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Teil 2 des Gesprächs mit Christian Schiller.
Wir kommen endlich dazu ausführlicher über CIRPLUS, die von ihm mitgegründete Plattform für Kunststoff-Recyclate zu sprechen. Auch seine Bemühungen um eine Standardisierung der Materialien für bessere Vergleichbarkeit und bessere Handelbarkeit kommen zur Sprache.
Daneben geht es doch wieder um das eigentliche, zugrundeliegende, Thema: Plastik. Was sich hinter der neuen Plastiksteuer der EU, die genauer betrachtet gar keine ist, verbirgt; inwiefern uns das "Erneuerbare-Energien-Gesetz" als Vorbild dienen kann, wenn wir beim Einsatz von "Gebrauchtplastik" vorwärtskommen wollen. Und wie das die Rolle von Ländern des globalen Südens hin zum Rohstoff-Versorger verändern könnte.
Und dann geht's ums Warum. Warum er statt Diplomat zu werden, nun seine Kraft lieber in den Aufbau von innovativen Plattformen steckt, erzählt er mir am Ende unseres Gesprächs.
Episodenbild © Antoine Repessé (2016) aus seiner Serie "#365, Unpacked" mit freundlicher Genehmigung
Musik:
alle Stücke von Kevin MacLeod veröffentlicht unter CC BY 4.0 auf incompetech.com
Kunststoffe sind überall und fast so etwas wie ein Symbol für Konsumgesellschaft und Massenproduktion der letzten 7 Jahrzehnte. Mehr als 8 Mrd. Tonnen wurden zwischen 1950 und heute hergestellt. Macht ziemlich genau 1 Tonne für jeden Erdenbürger.
Ein zentraler Vorteil von Kunststoffen hat diese in letzter Zeit auch ganz schön in Verruf gebracht - ihre Langlebigkeit. Bis zu 500 Jahre verbleiben sie, mit ihren oft giftigen Additiven, in der Umwelt, bevor sie zersetzt, zerrieben, zerstreut sind.
Deshalb werden sie für die Vermüllung von Gewässern verantwortlich gemacht. Ob als Schwemmgut am Strand und in Müllstrudeln, ob als Mikroplastik, das über die Nahrungskette wieder bis in unsere Mägen wandert - Plastik hat ein Problem.
Eigentlich will ich mit Christian Schiller, meinem heutigen Gast, über die von ihm mitgegründete Plattform für zirkuläre Kunststoffe, CIRPLUS, sprechen. Das machen wir auch. Aber weil er gleichzeitig ein Experte für die vielen Facetten unseres Umgangs mit Kunststoff ist, versuche ich in den knapp 30 Minuten so gut wie alle Fragen mit ihm zu klären, die Plastik gerade so aufwirft.
Und weil das in der kurzen Zeit nicht klappen kann, gibt's gleich übernächste Woche Folge 10 1/2, in der wir den ganzen Rest besprechen ;-).
(Das Gespräch haben wir übrigens noch in 2020 geführt.)
Episodenbild © Antoine Repessé (2016) aus seiner Serie "#365, Unpacked" mit freundlicher Genehmigung
Musik:
alle Stücke von Kevin MacLeod veröffentlicht unter CC BY 4.0 auf incompetech.com
Alle, die sagen (oder denken), intelligente Kreislaufwirtschaft im Unternehmen umzusetzen, sei etwas für Spinner, Gutmenschen oder Überzeugungstäter - aufgepasst!
In dieser Folge spreche ich mit dem Chef eines Parade-Kreislaufunternehmens. Wilhelm Mauss, Geschäftsführer der Firma Lorenz, hat mich zu sich eingeladen und schildert mir im Gespräch, wie er den schwäbischen Hersteller von Wasserzählern auf "Kreislaufwirtschaft" gebürstet hat. Und dabei hatte er zunächst gar nicht hehre Nachhaltigkeitsziele im Kopf, sondern schlicht die Rettung der Fertigung am Standort in Deutschland.
Und die Lehre lautet - soviel sei schon verraten - einfach ... mal machen. Keine Konzepte, keine Theorien - Taten zählen.
Wir kommen dann aber doch noch bis zur Kreislaufwirtschaft und ihren Ideen, die "einfach Spaß machen", wie wir hören werden.
Auf dem Weg dahin streifen wir das Verhältnis von Freiheit & Zwang , wir unterhalten uns über Präzision und die Kompetenzen, die für eine Demontage von Produkten erforderlich sind. Auch über den Unterschied von "neu" und "neuwertig" reden wird.
Und zum Schluss schauen wir mit Wilhelm Mauss gemeinsam in den Spiegel.
Episodenbild © Antoine Repessé (2016) aus seiner Serie "#365, Unpacked" mit freundlicher Genehmigung
Musik:
alle Stücke von Kevin MacLeod veröffentlicht unter CC BY 3.0 auf incompetech.com
Börsen sind traditionsreiche Einrichtungen.
Der Ausdruck "Burse" stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet ursprünglich sowohl eine Gemeinschaft, die aus einer gemeinsamen Kasse lebt, wie auch deren Behausung.
Heute sind Börsen organisierte Umschlagplätze für allerlei: Waren, Dienstleistungen, Finanzprodukte oder Strom. Eine der ersten Börsen in diesem Sinne stand wohl in Brügge, und das schon im ausgehenden MIttelalter.
Die "Excess Materials Exchange" ist insofern also keine Besonderheit: ein geregelter Markt, auf dem gehandelt wird. Und doch: Maayke Damen, meine heutige Gesprächspartnerin, hat sich mit Christian van Maaren und einem kleinen Team aufgemacht, dieser Institution frischen Wind einzuhauchen. Mithilfe von Data Mining und eines Matching-Algorithmus unterstützt die "Excess Materials Exchange" Unternehmen, überschüssiges Material oder Abfallprodukte loszuwerden. Und zwar nicht irgendwie, sondern auf möglichst hochwertige Weise. Maayke ist überzeugt: man kann gleichzeitig einen Umweltbeitrag leisten UND für das eigene Unternehmen Wert erwirtschaften. Ihr Credo: Der Abfall des einen, ist das Material, das ein anderer brauchen kann. Ich muss ihn nur finden.
Sie selber nennt die Plattform "a dating site for material" - eine Partnervermittlungs-Agentur für Werkstoffe und Materialien aller Art. Wie das möglich wird, darüber sprechen wir in dieser Episode.
Mehr Informationen zu der Plattform für Material finden sie, wenn Sie auf https://excessmaterialsexchange.com/ gehen.
Episodenbild © Antoine Repessé (2016) aus seiner Serie "#365, Unpacked" mit freundlicher Genehmigung
Musik:
alle Stücke von Kevin MacLeod veröffentlicht unter CC BY 3.0 auf incompetech.com
Unser Boden.
Darauf gehen wir, darauf bauen wir, darauf pflanzen wir, was uns ernährt.
Jedes Jahr verliert die Menschheit etwa zehn Millionen Hektar fruchtbaren Boden - ein Fläche größer als die Österreichs.
Auch wenn die Faktenlage etwas unübersichtlich ist: es gibt Studien, die gehen davon aus, dass die urbaren Böden nur noch etwa 60 Jahre lang ausreichend Erträge liefern können, um unser Essen zu liefern. Wenn nichts geschieht.
Unbestritten ist die Fähigkeit von - intakten - Böden zur Kohlenstoff-Bindung. Sie bilden nach den Ozeanen den zweitgrößten Treibhausgasspeicher der Erde. Damit können sie einen wertvollen Beitrag zur CO2-Reduktion in der Atmosphäre leisten.
Die beiden Jungunternehmer Christian Gärtner und Johannes Luschitz tüfteln gemeinsam mit einem kleinen Team an einem Gerät für die Küche, das Biomüll in echten Kompost verwandelt. "In 48 Stunden", wie sie versprechen. Und so bequem wie möglich.
Ihr Motto "Don't waste your waste" - eine nahezu perfekte Verbindung zum Podcast #MüllistMist.
Geht es nach ihnen, ist die Herstellung von Kompost keine langwierige Geschichte mehr, sondern innerhalb kürzester Zeit vollbracht. Und unkompliziert und geruchslos soll sie obendrein sein.
Ich lasse mir das von den beiden genauer erklären. Schließlich kennen wir alle Großmutters Haufen im Garten, der ein Jahr brauchte, um den begehrten Kompost zu liefern. Und wir rümpfen doch alle manchmal die Nase, wenn es wieder einmal stinkt in unserer Küche. Wie also bitte soll das gehen?
Wer mehr zu KALEA erfahren möchte, findet auf der Website www.mykalea.de Informationen zum Produkt und der kommenden Crowdfunding-Kampagne.
Episodenbild © Antoine Repessé (2016) aus seiner Serie "#365, Unpacked" mit freundlicher Genehmigung
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alle Stücke von Kevin MacLeod veröffentlicht unter CC BY 3.0 auf incompetech.com
Möbel.
Das Wort stammt aus dem Lateinischen: mobilis und bedeutet ‚beweglich'
Ursprünglich für die Ewigkeit gemacht. Oder doch zumindest für Generationen. Tisch, Bett, Schrank, Stuhl. Sie alle wurden im Erbwege weitergegeben.
Die Sperrmüll-Abholungen in den Städten zeigen heute ein anderes Bild: Da stehen Tisch, Bett, Schrank und Stuhl neben anderem Hausrat, um abgeholt und entsorgt zu werden.
Darüber spreche ich mit Harald Prokscha. Er ist Mitinitiator von WEITERGEBEN ORG, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Möbel vor dem Verbrennen zu bewahren. 50 Millionen Stück ereilt allein in Deutschland jedes Jahr dieses Schicksal.
"Gebrauchte Möbel haben keine Lobby", sagt Harald Prokscha. Und: "Das wollen wir ändern". Wir klären in unserem Gespräch, warum der Sache mit den Möbeln heute noch so wenig Beachtung geschenkt wird. im Gegensatz zum Beispiel zu Lebensmitteln, anderen Konsumprodukten oder Gebäuden.
Wir schauen uns das Verhältnis von uns Menschen zu "Gebrauchtem" an. In diesem Fall gebrauchte Möbel. Und: wir erfahren, wann und wie Möbel auf dem Weg ihrer Entsorgung eigentlich zu Müll werden und warum am Ende die Verbrennung heute oft als einzige Alternative erscheint.
Episodenbild © Antoine Repessé (2016) aus seiner Serie "#365, Unpacked" mit freundlicher Genehmigung
Musik:
alle Stücke, wo nicht anders vermerkt, von Kevin MacLeod veröffentlicht unter CC BY 3.0 auf incompetech.com
Essen müssen wir alle. Die meisten von uns tun es auch noch gerne. Und das ist gut so.
Die andere Seite: Rechnerisch werden jede Sekunde, egal ob Tag oder Nacht, Lebensmittel so schwer wie ein vollbeladener LKW weggeworfen. Ein Lastwagen jede Sekunde. Weltweit. Und das Erstaunliche, jenseits der nackten Zahl: zusammengerechnet ist es etwa ein Drittel der weltweit hergestellten Nahrungsmittel, die nicht auf Tellern landen. Anders gerechnet: pro Kopf und Jahr werden in unseren Breiten etwa 300 kg Lebensmittel weggeworfen. Gegenwert 1000 € oder mehr. Aussortiert, auf Feldern liegen gelassen oder durch schlechte Lagerung verdorben, werden sie zu Müll. Wasser, Böden, Nutztiere, Arbeitskraft - der ganze Aufwand, um damit Müll zu produzieren?
Foodsharing ist aus der Haltung geboren, dass das nicht sein darf, nicht sein muss. In dieser Episode spreche ich mit Jana Pfeiffer. Sie ist eine der 5 Gründerinnen des deutschlandweit ersten Foodsharing-Cafés. Sein Name: Raupe Immersatt. Sein Standort: die Autostadt Stuttgart. Tauchen Sie mit mir ein in diese vielleicht etwas fremde aber durchaus spannende Welt des Essens und seiner Retter.
Episodenbild © Antoine Repessé (2016) aus seiner Serie "#365, Unpacked" mit freundlicher Genehmigung
Musik:
alle Stücke von Kevin MacLeod veröffentlicht unter CC BY 3.0 auf incompetech.com
Heute geht es ums Bauen.
Errichtung und Betrieb unserer gebauten Umwelt sind für etwa 40% der Treibhausgas-Emissionen und 40% des Energieverbrauchs verantwortlich. Außerdem gehen etwa 50% unseres weltweiten Materialbedarfs und 50% unseres Abfallaufkommens auf ihr Konto.
Wir fangen bei einem einzelnen Gebäude an. Es steht in Amsterdam, direkt am Nahverkehrsknoten Amsterdam Zuid. Und gehört einer Bank. Soweit so normal. Alles andere ist nicht ganz so gewöhnlich. 2017 fertiggestellt, ist es ein zirkuläres Gebäude. Als solches ist es zwar nicht einzigartig, aber doch ein Pionierbau. Schon der Name ist Programm - CIRCL. Kein Schreibfehler. Auf das "E" am Ende hat man einfach verzichtet, um Überflüssiges einzusparen. Es hat einen Veranstaltungsbereich im Keller. Ein öffentliches Restaurant, das ohne Kühlräume auskommt und vorwiegend mit geretteten Lebensmitteln arbeitet. Und es gibt in der oberen Etage ein paar Büros für die Mitarbeiter der Verwaltung. Eine davon ist Yvonne Lang. Ich habe mich mit ihr getroffen, um mehr über CIRCL zu erfahren.
https://circl.nl/
Episodenbild © Antoine Repessé (2016) aus seiner Serie "#365, Unpacked" mit freundlicher Genehmigung
Musik:
bis auf (2) von Kevin MacLeod, veröffentlicht unter CC BY 3.0 auf incompetech.com
Teil 2 meines langen und ausführlichen Gesprächs mit Felicitas Frick.
Heute spüren wir nicht-politischen Fraktionen hinterher und staunen wie leicht im Recycling prozentuale Anteile möglich sind, von denen politische Parteien oft nur noch träumen können. Außerdem klären wir, ob das gut ist.
Dazu besuchen wir Schredderanlagen, die groß sind wie Häuser. Wir begegnen endlich Schredderleicht-, Schredderschwerfraktion und Schredderschrott. Wir klären warum Beton zur leichten Fraktion gehört, aber manchmal auch "fremd" geht und ob die sogenannte "stoffliche Verwertung" einen Beitrag zur Wirtschaft in Kreisläufen leistet.
Wir besprechen, was wir vom Bibliothekswesen lernen können, wenn wir Materialien wiederfinden und vor allem wiederverwenden wollen. Und wie Design und Urban Mining zusammenhängen. Über Sharing-Lösungen als Zukunftsmodell unterhalten wir uns auch. Und über unser aller Verständnis von "neu" und ob es nicht ein neues Verhältnis zu "neu" braucht, um Richtung Kreisläufe voranzukommen.
Episodenbild © Antoine Repessé (2016) aus seiner Serie "#365, Unpacked" mit freundlicher Genehmigung
Musik:
alle Stücke von Kevin MacLeod veröffentlicht unter CC BY 3.0 auf incompetech.com
In dieser Episode geht es um Waschmaschinen. Und zwar zerlegte. Felicitas Frick hat genau das im Auftrag eines Herstellers von Haushaltsgeräten getan: Waschmaschinen zerlegen.
Im Podcast erzählt sie, worauf sie dabei gestoßen ist; was mit Elektrogeräten heute eigentlich geschieht, wenn sie ausrangiert sind und was es sonst noch über die weiße Ware und deren Kreisläufe zu sagen gibt. Außerdem lernen wir eine Menge neuer, sehr schmucker Begriffe. Haben Sie schon einmal von ent-kleben gehört?! Das Gespräch war lange und sehr ausführlich, ich habe es deshalb auf 2 Episoden aufgeteilt - hier Teil 1 unter anderem zu Demontage, Urban Mining und Erstbehandlungsanlagen.
Der Podcast ist eine Einladung an Sie. Lassen Sie sich inspirieren, anregen, aufregen. Und folgen Sie mir auf dem Weg in eine Wirtschaft im Kreislauf.
Episodenbild © Antoine Repessé (2016) aus seiner Serie "#365, Unpacked" mit freundlicher Genehmigung
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alle Stücke von Kevin MacLeod veröffentlicht unter CC BY 3.0 auf incompetech.com
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