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Nach dem Ende von Microsoft Lens: Das sind eure Alternativen


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Seid ihr ins Microsoft-Universum eingebunden, könnte Copilot der richtige Lens-Ersatz für euch sein. (Bildquelle: IMAGO / SOPA Images // Bildbearbeitung: GIGA)

Die beliebte Scanner‑App Microsoft Lens wurde eingestellt. Wir zeigen, was sie konnte und welche Alternativen sich jetzt anbieten.

Das Ende einer App-Ära

Microsoft hat die App ab 2026 schrittweise abgeschaltet: Die unabhängige Lens‑App verschwand aus Play Store und App Store, die Cloud‑Infrastruktur wurde im März 2026 abgeschaltet. Seitdem läuft die Kernfunktion praktisch aus. Zwar lebt die Technik in Teilen weiter – in Microsoft 365‑Diensten und Copilot – aber der praktische Scanner‑Workflow aus einer eigenen App ist damit vorbei.

Was Microsoft Lens konnte (und was fehlen wird)

Microsoft Lens war ein klassischer Dokumentenscanner mit ein paar cleveren Extras. Ihr habt eine Seite, ein Poster oder eine Tafel fotografiert; die App säuberte Ränder, justierte Helligkeit und Kontrast nach und wandelte das Bild in eine klare Scan‑Ansicht um. Eine integrierte OCR erkannte gedruckten Text und Handschriften und machte sie durchsuch- und bearbeitbar, etwa als Word‑Datei oder PowerPoint‑Folie.

Direkt in OneDrive, OneNote oder Outlook speichern zu können, war einer der großen Pluspunkte – besonders wer bereits im Microsoft‑Ökosystem arbeitete. Hinzu kamen spezialisierte Modi für Whiteboards, Visitenkarten oder Bücher, die das Scannen in vielen Situationen deutlich einfacher machten.

Mit dem Aus der App wird genau dieser schnelle, nahtlose Scan‑Workflow für viele Nutzer plötzlich zur Herausforderung. Und die Suche nach Alternativen beginnt.

Microsoft 365 Copilot: der interne Ersatz

Microsoft selbst bietet mit der Microsoft 365 Copilot‑App eine inoffizielle Nachfolgelösung. Die KI‑gestützte App integriert Scan‑Funktionen direkt in das Office‑Universe: Ihr macht ein Foto, Copilot verarbeitet es, erkennt Texte, formatiert sie und stellt sie in Word, PowerPoint oder OneNote bereit.

  • + Tiefe Einbettung in Microsoft 365, kein Extraspeicherort nötig
  • + Viele KI‑Funktionen wie Zusammenfassungen, Übersetzungen oder Ideenfindung rund um den Scan
  • - Die App ist komplexer und weniger „schlank“ als Lens, der Fokus liegt nicht allein auf Scannen.
  • - Es ist schwieriger, lokale Scans ohne Cloud zu verarbeiten, wenn ihr nicht tief in Microsoft 365 eingebunden seid.

Spannende Fakten über Copilot Pro erfahrt ihr im Video:

» Video ansehen: Microsoft Copilot Pro: Das kann der verbesserte KI-Assistent

PDFgear Scan: einfach, kostenlos, vollwertig

Viele Übersichten nennen PDFgear Scan als eine der besten Alternativen zu Microsoft Lens. Die App zielt explizit auf schnelles Scannen mit guten OCR‑Ergebnissen und einem schlichten Export in PDF, Word oder PowerPoint ab.

  • + Hohe Scan‑ und OCR‑Qualität, oft mit mehr Export‑Optionen als Lens
  • + In vielen Varianten kostenlos nutzbar, auch ohne Cloud‑Account, wenn ihr lokal arbeitet
  • - Integriert in ein eigenes Ökosystem, nicht direkt in OneNote oder OneDrive, was den Workflow für Microsoft‑Nutzer verlängern kann
  • - Weniger stark auf Microsoft‑Services spezialisiert, der „Microsoft‑Touch“ fehlt.
Docutain: detailgenau und sehr funktionsreich

Die Scanner‑App Docutain wird häufig als besonders funktionsreiche Alternative genannt. Sie bietet zahlreiche Bearbeitungsoptionen, mehrseitige Scans, OCR und eine klare Dokumentenverwaltung – ideal, wenn ihr mehr als nur ein PDF pro Tag digitalisiert.

  • + Umfangreiche Bearbeitungsfunktionen und Filter, mehr Kontrolle über den Scan
  • + Sehr gute Dokumentenorganisation, oft mit Ordner‑ und Export‑Optionen
  • - Die App ist funktionsreicher, aber damit etwas komplexer: Wer nur „schnell scannen“ will, muss sich stärker einarbeiten.
  • - Teilweise mit Premium‑Modellen, die die reine Gratis‑Nutzung einschränken
CamScanner: bewährter Allround‑Scanner

CamScanner zählt zu den ältesten und bekanntesten Scanner‑Apps; zahlreiche Alternativ‑Listen stellen sie neben Microsoft Lens. Sie bietet eine intuitive Oberfläche, gute OCR, mehrseitige PDFs und eine saubere Synchronisation über ihre eigene Cloud.

  • + Lange etabliert, sehr stabil und mit vielen Export‑Optionen
  • + Einfache Bedienung, klarer Fokus auf Scannen und Dokumentenverwaltung
  • - Weniger eng in ein produktives Office‑Ökosystem eingebunden. Das ist ein Vorteil, wenn ihr nicht Microsoft‑lastig arbeitet, aber ein Nachteil, wenn ihr tief in Word/OneNote/OneDrive steckt.
  • - Freemium‑Modell: Einige Export‑ oder OCR‑Funktionen sind nur im bezahlten Tarif verfügbar.
Ausblick: Was ihr jetzt tun könnt

Microsoft Lens war ein gelungener, minimalistischer Scanner, der viele Alltagssituationen löste. Mit der Einstellung der App müsst ihr euch jetzt entscheiden: vollständig in Microsoft 365 Copilot einsteigen oder eine externe Scan‑App wie PDFgear Scan, Docutain oder CamScanner nutzen.

Tipp: Prüft, wo ihr eure Scans am häufigsten braucht (Word, OneNote, lokale PDFs, Cloud‑Sync) und wählt die Alternative, die am besten zu eurem Workflow passt, nicht nur zur Funktionsliste. Wir können euch noch weitere passende Apps vorstellen. Damit bleibt euer „Kamera als Scanner“-Reflex erhalten, auch wenn Lens selbst Geschichte ist.

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