IMAGINE - Gemeinde Grossgrabe

Siehe, ich mache alles neu.


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Herr, schenk uns ein Herz für dein Wort und dein Wort für unser Herz. Amen.

Da sind wir nun also wieder, ja, mit der diesjäherigen Jahreslosung. Ich mache alles neu. Du machst alles neu? Nein, natürlich nicht. Nein, das ist die Jahreslosung. Gott spricht. Siehe, ich mache alles neu. Ich mache alles neu. Ein durchaus bekannter Slogan. Er zieht sich durch die Jahrhunderte. Ich mache alles neu. Ich mache alles ganz anders. Alles wird besser. Wer ist schon nicht alles mit diesem Versprechen angetreten? Da gibt es schon so viele, die alles neu machen wollten, es besser machen wollten. Meist dauert es gar nicht lange und man konnte sehen, dass es so neu nicht war. Es war eher eine Renovierung des Alten, ein übertünschen, Alter bekannter Missstände. Wie sagte da schon der weig Salomo im Buch der Prediger? Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Und wenn ich ehrlich bin, ist diese Aussage eine Aussage, mit der ich auch viel besser leben kann. Zum einen, weil es all die Schreihze relativiert, die so tun, als ob jetzt was völlig Neues kommt. Ich muss sie nicht so ernst nehmen. Ich kann gelassen bleiben und abwarten, um in aller Ruhe festzustellen, Salomo hat recht. Zum anderen ist die Aussage: siehe, ich mache neu auch etwas erschreckend. Wer will denn, dass alles neu wird? Ich nicht. Ich bin ein Gewohnheitstier. Ich liebe es, wenn ich weiß, wie die Welt funktioniert, wie was abläuft, wie wer tickt. Es ist doch unwahrscheinlich beruhigend, wenn ich im Vorfeld abschätzen kann, was mich erwartet. Stell dir vor, der muffliche Nachbar sagt plötzlich ganz nett guten Morgen. Oder die unnahbare alte Frau aus der Kirchgemeinde fragt sich plötzlich, wie es dir geht. Wir haben unsere Umwelt gern übersichtlich und katalogisiert. Wir wissen, wer gut und wer böse ist, wen man grüßen muss und wen nicht. Wir wissen, wie unsere meisten Mitmenschen reagieren und welches Verhalten oder welche Gesprächsthemen ich vielleicht vermeiden sollte oder aber gerade nicht. Der Satz siehe, ich mache alles neu hat schon auch etwas beunruhigendes an sich. Ich will nicht, dass alles neu wird. Na ja, ganz so würde ich das nicht sagen. Für mich gibt es schon Neues, was ich gern möchte und worüber ich mich sehr freue. Ach so, worüber denn? Lass mich mal nachdenken. Ich freue mich z.B., wenn ich etwas Neues ausprobieren kann, wie jetzt z.B. in der Passionszeit ökumenische Exerzien oder ich freue mich, dass ich ein neues Musikinstrument lernen kann, so einen Zungentrommeln. Da beginnt etwas ganz Neues. Das ist doch schön, oder? Ich lerne neue Wege oder neue Orte kennen. Das ist immer sehr interessant. oder es ist zwar schon lange hier, aber ich kann mich daran erinnern, wie toll ich es fand, ein neues Schulheft zu beginnen. Das war so schön sauber, ohne Tintenklexe, durchgestrichene Wörter oder Eselsen. Schön ist auch der Beginn eines neuen Jahres. Na, so lange ist es ja noch nicht her. Obwohl da schwingt auch immer so ein bisschen die Bang Frage mit, was das neue Jahr so an Überraschungen bringen wird. Bei alles neu machen fällt mir auch dieser frisch gefallene Schnee ein. Alles ist so schön rein und so weiß, alles ist so schön zugedeckt. Aber eigentlich ist es dann ja gar nicht wirklich neu. Ganz anders ist es in unserem Bibelvers. Siehe, ich mache alles neu. Wo steht die eigentlich die Jahreslosung? In der Offenbarung im vorletzten Kapitel. Am Ende aller Dinge. Johannes beschreibt ja viele Ereignisse, die er in seinen Visionen gesehen hat. Das ist vieles schwer zu verstehen. Aber zum Schluss, dann wird es ganz klar. Bilder, die man gut nachvollziehen kann. Er beschreibt einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und er sagt den bekannten Satz, dass Gott alle unsere Tränen abwischen wird, dass alles Leid und aller Tod vergangen ist. Und der Text spricht von der Zukunft. Johannes beschreibt die zukünftige Welt Gottes und dann kommt unsere Jahreslosung. Und da steht im griechischen Text Idu keina. Poi Panther, das Werk POIO istäens Gegenwort aktiv, Wirklichkeitsform erste Person singular, also wirklich siehe, ich mache alles neu, nicht ich werde machen oder ich habe gemacht. Gott sagt nicht nur, dass es irgendwann einmal alles neu machen wird, sondern dass sein Neua machen bereits wirksam ist und sicher kommt. Es ist so gewiss, dass es im Bräens gesagt wird. Das passt gut zum Kontext, wo Gott auf dem Thron sitzt und spricht. Seine Herrschaft und sein Erneuerungswerk sind nicht nur Zukunft, sondern greifen schon jetzt in unsere Realität ein.

Dann geht es ja in erster Linie gar nicht um radikale Veränderungen, sondern darum, dass Gott kontinuierlich am uns und seiner Welt wirkt. Und das erinnert mich ein bisschen an die Jahreslosung von 2007 aus dem Jesaja Buch, die ihr ja sicher alle noch kennt. Gott spricht: „Siehe, ich will ein neues schaffen. Jetzt wächst es auf. Er kennt ihr es denn nicht? Veränderung, die so kommt, von langer Hand vorbereitet, wirkt oft ganz anders. Nicht alles sofort zerschlagend, in Frage stellend, sondern man hat das Gefühl, es passt. Die Zeit war reif. Es öffnen sich Türe, es ebnen sich Wege. Ja, und doch muss man auch da altes loslassen. Das ist nicht immer leicht. In der Bibel steht dann der schöne Satz: „Als die Zeit erfüllt war, als die Zeit erfüllt war, hieß für Maria sich zu entscheiden, Gottes Sohn zur Welt zu bringen. Oft bedeutete es, dass sich Menschen auf den Weg machen mussten. Ob das nun einzelne Menschen betraf, wie die Weisen aus dem Morgenland oder ganze Völker wie die Israeliten. Wenn Gottes Zeit erfüllt war, ging es los. Da hatten aber auch Herrscher und Könige keine Chance, ganz egal, ob sie nun Fahao, Nebukadnza oder Kaiser Augustus hießen.

Etwas Neues heißt oft Aufbruch, Herausforderung und Wagn. Gewohntes muss aufgegeben werden. Ein schöner gemütlicher Alltagsweg wird plötzlich zum steinischen Pfad.

Etwas Neues ist aber auch immer wieder eine neue Chance. Natürlich ist es eine Chance und manchmal wünschen wir sie uns ja auch verzweifelt. Vielleicht zum ersten Mal, als wir als Kind diese Tasse fallen gelassen haben. Mutis Lieblingstasse. Kaputt, fassungslos stehen wir davor. Wir sammeln die Scherben auf, halten sie zusammen, vielleicht versuchen wir noch zu kleben vergeblich.

Oder wir schauen noch einmal zurück auf die Jahreslosung von 2025. Prüfet alles und behaltet das Gute. Wenn ich alles auf den Prüfstand stelle, kann es gut sein, dass ich feststelle, dass es nicht mehr taugt, dass ich was Neues brauche. Das kann durchaus schmerzhaft sein. Vielleicht muss ich feststellen, dass ich etwas völlig falsch gemacht habe, dass ich mir eingestehen muss, dass ich Dinge wirklich kaputt gemacht habe und sie auch nicht mehr hinbekomme. Dann würde ich es gern neu machen, kann es aber nicht. Aber vielleicht kann ich neue Wege gehen, vielleicht kann ich mir Hilfe suchen. Ja, als ich mich so mit der neuen Jahreslosung beschäftigt habe, fiel mir dazu etwas ein. Wir haben früher in Tschechien einmal eine sogenannte magische Tafel gekauft. Die konnte man immer wieder löschen und neu beschreiben. Natürlich existiert unser Exemplar schon lange nicht mehr, aber vielleicht gibt es jetzt etwas ähnliches.

Und da ist sie nun. Manchmal ist unser ist mein Leben, seht ihr es da hinten, voller Flecke wie diese Tafel hier. Ich habe andere verletzt. Ich bin nicht eingetreten für das Gute. Ich habe mich davor gedrückt, von Jesus und meinem Glauben zu erzählen.

Ich habe Gott traurig gemacht. Mir tut leid und ich will es wieder gut machen und ich fange an die Tafel zu putzen auf jede nur mögliche Art. Aber sie will einfach nicht sauber werden. Ich schaff das nicht allein. Schauen wir doch noch einmal unsere Jahreslosung genauer an. Gott spricht, siehe, ich mache alles neu. Ich mache alles neu. Heißt, ich mache alles neu am Ende der Zeit.

Das heißt, ich mache alles neu am Ende deiner Tage,

aber das heißt auch, ich mache alles neu und ich reinige dein fleckiges Leben.

Bring es doch einfach zu mir.

Das möchte ich jetzt gern mit euch zusammenun.

Jesus, ich bringe dir, was mich belastet. Ich bringe dir jetzt alles, womit ich dich traurig gemacht habe.

Jesus, das alles tut mir sehr leid. Bitte vergib mir und mache du mein Leben ganz neu. Amen.

Gott spricht. Siehe, ich mache alles neu, auch dein Leben. Und ich darf dir zusagen, dir sind deine Sünden vergeben. Du darfst ganz neu anfangen. Was gewesen ist, das braucht dich nicht mehr beschweren. Und was kommt, muss dich nicht schrecken.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes gehen in seinem Frieden. Amen.

Schaut her.

Nun ist die Tafel ganz sauber. So dürft auch ihr euch fühlen. Ganz sauber, ganz rein, ganz unbeschwert. Und ihr kennt uns ja ein bisschen. Zum Erinnern an die Jahreslosung und an Gottes Zusage haben wir euch, jeden von euch auch so ein kleines Täffelchen mitgebracht.

Darauf steht hinten Gott spricht siehe. Ich mache alles neu. Jeden Tag, jede Stunde dürft ihr euch daran erinnern. Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu. Amen.“ Und der Friede Gottes, der unser Verstehen übersteigt, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.

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IMAGINE - Gemeinde GrossgrabeBy imagine03.de