Willow Creek – warum das für mich wichtig ist
Wir sind gestern von Willow Creek zurückgekommen. Willow Creek ist ein Kongress ähm bei dem es um Leiterschaft geht. Und 2014 habe ich gestern mal nachgeschaut, war mein allererster Willow Cree Kongress damals in Leipzig und ich habe mich gestern auf der Rückfahrt so ein bisschen gefragt, warum ist Willow für mich so wichtig geworden? Als ich 2014 das erste Mal dabei war, da war ich gerade so einen Jahr lang ungefähr hier in der Gemeinde, war in der Jugendleitung, ähm hatte so meine Aufgaben, meine Bereiche und war auch so gerade auf dem Weg irgendwie Jesus so richtig kennenzulernen, so richtig zu verstehen, wer er ist und was das in meinem Leben verändern kann, wenn ich ihn dabei habe. Und dann kam ich auf diesem Kongress und 2014 waren 8000 Menschen auf dem Kongress. 2018 waren es dann 12000 Menschen. Ich stand also das allererste Mal mit meinen jungen Jahren in einem Saal, in einer Halle, in einer Messe und 8000 Menschen um mich drumherum im Lobpreis, im Gebet kannten die Lieder, kannten das Vater unser.
Und was ich erlebt habe, war ich bin ein Teil von etwas ganz ganz ganz großem. mein Christsein, mein Glaube, das was für mich lebenswichtig war in diesem Moment, was meine Freundschaften ausgemacht hat, meine Beziehungen, meine Familie, mein Leben, meine meine Freizeit, meine Schule, wie ich mit Dingen umgegangen bin, wie ich mich verändert hatte, das war plötzlich nicht mehr nur was in meinem Leben Relevanz hatte, sondern das war was, was über Ländergrenzen hinweg wichtig war. was eine Weltmission war. Plötzlich wurde mein Glauben global groß und ich glaube, dass Willow Creek deswegen auch heute für mich noch so wichtig ist, weil es mir immer wieder den Blick weitet, mich von mir selber wegholt und mir deutlich macht, dass das, was für mich wichtig ist, auch für ganz ganz ganz viele andere Menschen auf dieser Welt so einen großen Stellenwert hat.
Ein Prinzip von C. S. Lewis
Und wir hatten in diesem Jahr eine Sprecherin dabei. Mandy Kellyre hieß die Frau und sie hat über das Verwurzeltsein in der eigenen Seele gesprochen und hat von einem Prinzip gesprochen von CS Lewis. Das hat er 1970 in einem Essay veröffentlicht und ich habe meinen Pieer in meiner Jackentasche vergessen für den für die Folien. Aber Rick, du kannst gerne mal eine Folie weiterklicken, bitte.
Und zwar hat er gesagt: „Put first things first and we get second things thrown in.“ Put second things first and we lose both first and second things. Setz das erste an die erste Stelle und du bekommst das zweite dazu. Setzt aber das zweite an die erste Stelle, dann wirst du beides verlieren. Was meint Jesen?
Predigttext: Lukas 18, die Verse 31 bis 42
Lasst uns gemeinsam in den Predigttext von heute hinein schauen und das ein bisschen näher ergründen. Lukas 18, die Verse 31 bis 42.
Er nahm aber zu sich die 12, also Jesus, und sprach zu ihnen: „Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. Denn er wird überantwortet werden, den Heiden, und er wird verspottet und misshandelt und angespielen werden. Und sie werden ihn geißeln und töten und am dritten Tage wird er auferstehen. Sie aber, die Jünger, verstanden nichts davon und der Sinn der Rede war ihnen verborgen und sie begriffen nicht, was damit gesagt war.
Es geschah aber, als er in die Nähe von Jericho kam, da saß ein Blinder am Wege und bettelte. Als er aber die Menge hörte, die vorbeiging, forschte er, was das wäre. Da verkündeten sie ihm, dem blinden Jesus von Nazareth, gehe vorüber. Und er rief: „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich, meiner.“ Die aber vorangingen, fuhren ihn an, er solle schweigen. Er aber schrie noch viel mehr: „Du Sohn Davids, erbarme dich, meiner.“ Jesus aber blieb stehen und befahl, ihn zu sich zu führen. Als er näher kam, fragte er ihn: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ Und der Blinde sprach: „Herrer, dass ich sehen kann.“ Und Jesus sprach sie ihm: „Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen.“ Und sogleich wurde er sehnt und folgte Jesus nach und pries Gott. Und alles Volk, das es sah, lobte Gott.
Zwei Teile, eine Frage
Ein Predigttext, der aus zwei unterschiedlichen Teilen besteht. Der erste Teil ist eine Leidensankündigung von Jesus sterben und Auferstehen. Der zweite Teil, die Heilung des Blinden bei Jericho. Eine Leidensweissagung gefolgt von einer Wundergeschichte.
Irgendwie wirkte es beim ersten Lesen auf mich als ob diese zwei Teile gar nicht richtig zusammenpassen. Ich habe sogar kurz überlegt, ob ich einfach nur über die Leidensankündigung oder nur über die Heilung predigen soll, denn irgendwie wusste ich nicht so recht, wie geht das zurü zusammen?
Aber beginnen wir doch einmal auf eine Perspektive aus dieser Geschichte zu schauen, die in beiden Abschnitten vorkommt, nämlich die Jünger. Bevor uns die Geschichte des blinden Mannes erzählt wird, hören wir, dass Jesus seinen Tod ankündigt und die Jünger verstehen es nicht.
Die Jünger – und dreizehn Blinde
Was uns deutlich wird durch dieses Nichtverstehen der Jünger ist, dass in der Heilungsgeschichte danach nicht nur ein Blinder war, sondern eigentlich 13. Die Jünger konnten Jesus zwar mit ihren Augen sehen, aber in ihrem Herzen verstanden sie ihn nicht. Ihre innere Haltung kam überhaupt nicht hinterher, hinter all dem, was sie mit Jesus erlebt hatten und gesehen hatten. In ihrem Herzen blieben sie blind für das eigentlich Wichtige.
Und die Jünger sind ein erstes richtig gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn wir zweite Dinge an erste Stelle setzen. In Kapitel 22 vom Lukasevangelium, wo auch diese blinden steht, da streiten die Jünger später darum, wer der größte unter ihnen ist. Und diese Heilungsgeschichte des Blinden steht auch im Markusevangelium und in an der Stelle davor steht im Markusevangelium nicht die Leidensankündigung, sondern da steht die Geschichte von zwei Männern Jakobus und Johannes, die Jesus darum bitten, zur rechten und zur linken neben ihm im Himmel sitzen zu dürfen.
Rang, Status, Einfluss
Was die Jünger also in diesem Moment, als sie an dem Blinden vorbeigingen, wirklich beschäftigte, was ihre erste Sache war, war ihr Rang, ihr Status, ihre Position, ihre Macht, ihr Einfluss. Sie begriffen überhaupt nicht, was los ist, weder bei der Leidensankündigung noch bei dem Bettler am Straßenrand, weil sie so sehr damit beschäftigt waren, sich darum zu streiten, wer der größte unter ihnen ist.
Den schreienden Menschen dort am Straßenrand, den empfanden sie als Störenfried auf ihrer Mission, als ein Hindernis. Jetzt ist doch wirklich wichtigeres dran als das Elend eines Einzelnen. So viele kann Jesus heilen. So viele hatte Jesus schon geheilt. Warum könnten wir nicht einmal an diesem blinden Mann vorbeiziehen?
„Sei still“
Deswegen fahren sie den Blinden über den Mund. Deswegen sagen sie: „Sei still, deswegen weisen sie ihn zurück.“ Und was ist die Konsequenz für die Jünger daraus? Dass sie das eigentlich Wichtige total verpassen. Sie verlieren den Blick auf das Wesentliche, verlieren sich im kleinen und übersehen den großen Auftrag dahinter.
Ich habe mich gefragt, wie die Leidenszeit, das Ende Jesu Leben wohl ausgesehen hätte, wenn Jesus Jünger nicht so blind gewesen wären.
Hätte Judas ihn wirklich verraten, wenn er das große Ganze verstanden hätte? Hätte Petrus ihn verleugnet, wenn er das große Ganze verstanden hätte? wären sie im Garten Gezem eingeschlafen, wenn sie das große Ganze verstanden hätten. Ich weiß es nicht und ich glaube auch, dass Spekulieren nicht so viel bringt, aber ich glaube zu spüren, das mit den Augen sehen zu können, eben nicht ausreicht, wenn das Herz blind ist.
Jesus sehen – und doch nicht begreifen
Ich will den Jüngern kein Unrecht tun, denn ich ahne zu wissen, wie es ihnen ging. Könnt ihr euch vorstellen, mal ganz ehrlich, könnt ihr euch vorstellen, dass hier gleich die Tür aufgeht und Jesus in Fleisch und Blut reingelaufen kommt, dass er euch seine Wunden zeigt, ihr sie berühren könnt? Ist es etwas, was ihr euch vorstellen könnt, ihnen wirklich als Menschen vor euch sehen zu können? Mir jedenfalls fällt es unheimlich schwer, wenn nicht sogar unmöglich.
Jetzt drehen wir doch den Spieß einmal um. Die Jünger konnten ihn zu diesem Zeitpunkt leibhaftig sehen. Sie waren mit ihm unterwegs. Er lief einfach 3 m hinter ihnen. Sie konnten sich umdrehen und ihn anschauen. Wie unwahrscheinlich war es für die Jünger sich vorzustellen, dass das einmal keine Realität mehr sein würde. Für die Jünger war es unvorstellbar, dass sie einmal an einen Gott glauben sollten, den sie nicht mehr sehen konnten. genauso unvorstellbar, wie es für uns heute an manchen Stellen ist, an einen Gott zu glauben, den wir eben nicht sehen können.
First Things
Was wäre also ein First thing für die junge Jünger gewesen? Das Hinhören auf die Nöte um sie herum. Jesus Not in Blick auf das Ende seines Lebens und die Not des Blinden auf ein Leben in Freiheit, wie es nur Jesus schenken kann. Der Blick für den anderen und das echte hinhören auf die Nöte in unserer Welt, das sind erste Dinge. Und ich sage es noch einmal mit Worten aus der Bibel.
Jesus aber sprach zu ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und ganzem Gemüt. Das ist das Höchste und das erste Gebot. Das andere ist dem aber gleich. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Denn wer sein Leben erhalten wird, der wird’s verlieren. Wer aber sein Leben verliert und meinet Willen, der wird es finden. Das Doppelgebot der Liebe, das ist ein First Thing.
Retrospektive
Und Gottes Logik schreien für uns Menschen manchmal einfach paradox. Ich kann das verstehen. Wie kann man denn sein Leben finden, wenn man es doch gleichzeitig verlieren soll? Ich verstehe, wieso die Jünger Jesu Leidens die die Jünger Jesu Jesus Leidensankündigung nicht verstanden, wieso sie den einen weiteren Bettler am Straßenrand ruhig stellen wollten. Sie waren überzeugt, die richtigen Dinge an erster Stelle zu haben. Und es ist leicht für mich heute in der Retrospektive auf die Jünger zu schauen und zu sagen, nee, da lag dir ein bisschen daneben.
Nicht umsonst habe ich diesen Gottesdienst in unserer News wie folgt angekündigt. Ich habe geschrieben, es fällt uns oft leicht zu merken, wo andere sich falsch oder unangemessen verhalten, nicht den Normen entsprechen oder uns so richtig auf den Wecker gehen. Doch was, wenn man selbst einmal dieser andere ist?
Also lasst uns doch von den Jüngern lernen und uns frühzeitig fragen, welche Dinge stehen bei mir gerade wirklich an erster Stelle? Und welche zweiten Dinge stelle ich gerade vorne an?
Perspektivwechsel: der Blinde
Lasst mich noch einen zweiten Blick auf diese Geschichte wagen aus der Perspektive des Blinden. Der Blinde kann Jesus nicht mit seinen Augen sehen. Ein bisschen so wie wir heute. Er hört ihn. Er weiß, dass er da ist. Er spürt den Trubel, die Menschenmenge, hört den Tumult. Aber er sieht Jesus nicht.
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben, schießt es mir direkt in den Kopf. Hat denn der Blinde die richtigen Dinge an der ersten Stelle?
Schauen wir einmal genauer hin. Der blinde Mann ruft nach Jesus und er lässt sich nicht ruhig stellen. Er spürt das hier, das jetzt ist meine Chance. Komme was wolle. Wenn ich diesen Mann jetzt verpasse, dann war’s das für immer.
Egal, was die Menschen jetzt gerade sagen, egal, ob sie mich ablehnen, sie werden irgendwann weiterziehen und mich vergessen. Aber für mich könnte das hier der Moment sein. Wenn ich den verpasse, bleibe ich blind. Und das ist im Moment wirklich keine Option. Also ruft er und ruft und ruft und ruft und wird erhört.
Er spürt, wie Menschen ihn hochheben, ihn tragen, sein Puls steigt, sein Herz rast. Dann die entscheidende Frage aus Jesus Mund: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“
Jonathan Almontes und Hoffnung
Jonathan Almontes stammt aus der Dominikanischen Republik in Santo Domingo. Inmitten von absoluter Armut ist er geboren und glaubte lange Zeit, dass es für immer so bleiben würde. Jonathan war ein weiterer Sprecher auf dem Willow Creek Kongress. Er arbeitet bei Compassion und sprach darüber, verwurzelt zu sein in Hoffnung.
Jonathan wuchs bei seiner alleinerziehenden Mutter auf und manchmal hungerte er tagelang, weil er kein Essen hatte, weil sie zu arm waren, um Essen zu kaufen. Und in seiner Gegend da erzählte er, da gab es viele Gangs, die sich mit Gewalt das holten, was er selber gerne hätte. Genug zu essen, schöne Kleidung, ein Leben mit Perspektive.
Und Jonathan erzählte, wie er zu diesen Gangs aufschaute, wie er davon träumte, einmal Teil von ihnen zu sein, weil sie das zu haben schien, was er brauchte und wollte. Und natürlich wurde er mit diesem Blick auch gewalttätig. Natürlich brodete in brodelte in ihm Wut.
Und er erzählte am Freitag auf der Bühne, wenn ihn damals jemand gefragt hätte, was er wirklich braucht im Leben, dann hätte er geantwortet: Pizza und schöne Sneakers, denn er war überzeugt davon, das war ja was ihm fehlte, dazu zugehören, zu sein wie die anderen, angepasst, gut gekleidet, gut genährt, ein Teil der Gesellschaft.
„Herr, dass ich sehen kann“
Als Jesus den blinden Mann fragte, was willst du, dass ich dir tue? Da antwortete er: „Herr, dass ich sehen kann.“
Nachvollziehbar, ehrlich, logisch, irgendwie auch richtig.
Jonathan sagte am Freitag, jetzt in der Retrospektive kann er sagen, was er wirklich brauchte, war Jesus. Jesus, der ihm seine Fehler vergab, der ihn frei machte von seiner Wut, der ihm echte Perspektive schenkte, der aus ihm einen Mann machte, der ehrenvoll war, gut lebte, gut handelte, Jesus, der seine inneren Kämpfe stillte und beendete.
Jesus antwortet dem blinden Mann: „Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen.“
Kyrie Eleison
Deine Sehekraft wiederzubekommen, war das eine. Teil der Gesellschaft zu werden, war das eine. Wieder Geld verdienen und Essen zu haben, war das eine. Aber sein Glaube, sein Kyri Elon, sein Herr erbarme dich über mir, das
war das First Thing für den blinden Mann.
Und wieder wage ich einen Blick in mein eigenes Leben hinein. Was glaube ich gerade zu brauchen? Wonach strebe ich? Was wünsche ich mir? Wofür bete ich? Worum bitte ich?
Und wie würde mein Gebet aussehen, wenn mein Kyrie Elison nicht meine Wünsche und Vorstellungen beinhalten würde, sondern Gottes?
Worte der Bibel
Ich sage es wieder mit Worten der Bibel.
Jesaja 1:17. Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Weisen Recht, führt der Witwin Sache.
Matthäus: Barmherzigkeit will ich und keine Opfer.
Jeremia: Suche der Stadt Bestes.
Micha: Halte Gottes Wort und übe Liebe und sei demütig vor deinem Gott
…und so weiter und so fort. Ich könnte noch tausende Bibelstellen anführen. Die ganze Bibel ist voll mit Wünschen, mit Klagen, mit Sehnsüchten unseres Gottes für unsere Welt.
Und ich frage mich, wie würde unsere Welt aussehen, wenn diese Wünsche, diese Klagen, diese Sehnsüchte in meinem Kürie Elason, in meinem Herr Erbarme dich stecken würden. Wie würde unsere Welt aussehen, wenn das auch meine ersten Dinge wären?
Weitere Perspektiven – und der Rahmen des Gottesdienstes
In der Bibelgeschichte, in unserem Predigtext heute gibt es noch ganz viele andere Perspektiven. Es gibt noch Jesus, es gibt noch die Menschenmenge. Ich könnte noch andere Perspektiven beleuchten und aufzeigen, was es bedeuten kann, welchen Unterschied es macht, wenn wir die ersten Dinge an die erste Stelle setzen.
Aber ich glaube, dass es den Rahmen des heutigen Gottesdienstes etwas sprengen würde.
Der heutige Predigttext ist voll von Missverständnissen, von kleinen Pannen und großen Fehlern, von der Suche nach den falschen Dingen und dem finden der Richtigen. Und die Fragen, die ich uns heute Nachmittag gestellt habe, sind nicht ganz leicht zu beantworten, weil sie uns herausfordern, hinter unserer eigenen Kulissen zu schauen, wirklich ehrlich mit uns zu sein und den Gedanken zuzulassen, dass wir wohl immer noch ein bisschen demütiger, ein bisschen ehrlicher, ein bisschen gnädiger mit uns selbst und auch mit den Menschen um uns herum sein müssten.
Und ich spüre, dass mich dieser Anspruch, die richtigen Dinge an die erste Stelle zu setzen und auch die Angst vor dem Balken in meinem eigenen Auge mich manchmal zu leben scheinen.
Lukas als Erzähler
Und deswegen möchte ich zum Schluss noch einen letzten Charakter kurz beleuchten, der mir persönlich erst ganz ganz spät in den Sinn gekommen ist. Es ist die Perspektive des Erzählers der Geschichte, der Autor des Lukasevangeliums und damit auch der Autor der Apostelgeschichte.
Die Geschichte der Heilung des Blinden habe ich ja vorhin schon kurz erwähnt, steht noch in zwei anderen Evangelien, nämlich in Markus und im Matthäuseum. Und aufgrund der Datierung der Schriften wissen wir, dass Lukas der letzte war, der diese Geschichte aufschrieb und die Schriften aus Matthäus und Markus als Vorlage nutzte.
Aber Lukas macht in seinem Evangelium einen entscheidenden Unterschied zu den anderen beiden. Und das ist etwas, was mich sehr berührt hat am Ende.
Theozentrik
Lukas, also der Autor des Lukasevangeliums hat eine unwahrscheinliche Theozentrik in seinen Schriften. Das bedeutet, Gott steht im Mittelpunkt. Alles in seinen Schriften dreht sich um den einen Gott.
Das Ansprechen Gottes als Höchster, als Herr oder als Gott. Also diese Begriffe für Gott in der Bibel, in den in den Evangelien findet man bei Markus 48 mal, bei Matthäus 51, bei Johannes 83 mal, bei Lukas 290 mal.
Das Lukasvangelium betont Gott als höchsten, als Herrn viel viel viel öfter als die anderen Evangelien. Und dazu kommen dann noch Namenquivalente Gebrauch von Wörtern wie mächtiger, Retter, Herr, Gebieter.
Und die Beschreibung von Gott als heilig findet sich bei Markus 7 mal, bei Matthäus 10 mal, bei Johannes 5 mal, im Lukasevangelium 73 mal.
Gott als Vater
Das zentrale Thema des Lukas Lukasevangeliums ist Gott selbst. Der Gott, den Jesus Vater nennt. Schon als Zwölfjähriger spricht Jesus von meinem Vater und auch am Kreuz betet er dann zu seinem Vater.
Gott als Vater ist das Zentrum von Jesus Gebet, von seinem Selbstverständnis, seiner Verkündigung, seiner Ethik. Wenn Jesus betet, dann nennt er Gott Vater. Wenn er über sich selbst spricht, spricht er von seinem Vater. Wenn er erklärt, wie Menschen leben sollen, verweist er auf den Vater. Und wenn er Gleichnis erzählt, z.B. das vom verlorenen Sohn, dann zeigt er, wie dieser Vater im Himmel ist. barmherzig.
Erste Dinge im Leben des Lukas
Die ersten Dinge im Leben des Autors des Lukasevangeliums ist Gott in seiner Herrlichkeit, in seiner Heiligkeit, seiner Macht, seiner Barmherzigkeit, seiner Liebe.
Zweite Dinge werden hinzugetan
Wann immer du oder ich also mal wieder daran scheitern sollten, an diesem Anspruch, die ersten Dinge auf der ersten Stelle zu lassen, dürfen wir wissen, solange Gott das Zentrum bleibt, solange Gott an erster Stelle bleibt, werden uns die zweiten Dinge hinzugetan.
Wenn wir das erste an die erste Stelle setzen, dann kommt das zweite hinzu. Wenn wir das zweite an die erste Stelle setzen, werden wir beides verlieren. So sagte es Louis. So wiederholte es Mindy vor drei Tagen und so gebe ich es euch heute weiter in der Hoffnung, dass ihr die Frage des Gottesdienstes QMI, wer bin ich mit der Perspektive beantworten könnt, ich bin ein Teil von etwas Größerem, Teil einer Weltmission, Teil einer Gemeinschaft, die Landesgrenzen überschreigt. überschreitet auch Grenzen meiner eigenen Vorstellung. Ich bin Teil einer Liebe, die mich annimmt, freimacht und mir ewiges Leben schenkt.
Lasst uns gemeinsam beten
Jesus selbst im Angesicht deines Todes
gehst du an einem Mann vorbei, der leidet und du bleibst stehen. Du hörst hin. Selbst im Angesicht deines Todes verlierst du deine ersten Dinge nicht aus dem Blick.
Selbst im Angesicht deines eigenen Todes wendest du dich uns zu.
Und manchmal können wir nicht begreifen, was das bedeutet. Manchmal können wir nicht annehmen, was das heißt.
Manchmal scheitern wir daran, es gleich zu tun.
Und dann dürfen wir wissen, dass du uns vergibst.
Dann dürfen wir wissen, dass wir auf dich schauen können, von dir lernen können. Dann dürfen wir wissen, dass du selbst deinen Jüngern, denen, die dich verraten haben, denen, die dich geleugnet haben, denen, die eingeschlafen sind, dass du auch für sie am Kreuz starbst und ihnen vergeben hast.
Jesus, ich bete, dass wir in den kommenden Wochen mit dem Blick auf Ostern gerichtet begreifen und verstehen, was dein Leiden, dein Sterben, deine Auferstehung bedeuten. Lass uns nicht blind im Herzen sein, wie die Jünger es vielleicht an der oder anderen Stelle waren,
sondern lass uns verstehen, lass es neu in unser Herz sinken
und hilf uns, hilf uns dabei herauszufinden, was unsere ersten Dinge sind und was die zweiten sind. Hilf uns zu unterscheiden. Gib uns Weisheit, das voneinander zu trennen und gib uns Weisheit die richtigen Dinge an die erste Stelle zu setzen. Und Herr, du versprichst, wenn wir dich darum bitten, dann wirst du auun, dann wirst du schenken, dann wirst du Berge versetzen. Du hörst unser Flehen, du hörst unser Schrein, du hörst unser Kyrielon.
Du heilst uns. Das ist was wir glauben. Das ist was wir proklamieren. Das ist wofür wir in dieser Welt leben. Mit diesen Glauben an dich, an deine Wunder, an deine Werke. Und ich bete, dass du uns hilfst, das zu sehen, daran zu glauben, daran festzuhalten, wann immer es gerade schwer ist.
Und Jesus, ich bete für unsere Bitten, unsere Klagen, unsere Sehnsüchte, dass du in all das hineinkommst, dass es deine Wünsche, deine Vorstellungen sind, dass wir deine Gebete sprechen.
Jesus, wir bitten um Vergebung, dort wo wir die falschen Dinge an erster Stelle gesetzt haben.
Und wir nehmen dankend an, dass du uns neu machst, frei machst, vergibst
und all das, unser Bitten, unser Danken, unser Flehen legen wir in das Gebet, dass du uns gelehrt hast. Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.