Morgenimpuls

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By DOMRADIO.DEReligion & Spirituality
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Morgenimpuls episodes

  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Sind sie ein Pilger, eine Pilgerin der Hoffnung?
    Unsere Heimat ist im Himmel, heißt es in vielen Gebeten und Texten und sogar manchmal noch auf Todesanzeigen. Und in einem Lied heißt es: "Unsere Heimat ist im Himmel, unsere Heimat ist nicht hier, wie Nomaden ziehn wir weiter, unsere Heimat ist bei Dir." –Am Fest Christi Himmelfahrt haben wir ja dieses Paradox gefeiert. Christus ist aufgestiegen zum Vater im Himmel und hat gleichzeitig versprochen, alle Tage unseres Lebens bei uns zu bleiben. Und wenn wir das tatsächlich ernsthaft bedenken, ist diese Zusage Jesu die absolute Kraft für unser Leben hier. Und bei vielen Menschen kann man deutlich spüren und erleben, dass sie aus dieser Kraft immer leben und gelebt haben.
    Heute Vormittag wird unsere Schwester beerdigt, die zwei Tage vor dem Himmelfahrtsfest im 101. Lebensjahr gestorben ist. Wenn ich bedenke, in welcher Zeit sie gelebt hat: geboren zwischen den beiden Weltkriegen, als junges Mädchen die Verirrungen der Nazizeit erlebt, dann den 2. Weltkrieg mit all dem Schlimmen für die Bewohner der großen Städte, dann die Nachkriegszeit mit Hunger und Kälte und dem Warten auf die Heimkehr der Brüder aus der Gefangenschaft, Krankenpflege gelernt und in den Orden eingetreten, vielfältige Dienste und Stationen, Verantwortung für Mitschwestern und Pflegeschülerinnen, Entwicklungen in der Kirche und im Orden nach dem 2. Vatikanischen Konzil, große Veränderungen in der Gesellschaft mit allen Höhen und Tiefen, Deutsche Einheit und mehr Erleben der Internationalität im Orden, leben und Leben gestalten im Altenheim für die älteren Mitschwestern und mit sich selbst, Schwachsein und müde sein gut aushalten und sich nie gehenlassen.
    Bei einer Umfrage im Januar zu Themen des Heiligen Jahres "Pilger der Hoffnung" hat sie mir einen bemerkenswerten Satz gesagt: "Ich bezeichne mich als "Pilgerin der Hoffnung, weil ich immer hoffe, dass ich den Plan Gottes mit mir erfüllen kann." – Das zeugt von einem starken, biblisch fundierten Selbstbewusstsein und einer Hoffnung, die nie untergehen wird.
    Sind sie ein Pilger, eine Pilgerin der Hoffnung?
    50 hr 17 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Christsein hat immer auch eine politische Dimension!
    Es gibt viele Wallfahrtsorte, die sehr bekannt sind und zu denen viele Menschen wallfahren: nach Kevelaer und Altötting, nach Vierzehnheiligen oder zum Kölner Dom. Aber es gibt sehr kleine Orte, die nur im Umkreis bekannt sind, und nur ein oder zweimal im Jahr richtig viel besucht werden. 
    Einer dieser Orte ist das Klüschen Hagis im Eichsfeld, wo auch in diesem Jahr wieder am Himmelfahrtstag die Männerwallfahrt stattgefunden hat. Sie stand in diesem Jahr unter dem Leitwort "Pilger sind wir" und greift das Bild der Kirche als "pilgerndes Volk Gottes" auf. In Verbindung mit dem Motto des Heiligen Jahres hat es dazu eingeladen, sich bewusst auf den Weg zu machen – mit einem Ziel und einer inneren Ausrichtung. 
    Pilgern bedeutet mehr als Wandern – es bedeutet den Weg aus der Begegnung mit Christus zu gehen. Es bietet die Gelegenheit, innezuhalten, neue Impulse zu erhalten und den eigenen Glauben in Gemeinschaft zu vertiefen. Und die Männerwallfahrt war immer mitten im politischen Umfeld auch hochpolitisch.
    1956 nämlich, als sich immer mehr herausgestellt hat, dass sich die Teilung unseres Landes verfestigen würde und die Politik immer kirchenfeindlicher geworden ist, haben einige mutige Männer diese Wallfahrt ins Leben gerufen. Und sie wurde der jährliche Höhepunkt für oft mehr als 20 000 Männer und Jugendliche. Gemeinsam als Christen in einem feindlich gesinnten Umfeld zusammenstehen, Gottesdienst feiern und sich im Glauben stärken lassen, war eine starke Botschaft. 
    Die Themen der Wallfahrten über diese 68 Jahre hin, lassen deutlich spüren, was gerade gesellschaftlich relevant war: 1957 "Ihr sollt meine Zeugen sein" / 1962, nach dem Bau der Mauer – "Löscht den Geist nicht aus" / 1972 nach der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki: "Christen verantworten gemeinsam" / 1989, als die politische Situation in der DDR im schwieriger wurde: "Die Freude am Herrn ist unsere Stärke" /1990, im Jahr des großen Umbruchs in Deutschland: "Preiset Gott, den Herrn, zu jeder Zeit" …um nur einige zu nennen. 
    Einer der wichtigen Aspekte auf dieser Wallfahrt ist immer die Predigt des jeweiligen Bischofs: es geht immer um die politische und gesellschaftliche Situation im Land, Missstände werden benannt und Ermutigungen für das Leben aus dem Glauben im Alltag gegeben. Das war zu Zeiten der DDR-Diktatur überlebensnotwendig, damit die Christen mutig und gestärkt weitergehen konnten. Interessanterweise ist die Wallfahrt nie verboten worden. Das haben die Staatsverantwortlichen nicht gewagt. Vielen Männern ist bei vielen Wallfahrten deutlich geworden, dass Christsein immer eine politische Dimension hat: um Gottes Willen für die Menschen da sein, auch wenn es unbequem und gefährlich ist. Der gesellschaftliche Aspekt des Evangeliums wurde für viele Menschen hier erst richtig deutlich. 
    "Pilger sind wir" ist auch ein gutes Wort über unserem neuen Tag und diese neue Woche.
     
    69 hr 27 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Der Heilige Geist macht es möglich
    Abschied nehmen, das ist etwas, was einem manchmal sehr schwerfällt. Abschied von einem geliebten Menschen, der stirbt, Abschied von einer liebgewonnenen Gewohnheit, Abschied von einem Ort, an dem man sich lange Zeit sehr wohlgefühlt hat. Gestern mussten die Jünger von Jesus Abschied nehmen. Vierzig Tage war er ihnen nach seiner Auferstehung von den Toten immer wieder erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen, wie es in der Apostelgeschichte heißt. Und dann wurde er vor ihren Augen emporgehoben, eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
    Doch die Zurückgelassenen waren alles andere als traurig. Sie kehrten in großer Freude nach Jerusalem zurück, waren immer im Tempel und priesen Gott, so endet das Lukasevangelium. Woher kommt diese Freude? Jesus hatte ihnen etwas mit auf den Weg gegeben: Die Jünger sollten den Heiligen Geist empfangen, der auf sie herabkommen wird. Und sie sollen Zeugen Jesu sein, nicht nur in Judäa und Samarien, sondern bis an die Grenzen der Erde. Was für eine Aufgabe für diese kleine Truppe, die noch vor sechs Wochen vor einem Scherbenhaufen stand!
    Jede Zeit endet einmal: Wie es für uns heute manchmal Abschied nehmen heißt, so war es auch damals klar, dass die Zeit des irdischen Jesus einmal vorbei sein wird. Aber es ist etwas geblieben. Vom Heiligen Geist angetrieben haben die Jünger Jesu die Frohe Botschaft in alle Winkel der damaligen Welt gebracht, auch wenn nicht immer alles reibungslos lief. Wenn uns heute ein geliebter Mensch verlässt, mischt sich in den Schmerz auch ein Gefühl von Dankbarkeit, diese Person gekannt und erlebt haben zu dürfen. Und es tröstet uns zu wissen, dass sie jetzt bei Gott ist. Abschied von einem liebgewonnenen Ort oder einer liebgewonnenen Gewohnheit bedeutet auch der Aufbruch zu neuen Ufern mit vielleicht ganz anderen Möglichkeiten.
    Vielleicht sind diese Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten in besonderer Weise dafür geeignet, solche Aufbrüche zu wagen oder manche neue Herausforderung in unserem Leben anzunehmen. Der Heilige Geist macht es möglich, sie zu bestehen.
    48 hr 54 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Unsere Heimat ist im Himmel
    Dieses schöne Fest Christi Himmelfahrt ist ein Paradox: Jesus geht heim zu seinem Vater, aber er bleibt auch bei seinen Jüngern, die er verlässt und bleibt also auch bei uns. Er sitzt zur Rechten seines Vaters im Himmel und sagt seinen Jüngern: "Seid gewiss, ich bleibe bei euch, bis zum Ende der Welt." – Wir wissen ja nicht, wo der Himmel ist und die Berichte in den Evangelien, wo es heißt, "noch während er sie segnete, wurde er zum Himmel emporgehoben" zeigen uns die Richtung, wo es hingeht: zum Vater, in die himmlische Heimat.
    Im Englischen ist der Unterscheid schneller zu verstehen, wenn es zwei Begriffe für "Himmel" gibt: "sky" und "heaven" – Jesus fuhr nicht "auf" in den "sky". Jesus ging in den "heaven", in den Ort, die Zeit, die Dimension, die allein Gott gehört. Und die konnten und können wir uns fast nur räumlich, also über uns oben vorstellen. In einem älteren Gedicht von Wilhelm Willms heißt es aber auch: "weißt du wo der Himmel ist außen oder innen? eine Handbreit rechts nach links du bist mitten drinnen! weißt du wo der Himmel ist nicht so tief verborgen? einen Sprung aus dir heraus aus dem Haus der sorgen weißt du wo der Himmel ist nicht so hoch da oben? sag doch ja zu dir und mir du bist aufgehoben"
    Ich kenne Situationen und Momente, wo ich mich wie im Himmel fühle: wenn ich verstanden werde, wenn ich mich geborgen und angenommen weiß, wenn ich anderen Menschen dienen kann und sie den Dienst auch annehmen können und noch vieles mehr. Aber meine Hoffnung auf Himmel ist mehr. Im Philipperbrief heißt es: "Unsere Heimat ist im Himmel", also dort wo Jesus Christus lebt und wohin er vorausgegangen ist, um uns eine Wohnung, eine Bleibe ein unendliches Zuhause zu bereiten. Dort gehören wir hin und dorthin geht auch meine Sehnsucht. In SEINER Nähe sein, eine Heimat haben, die unverlierbar ist und in die wir immer Nachhause zurückkönnen. Wo wir erwartet werden.
    48 hr 37 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Begegnungsorte mit Gott und untereinander
    Nach einem der kräftigen Regengüsse, mit dem unsere Gegend in den letzten Tagen sehr gut gewässert worden ist, habe ich am Gartenzaun gestanden und alles bewundert, was jetzt so richtig loslegt. Die Stachelbeeren sind schon richtig dick und die Johannisbeeren zeigen sehr deutlich, dass sie Lust auf Wachsen und Reifen haben. Und erst die Hortensien. Sie haben viele Blüten angesetzt und freuen sich aufs Blühen. Und ein Mann, der sich dazu gesellt hat, bemerkte beeindruckt: Oh schauen Sie mal die vielen kleinen Äpfelchen, die sich an dem kleinen neuen Baum gebildet haben und nur warten, dick und rund und reif zu werden. 
    Ich hatte das auch schon gesehen und habe ihm aber erzählt, dass der Baum im vorigen Jahr auch viele Äpfel getragen hat, die aber, lange vor der Reife, allesamt in einer Nacht geklaut worden sind. Ach schade, meinte er, aber in diesem Jahr bleiben sie vielleicht dran und dann gibt es mindestens Äpfel für einen schönen großen Apfelkuchen. Wir mussten beide lachen bei dieser leckeren Vorstellung, aber ehrlich gesagt habe ich mich ein bisschen geschämt. Statt mich über das Neue und Kommende zu freuen, bin ich an längst Vergangenem hängen geblieben.
    In unserer Kirche passiert uns das auch zu oft. Nicht unbedingt, dass früher alles besser war, ist der Tenor, sondern dass wir an manchen Erscheinungsformen von Kirche und Gemeinde so gerne festhalten wollen, obwohl es kaum Zukunft hat. Wenn ich an einem normalen Werktag mit 15 Leuten im Gottesdienst sitze, denke ich an wunderbare und übervolle Gottesdienste im Feuerwehrhaus, beim Schützenfest, bei Wallfahrten und Katholikentagen.
    Morgen am Himmelfahrtstag gibt es viele Gottesdienste draußen und viele Leute kommen und genießen es sehr in Gottes schöner Schöpfung zu feiern. Vielleicht könnten wir viel mehr daran arbeiten, Gottesdienste zu Begegnungsorten mit Gott und untereinander zu machen, die Leib und Seele berühren und den ganzen Menschen ansprechen. Und dann anschließend bei Bier und Gegrilltem oder Kaffee und leckerem Apfelkuchen miteinander die Danksagung, das bedeutet ja Eucharistie, weiterfeiern.
    48 hr 20 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Was sind Deine Ziele in der nächsten Zeit?
    Anfang voriger Woche habe ich einige unserer alten Schwestern im Altenheim besucht und fand unsere älteste Schwester im Sessel sitzend und schwer atmend. Eine Krankenschwester kommt dazu und meint: "Ja das Herz ist schwach und sie ist ja auch schon über 100." Als sie draußen war, meinte die alte Schwester zu mir: "Und, was sind Deine Ziele in der nächsten Zeit?" Ich war ziemlich verblüfft ob dieser Frage und konnte nur antworten, dass ich ja jetzt erstmal sie besuchen und ein wenig bei ihr bleiben würde. Wir haben geplaudert und sie hat sich beruhigt und der Atem ebenso.
    Vier Tage später liegt sie sterbend in ihrem Bett und ich kann spüren, dass sie etwas will. Und ich höre sie flüstern: "Großer Gott wir loben Dich" – Soll ich das singen? Ja. Also habe ich die erste Strophe gesungen und sie hat ihre Lippen dazu bewegt. Nach der ersten Strophe habe ich aufgehört und sie hat weitergeflüstert: "Alles was Dich preisen kann" – Also habe ich weitergesungen und sie schaute sehr zufrieden und gelöst.
    Und dann ist mir ihre Frage vom Montag wieder eingefallen: "Und, was sind Deine Ziele in der nächsten Zeit?" Jetzt kann ich antworten, den großen Gott zu loben und zu preisen im Gebet und Gesang, aber auch im normalen alltäglichen Leben. Das genau sind unsere Aufgaben, Pläne und Ziele als Christen. Und wie das geht, sieht ja bei jedem anders aus.
    Unsere Mitschwester hat ihr ganzes berufliches Leben lang als Krankenschwester gearbeitet, war in einigen Konventen Oberin, um sich um das Wohl der Schwestern zu kümmern und hat zehntausende von Gebetszeiten in ihren Konventen mitgebetet. Und auch seit ihrer Zeit im Schwesternaltenheim hat sie nie aufgehört, sich um Mitschwestern zu kümmern und zu sorgen, Laudes und Vesper gemeinsam zu beten, zur Heiligen Messe zu gehen und den Rosenkranz zu beten. Und wenn der Abstand zwischen den monatlichen Bibelgesprächen mal etwas größer war, hat sie immer gefragt, wann es denn endlich wieder stattfindet, das miteinander darüber nachzudenken, was ein Wort aus der Bibel für ihr eigenes Leben bedeuten könnte. Sie beeindruckt mich, seitdem ich sie kenne und seit einigen Tagen bleibt in mir und vielleicht auch für Sie daheim die Frage, die sie mir gestellt hat: "Und, was sind Deine Ziele in der nächsten Zeit?"
    50 hr 17 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Komm herab, o Heiliger Geist
    Vor ein paar Jahren hatte ich eine Firmgruppe und ich habe mit vielen Variationen versucht, die jungen Leute an den Inhalt des Sakramentes und an die Sendung des Heiligen Geistes heranzuführen. Ich fand die Pfingstsequenz, die am Pfingstsonntag vor dem Evangelium gesungen wird, schon immer sehr treffend, wenn ich beschreiben wollte, worum es bei der Geistsendung geht. Also haben wir uns den Text angeschaut und eine Teilnehmerin meinte, man könnte doch den Text ein bisschen sprachlich aufpeppen, damit man versteht, um was es geht.
    Ich fand das eine gute Idee und wir haben in drei Gruppen mit ziemlichem Ehrgeiz daran gearbeitet. Nach einer halben Stunde haben alle ihre Neufassung vorgestellt und alle waren irgendwie nicht zufrieden. Es war kein großer Wurf dabei und ein sonst schüchterner Junge meinte, wir können ja mal die ursprüngliche Version beten, dann sehen wir weiter.
    Ich habe geschmunzelt und wir haben das dann auch gemacht. Und hinterher war klar: da ist alles drin, damit man Pfingsten und den Heiligen Geist ein bisschen besser versteht. Also, blieben wir bei dem Text. Und ich bete ihn auch heute noch sehr gern und möchte das jetzt mit Ihnen tun: 
    Komm herab, o Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt.
    Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt, komm, der jedes Herz erhellt.
    Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut, köstlich Labsal in der Not.
    In der Unrast schenkst du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu, spendest Trost in Leid und Tod.
    Komm, o du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht, dring bis auf der Seele Grund.
    Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehn, kann nichts heil sein noch gesund.
    Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile du, wo Krankheit quält.
    Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt.
    Gib dem Volk, das dir vertraut, das auf deine Hilfe baut, deine Gaben zum Geleit.
    Lass es in der Zeit bestehn, deines Heils Vollendung sehn und der Freuden Ewigkeit. Amen.
    51 hr 57 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Durchs Schenken wird man reich allein
    Zum Ende dieser Morgenimpulswoche habe ich noch ein Lied mitgebracht. Es ist ebenfalls beim Jubiläum am Samstag gesungen worden und passte in den Tag, in das Fest und zu der Frau, die gefeiert worden ist. Und natürlich auch zu uns, den Gästen dieses Festes. Der Titel lautet: Spar Deinen Wein nicht auf für morgen
    "Spar deinen Wein nicht auf für morgen. Sind Freunde da, so schenke ein!
    Leg was du hast in ihre Mitte. Durchs Schenken wird man reich allein.
    Spar nicht mit deinen guten Worten. Wo man was totschweigt, schweige nicht.
    Und wo nur leeres Stroh gedroschen, da hat dein gutes Wort Gewicht!
    Spar deine Liebe nicht am Tage für paar Minuten in der Nacht.
    Hol sie aus ihrer Dunkelkammer, dann zeigt sie ihre Blütenpracht.
    Spar deinen Mut nicht auf für später, wenn du mal "was ganz Großes" bist.
    Dein kleiner Mut hilft allen weiter, weil täglich Mut vonnöten ist.
    Spar deinen Wein nicht auf für morgen. Sind Freunde da, so schenke ein!
    Leg was du hast in ihre Mitte. Durchs Schenken wird man reich allein."
    Es geht wieder um genau das, was ein Fest, ein Zusammensein, ein Zusammenleben und ein Zukunftsmodell sein kann: In der Gegenwart leben und für Freunde immer da sein / Das was Du hast, teilen und zur Verfügung stellen / gute Worte statt leerer Phrasen / nichts totschweigen, sondern zur Sprache bringen / Mut haben und nicht auf später warten / deinen kleinen Mut zur Verfügung stellen / den Wein, das Brot, die Liebe schenken – durchs Schenken wird man reich allein. Während der Agape nach dem Gottesdienst wurde es gesungen und es hätte auch mitten im Gottesdienst sein können. Weil dort genau all das geschieht: Wein, Brot und Liebe wird geschenkt und verteilt sich unter allen und wird nach draußen getragen und weitergegeben. Von mir und von Ihnen und von Jesus und von allen, die mit ihm gehen und singen und wissen: "Spar deinen Wein nicht auf für morgen. Sind Freunde da, so schenke ein! Leg was du hast in ihre Mitte. Durchs Schenken wird man reich allein."
    53 hr 20 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / So muss ein Festmahl sein!
    Ein Fest am vergangenen Samstag begann mit einer Heiligen Messe und anschließender Agape mit Suppe, Brot, Getränken und Pudding. Und zur Sammlung aller, die gekommen waren, mit der Einladung am Tisch Platz zu nehmen, hat einer ein Lied gesungen mit einem Text von Gerhard Schöne mit dem Titel: So muss ein Festmahl sein!
    Komm zu uns, komm zu Tisch, hier ist Platz noch für dich
    Was du geben kannst, leg in die Runde.
    Sei es Wein, sei es Schmalz, sei es Brot oder Salz. Es ist gut zu gegebener Stunde
    So muss ein Festmahl sein: Jede bringt etwas ein
    Jeder nimmt etwas mit: Ein Törtchen, ein Wörtchen, ein Lied
    Auf die Freundschaft den Toast! Suchst du Rat, suchst du Trost
    dann wird sich wohl für dich jemand finden.
    Denn du bist hier gefragt. Jede, die etwas wagt die ihr Fähnlein nicht dreht nach den Winden 
    So muss ein Festmahl sein: Jede bringt etwas ein
    Jeder nimmt etwas mit: Ein Törtchen, ein Wörtchen, ein Lied
    Eine sagt ein Gedicht. Einer spendet ein Licht. Und entlockt ein paar Worte den Stummen.
    Dieser suchte und fand, Jene reicht ihre Hand. Eine schenkt einer anderen, Blumen
    So muss ein Festmahl sein: Jede bringt etwas ein
    Jeder nimmt etwas mit: Ein Törtchen, ein Wörtchen, ein Lied
    Vielleicht können wir wieder lernen, zu einem Fest etwas mitzubringen das mehr ist als ein handelsübliches Geschenk, etwas einzubringen, das anderen guttut, Worte zu wählen, die notwendend sind, etwas zu suchen, nach dem ich schon länger Ausschau halten möchte und auch etwas finden zu wollen, was mehr ist als ein kleines Giveaway für den Heimweg. Wie es im Refrain heißt:
    So muss ein Festmahl sein: Jede bringt etwas ein
    Jeder nimmt etwas mit: Ein Törtchen, ein Wörtchen, ein Lied
    50 hr
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Ein altes Lied mit neuem Text
    In einem Ordenskonvent wird relativ viel gesungen, weil die alte Weisheit, dass Gesang doppeltes Gebet sei, auch wirklich schön ist. In den gemeinsamen Gebetszeiten morgens, mittags und abends sind es ganz eigene Texte und Melodien, die mir immer sehr gefallen. Viele Lieder, die aus dem Gotteslob gesungen werden, sind Ihnen zuhause und uns sehr vertraut und wir singen mit und die Melodie ist schön und der Text spricht mir vielleicht aus der Seele. Manchmal eben auch nicht und dann denke ich, wie könnte so ein Gesang noch viel mehr das ausdrücken, was mir wirklich auf dem Herzen liegt oder in der Seele brennt.
    Ein solches Lied habe ich dieser Tage auf einem Fest gehört und mein Herz ist gehüpft vor Freude und ich habe den Text aufgesogen wie eine Verdurstende. Sie kennen das Lied: "Nun danket Alle Gott mit Herzen Mund und Händen" – Und nun habe ich dieses Lied gehört mit der vertrauten Melodie, aber mit dem neuen Text von Gerhard Schöne:
    "Nun danket Alle Gott mit Herzen Mund und Händen, die uns so liebevoll beschenkt an allen Enden.Die zärtlich uns umhüllt, uns birgt in ihrem Schoß, wenn uns so Elend ist, so weh und heimatlos.
    O Gott, mein großes Glück, Dein Lieben hat kein Ende. Du hältst mich nicht zurück, wenn ich mich von Dir wende.Doch wenn ich ausgebrannt, verzweifelt schrei nach Dir, kommst Du mir nachgerannt und heilst die Wunden mir.
    Mein Gott, ich freu mich so, wenn ich Dich bei mir spüre und werde nicht mehr froh, dann, wenn ich Dich verliere.Bleib bei mir wertes Licht, lass lachen meinen Mund, erhelle mein Gesicht und küss mein Herz gesund."
    Soweit dieser ganz neue Text auf ein sehr altes Lied aus dem Jahr 1636. Es entzückt und bewegt mich, seit ich es gehört habe und es bringt Dinge in mir zum Klingen, wie es beim Ursprungstext schon lange nicht mehr geschehen ist. Es sind Worte voller Liebe zwischen Gott und dem Singenden und voller Glaube und Hoffnung, weil Gott ein Gott der Liebe ist und ich mich nur immer wieder daran erinnern und mir klarmachen kann, dass ER alles ist, was wir Menschen zum Leben brauchen.
    54 hr 44 min

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