IMAGINE - Gemeinde Grossgrabe

Menschen stärken– Lebendige Steine in Gottes Haus


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Genau, es wurde ja schon angekündigt, dass das heute der letzte Teil ist von diesen Visionspredigten, von dem, was wir da gemeinsam als Gemeinde entwickelt haben, unter der Überschrift „Gemeinde mit Strahlkraft“.

Und das Thema, was heute ist, ist das Thema Menschen stärken.

Es haben sich ja Menschen Gedanken gemacht über die Vision und hatten auch einen Bibeltext zugrunde gelegt, und den habe ich natürlich auch genommen, den ich dort gefunden habe in den Unterlagen. Den könnt ihr hier mitlesen. Ich lese ihn euch einmal vor aus der Luther-Übersetzung. Es ist Erster Petrusbrief 2,1–10:

„Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Haus und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.
Darum steht in der Schrift: Ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.
Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die aber, die nicht glauben, ist er der Stein, den die Bauleute verworfen haben; der ist zum Eckstein geworden und ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses.
[…]
Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, damit ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht.
Ihr, die ihr einst nicht sein Volk wart, nun aber Gottes Volk seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid.“

Ablegen

Der Text hat schöne Bilder, total viele Bilder. Und ich habe das noch mal so ein bisschen zusammengefasst, wie das hier eigentlich losgeht.

Es geht los mit dem, was wir alles ablegen sollen. Ganz am Anfang steht, was wir ablegen sollen.

Ich habe mir das so vorgestellt: schlechte Eigenschaften ablegen, Sachen ablegen, die einem nicht gefallen. Das ist eigentlich so, wie wenn ich am Wochenende auf einer Baustelle war, gearbeitet habe und mit verdreckten Klamotten nach Hause komme, nach Schweiß stinke und einfach super dreckig bin. Dann gehe ich nicht ins Wohnzimmer und setze mich aufs Sofa. Ich werde mich auch nicht so ins Bett legen.

Ich muss erst mal ablegen: Ich ziehe die Schuhe aus, ich ziehe die Klamotten aus, ich wasche mich, ich mache mich sauber, dass ich wieder gut aussehe. Und erst wenn ich geduscht bin, gehe ich rein und setze mich gemütlich aufs Sofa. Nicht vorher, sondern erst, wenn ich sauber bin.

Das ist so das, was hier auch steht: Wir sollen ablegen – Bosheit, Betrug, Heuchelei, Neid, böses Gerede. Und das sind Themen, die gerade in unserer Welt sehr präsent sind. Oder die bei mir selber aufploppen, wie das Thema Neid, oder andere Dinge, die sich in meinem Kopf breitmachen.

Wenn man es genauer nimmt, ist das eigentlich eine Schwäche, wenn ich da drin hänge. Und unser Thema ist ja „Menschen stärken“. Um Menschen zu stärken, gibt es erst einmal diese Schwächen, die wir haben und die immer wieder kommen.

Wenn wir schwach sind, dann gewinnen diese schwierigen Eigenschaften an Kraft in uns. Und die sollen wir ablegen.

Identität in Jesus Christus

Ich habe das noch weitergedacht: Ablegen, sauber machen, duschen – das ist auch so ein Bild für die Taufe.

Die Taufe ist ja dieser Schritt, dass wir zu Jesus gehören. Das Zeichen, dass Sünde abgewaschen ist und dass wir damit eine neue Identität in Jesus Christus finden.

Wir haben als Untervers unter „Menschen stärken“ gesetzt:
Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen ihre Identität in Jesus Christus entdecken.

Das ist diese neue Identität, die Jesus für uns vorgesehen hat.

Und trotzdem merke ich: Der alte Mensch kommt bei mir ganz oft wieder vor. Alte Muster. Gerade das Thema Neid ist bei mir immer wieder da, wo ich reinrutsche.

Das heißt: Nicht nur ich brauche das, sondern wir brauchen das immer wieder – dieses Freiwerden davon, dieses Ablegen, um Jesus nachzufolgen.

Nahrung: Gottes Wort

Dann kommt in dem Text, dass wir uns nach der lauteren Milch sehnen sollen wie neugeborene Kinder – also nach dem Wort Gottes.

Das ist das, was uns Nahrung gibt. Wir sollen begierig sein nach Gottes Wort, weil es uns beschreibt, wie gut Gott ist. Von der Schöpfung über die Geschichte Israels, über Kreuz, Tod und Auferstehung bis hin zur Sendung des Heiligen Geistes.

Gott hat Gutes mit uns vor. Und daran sollen wir uns erinnern.

Lebendige Steine

Dann geht der Text weiter und redet von lebendigen Steinen.

Das Wichtigste ist: Gott ist die Grundlage, das Fundament. Und wir sollen lebendige Steine werden, weil er sein Lebenshaus – seine Gemeinde – damit bauen will.

Wenn man einen stabilen Turm bauen will, dann setzt man die Steine versetzt. Wenn man einfach nur schnell hochbaut, ist es nicht stabil. Stabil wird es durch Reibung, durch engen Kontakt.

So ist es auch in der Gemeinde. Wir sehen unterschiedlich aus. Unterschiedliche Persönlichkeiten, unterschiedliche Meinungen. Aber wir haben ein Fundament: Jesus.

Reibung und Stabilität entstehen, wenn wir eng zusammenstehen. Wenn wir nur wenig miteinander zu tun haben, bekommen wir nicht viel mit. Wenn wir eng beieinander sind, merken wir, wenn einer fehlt, wenn es jemandem schlecht geht.

Und das sorgt dafür, dass wir einander stärken können.

Aufeinander achten

Mir ist das als Hauskreisleiter passiert, dass ich gemerkt habe: Jemand war ganz lange nicht da. Und ich habe Wochen gebraucht, bis ich nachgehakt habe. Das fällt mir schwer.

In meiner Arbeit in der Diakonie hatte ich ein Gespräch mit einem Mann um die 80. Es ging um eine Patientenverfügung. Irgendwann kam die Frage, ob er geistlichen Beistand wünscht. Er sagte: „Nein, ich bin aus der Kirche ausgetreten.“

Er erzählte, seine Mutter sei jahrelang treu in der Gemeinde gewesen. Als sie krank wurde und nicht mehr kommen konnte, kam niemand vorbei. Niemand fragte nach.

Das hat ihn so verletzt, dass er gesagt hat: Damit möchte ich nichts mehr zu tun haben.

Und ich habe gedacht: Wie bitter wäre das, wenn das bei uns so wäre.

Wir müssen aufeinander achten. Reibung zulassen. Nähe zulassen. Nachfragen.

Priester sein – im Alltag

Der Text geht weiter: Wir sollen geistliche Opfer bringen. Wir sollen Priester werden.

Das heißt: Wir bleiben nicht im Wohnzimmer. Wir gehen wieder raus in die Welt.

In der Vision steht:
Wir rüsten Menschen zur Nachfolge aus, damit sie im Alltag prägend unterwegs sein können.

Das heißt konkret: helfen, wenn jemand Not hat; geben; Konflikte klären; nicht übereinander reden, sondern miteinander; Verantwortung übernehmen.

So bauen wir Gottes Haus.

Jesus – der Eckstein

Jesus ist der Eckstein, das Fundament. Man kann auf ihm bauen – oder über ihn stolpern.

Unsere Gemeinschaft unterscheidet sich von anderen Gemeinschaften dadurch, dass wir dieses Fundament haben: Jesus Christus.

Er hält uns zusammen, selbst bei unterschiedlichen Meinungen. Und das ist etwas Besonderes.

Einladung und Erinnerung

Vielleicht liest du das und denkst: Ich habe gar keine Beziehung zu Jesus.

Dann lade ich dich ein, weiterzukommen, Fragen zu stellen, Gemeinschaft zu erleben.

Oder du bist schon lange unterwegs mit Jesus und kennst dieses Hin und Her, dieses Vergessen, dieses Müdesein. Dann komm immer wieder zurück. Gottes Wort ist wie Muttermilch – wir brauchen es.

Am Ende habt ihr alle einen Stein bekommen. Vielleicht fällt dir jemand ein, der fehlt. Schreib den Namen darauf. Bete. Frag nach.

Mir fällt das schwer. Vielleicht seid ihr besser darin.

Herr, ich danke dir, dass du bei uns bist, dass du uns deinen Segen schenkst und dass du uns zu lebendigen Steinen zusammenfügst als Gebäude.

Bitte segne die Gespräche, die entstehen.

Amen.

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IMAGINE - Gemeinde GrossgrabeBy imagine03.de