren, mein Geist sich Gottes freut.“
Das sind Klänge, die ich im Ohr habe. So hat Johann Eckert diesen Gang der Maria zu ihrer Base Elisabeth vertont. Die Musik stammt aus dem 16. Jahrhundert, die Geschichte ist jedoch schon viel älter.
Eine, welche die Bedenken bezüglich ihrer Schwangerschaft hinter sich gelassen hat, das ist diese Maria. Maria, die Teenagerin: unverheiratet, schwanger – glücklich. Ihre Eltern werden vielleicht nicht ganz so entspannt gewesen sein. Ihr Verlobter Josef, so erzählt es die Bibel, war es auch nicht. Aber ein Engel hat ihm in der Nacht gut zugeredet, und so hält er zu ihr und dem Kind, auch wenn es nicht seines ist.
Was Maria beflügelt, ist dieser Besuch bei ihrer Base, ihrer Tante Elisabeth. Das hat ihr richtig gut getan – diese Zeit, drei Monate, so haben wir es gehört, verbringt sie bei ihr. Und das hat ihr richtig gut getan. Sie war einmal von zu Hause weg. Vielleicht hat sie dabei auch die ganzen Bedenken bezüglich ihrer Schwangerschaft hinter sich gelassen.
Und sie war bei Elisabeth. Die ist ebenfalls schwanger. Unerwartet, genauso wie bei Maria, und doch ganz anders. Denn Elisabeth ist dafür eigentlich schon viel zu alt. „Muss das sein, in dem Alter noch einmal ein Kind?“, werden sich manche gesagt haben. Doch Elisabeth hat ihre ganz eigene Geschichte: die eines unerfüllten Kinderwunsches – lange gehegt und mit viel Kummer verbunden, sehnsüchtig, enttäuscht. Und dann, im Alter, völlig überrascht.
Was die alte, schwangere Elisabeth weiß: Ein Kind ist alles andere als selbstverständlich. Es ist ein Geschenk Gottes. Und mit ihr teilt Maria die Freude über ihr eigenes Kind.
Als Elisabeth Maria erblickt – so haben wir es gehört –, spürt sie die Kindsbewegungen des eigenen Kindes. Es „hüpft der Elisabeth im Bauch“, so heißt es in der Bibel. Elisabeth ist Maria sechs Monate voraus in ihrer Schwangerschaft. Ihr Kind wird einst Johannes der Täufer genannt werden. Er wird sich selbst als Wegbereiter für Jesus sehen, für das Kind der Maria. Und Johannes wird Jesus einmal am Jordan taufen, und Jesus wird sich durch ihn in die lange jüdische Tradition seiner Väter und Mütter stellen.
Sie alle verbindet die Freude über das, was hier geschieht. Sie spüren: Gott sieht dich, und er sieht mich. Wir sind ein Teil der Geschichte Gottes mit uns Menschen – und hier merken wir es wirklich, wahrhaftig. Wir gehören dazu.
Gott teilt offensichtlich nicht die Bedenken bezüglich dieser Schwangerschaften: die eine zu jung, die andere zu alt. Er schert sich nicht um Konventionen. Gott ist recht unkonventionell, wenn es darauf ankommt. Und er ist Profi darin, aus suboptimalen Umständen Gutes wachsen zu lassen.
Und ich heute – ich bin nicht schwanger.
Aber ich ahne, dass es Gott mit Maria und Elisabeth ebenso wie mit mir und mit jedem Einzelnen von euch hält. Wir sind Teil seiner Geschichte, die er für uns ausspannt. Meine Unzulänglichkeiten sind ihm dabei kein Hindernis.
Und so stimme ich ein in Marias Gesang:
„Mein Seel erhebt den Herren, mein Geist sich Gottes freut.“
„Er ist mein Heiland für und für, er will allzeit barmherzig sein.“
Ich habe da so einen Chorgesang im Ohr. Die Vielstimmigkeit ist mir nicht gegeben. Müsst damit leben: In mir klingt’s. Müsst durch.
Amen.