In der DDR entwickelten sich auch ganz eigene Begriffe. (Bildquelle: Getty Images – skynesher; creisinger / Bearbeitung: GIGA)
Kreativ waren die ehemaligen Bürger der DDR schon immer. Sei es im alltäglichen Leben oder eben auch in der Wortfindung. Wir haben besonders amüsante Begriffe aufgelistet.
DDR-Wörter, die heute merkwürdig und lustig klingen
Wort
Bedeutung
Abkindern
Ehekredit, der durch die Geburt von Kindern getilgt wurde
Abschnittsbevollmächtigter
Eine Art Hilfspolizist in einem bestimmten Gebiet oder einem kleinen Dorf
Aluchips
DDR-Münzen, die teilweise aus Aluminium bestanden
Arbeiterschließfach
Scherzhafte Bezeichnung für kleine Plattenbauwohnungen
Bausoldaten
Wehrdienstverweigerer, die stattdessen militärische Anlagen bauen mussten
Bemme
Umgangssprachlich für eine Scheibe Brot
Blaue Fliesen
Tarnbegriff für die Deutsche Mark aus dem Westen, auch „Westgeld“ genannt
Broiler
So wurde in der DDR ein Brathähnchen genannt
Bückware
Seltene Waren, die in den unteren Regalen „versteckt“ wurden
Campingbeutel
Gemeint ist ein normaler Rucksack
Datsche
Gartenhäuschen, in dem man das Wochenende verbrachte
Erdmöbel
Umgangssprachliche Bezeichnung für einen Sarg
Erichs Krönung
Umgangssprachliche Bezeichnung für Kaffee
Erichs Lampenladen
Der „Palast der Republik“ wurde wegen der vielen Lampen im Foyer so genannt
Fahne
„Zur Fahne gehen“ bedeutete, dass man zur „Nationalen Volksarmee“ geht
Feierabendbrigade
Handwerker, die nach Feierabend heimlich, also „schwarz“, Aufträge gegen Barzahlung erledigten
Feierabendheim
Eine nette Bezeichnung für ein Altenheim
Fleppe
Der heißbegehrte Führerschein
Getränkestützpunkt
Ein Geschäft, in dem nur Getränke angeboten wurden
Grilletta
Der Hamburger des Ostens
Hawazuschie
Ein Handwagen zum Schieben
Hawazuzie
Ein Handwagen zum Ziehen
Held der Arbeit
Eine Auszeichnung für besonders fleißige Arbeiter
Hitsche
kleiner Schemel oder ein altes Auto
Horch & Guck
So wurde die „Stasi“ genannt, weil sie ihre Ohren und Augen überall hatte
Jahresendflügelfigur
Eine nicht ganz offizielle Bezeichnung für einen Weihnachtsengel
Karnickelschein
Ausweis zur Fahrpreisermäßigung für Familien mit vielen Kindern
Ketwurst
Der ostdeutsche Hot-Dog
Kleechen
Umgangssprachliche Bezeichnung für arbeiten
Kombine
Ein Mähdräscher
Lila Drache
Scherzhafte Bezeichnung für Margot Honecker
Meeda
Umgangssprachliche Bezeichnung für eine Tasche
Mutschekiebchen
Ein Marienkäfer
Muttiheft
Für Mitteilungen zwischen Lehrern und Eltern gedacht
Pappe
Die umgangssprachliche Bezeichnung für den Trabbi
Roster
Eine Bratwurst
Sättigungsbeilage
In der Gastronomie die Bezeichnung für Beilagen wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln
Spartakiade
Sportwettkampf für Kinder, um spätere Leistungssportler zu erkennen
Tal der Ahnungslosen
DDR-Gebiete, in denen kein Westfernsehen empfangen werden konnte
Tote Oma
Ein Gericht aus gebratener Blutwurst
Urst
Wurde gesagt, wenn alles super oder toll ist (das ist „urst“ lecker)
Wandzeitung
Gemeint ist eine Pinnwand
Winkelement
Kleines Hand-Fähnchen zum Schwenken
Viele dieser Begriffe werden sicher heute noch verwendet und sind eng mit der ehemaligen DDR verbunden. Mit der Zeit werden sie aber wohl eher der „Ostalgie“ angehören.