Die 18. Kalenderwoche geht zu Ende. Wir haben 18 neue Texte mit insgesamt 156.800 Zeichen veröffentlicht. Willkommen zum netzpolitischen Wochenrückblick.
in dieser Woche hat sich die neue Koalition weiter formiert. Die Parteien haben nun alle dem Bündnis zugestimmt und die Union hat schon die Minister:innen ernannt. Neu ist das Digitalministerium, welches die CDU mit dem Elektromarkt-Manager Karsten Wildberger besetzt. Den Politik-Neuling erwarten komplexe Aufgaben und große Herausforderungen der bislang schwerfälligen Digitalisierung. Anna Biselli hat sich den designierten Minister näher angeschaut und hofft, dass er bei den neuen Aufgaben nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Zivilgesellschaft im Blick behält.
Neu besetzt wird auch das Innenministerium. Das Amt geht an den CSU-Mann Alexander Dobrindt. Der Bayer hat sich bislang nicht wirklich als Innenpolitiker hervorgetan, wie wir in unserem Porträt feststellen. Als früherer Verkehrs- und Digitalminister war seine Bilanz durchwachsen bis desaströs. In der Innenpolitik hat sich Dobrindt bislang eher als Scharfmacher gegen Klimaaktivismus und in Migrationsfragen zu Wort gemeldet.
Im Kampf gegen Rechtsextremismus zeigte sich Dobrindt bislang eher zahnlos: Ein Verbot der rechtsradikalen AfD lehnte er zuletzt ab, beim Einreißen der Brandmauer durch Friedrich Merz im Januar sah er das Problem bei der fehlenden Zustimmung von Grünen und SPD zum Gesetz der Union. Die Grünen bezeichnete er gar als „Brandbeschleuniger für die AfD“ anstatt die rechtsradikale Partei selbst in den Fokus zu nehmen.
Das Thema dürfte nun durch die Einstufung der gesamten AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ neuen Zündstoff erhalten. Einerseits werden sich die AfD-Normalisierer in der Union wie Jens Spahn und diejenigen, die mit der Partei zusammenarbeiten wollen, jetzt noch deutlichere Fragen anhören müssen, wieso sie die Feinde der Demokratie nicht entschlossen bekämpfen. Auf der anderen Seite wird nun die Forderung nach einem AfD-Verbot zu Recht lauter werden. Zwar ist für viele Demokrat:innen schon seit Jahren klar, dass die AfD ein antidemokratisches und rechtsextremes Projekt ist. Doch nun gibt es diese Beurteilung schwarz auf weiß von der zuständigen Behörde.
Der Umgang mit den Demokratiefeinden der AfD ist die große politische Herausforderung des Landes. Gelingt es, diese Gefahr zurückzudrängen und ein weiteres autoritäres Abrutschen zu verhindern? Oder gibt es doch nur ein Weiter-So, bei dem die Faschisten die demokratischen Parteien vor sich hertreiben? In dieser Frage wird gerade der Innenminister Farbe bekennen müssen. Gerade auch, wenn ein Verbotsverfahren kommt, dürften politisch turbulente Zeiten bevorstehen.
Einen schönen Start in den Mai wünscht
Breakpoint: Der heilige Stuhl ist leer
Mit dem Tod von Papst Franziskus verliert die katholische Kirche eine Stimme, die sich nicht scheute, politisch zu sein. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner sieht so etwas offenbar kritisch. Doch solange es Kirchen gibt, dürfen sie nicht neutral sein. Von Carla Siepmann –
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Netzneutralität: Beschwerde gegen Telekom wegen absichtlicher Netzbremse
Laut mehreren zivilgesellschaftlichen Organisationen verlangsamt die Deutsche Telekom das Internet künstlich und verlangt für die volle Geschwindigkeit Geld von Unternehmen. Sie haben deswegen eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Die Telekom wehrt sich. Von Markus Reuter –
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Designiertes Bundeskabinett: Vom Lobbyisten zum Digitalminister
Friedrich Merz setzt beim neuen Digitalministerium mit Karsten Wildberger auf einen Mann aus der Wirtschaft. Ihn erwarten große Widerstände und komplexe Aufgaben bei der Digitalisierung. Es wird sich zeigen, ob der politische Neuling nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Zivilgesellschaft im Blick hat. Von Anna Biselli –
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OnlyFans: Schweden will Bezahlung von Camshows kriminalisieren
Ein neuer Gesetzentwurf aus Schweden sorgt für Aufregung: Wer im Netz anderen beim Masturbieren zuschaut, könnte bald strafrechtlich belangt werden. Anbieter:innen auf Plattformen wie OnlyFans bangen nun um ihre Existenz. Von Chris Köver –
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Zerschlagung von Big Tech: Warum es für Alphabet, Meta & Co. eng werden könnte
Lange Zeit konnten Tech-Unternehmen wie Google oder Facebook schalten und walten, wie sie wollten. Doch ihre Monopole kommen zunehmend in Bedrängnis – selbst in den USA, wo derzeit die traditionell wirtschaftsfreundlichen Republikaner an der Macht sind. Was steckt dahinter? Von Tomas Rudl –
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IP-Catching: Die Überwachungs-Maßnahme, die geheim bleiben soll
Internet-Zugangs-Anbieter überwachen, welche Kunden sich mit bestimmten IP-Adressen verbinden. Wir veröffentlichen Ermittlungs-Dokumente, die dieses „IP-Catching“ belegen. Juristen kritisieren, dass es keine Rechtsgrundlage dafür gibt. Das Bundeskriminalamt will die Maßnahme verschweigen. Von Andre Meister –
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Neuer Innenminister: Dobrindts zweiter Versuch
Er war schon mal Minister – mit desaströser Bilanz. Jetzt soll er sich um die deutsche Innenpolitik kümmern. Was ist von Alexander Dobrindt zu erwarten? Von Anna Biselli, Markus Reuter –
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EU-Regeln für KI-Modelle: Wenn meine KI keinen Atomkrieg startet, darf sie dann rassistisch sein?
Europa hat schon ein KI-Gesetz. Manche Teile davon sind aber vage, ein „Praxisleitfaden“ soll deshalb Details nachliefern. Dabei haben Unternehmen viel zu sagen – und statt vor echten Problemen könnte die Handreichung eher vor hypothetischen Schreckensszenarien schützen. Zivilgesellschaft und Abgeordnete im Parlament sind besorgt. Von Maximilian Henning –
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Ungarns Pride-Verbot: Abgeordnete machen Druck auf EU-Kommission
Ungarn hat den Weg freigemacht für biometrische Gesichtserkennung gegen Teilnehmer:innen von Pride-Demos. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob der Mitgliedstaat damit Gesetze verletzt. Parlamentarier:innen pochen auf Antworten.
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Gegen Deepfakes: US-Kongress verabschiedet Take It Down Act
Ein US-Gesetz gegen sexualisierte Deepfakes ist beinahe endgültig unter Dach und Fach. Kritiker:innen fürchten um die Meinungsfreiheit im Internet. Von Tomas Rudl –
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Studie: Druck und Überwachung per Arbeits-App
Im Außendienst organisieren Firmen ihre Beschäftigten mit Apps. Die Software soll Abläufe optimieren, Touren verkürzen und die Produktivität steigern – auf Kosten von Privatsphäre und Betriebsklima. Eine Studie hat die Apps nun untersucht. Von Christoph Bock –
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Gerichtshof für Menschenrechte: Serbien soll Schallwaffe stecken lassen
Die serbische Zivilgesellschaft hat vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einen Erfolg errungen. Dem Gericht zufolge soll Serbien in Zukunft den Einsatz von Schallwaffen auf Demonstrationen verhindern. Eine solche Waffe wurde mutmaßlich im März eingesetzt. Von Markus Reuter –
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mSpy: netzpolitik.org soll für eine Spionage-App werben
Eine Marketing-Agentur versucht beharrlich, netzpolitik.org zum Werbepartner für die Spionage-App mSpy zu machen. Dabei berichten wir immer wieder kritisch über das Tool. Von Martin Schwarzbeck –
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Account gesperrt: Sie haben Pornos rezensiert, dann warf Instagram sie raus
Selbst die penible deutsche Medienaufsicht hatte nichts zu beanstanden bei Porn Better, einer Website für feministische Porno-Rezensionen. Doch auf Instagram ist Porn Better gesperrt. Fachleute sehen die Pressefreiheit in Gefahr. Von Sebastian Meineck –
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Transparenzbericht 1. Quartal 2025: Unsere Einnahmen und Ausgaben und die Suche nach Substanz
Das erste Viertel dieses Jahres haben der Wahlkampf und die anschließenden Koalitionsverhandlungen geprägt. Wir suchten nach Belastbarem in dichtbedruckten Papieren und konnten gemeinsam mit anderen auch mal Schlimmeres verhindern. Klar ist: Grund- und Freiheitsrechten steht nun eine harte Zeit bevor. Dank euch sind wir aber gut gewappnet. Von netzpolitik.org –
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Pressefreiheit: Journalist*innen weltweit in Gefahr
Die Arbeitsbedingungen von Journalist*innen verschlechtern sich weltweit. Reporter ohne Grenzen zeigt mit der Rangliste der Pressefreiheit einen „historischen Tiefstand“. Allein in Gaza wurden etwa 200 Medienschaffende getötet. Von Christoph Bock –
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In eigener Sache: Podcast von netzpolitik.org erhält Auszeichnung zum Tag der Pressefreiheit
Wir freuen uns über den Rainer-Reichert-Preis für unseren Podcast „Systemeinstellungen“. Der Bayerische Journalistenverband zeichnet die Folge über das staatliche Vorgehen gegen Fabian Kienert und Andreas Reimann von Radio Dreyeckland aus. Der Preis erinnert daran, wie sehr die Pressefreiheit weltweit unter Druck ist. Von Redaktion –
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#295 Off The Record: Eure Fragen an uns – und was Trumps Zölle netzpolitisch macht
Regeln für Tech-Konzerne werden umso mehr zum Politikum, wenn Donald Trump einen Handelskrieg mit der EU vom Zaun brechen will. Wie berichten wir darüber? Das und mehr besprechen wir in unserem Hintergrund-Podcast – übrigens erstmals mit neuen Rubriken. Von Sebastian Meineck –
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