Niemand braucht Ratschläge

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Niemand braucht Ratschläge episodes

  • Goethe, Heine und das Leben in der Zigarettenschachtel

    Eine Zigarette denkt und fühlt doch auch! In meinem Lied „Das Lied der Zigaretten“ sitzen die Glimmstängel in ihrer Schachtel, wissen nicht, woher sie kommen und wohin sie gehen. Sie ahnen etwas von Feuer und Himmel, aber eigentlich möchten sie lieber noch ein bisschen weiterschlafen.

    Ist das nicht auch unsere Situation? Wir wissen nicht, woher wir kommen und wohin wir gehen. Und was erwartet uns jenseits der Schachtel, die wir Leben nennen?

    Von diesen Fragen führt der Weg zu Goethes Gedicht „Selige Sehnsucht“ und seinem berühmten Gedanken „Stirb und werde“. Ist das eine Aufforderung zur Verwandlung – oder steckt darin auch eine Verherrlichung des Opfers? Ein Motiv, das von Religionen, politischen Ideologien und einer übersteigerten Moral immer wieder benutzt wurde, um Menschen Entsagung und Selbstaufgabe schmackhaft zu machen?

    Heinrich Heine nimmt im „Wintermärchen“ das alte Entsagungslied vom Himmel auseinander. Seine Gegenforderung ist unmissverständlich: Wir sollen nicht auf ein besseres Jenseits vertröstet werden, sondern das Glück hier auf Erden suchen.

    Eine Zigarette, Goethe und Heine: drei Perspektiven auf die Frage, ob wir uns verbrennen müssen, um irgendwo anzukommen – oder ob wir lieber versuchen sollten, das Leben vor unserer Nase zu verstehen.

    Das Lied anhören: „Das Lied der Zigaretten“

    6 min
  • Weihnachtsgeschäft ist Saisongeschäft - warum nicht im Oktober?

    Weihnachten schon im Oktober? Das Weihnachtsgeschäft sichert Umsätze und Arbeitsplätze – aber warum muss Weihnachten gleichzeitig das Fest der Besinnlichkeit, der perfekten Gemütlichkeit und der harmonischen Familie sein? Wenn alles besonders schön werden soll, sind Konflikte oft vorprogrammiert. Und die Arbeit, für gute Stimmung und sozialen Frieden zu sorgen, bleibt häufig an den Frauen hängen.

    Mein Gedanke dazu: Häng das mal nicht so hoch! Weniger Heiligenschein, weniger Erwartungsdruck und mehr Gelassenheit. Weihnachten darf auch einfach Routine sein.

    Ein Gedanke über das Weihnachtsgeschäft, familiäre Erwartungen und die Frage, wie wichtig Weihnachten eigentlich sein muss.

    Darum geht es in diesem Lied: Wieder mal Weihnachten

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    3 min
  • Der Macho: Realsatire oder reaktionärer Abgesang?
    Der Macho: Realsatire oder reaktionärer Abgesang?

    In dieser Folge meiner „Gedanken zum Lied“ geht es um meinen Song „Ich bin so schön“.

    Ich spreche über die satirische Figur eines Mannes, der sich für unwiderstehlich hält, und darüber, warum ich seine Selbstverliebtheit bewusst überzeichne. Dabei geht es um männliche Klischees, stereotype Frauenbilder und die Frage, wie Ironie funktioniert – und wo sie Gefahr läuft, missverstanden zu werden. Ich erzähle, wo mir solche Männer heute noch begegnen, wie ich die Ironie musikalisch und stimmlich zum Ausdruck bringe und warum ich diesen Typen zunächst beschreibe, statt ihn gleich scheitern zu lassen. Außerdem gebe ich einen Ausblick auf ein geplantes Gegenstück, bei dem die Rollenverteilung eine überraschend handgreifliche Wendung nimmt.

    Zum Song „Ich bin so schön“: Songtext und Streaming-Links auf meiner Website

    3 min
  • Ich küss die Gehwegplatten

    Wie ist denn so das Leben in Rotenburg (Wümme)? Ist es eher langweilig oder hat es seinen ganz eigenen Reiz im Vergleich zur Großstadt? Darum geht es in diesem Song: Rotenburg Wümme.

    2 min
  • Vermissen - aber froh sein darüber

    Der Hamburger Hauptbahnhof war mal Teil der Heimat für mich. Ich fand ihn immer faszinierend, auch wenn ich abends von Wilhelmsburg nach Sankt Pauli pendelte und dort lange auf die U3 warten musste. Warum ich gerne ein Landei geworden bin, darum geht es in diesem Song: Hamburg Hauptbahnhof.

    2 min
  • Ein Lebensentwurf - leicht bitter

    Ich fühlte mich selbst ein bisschen schwach und eingerostet, und plötzlich waren da wieder diese Erinnerungen an die Grundschule – eine Zeit, in der man sich gegenseitig die Muckis zeigte und ich mich oft selbst als eher schwach empfand. Aus dieser Stimmung heraus entstand die Idee zu diesem Song.

    Er erzählt die Geschichte eines Jungen, dem man damals wenig zutraute. Doch wer lernt, mit den eigenen Bordmitteln das Beste herauszuholen, entwickelt ganz eigene Überlebensstrategien: skrupellos nach oben buckeln, nach unten treten und jede Chance ergreifen. Was in der Kindheit nach schlechten Voraussetzungen aussah, wird am Ende zum Rüstzeug für die Karriere.

    Ein sarkastischer Blick auf Anpassung, Aufstieg und den moralischen Freiraum, den ein Song bietet, um die Frage zu stellen, welche Eigenschaften unsere Gesellschaft am Ende tatsächlich belohnt.

    2 min

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Ein Podcast über Themen, die unseren Alltag und unsere Gesellschaft prägen. Detlef Cordes beschäftigt sich mit Fakten, Hintergründen und Zusammenhängen – von Sprache und Kultur über gesellschaftliche Fragen bis zu den kleinen und großen Widersprüchen des täglichen Lebens.