Heute erfährst du, was das Ausmisten deines Depots mit dem Ausmisten des Kellers zu tun hat und wie du beides schneller und erfolgreicher erledigen kannst.
Hol dir die Antworten auf folgende Fragen:
- Warum neigen wir dazu Verliererwerte zu halten?
- Warum verkaufen wir Gewinnpositionen meist zu früh?
- Warum sorgt dieses Muster für gut Laune, jedoch für schlechten Geldertrag?
- Und: Wie entscheide ich erfolgreicher und bleibe dabei auch noch gut gelaunt?
# Dispositionseffekt
Der Dispositionseffekt verleitet uns AnlegerInnen dazu, Verlustpositionen zu halten und Gewinnerwerte zu verkaufen. Obwohl die Statistik zeigt, dass verkaufte Gewinnerwerte nach dem Verkauf weiter steigen und gehaltene Verliererwerte nur selten die Kursrichtung ändern. Du möchtest nachlesen? Unten findest du einige Studienbeispiele.
Rationales Verhalten im Sinne des "Homo Öconomicus"? Im Einklang mit der klassischen Kapitalmarkttheorie? Wohl kaum. Vielmehr ein häufiger Stolperstein am Weg zum erfolgreichen Money Mindset.
Reflektieren wir nicht über unser Denken, so verleiten uns ein Mix aus emotionalen und kognitiven Faktoren zu diesem Handlungsmuster. Anstatt der Börsenweisheit "Gewinne halten, Verluste verkaufen." agieren wir genau umgekehrt.
Denn: Realisierte Verluste schmerzen. Diesem Schmerz gehen wir gerne aus dem Weg. Der Preis: Wir werden risikofreudiger, halten fallende Werte und die Hoffnung, dass diese wieder steigen. Anlagestrategie wird durch Management by Hope ersetzt. Und steigen die Verliererwerte? Häufig nicht oder erst Jahre später. In beiden Fällen zahlen wir für unser emotionales Wohlbefinden mit barem Geld. Der Portfolioertrag wird schmäler.
Und bei Buchgewinnen? Hier entsteht die Sorge, dass Buchgewinne verloren gehen können. Das Ergebnis: Wir verkaufen, verzichten auf weitere Erträge und sind mit Reinvestitionsrisiken konfrontiert.
# Starkes Money Mindset
Du möchtest deine Investments überdenken? Brauchst Bargeld oder willst umschichten? Vergiss die Ertragsspalte in deinem Depotauszug. Ignoriere die aktuelle Bewertung deines Investments. Stelle dir bei all diesen Situationen zukünftig nur mehr folgende Frage:
Würde ich dieses Investment heute zum aktuellen Preis kaufen?
Wenn du die Frage mit "Ja" beantwortest, dann kannst du dich freuen. Denn du hast diesen Wert bereits. Anlageentscheidung: Halten.
Deine Antwort lautet "Nein"? Dann siehst du in diesem Wert keine oder wenig Ertragsmöglichkeiten für die Zukunft. Anlageentscheidung: Verlaufen.
Mit dieser einfachen Frage schlägst du den Dispositionseffekt in die Flucht und entscheidest mit einem starken Money Mindset zukunftsorientiert.
# Bonus
Lust auf mehr rund um ein starkes Mindset? Dann hol dir mein kostenloses E-Book "Der beste Weg zu mehr Ertrag: Intelligent Entscheiden." Es hilft dir, damit du schneller deine Geldziele erreichst.
# Dankeschön
Danke, dass du bei dieser Folge dabei warst. Wenn es dir gefallen hat, dann lass es uns und andere wissen. Abonnier unseren Podcast und schenke uns eine Bewertung. Wie du eine Bewertung hinterlassen kannst? Hier haben wir eine kurze Erklärung für Apple Podcast.
# Literaturlinks
Du möchtest es genau wissen? Hier die Links zu ein paar Forschungsstudien, die dem Dispositionseffekt genau unter die Lupe genommen haben:
Braga, R. and Fávero, L. P. L. (2017): Disposition Effect and Tolerance to Losses in Stock Investment Decisions: An Experimental Study. Journal of Behavioral Finance, 18, Issue 3, pp. 271-280
Cai, H., Wang, M. and Bai, C. (2018): An Empirical Study of Investors' Disposition Effect in China Based on Open Data from the Chinese Stock Markets. International Journal of Economics and Finance; 10: 5, pp. 165-172
Fischbacher, U., Hoffmann, G. and Schudy, S. (2017): The Causal Effect of Stop-Loss and Take-Gain Orders on the Disposition Effect The Review of Financial Studies, 30, Issue 6, pp. 2110–2129
Frazzini, A. (2006). The Disposition Effect and Underreaction to News. Journal of Finance 61(4), pp. 2017–2046.
Shefrin, H. and M. Statman (1985): The Disposition to Sell Winners Too Early and Ride Losers Too Long: Theory and Evidence. The Journal of Finance, 40, pp. 777–790.