Radio Helsinki

Meldungen 29. April 2026


Listen Later

USA: Trump will Erschießungskommandos wieder zulassen

Wie t-online berichtet, hat Donald Trump Erschießungskommandos als Hinrichtungsmethode wieder zugelassen. Die Maßnahme ist ein Bruch mit bisherigen Entwicklungen hin zu weniger brutalen Vollstreckungsformen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren die Todesstrafe in den USA grundsätzlich. Der US-amerikanische Justizministier genehmigte zudem die Beantragung der Todesstrafe gegen neun Menschen. Zuvor hatte das Ministerium ein unter Trumps Vorgänger Joe Biden verhängtes Moratorium – also einen Aufschub – für Hinrichtungen auf Bundesebene aufgehoben.

USA: Forscher sterben unter ungeklärten Umständen

Mehrere prominente US-Wissenschafter sind laut n-tv in den vergangenen Monaten unter teils ungeklärten Umständen gestorben oder verschwunden. Die Fälle sorgen für Aufmerksamkeit, auch wenn bislang keine eindeutigen Zusammenhänge bestätigt sind. Expert:innen mahnen zur Vorsicht vor Spekulationen, betonen aber gleichzeitig, dass Transparenz bei der Aufklärung solcher Vorfälle zentral ist, um Vertrauen in wissenschaftliche Institutionen zu erhalten. Das FBI prüft, ob zwischen den Fällen ein Zusammenhang besteht.

Vermisste Journalistin: Hinweise auf Haft in Syrien

Im Fall einer vermissten deutschen Journalistin gibt es laut Standard Hinweise darauf, dass sie in Syrien festgehalten wird. „Wir wussten bislang nur, dass und wo sie in die Hände der syrischen Sicherheitskräfte gefallen war“, sagte Jasenski der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Nun gebe es glaubwürdige Berichte, wonach Michelmann wahrscheinlich in ein Gefängnis Aleppo gebracht worden sei und dort bis heute festgehalten werde. So hätten freigelassene Gefangene von dort den kurdischen Journalisten, der zeitgleich mit Michelmann festgenommen worden sei, als einen der Inhaftierten erkannt. „Es ist in dem Gefängnis eine Art offenes Geheimnis, dass dort auch eine deutsche Journalistin inhaftiert ist“, sagte Jasenski unter Berufung auf die Augenzeugenberichte weiter. Er gehe wie auch die Familie davon aus, dass es sich um Michelmann handele.

Hass im Netz: Staat lagert Verantwortung an NGOs aus

Wie der Standard berichtet, wird der Kampf gegen Hass im Netz in Österreich zunehmend an Organisationen wie ZARA ausgelagert. Diese dokumentieren Fälle, beraten Betroffene und leisten Präventionsarbeit – oft mit begrenzten Ressourcen. Kritisch daran: Staatliche Aufgaben werden damit faktisch an zivilgesellschaftliche Akteure übertragen, ohne ausreichende finanzielle Absicherung. Das betrifft auch wichtige Bereiche wie die Feuerwehr, die Rettung oder das Kriseninterventionsteam. Expert:innen aus Medienrecht und Zivilgesellschaft warnen, dass so strukturelle Probleme nicht gelöst, sondern nur verschoben werden – während Plattformen und Politik weiterhin nur eingeschränkt in die Pflicht genommen werden. Vor allem wenn Organisationen wie ZARA dann die staatliche Förderung verlieren, fallen wichtige Strukturen gänzlich weg.

Ex-FPÖ-Politiker wegen Marsalek-Fluchthilfe vor Gericht

Ein ehemaliger FPÖ-Politiker Thomas Schellenbacher steht laut Standard im Zusammenhang mit der Flucht des Wirecard-Managers Jan Marsalek vor Gericht. Der Unternehmer Thomas Schellenbacher organisierte jenen Flug, mit dem der damalige Wirecard-Vorstand Jan Marsalek nach Belarus reiste. Seitdem ist dieser flüchtig. Marsalek gilt als zentrale Figur im Wirecard-Skandal und wird international gesucht. Juristisch relevant ist Paragraph 299 des Strafgesetzbuchs, die Begünstigung: „Wer einen anderen, der eine mit Strafe bedrohte Handlung begangen hat, der Verfolgung oder der Vollstreckung der Strafe oder vorbeugenden Maßnahme absichtlich ganz oder zum Teil entzieht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.“ Schellenbacher wurde am Freitag dieses Vorwurfs freigesprochen.

Steiermark: Neunter Femizid dieses Jahr

Leibnitz – In der steirischen Gemeinde Heimschuh soll ein 36-jähriger Mann in der Nacht auf Samstag seine 35-jährige Ehefrau erschossen und anschließend Suizid begangen haben. Laut Polizei wurde eine legal besessene Waffe verwendet. Auslöser dürfte ein Trennungswunsch der Frau gewesen sein. Die beiden Kinder des Paares waren zum Tatzeitpunkt nicht im Haus. Wie berichtet wurde, sprechen Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Justizministerin Anna Sporrer von einem Femizid und betonen, solche Taten dürften nicht als private Tragödien verharmlost werden. Neben strengeren Waffengesetzen brauche es auch gesellschaftliche Veränderungen. Auch Meri Disoski verweist auf strukturelle Ursachen und warnt, dass Trennungsphasen besonders gefährlich seien.

 

...more
View all episodesView all episodes
Download on the App Store

Radio HelsinkiBy Radio Helsinki