OWWO steht für "One Week without". Durch den bewussten Einsatz kleiner Hilfsmittel und Trigger wird eine Woche lang ein ungewolltes Verhaltensmuster durchbrochen. Was das genau bedeutet und mit Marshmallows und Hemdknöpfen zu tun hat, erkläre ich im Video und im folgenden Text.
Kennt ihr auch Routinehandlungen, die sich in euer Leben geschlichen haben, obwohl ihr wisst, dass sie gar nicht gut für euch und euer Leben sind? Da gibt es das tägliche Feierabendbier, automatisierte Essgewohnheiten, die Zigarette nach dem Essen oder der ständige Einsatz des Smartphones.
Routinen haben natürlich Sinn und Berechtigung, wenn sie eine Handlung sicher und stabiler machen. Niemand möchte jedes Mal beim Autofahren das Gefühl der ersten Fahrstunde haben. Oftmals verselbstständigen sich Routinen aber und wir bekommen nicht mit, dass wir Handlungen gar nicht steuern bzw. bewusst handeln. Dann können solche Verhaltensmuster nerven und uns sogar schaden.
Ein Beispiel dazu, dass viele kennen, ist der unablässige Einsatz des eigenen Handys. Sicher kennen viele diesen Moment, wenn man mit Freunden an einem Tisch sitzt und alle gleichzeitig ins Smartphone starren, anstatt sich miteinander zu unterhalten. Völlig OK, wenn diese Handlung für alle in Ordnung ist aber oftmals tun wir es eher unbewusst und im Inneren stört es uns.
Das hat neben ausgeprägten Handlungsroutinen auch mit unserem Belohnungssystem im Gehirn zu tun. Denn jedes Ping und Bling aus den sozialen Netzwerken löst ein Signal im Belohnungssystem unseres Gehirns aus. Umso öfters solche positiven Bestätigungen zu bestimmten Handlungen erfolgen, umso mehr schleichen sich Routinehandlungen ein, die wir nicht mehr bewusst kontrollieren bzw. hinterfragen.
Dabei kann es sich lohnen, solchen Verführungen zu widerstehen. Ein Beispiel aus der Forschung dazu ist der Marshmallow Test. Dort wurden Kinder bei einem Versuch dazu aufgefordert mit dem Essen eines Marshmallows (bzw. einer Süßigkeit allgemein) solange zu warten, bis der Versuchsleiter wieder zurück in den Raum kommt. Sie bekamen also einen Marshmallow vor die Nase gesetzt und wurden anschließend in einem leeren Raum für unbestimmte Zeit alleine gelassen. Widerstanden sie der Versuchung, bekamen sie zwei Marshmallows. Langzeituntersuchungen sagten aus, dass die Kinder, die der Versuchung widerstanden, später im Durchschnitt glücklicher und erfolgreicher waren. Und auch, wenn diese Ergebnisse mittlerweile eingeschränkt und revidiert wurden, kann die Fähigkeit bewusst zu widerstehen durchaus einen positiven Einfluss auf unser Leben haben.
Aus diesem Grund habe ich für mich OWWO eingeführt. Eine Woche, in der ich Verhaltensmuster ganz bewusst durchbrechen und sie dadurch eventuell ändern will. Ohne gleich mit der großen Brechstange zu starten und beispielsweise 6 Monate auf alle sozialen Medien zu verzichten, such ich dabei nach kleinen Schritten, die dennoch langfristig etwas ändern können - aber nicht müssen. Ziel ist immer, Gewohnheiten wieder bewusst und kontrolliert durchzuführen und so zu überprüfen. Ob und wie ich mein Verhalten langfristig verändere, entscheide ich nach der Woche OWWO.
Meine erste OWWO-Herausforderung war es, im eigenen Wohnzimmer auf mein Handy zu verzichten. Da ich eine Wendeltreppe zum Wohnzimmer heruntersteigen muss, brachte ich dort ein "Handy verboten Schild" an, um mir jedes Mal bewusst zu machen, dass ich es dort nicht benutzen will. Ein einfacher Trigger mit großer Wirkung.
Es war bis auf wenige gedankliche Zuckungen recht einfach eine Woche lang an diesem Ort auf mein Handy und alle damit zusammenhängende Möglichkeiten zu verzichten. Ich sah Filme und TV-Nachrichten wieder bewusster und las auch Bücher wieder konzentrierter als vorher, da ich nicht mehr in die Gefahr des Multitaskings kam. Ich erleichterte mir den Verzicht, indem ich mein Marshmallow der Neuzeit nicht neben mich legte, sondern ganz aus dem Zimmer verbannte.
Herausforderung eins ist mit OWWO so gut gelungen, dass das mein Handy viell