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Worte, nicht von mir, sondern vom Apostel Paulus im 15. Kapitel des 1. Korintherbriefs.
So haben wir's immer gehört. Das ist der Kern der christlichen Botschaft, durch all die Jahrhunderte: "Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift." Diese Worte hier im Korintherbrief sind das älteste überlieferte Osterzeugnis der christlichen Gemeinde. Ihre Botschaft ist bis heute erhalten. Viele haben sie in neue Worte gefasst. Viele davon sind inzwischen auch schon wieder alt. Manche sprechen Christ:innen seit Jahrhunderten gemeinsam, wie wir es nachher auch tun werden: "Ich glaube an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn unseren Herrn, ... gekreuzigt, gestorben und begraben. Hinabgestiegen in das Reich des Todes. Am dritten Tage auferstanden von den Toten." Wir kennen diese Worte. Auswendig -- die meisten von uns. Das ist der Kern, worauf sich unser Glaube gründet. Das Evangelium, "durch das ihr selig werdet, wenn ihr's ... festhaltet." Für uns gestorben. Begraben. Auferweckt von den Toten.
Amen.
Und doch: Nicht zu fassen. Als ich die Konfis darum bat, mir im Glaubensbekenntnis das zu zeigen, womit sie echte Schwierigkeiten haben, kam übereinstimmend dieser Satz: "am dritten Tage auferstanden von den Toten." Damit sind sie nicht allein. Schon in Korinth damals fiel es den Menschen schwer, die Auferstehung als Tatsache zu akzeptieren. Klar: Schließlich muss man nicht besonders viel Lebenserfahrung gesammelt haben, um eine einfache Lebensweisheit zu begreifen: Das Leben ist endlich. Und Tote kommen nicht wieder. Was glaubt ihr, wie schwer es ist, auf dem Friedhof zwischen den Gräbern über Auferstehung nachzudenken! Das passt überhaupt nicht hinein in alles, was wir über das Leben zu wissen glauben.
Es ist nicht zu fassen.
Da ging es den Menschen rund um Jesus doch damals gar nicht anders. Auch für sie war es doch sonnenklar, dass mit dem Sterben Jesu am Kreuz alles verloren war. Alles zu Ende. Die Glaubensgewissheiten der letzten Jahre mit ihm wichen auf einem Schlag der nackten Angst. Zurückgezogen, eingeschlossen, völlig aus der Bahn geworfen, haben sie das Osterwochenende verbracht. Kein Wunder, dass Maria ihn gar nicht erkennt im Garten. Seinen zwei Weggefährten auf der Straße nach Emmaus geht es genau so. Damit rechnet ja auch keiner -- trotz aller Andeutungen, die er gemacht hat. Er und die Propheten.
Es ist nicht zu fassen.
Und deshalb ist es auch kein Wunder, dass die ersten Christ:innen sich eben nicht um ein Glaubensbekenntnis sammeln. Nicht um ein paar schöne Sätze, die man auswendig lernen und gemeinsam miteinander sprechen kann -- so als Gruppenerfahrung, die allen Mut macht und den Rücken stärkt. "Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift." Sicher, diese Worte im Korintherbrief klingen schon formelhaft genug, dass wir annehmen dürfen, sie waren fest geformt und als Bekenntnis verbreitet. Aber sie sind es nicht, die die ersten Christ:innen beim Glauben halten.
Worte sind es nicht.
Er ist es.
Für Maria reicht ein einziges Wort: "Maria". Wie oft muss sie in den Jahren zuvor seine gütige Stimme gehört haben. Wie oft hat er sie angesprochen -- sie, die Frau, die in der männerdominierten Gesellschaft sowieso immer nur am Rand geduldet war. Ihm war das egal. Er kannte solche Grenzen nicht. Er hat sie gesehen. Er ging auf sie zu. Er befreit sie von ihren Dämonen. Er nimmt sie an. So kennt sie ihn. Wärme und Güte, Liebe und befreiende Kraft. Das muss sie gehört haben, wiederentdeckt, in diesem einen Wort. Das war genug. So redete sonst niemand mit ihr. "Rabbuni!" Mein Meister! Für Maria gibt es keinen Zweifel: "Ich habe den Herrn gesehen."
Da ist er, der Osterglaube. Nicht an Worte. Nicht an ein Bekenntnis. Maria ist dem Herrn begegnet. Sie glaubt an den Auferstandenen. "Ich habe den Herrn gesehen."
In der antiken Welt zählte das Zeugnis einer Frau nur halb soviel wie das eines Mannes. Und -- man denke an die Umstände. All die Emotionen. All die Sehnsüchte. Das muss den Frauen den Kopf verdreht haben, denken die Jünger, als gleich mehrere kommen und von einer Erscheinung des Auferstandenen berichten. Petrus -- der "Kephas", der bei Paulus als der erste Zeuge aufgeführt wird -- geht der Sache auf den Grund. Er findet das leere Grab, die Leinenbinden, in die man den Leichnam eingewickelt hatte. Das reicht ihm nicht. Mir hätte es wahrscheinlich auch nicht gereicht. Er "ging davon und wunderte sich über das, was geschehen war", berichtet das Lukasevangelium (24,12). Wahrscheinlich hat er sich am Kopf gekratzt.
Es ist nicht zu fassen.
Es ist erst zu fassen, als Jesus dann plötzlich mitten unter ihnen steht. "Schalom!" Friede sei mit euch! Er ist wieder da, als sei nichts geschehen. Er bricht das Brot mit den Emmausjüngern, er isst mit der Gruppe in Jerusalem. Er zeigt seine Wunden an Händen und Füßen. Er verbringt Zeit mit ihnen. Er öffnet ihnen ganz neu die Augen für Dinge, die sie längst aus den biblischen Schriften kannten -- und doch nicht begriffen haben bis zu jenem Tag. Es ist wieder, wie damals, als er sie gerufen hatte am See. Alles ist wieder aufregend und neu. Jeder Moment ein einzigartiges Lernerlebnis. Jedes Wort von seinen Lippen versetzt sie in Staunen. Sie können gar nicht genug bekommen von dem, was er sagt.
Nicht wenige von ihnen wird das, was sie da Hören und in ihr Herz aufnehmen, in den folgenden Jahren das Leben kosten. Man wird sie bedrohen, verfolgen, das Erzählen von ihm unter strengste Strafen stellen. Das wird sie nicht aufhalten. Sie können nicht schweigen. Sie müssen von dem erzählen, das ihr Leben umgekrempelt hat. Sie haben den Herrn gesehen.
Da ist er, der Osterglaube. Der, der die Welt verändert. Der den "Erdkreis erregt", wie die Apostelgeschichte berichtet. Nicht an Worte. Nicht an ein Bekenntnis. Sie sind dem Herrn begegnet. Sie glauben an den Auferstandenen.
Wir haben den Herrn gesehen.
Die junge Kirche lebt von ihren Erzählungen. Sie lebt von den Zeug:innen, von denen, die ihm begegnet sind. Genau darin sehen die Apostel ihren Auftrag. Zeugnis abzulegen von dem, den sie nicht verleugnen können, weil sie ihm ins Angesicht geschaut haben. Sie wissen sich von ihm selbst beauftragt:
"So steht’s geschrieben, dass der Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Von Jerusalem an seid ihr dafür Zeugen." (Lukas 24,46-48a).
Ihre Begeisterung ist so groß, dass alle sie spüren können. Jeder, der sie vorher kannte, sieht, wie umfassend die Veränderung ist. Tausende finden durch ihr Zeugnis zum Glauben. Die Begegnung mit dem Auferstandenen verändert die Welt. Bis heute wirkt sie nach.
Wir haben den Herrn gesehen.
Aber nicht jedem reicht das Zeugnis aus zweiter Hand. Manche halten sie für Spinner. Andere für Gotteslästerer. Der Mann, der die Zeilen des heutigen Predigttexts schrieb, war einer davon. Er war entsetzt über das, was sie da erzählten. Es war nicht zu fassen! Es widersprach allem, was er über Gott zu wissen glaubte. So setzte er seine ganze Schaffenskraft daran, diese üble Irrlehre vom Erdboden zu tilgen. Bis... Ja bis der Auferstandene auch ihm begegnete. Hören wir einen Augenblick lang hinein in seinen Bericht, den er in der Gefangenschaft in Jerusalem vor König Agrippa ablegt:
Als ich [...] nach Damaskus reiste mit Vollmacht und im Auftrag der Hohenpriester, sah ich mitten am Tage, o König, auf dem Weg ein Licht vom Himmel, heller als der Glanz der Sonne, das mich und die mit mir reisten umleuchtete. Als wir aber alle zu Boden stürzten, hörte ich eine Stimme zu mir reden, die sprach auf Hebräisch: Saul, Saul, was verfolgst du mich? [...] Ich aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst; steh nun auf und stell dich auf deine Füße. Denn dazu bin ich dir erschienen, um dich zu erwählen zum Diener und zum Zeugen für das, was du gesehen hast und wie ich dir erscheinen will. Und ich will dich erretten von deinem Volk und von den Heiden, zu denen ich dich sende, um ihre Augen aufzutun, dass sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott. So werden sie Vergebung der Sünden empfangen und das Erbteil mit denen, die geheiligt sind durch den Glauben an mich. (Apostelgeschichte 26,12-18)Ich habe ihn gesehen! Ich habe den Auferstandenen gesehen!
Das macht den stolzen Saulus zum demütigen Paulus, zu dem, der sein Leben einsetzt, um Menschen von Jesus zu erzählen.
Da ist er, der Osterglaube. Nicht an Worte. Nicht an ein Bekenntnis. Paulus ist dem Herrn begegnet. Er glaubt an den Auferstandenen. "Ich habe den Herrn gesehen."
"Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden." (1. Korintehr 15,6-8)
O, wenn die Reihe doch weiterginge!
Warum "zuletzt"? Warum hat er nicht weitergemacht?
Wenn er doch noch mehr Menschen erschienen wäre -- wie anders würde die Welt heute aussehen! Wie viel Leid hätte vermieden werden können! Wie viele Kriege hätten gar nicht stattgefunden. Wie viel Gewalt und Elend, wie viel Hass und Neid, wie viel Leid und Missbrauch hätte der Liebe Platz gemacht, wenn viele -- wenn alle -- so eine lebensverändernde Begegnung mit dem Auferstandenen gehabt hätten.
Und wir! Und ich!
Wie viel einfacher wäre das alles mit dem Glauben, wenn er mir im Garten begegnet wäre oder zuhause im Wohnzimmer. Wenn er mit mir gegessen hätte, oder mir auf der Straße nach Burladingen ein Licht geleuchtet, droben in Hermannsdorf, in der Kurve vor dem Wald. Glaubt ihr nicht, dass sich auch mein Leben total verändert hätte? Glaubt ihr nicht, dass ich den Herausforderungen des Alltags ganz anders begegnen würde? Dass es mir viel leichter fiele, andere zu lieben. Meinen Glaubenswerten treu zu bleiben. Trotz Zweifeln weiterzumachen. Im richtigen Moment das richtige Wort zu finden und in noch mehr richtige Momenten den Mund zu halten? Glaubt ihr nicht, dass ich viel freier und freudiger leben würde, durch alles was ich sage und tue von Jesus erzählen? Glaubt ihr nicht, mein Glaube wäre so viel ansteckender geworden, wie der von Petrus, Maria oder Paulus?
Jetzt bleiben mir nur dir alten Bekenntnisworte -- tiefgreifend, theologisch richtig, und doch so viel weniger packend als die direkte Begegnung: "Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift."
Jetzt bleiben mir nur diese alten Worte und das Festklammern daran, wenn mein ganzes Ich seufzen will:
Es ist nicht zu fassen!
Aber halt! Das stimmt doch so gar nicht. Ein Satz des Apostels lässt mich innehalten. Vielleicht habe ich doch viel mehr mit ihm und den anderen Zeug:innen gemeinsam, als ich das bisher wahrgenommen habe:
"Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin."
Spätestens bei dem Wort "Gnade" bin ich immer ganz Ohr. Denn das beschreibt doch genau das, was mein Leben ausmacht. Nein, natürlich habe ich nicht wie Paulus länderübergreifend Christ:innen verfolgt, verhaftet und hinter Gitter gebracht. Aber wie Paulus kann ich ein Lied davon singen, dass mein Leben nicht immer in idealen Bahnen verlief. Ich könnte viel erzählen (und lasse es lieber bleiben) davon, wie man Gott und sich selbst untreu wird, inkonsequent handelt, sich in Sackgassen manövriert, Unaussprechliches über andere denkt und -- wenn keiner hinschaut -- Dinge macht, die man besser hätte bleiben lassen. Wie Paulus bin ich keiner, der eine Begegnung mit dem auferstandenen Christus verdient hätte. Wie es bei dir aussieht, frage ich jetzt einfach mal nicht. Aber vielleicht kannst du das nachvollziehen?
Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.
Das ist der entscheidende Satz. Denn hier ist meine Geschichte, vom Auferstandenen her erzählt -- und je mehr ich darüber nachdenke, macht sie auch mich zu einem Zeugen, zu einem, der ihm begegnet ist. Und zwar nicht nur einmal.
Von Anfang an hat er versprochen bei mir zu sein. Er bei mir. Ganz nahe dran. Weißt du noch, wie es da hieß bei der Taufe? "Fürchte dich nicht. Siehe, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein." Und: "Siehe, ich bin bei dir alle Tage, bis an der Welt Ende." Alle Tage. Bei dir. Er ist bei mir! Wenn das keine Begegnung ist...
Er hat mir sein Leben geschenkt. Das ist es, was er mir mitgibt in der Taufe. Er nimmt mich mit ans Kreuz, mit in seinen Tod hinein, mit in sein Begraben-werden und mit in seine Auferstehung. Neues Leben! Wahrhaftig auferstanden! "Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir." schreibt Paulus an die Galater. Über sich. Über die Galater. Über mich -- glaube ich auch. Er lebt in mir. Wenn das keine Begegnung ist...
Er macht mich lebendig durch seinen Heiligen Geist. Er schenkt mir Glauben. Er verändert mich. Er trägt mich. Er befähigt mich. Er leitet mich. Er sendet mich. Sein Geist in mir! Wenn das keine Begegnung ist...
Er ist hier, an diesem Ort. "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." (Matthäus 18,20), hat er selbst versprochen. Heute sind wir sogar mehr als drei. Und er ist dabei. Wie immer. Wie jedes Mal. Wenn wir zusammenkommen in seinem Namen, wenn wir singen und beten, lesen und hören, bitten und hoffen und dann mit seinem Segen zurück in den Tag gehen, ist er da. Jedes Mal. Er mitten unter uns. Wenn das keine Begegnung ist...
Er lädt mich ein an seinen Tisch -- gleich nachher wieder. Er ist es, der dort der Gastgeber ist. In Brot und Wein teilt er sein Leben an uns aus. Er ist gegenwärtig, bei uns, in uns. Er selbst ist es, der uns das Brot bricht -- genau wie damals in Emmaus und später in Jerusalem. Er mit am Tisch: Wenn das keine Begegnung ist...
Und selbst wenn eines Tages der Moment kommt, in dem mein Leben hier zu Ende geht -- er hat versprochen immer da zu sein. Dass der Tod für ihn kein Ende, kein Hindernis ist, hat er an Ostern deutlich gezeigt. Wenn dann andere an meinem Grab stehen -- ihr vielleicht oder Menschen, die wir noch gar nicht kennen -- wenn ich selbst dann kein Wort mehr mitbekomme von dem was gesagt ist, bleibt meine Geschichte selbst im Sterben ein Zeugnis vom Auferstandenen. Denn: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt." (Johannes 11,25). Das hat er mir versprochen. Das hat er uns versprochen. Und er wird wiederkommen, des bin ich gewiss. Er wird mich zu sich holen, zum Leben in Ewigkeit. Ich für immer bei ihm: Wenn das keine Begegnung ist...
Das ist meine Geschichte. Das ist mein Zeugnis.
Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.
Mir ist der Auferstandene begegnet.
Maria. Kephas. Die Zwölf. Fünfhundert. Jakobus. Paulus. Christoph. Und du.
Es ist nicht zu fassen.
Immer noch nicht. Und es wird auch niemals zu fassen sein. Schon gar nicht in Worte -- auch nicht in das schönste Bekenntnis. Nie kann man es fassen, was geschieht, wenn der Auferstandene Menschen begegnet.
Man kann es nur erleben.
Und wir erleben es jeden Tag.
Vielleicht geht es mir viel zu oft wie Maria im Garten. Oder wie den zwei, die da nach Emmaus gingen. Ich rechne nicht mit dem, was mein kleines Hirn nicht fassen kann. Ich sehe nur, was ich zu sehen können glaube. Und dann frage ich mich, warum er mir nicht begegnet, wie damals Maria oder Petrus. Dann braucht es doch Worte. Manchmal nur eines. Manchmal genügt mein Name, den er ruft. Und das tut er: "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein." Oder ein Brot, das mit mir gebrochen wird: "Christi Leib, für dich gegeben. Nimm und iss vom Brot des Lebens!"
Dann fällt es mir wieder wie Schuppen von den Augen. Dann weiß ich es wieder ganz gewiss. Dann kann ich gestärkt und verändert durchs Leben gehen. Dann kann ich es erzählen, nicht nur an Ostern, sondern -- begeistert -- an jedem einzelnen Tag.
Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.
Mir ist der Auferstandene begegnet.
Amen.
By Christoph FischerWorte, nicht von mir, sondern vom Apostel Paulus im 15. Kapitel des 1. Korintherbriefs.
So haben wir's immer gehört. Das ist der Kern der christlichen Botschaft, durch all die Jahrhunderte: "Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift." Diese Worte hier im Korintherbrief sind das älteste überlieferte Osterzeugnis der christlichen Gemeinde. Ihre Botschaft ist bis heute erhalten. Viele haben sie in neue Worte gefasst. Viele davon sind inzwischen auch schon wieder alt. Manche sprechen Christ:innen seit Jahrhunderten gemeinsam, wie wir es nachher auch tun werden: "Ich glaube an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn unseren Herrn, ... gekreuzigt, gestorben und begraben. Hinabgestiegen in das Reich des Todes. Am dritten Tage auferstanden von den Toten." Wir kennen diese Worte. Auswendig -- die meisten von uns. Das ist der Kern, worauf sich unser Glaube gründet. Das Evangelium, "durch das ihr selig werdet, wenn ihr's ... festhaltet." Für uns gestorben. Begraben. Auferweckt von den Toten.
Amen.
Und doch: Nicht zu fassen. Als ich die Konfis darum bat, mir im Glaubensbekenntnis das zu zeigen, womit sie echte Schwierigkeiten haben, kam übereinstimmend dieser Satz: "am dritten Tage auferstanden von den Toten." Damit sind sie nicht allein. Schon in Korinth damals fiel es den Menschen schwer, die Auferstehung als Tatsache zu akzeptieren. Klar: Schließlich muss man nicht besonders viel Lebenserfahrung gesammelt haben, um eine einfache Lebensweisheit zu begreifen: Das Leben ist endlich. Und Tote kommen nicht wieder. Was glaubt ihr, wie schwer es ist, auf dem Friedhof zwischen den Gräbern über Auferstehung nachzudenken! Das passt überhaupt nicht hinein in alles, was wir über das Leben zu wissen glauben.
Es ist nicht zu fassen.
Da ging es den Menschen rund um Jesus doch damals gar nicht anders. Auch für sie war es doch sonnenklar, dass mit dem Sterben Jesu am Kreuz alles verloren war. Alles zu Ende. Die Glaubensgewissheiten der letzten Jahre mit ihm wichen auf einem Schlag der nackten Angst. Zurückgezogen, eingeschlossen, völlig aus der Bahn geworfen, haben sie das Osterwochenende verbracht. Kein Wunder, dass Maria ihn gar nicht erkennt im Garten. Seinen zwei Weggefährten auf der Straße nach Emmaus geht es genau so. Damit rechnet ja auch keiner -- trotz aller Andeutungen, die er gemacht hat. Er und die Propheten.
Es ist nicht zu fassen.
Und deshalb ist es auch kein Wunder, dass die ersten Christ:innen sich eben nicht um ein Glaubensbekenntnis sammeln. Nicht um ein paar schöne Sätze, die man auswendig lernen und gemeinsam miteinander sprechen kann -- so als Gruppenerfahrung, die allen Mut macht und den Rücken stärkt. "Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift." Sicher, diese Worte im Korintherbrief klingen schon formelhaft genug, dass wir annehmen dürfen, sie waren fest geformt und als Bekenntnis verbreitet. Aber sie sind es nicht, die die ersten Christ:innen beim Glauben halten.
Worte sind es nicht.
Er ist es.
Für Maria reicht ein einziges Wort: "Maria". Wie oft muss sie in den Jahren zuvor seine gütige Stimme gehört haben. Wie oft hat er sie angesprochen -- sie, die Frau, die in der männerdominierten Gesellschaft sowieso immer nur am Rand geduldet war. Ihm war das egal. Er kannte solche Grenzen nicht. Er hat sie gesehen. Er ging auf sie zu. Er befreit sie von ihren Dämonen. Er nimmt sie an. So kennt sie ihn. Wärme und Güte, Liebe und befreiende Kraft. Das muss sie gehört haben, wiederentdeckt, in diesem einen Wort. Das war genug. So redete sonst niemand mit ihr. "Rabbuni!" Mein Meister! Für Maria gibt es keinen Zweifel: "Ich habe den Herrn gesehen."
Da ist er, der Osterglaube. Nicht an Worte. Nicht an ein Bekenntnis. Maria ist dem Herrn begegnet. Sie glaubt an den Auferstandenen. "Ich habe den Herrn gesehen."
In der antiken Welt zählte das Zeugnis einer Frau nur halb soviel wie das eines Mannes. Und -- man denke an die Umstände. All die Emotionen. All die Sehnsüchte. Das muss den Frauen den Kopf verdreht haben, denken die Jünger, als gleich mehrere kommen und von einer Erscheinung des Auferstandenen berichten. Petrus -- der "Kephas", der bei Paulus als der erste Zeuge aufgeführt wird -- geht der Sache auf den Grund. Er findet das leere Grab, die Leinenbinden, in die man den Leichnam eingewickelt hatte. Das reicht ihm nicht. Mir hätte es wahrscheinlich auch nicht gereicht. Er "ging davon und wunderte sich über das, was geschehen war", berichtet das Lukasevangelium (24,12). Wahrscheinlich hat er sich am Kopf gekratzt.
Es ist nicht zu fassen.
Es ist erst zu fassen, als Jesus dann plötzlich mitten unter ihnen steht. "Schalom!" Friede sei mit euch! Er ist wieder da, als sei nichts geschehen. Er bricht das Brot mit den Emmausjüngern, er isst mit der Gruppe in Jerusalem. Er zeigt seine Wunden an Händen und Füßen. Er verbringt Zeit mit ihnen. Er öffnet ihnen ganz neu die Augen für Dinge, die sie längst aus den biblischen Schriften kannten -- und doch nicht begriffen haben bis zu jenem Tag. Es ist wieder, wie damals, als er sie gerufen hatte am See. Alles ist wieder aufregend und neu. Jeder Moment ein einzigartiges Lernerlebnis. Jedes Wort von seinen Lippen versetzt sie in Staunen. Sie können gar nicht genug bekommen von dem, was er sagt.
Nicht wenige von ihnen wird das, was sie da Hören und in ihr Herz aufnehmen, in den folgenden Jahren das Leben kosten. Man wird sie bedrohen, verfolgen, das Erzählen von ihm unter strengste Strafen stellen. Das wird sie nicht aufhalten. Sie können nicht schweigen. Sie müssen von dem erzählen, das ihr Leben umgekrempelt hat. Sie haben den Herrn gesehen.
Da ist er, der Osterglaube. Der, der die Welt verändert. Der den "Erdkreis erregt", wie die Apostelgeschichte berichtet. Nicht an Worte. Nicht an ein Bekenntnis. Sie sind dem Herrn begegnet. Sie glauben an den Auferstandenen.
Wir haben den Herrn gesehen.
Die junge Kirche lebt von ihren Erzählungen. Sie lebt von den Zeug:innen, von denen, die ihm begegnet sind. Genau darin sehen die Apostel ihren Auftrag. Zeugnis abzulegen von dem, den sie nicht verleugnen können, weil sie ihm ins Angesicht geschaut haben. Sie wissen sich von ihm selbst beauftragt:
"So steht’s geschrieben, dass der Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Von Jerusalem an seid ihr dafür Zeugen." (Lukas 24,46-48a).
Ihre Begeisterung ist so groß, dass alle sie spüren können. Jeder, der sie vorher kannte, sieht, wie umfassend die Veränderung ist. Tausende finden durch ihr Zeugnis zum Glauben. Die Begegnung mit dem Auferstandenen verändert die Welt. Bis heute wirkt sie nach.
Wir haben den Herrn gesehen.
Aber nicht jedem reicht das Zeugnis aus zweiter Hand. Manche halten sie für Spinner. Andere für Gotteslästerer. Der Mann, der die Zeilen des heutigen Predigttexts schrieb, war einer davon. Er war entsetzt über das, was sie da erzählten. Es war nicht zu fassen! Es widersprach allem, was er über Gott zu wissen glaubte. So setzte er seine ganze Schaffenskraft daran, diese üble Irrlehre vom Erdboden zu tilgen. Bis... Ja bis der Auferstandene auch ihm begegnete. Hören wir einen Augenblick lang hinein in seinen Bericht, den er in der Gefangenschaft in Jerusalem vor König Agrippa ablegt:
Als ich [...] nach Damaskus reiste mit Vollmacht und im Auftrag der Hohenpriester, sah ich mitten am Tage, o König, auf dem Weg ein Licht vom Himmel, heller als der Glanz der Sonne, das mich und die mit mir reisten umleuchtete. Als wir aber alle zu Boden stürzten, hörte ich eine Stimme zu mir reden, die sprach auf Hebräisch: Saul, Saul, was verfolgst du mich? [...] Ich aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst; steh nun auf und stell dich auf deine Füße. Denn dazu bin ich dir erschienen, um dich zu erwählen zum Diener und zum Zeugen für das, was du gesehen hast und wie ich dir erscheinen will. Und ich will dich erretten von deinem Volk und von den Heiden, zu denen ich dich sende, um ihre Augen aufzutun, dass sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott. So werden sie Vergebung der Sünden empfangen und das Erbteil mit denen, die geheiligt sind durch den Glauben an mich. (Apostelgeschichte 26,12-18)Ich habe ihn gesehen! Ich habe den Auferstandenen gesehen!
Das macht den stolzen Saulus zum demütigen Paulus, zu dem, der sein Leben einsetzt, um Menschen von Jesus zu erzählen.
Da ist er, der Osterglaube. Nicht an Worte. Nicht an ein Bekenntnis. Paulus ist dem Herrn begegnet. Er glaubt an den Auferstandenen. "Ich habe den Herrn gesehen."
"Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden." (1. Korintehr 15,6-8)
O, wenn die Reihe doch weiterginge!
Warum "zuletzt"? Warum hat er nicht weitergemacht?
Wenn er doch noch mehr Menschen erschienen wäre -- wie anders würde die Welt heute aussehen! Wie viel Leid hätte vermieden werden können! Wie viele Kriege hätten gar nicht stattgefunden. Wie viel Gewalt und Elend, wie viel Hass und Neid, wie viel Leid und Missbrauch hätte der Liebe Platz gemacht, wenn viele -- wenn alle -- so eine lebensverändernde Begegnung mit dem Auferstandenen gehabt hätten.
Und wir! Und ich!
Wie viel einfacher wäre das alles mit dem Glauben, wenn er mir im Garten begegnet wäre oder zuhause im Wohnzimmer. Wenn er mit mir gegessen hätte, oder mir auf der Straße nach Burladingen ein Licht geleuchtet, droben in Hermannsdorf, in der Kurve vor dem Wald. Glaubt ihr nicht, dass sich auch mein Leben total verändert hätte? Glaubt ihr nicht, dass ich den Herausforderungen des Alltags ganz anders begegnen würde? Dass es mir viel leichter fiele, andere zu lieben. Meinen Glaubenswerten treu zu bleiben. Trotz Zweifeln weiterzumachen. Im richtigen Moment das richtige Wort zu finden und in noch mehr richtige Momenten den Mund zu halten? Glaubt ihr nicht, dass ich viel freier und freudiger leben würde, durch alles was ich sage und tue von Jesus erzählen? Glaubt ihr nicht, mein Glaube wäre so viel ansteckender geworden, wie der von Petrus, Maria oder Paulus?
Jetzt bleiben mir nur dir alten Bekenntnisworte -- tiefgreifend, theologisch richtig, und doch so viel weniger packend als die direkte Begegnung: "Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift."
Jetzt bleiben mir nur diese alten Worte und das Festklammern daran, wenn mein ganzes Ich seufzen will:
Es ist nicht zu fassen!
Aber halt! Das stimmt doch so gar nicht. Ein Satz des Apostels lässt mich innehalten. Vielleicht habe ich doch viel mehr mit ihm und den anderen Zeug:innen gemeinsam, als ich das bisher wahrgenommen habe:
"Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin."
Spätestens bei dem Wort "Gnade" bin ich immer ganz Ohr. Denn das beschreibt doch genau das, was mein Leben ausmacht. Nein, natürlich habe ich nicht wie Paulus länderübergreifend Christ:innen verfolgt, verhaftet und hinter Gitter gebracht. Aber wie Paulus kann ich ein Lied davon singen, dass mein Leben nicht immer in idealen Bahnen verlief. Ich könnte viel erzählen (und lasse es lieber bleiben) davon, wie man Gott und sich selbst untreu wird, inkonsequent handelt, sich in Sackgassen manövriert, Unaussprechliches über andere denkt und -- wenn keiner hinschaut -- Dinge macht, die man besser hätte bleiben lassen. Wie Paulus bin ich keiner, der eine Begegnung mit dem auferstandenen Christus verdient hätte. Wie es bei dir aussieht, frage ich jetzt einfach mal nicht. Aber vielleicht kannst du das nachvollziehen?
Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.
Das ist der entscheidende Satz. Denn hier ist meine Geschichte, vom Auferstandenen her erzählt -- und je mehr ich darüber nachdenke, macht sie auch mich zu einem Zeugen, zu einem, der ihm begegnet ist. Und zwar nicht nur einmal.
Von Anfang an hat er versprochen bei mir zu sein. Er bei mir. Ganz nahe dran. Weißt du noch, wie es da hieß bei der Taufe? "Fürchte dich nicht. Siehe, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein." Und: "Siehe, ich bin bei dir alle Tage, bis an der Welt Ende." Alle Tage. Bei dir. Er ist bei mir! Wenn das keine Begegnung ist...
Er hat mir sein Leben geschenkt. Das ist es, was er mir mitgibt in der Taufe. Er nimmt mich mit ans Kreuz, mit in seinen Tod hinein, mit in sein Begraben-werden und mit in seine Auferstehung. Neues Leben! Wahrhaftig auferstanden! "Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir." schreibt Paulus an die Galater. Über sich. Über die Galater. Über mich -- glaube ich auch. Er lebt in mir. Wenn das keine Begegnung ist...
Er macht mich lebendig durch seinen Heiligen Geist. Er schenkt mir Glauben. Er verändert mich. Er trägt mich. Er befähigt mich. Er leitet mich. Er sendet mich. Sein Geist in mir! Wenn das keine Begegnung ist...
Er ist hier, an diesem Ort. "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." (Matthäus 18,20), hat er selbst versprochen. Heute sind wir sogar mehr als drei. Und er ist dabei. Wie immer. Wie jedes Mal. Wenn wir zusammenkommen in seinem Namen, wenn wir singen und beten, lesen und hören, bitten und hoffen und dann mit seinem Segen zurück in den Tag gehen, ist er da. Jedes Mal. Er mitten unter uns. Wenn das keine Begegnung ist...
Er lädt mich ein an seinen Tisch -- gleich nachher wieder. Er ist es, der dort der Gastgeber ist. In Brot und Wein teilt er sein Leben an uns aus. Er ist gegenwärtig, bei uns, in uns. Er selbst ist es, der uns das Brot bricht -- genau wie damals in Emmaus und später in Jerusalem. Er mit am Tisch: Wenn das keine Begegnung ist...
Und selbst wenn eines Tages der Moment kommt, in dem mein Leben hier zu Ende geht -- er hat versprochen immer da zu sein. Dass der Tod für ihn kein Ende, kein Hindernis ist, hat er an Ostern deutlich gezeigt. Wenn dann andere an meinem Grab stehen -- ihr vielleicht oder Menschen, die wir noch gar nicht kennen -- wenn ich selbst dann kein Wort mehr mitbekomme von dem was gesagt ist, bleibt meine Geschichte selbst im Sterben ein Zeugnis vom Auferstandenen. Denn: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt." (Johannes 11,25). Das hat er mir versprochen. Das hat er uns versprochen. Und er wird wiederkommen, des bin ich gewiss. Er wird mich zu sich holen, zum Leben in Ewigkeit. Ich für immer bei ihm: Wenn das keine Begegnung ist...
Das ist meine Geschichte. Das ist mein Zeugnis.
Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.
Mir ist der Auferstandene begegnet.
Maria. Kephas. Die Zwölf. Fünfhundert. Jakobus. Paulus. Christoph. Und du.
Es ist nicht zu fassen.
Immer noch nicht. Und es wird auch niemals zu fassen sein. Schon gar nicht in Worte -- auch nicht in das schönste Bekenntnis. Nie kann man es fassen, was geschieht, wenn der Auferstandene Menschen begegnet.
Man kann es nur erleben.
Und wir erleben es jeden Tag.
Vielleicht geht es mir viel zu oft wie Maria im Garten. Oder wie den zwei, die da nach Emmaus gingen. Ich rechne nicht mit dem, was mein kleines Hirn nicht fassen kann. Ich sehe nur, was ich zu sehen können glaube. Und dann frage ich mich, warum er mir nicht begegnet, wie damals Maria oder Petrus. Dann braucht es doch Worte. Manchmal nur eines. Manchmal genügt mein Name, den er ruft. Und das tut er: "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein." Oder ein Brot, das mit mir gebrochen wird: "Christi Leib, für dich gegeben. Nimm und iss vom Brot des Lebens!"
Dann fällt es mir wieder wie Schuppen von den Augen. Dann weiß ich es wieder ganz gewiss. Dann kann ich gestärkt und verändert durchs Leben gehen. Dann kann ich es erzählen, nicht nur an Ostern, sondern -- begeistert -- an jedem einzelnen Tag.
Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.
Mir ist der Auferstandene begegnet.
Amen.

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