Eine Ausstellung über "Das schöne Buch"
Die Industrielle Revolution verwandelte Bücher in billige Massenprodukte und entfachte eine Debatte über kitschige Liebesromane, die die Unterhaltungs-Industrie dominierten, und der Kunstfertigkeit traditionellen Buchmachens.
Die zentrale Frage entstand: Was macht ein schönes Buch aus? Diese Debatte wurde durch die große Ausstellung achtzehn einundfünfzig in London entzündet. Diese war ein Schaufenster industrieller Fortschritte, das die öffentliche Wahrnehmung unwiderruflich veränderte. Die Ära des traditionellen Handwerks neigte sich dem Ende zu; wer billiger produzieren konnte, beherrschte den Markt.
Die Verschiebung vom Kunsthandwerk zur Massenproduktion wurde als vulgär kritisiert, die Seele und die Kreativität fehlten. Diese Kontroverse befeuerte die Arts-and-Crafts-Bewegung, die ihren Höhepunkt zwischen achtzehn achzig und neunzehn zwanzig erlebte. Anfangs lag der Fokus nicht auf Büchern, sondern auf den breiteren sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen durch die Mechanisierung. Die Notlage der Arbeiter, nun als Sklaven des Kapitalismus gesehen, und der wahrgenommene gesellschaftliche Niedergang waren heiße Themen.
William Morris vertrat die Einheit von Künstler, Handwerker und Produkt. Dank der Arts-and-Crafts-Bewegung behielten handgefertigte Produkte trotz ihrer höheren Preise eine Marktpräsenz und bewahrten ein Erbe des Handwerks angesichts industrieller Massenproduktion. Daraus entstanden die Pressedrucke im zwanzigsten Jahrhundert und die Ästhetik des schönen Buches, wie beim Manesse Verlag, der Zeitschrift DU und den Künstlerbüchern.