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Raphael Deindl im Gespräch mit Sandra Sieron und Joscha Abels über die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift PROKLA.
Die globale Ökonomie befindet sich im Umbruch: Handelskonflikte, Sanktionen, Investitionskontrollen und der Wettlauf um technologische Vorherrschaft prägen zunehmend die internationalen Beziehungen. Unter dem Schlagwort der Geoökonomie verschränken sich sicherheitspolitische Interessen und wirtschaftliche Strategien – besonders im Spannungsfeld zwischen den USA, China und der Europäischen Union.
Doch was sagt dieser „Aufstieg der Geoökonomie“ über den gegenwärtigen Kapitalismus aus? Welche materiellen Prozesse stehen dahinter, was wird durch den Begriff sichtbar – und was verdeckt er möglicherweise?
Hierrüber hat Raphael Deindl mit Sandra Sieron und Joscha Abels gesprochen. Beide waren an der Herausgabe des PROKLA-Hefts zum Thema „Kritik der Geoökonomie“ beteiligt, das im Mai erschienen ist.
Der Beitrag Kritik der Geoökonomie erschien zuerst auf mosaik.
Ein Vortrag von Moritz Rinn in der Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ vom 9. September 2026.
Wohnen ist weit mehr als die Frage nach vier Wänden. Eine Wohnung ist der Ort, an dem Menschen ihren Alltag organisieren, Beziehungen pflegen, sich erholen, Kinder großziehen, arbeiten. Kurz: ihr Leben reproduzieren. Doch gerade in Städten und in Vierteln, die von Aufwertung und Verdrängung geprägt sind, wird Wohnen zunehmend zur anstrengenden, unsicheren und konflikthaften Arbeit.
Diese Arbeit am Wohnen beginnt bei der Suche nach einer Wohnung. Sie zeigt sich im Versuch, die Miete bezahlbar zu halten, Mängel zu beseitigen, sich gegen Kündigungen oder Verdrängung zu wehren – und darin, die eigene Nachbarschaft und das städtische Umfeld überhaupt bewohnbar zu machen.
In der heutigen Folge des mosaik Podcast spricht Politikwissenschaftler Moritz Rinn, der diese Prozesse aus Perspektive kritischer Gesellschaftsforschung von unten beleuchtet. Im Zentrum stehen die Erfahrungen von Mieter*innen: Welche Schwierigkeiten begegnen ihnen im Alltag? Welche Strategien entwickeln sie, um mit unsicheren Mietverhältnissen, steigenden Kosten und konflikthaften Nachbarschaften umzugehen? Und was erzählen diese Auseinandersetzungen über die Machtverhältnisse auf dem Wohnungsmarkt und in der Stadt? Im Rahmen der Jour Fixe Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ hat Moritz Rinn sein Buch „Arbeit am Wohnen. Zur schwierigen Aneignung eines städtischen Reproduktionsmittels“ vorgestellt.
Foto: Moritz Rinn
Der Beitrag Arbeit am Wohnen – Zur schwierigen Aneignung eines städtischen Reproduktionsmittels erschien zuerst auf mosaik.
Ein Vortrag von Martin Kronauer in der Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ vom 8. Juli 2026.
Wir beobachten einen politischen Umsturz in den USA, der auf die Zerstörung von Institutionen und Rechtsstaatlichkeit zielt. Getragen wird er vom radikalisierten Neoliberalismus der Tech-Milliardäre und von der „Make America Great Again“-Bewegung. Zugleich beobachten wir eine ökonomische Weltmacht, die sich ihrem Niedergang mit einer neuformierten imperialen Politik entgegenzustemmen versucht. Beides trägt auf den ersten Blick irrationale Züge, die gleichwohl einer eigenen Logik und Zielstrebigkeit folgen. Diese ist nicht auf Rückschritt aus, vielmehr auf eine Zukunft, die im Interesse einer neuen herrschenden Klasse demokratischen Interventionen entzogen sein soll.
In der heutigen Ausgabe des mosaik-Podcast hört ihr den Soziologen Martin Kronauer, der die polit-ökonomischen Entwicklungen in den USA beleuchtet. Im Rahmen der Jour Fixe Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ hat er zum Thema „Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode – der politische Umsturz in den USA“ gesprochen.
Foto: privat
Der Beitrag Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode – der politische Umsturz in den USA erschien zuerst auf mosaik.
Ein Vortrag von Ismail Küpeli in der Reihe “Kritische Gesellschaftsforschung” vom 10. Juni 2026
Der türkische Rechtsextremismus, auch als “Graue Wölfe” bzw. Ülkücü-Bewegung bekannt, zählt mit rund 12.000 Anhänger*innen zu den größten rechtsextremen Strukturen in Deutschland. Auch in Österreich existieren relevante Strukturen dieser Bewegung. Seine Ideologie ist geprägt von autoritären, nationalistischen, rassistischen, antisemitischen und queerfeindlichen Elementen. Auffällig ist zudem ein ausgeprägtes Verschwörungsdenken, das vielfältige Feindbildkonstruktionen bedient – unter anderem gegen Armenier*innen, Jüd*innen, Kurd*innen und „den Westen“.
Ismail Küpeli beleuchtet Geschichte, Ideologie, Akteur*innen und Netzwerke der Ülkücü-Bewegung und diskutiert mögliche antifaschistische Gegenstrategien. Küpeli arbeitet an der Ruhr-Universität Bochum und ist Autor des Buches “Graue Wölfe: Türkischer Rechtsextremismus in Deutschland”. Im Vortrag stellt er zentrale Befunde aus der Forschung vor und ordnet aktuelle Entwicklungen ein.
Foto: privat
Der Beitrag Graue Wölfe: Türkischer Rechtsextremismus in Deutschland erschien zuerst auf mosaik.
Ein Vortrag von Sabine Hess im Rahmen der Jour Fixe-Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ vom 13. Mai 2026.
Die neue Folge des mosaik Podcast schärft – und erweitert – den Blick auf Europas Grenzregime. Grundlage ist der Vortrag „Grenzregime und autoritäre Transformation“ von Sabine Hess. Sie arbeitet als Professorin am Institut für Kulturanthropologie und europäische Ethnologie der Universität Göttingen. Im Rahmen der Jour-Fixe-Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ hat sie über das Thema „Grenzregime und autoritäre Transformation“ gesprochen.
Ausgangspunkt ihrer Überlegungen bildet ihre mittlerweile jahrzehntelange Forschungsarbeit. Diese ist in den vergangenen Jahren mit Aufenthalten entlang der polnischen Grenze verbunden gewesen. Hier zeigt sich ein scharfes Doppelbild. Auf der einen Seite die staatliche Willkommenskultur gegenüber ukrainischen Kriegsflüchtenden. Auf der anderen Seite ein militarisiertes Abschreckungsregime an der belarusisch-polnischen Grenze. Dieses versucht Bewegung aus dem Globalen Süden und Osten systematisch zu unterbinden.
In ihrer Analyse bleibt Sabine Hess nicht bei der Außenperspektive stehen. Sie argumentiert: Wer Europa verstehen will, muss die „Internalisierung der Grenze“ mitdenken. Dies schließt innergesellschaftliche Effekte und Wechselwirkungen von Grenzpolitik mit ein. Hochgerüstete Grenzen, gemessen an ihren eigenen Zielen der Migrationsabwehr, erweisen sich als ineffektiv. Ihre Funktion ist damit jedoch nicht erschöpfend beschrieben. Vielmehr muss die Grenze als rassifizierende Infrastruktur und als Katalysator nationalautoritärer, rechtspopulistischer Transformationen neu in den Blick genommen werden.
Foto: Privat
Der Beitrag Grenzregime und autoritäre Transformation erschien zuerst auf mosaik.
Raphael Deindl im Gespräch mit Madeleine Böhm, Yannick Kalff und Sebastian Sevignani über die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift PROKLA.
Wer gestaltet eigentlich, wie wir mit Technik leben – und warum fühlen sich Fortschrittsversprechen so oft zugleich befreiend und ohnmächtig an? Technische Innovationen standen immer für Aufbruch, aber auch für neue Formen von Kontrolle. Das gilt heute umso mehr: Digitale, vernetzte Technologien – von Künstlicher Intelligenz bis „Big Data“ – greifen tief in unseren Alltag ein, prägen Arbeitsteilung, politische Machtverhältnisse, Teilhabechancen und Zukunftsbilder. Sie strukturieren nicht nur Produktion und Verteilung, sondern formen auch Konsum, Begehren und Lebensweisen. Zugleich wird heftig darüber gestritten, ob wir gerade eine neue Produktions- und Regulationsweise erleben, die oft vereinfachend als „digitaler Kapitalismus“ bezeichnet wird – und was das konkret für uns bedeutet.
Für die heutige Ausgabe des mosaik Podcast hat Raphael Deindl mit Madeleine Böhm, Yannick Kalff und Sebastian Sevignani gesprochen. Gemeinsam mit weiteren Kolleg*innen haben sie die PROKLA-Ausgabe „Modern Times: Emanzipation – Macht – Technik“ herausgegeben. Im Zentrum des Hefts steht die Frage, welche gesellschaftlichen Folgen die neuen Technologien tatsächlich haben: Wo verschieben sich Macht- und Eigentumsverhältnisse? Welche Arbeit verschwindet, welche entsteht – und wer profitiert? Welche Formen der Regulierung setzen sich durch, und welche blinden Flecken bleiben?
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Foto: Raphael Deindl
Der Beitrag Modern Times: Emanzipation – Macht – Technik erschien zuerst auf mosaik.
Ob Klimakrise, Rechtspopulismus, Faschisierung oder globale Ungleichheit: Emanzipatorische Alternativen zum Katastrophenkapitalismus geraten – nicht nur in Österreich und Deutschland – sichtbar in die Defensive. Selbst punktuelle Erfolge ändern wenig an dieser Tendenz. Was heißt das für die Zukunft linker, progressiver Perspektiven? Sind sie angesichts zugespitzter Krisen notwendiger denn je – oder bleiben sie bloße Projektionen?
Darüber diskutieren die Buchautoren und Aktivisten Ulrich Brand und Tadzio Müller mit den Soziologinnen Silke van Dyk und Stefanie Graefe, die das Gespräch moderiert haben. Im Mittelpunkt stehen strategische Orientierungen jenseits bloßer Abwehrkämpfe: Welche politischen Hebel gibt es noch? Wo liegen blinde Flecken der Bewegung? Und wie lassen sich konkrete Alternativen formulieren, ohne die aktuellen Kräfteverhältnisse zu romantisieren?
Die Diskussion wurde im Rahmen des Kolloquiums des Arbeitsbereichs Politische Soziologie an der Universität Jena aufgezeichnet. In dieser Folge des mosaik-Podcasts hört ihr den Mitschnitt der Veranstaltung vom 18. November 2025.
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Foto: Chris LeBoutillier via Unsplash
Der Beitrag Emanzipatorische Alternativen im Angesicht des Klimakollaps – zwischen Notwendigkeit und Illusion erschien zuerst auf mosaik.
Ein Mitschnitt der Jour Fixe-Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ vom 8. April 2026.
Rechtsradikalismus wirkt als gesamtgesellschaftliches Phänomen durch räumliche Praktiken und Diskurse, Symboliken und Affekte. Ebenso haben rechte Mobilisierungen vielfältige räumliche Dimensionen, von Nationalität und Geopolitik über Globalisierung und Migration bis hin zu Stadt-Land-Beziehungen. Doch wie lassen sich diese Dimensionen analysieren und für die politische Opposition zugänglich machen?
Um diese Frage zu adressieren, schlägt das Autor*innenkollektiv Terra-R das Konzept der Territorialisierung vor. Die Mitglieder von Terra-R haben unterschiedliche disziplinäre Hintergründe und engagieren sich verschiedentlich zivilgesellschaftlich. Ihr Schwerpunkt liegt jedoch auf der humangeographischen Forschung zur radikalen Rechten im deutschsprachigen Raum. Im Verlag Westfälisches Dampfboot hat das Kollektiv 2025 das Buch „Das Ende rechter Räume. Zu Territorialisierungen der radikalen Rechten“ veröffentlicht. In elf Kapiteln werden Forschungszugänge sowie praxisbezogene Implikationen aufgezeigt.
In der heutigen Folge des mosaik Podcast hört ihr einen Beitrag von Viktoria Kamuf und Johann Braun. Als Teil des Autor*innenkollektives haben sie im Rahmen der Jour Fixe-Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ das Buch vorgestellt.
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Titelfoto: Privat
Der Beitrag Das Ende rechter Räume? erschien zuerst auf mosaik.
Ein Mitschnitt der Jour Fixe-Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ vom 11. März 2026.
In der neuen Folge des mosaik-Podcast hört ihr einen Beitrag mit der Politikwissenschaftlerin, politischen Bildnerin und Journalistin Eleonora Roldán Mendívil. Im Rahmen der Jour Fixe-Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ hat sie über das Konzept des Racial Capitalism gesprochen, das sie aus einer kritischen Perspektive beleuchtet. Racial Capitalism hat in den vergangenen Jahren sowohl in wissenschaftlichen Kontexten als auch in politischen Bewegungen – insbesondere im Zuge der #BlackLivesMatter-Proteste – zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen.
Wie die Autorin zeigt, ist das Konzept letztlich jedoch zu ungenau für ein tieferes Verständnis davon, wie die moderne kapitalistische Produktionsweise mit unterdrückerischen Strukturen wie Rassismus verbunden ist. Woran das liegt und welche Möglichkeiten und Grenzen das Konzept des Racial Capitalism bietet, hört ihr im Beitrag von und mit Eleonora Roldán Mendívil, die dazu einen Text in der Zeitschrift PERIPHERIE veröffentlicht hat.
Foto: privat
Der Beitrag Racial Capitalism, Geschlecht und „Rasse“ – Konzeptionelle Möglichkeiten und Grenzen erschien zuerst auf mosaik.
Ein Mitschnitt der Jour Fixe-Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ vom 11. Februar 2026.
Noch nie gab es so viel Reichtum – und das ist ein Problem für uns alle! In kaum einem anderen westlichen Land ist Vermögen so ungleich verteilt wie in Deutschland – und die Schere geht immer weiter auf. In ihrem Buch „Unverdiente Ungleichheit. Wie der Weg aus der Erbengesellschaft gelingen kann“ zeigt Martyna Linartas das schockierende Ausmaß der Ungleichheit in der Bundesrepublik. Dass die Vermögen der Reichen von Generation zu Generation immer weiterwachsen, während jede sechste Person in Armut lebt, ist gesellschaftliches Dynamit. Die Autorin zeigt, dass es von unserem politischen Willen abhängt, daran etwas zu ändern, und wie eine gerechte Lösung aussehen könnte.
In der heutigen Folge des mosaik-Podcast hört ihr einen Beitrag von und mit der Politikwissenschaftlerin Martyna Linartas, die zu Themen der Ungleichheit in der Vermögensverteilung sowie Umverteilung und Reichtum forscht. Im Rahmen der Jour Fixe-Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ hat sie ihr Buch, das 2025 bei rowohlt erschienen ist, vorgestellt. Seid also gespannt, wie der Weg aus der Erbengesellschaft – die wir auch in Österreich so gut kennen – gelingen kann.
Foto: Norman Konrad
Der Beitrag Unverdiente Ungleichheit. Der Weg aus der Erbengesellschaft erschien zuerst auf mosaik.
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