Der Mischpokast der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. Gast der
zweiundzwanzigsten Folge ist Markus Meckel, Politiker und Theologe.
Mit Dmitrij Kapitelman spricht er über seinen Werdegang und
wie er vom "Untergrund" zur höchsten politischen Verhandlungsebene in
der DDR aufstieg. Dort war er Teil der einzigen frei gewählten Volkskammer, die
sich als erste offiziell der deutschen Schuld und Verantwortung an der Schoa
stellte, was die SED nie tat. Die beiden sprechen über die bekannte Rede von Michail
Gorbatschow zu Abrüstung, Sicherheitspolitik und politischem Kurswechsel vor
der UNO am 7. Dezember 1988 und die Gründung der Sozialdemokratischen Partei
(später SPD), die sich für freie Wahlen einsetzte. Meckel erzählt außerdem,
wann ihm bewusst wurde, dass es mit der Demokratie klappen würde, warum es
danach jedoch komplizierter werden sollte. Dabei teilt er seine
Einheitsgeschichte, eine, die ansonsten eher selten erzählt wird: nämlich von der
Opposition zum Außenminister.
Außerdem geht es um die Aufnahme der Jüdinnen*Juden in die
DDR, die in der ehemaligen Sowjetunion in Gefahr waren und flüchten mussten,
und wie die Initiative dazu entstand. Denn die Bundesregierung war in ihren
Anfängen zunächst nicht bereit, Jüdinnen*Juden aus dem Ausland zu helfen, da
sie Deutschland nicht als Einwanderungsland ansah.