Kein Zufall: Swiss Post Advertising und BrinkertLück Creatives orchestrieren Werbewirkung neu
Werbung, die wirkt, ist kein Glückstreffer. Das ist die Kernthese einer Kampagne, die Swiss Post Advertising gemeinsam mit Kreativexperte Dennis Lück entwickelt hat – und die den Zufall aus der Mediaplanung verbannen will.
Im Mittelpunkt steht das Konzept der «Cross Moments»: aufmerksamkeitsstarke Alltagssituationen, in denen Zielgruppen besonders empfänglich sind. Raphael Bratschi, verantwortlich für das crossmediale Werbeökosystem bei Swiss Post Advertising, nennt konkrete Beispiele: die Wartezeit am Postschalter, der Moment am Briefkasten, eine Push-Notification unterwegs. «Das sind Momente, wo der Fokus drauf ist», sagt Bratschi. Die gezielte Kombination solcher Touchpoints – gestützt auf First-Party-Daten – löse zunehmend das Prinzip Hoffnung in der Mediaplanung ab.
Für Lück, ehemaliger Werber des Jahres, eröffnet diese Architektur einen grösseren kreativen Spielraum, der aber auch komplexer wird: Statt eines einzelnen Spots müsse eine Leitidee über vernetzte Momente hinweg gedacht werden. So entstand die Bildwelt der Kampagne – tausend gelbe Regenschirme als Sinnbild für gezielte Sichtbarkeit. Seinen Unmut über das dauernde Reden über Mut in der Branche bringt Lück direkt auf den Punkt: «Bei den besten Ideen braucht es keinen Mut mehr. Wenn jeder am Tisch weiss, das ist eine tolle Idee, dann rennt man einfach.»
Bratschi betont, dass die Qualität der Daten wichtiger sei als ihre Menge. Swiss Post Advertising arbeitet mit validierten First-Party-Daten – ein bewusster Gegenentwurf zum digitalen Status quo, den er mit Las Vegas vergleicht: «Blinkend, wild durcheinander und voller Reizüberflutung.»
Die Kampagne ist als Plattform angelegt, mit weiteren Wellen geplant. Das Fazit: Wirkung ist heute weniger Glückstreffer – und mehr Orchestrierung.
Der Podcast wurde im Castalavista Audio- und Videopodcast-Studio von Soltmannowski Kommunikation produziert, im Auftrag von m&k.