
Sign up to save your podcasts
Or


KOPENHAGEN/LOS ANGELES. Nach der Ankündigung des Rückzugs von René Redzepi aus dem laufenden Betrieb des Noma hat das Restaurant eine als „Transparenzbericht“ titulierte Auflistung von Maßnahmen veröffentlicht. Damit will das Noma aufzeigen, wie sich der Betrieb des Restaurants im Umgang mit Mitarbeitenden in den vergangenen Jahren nach eigener Darstellung verändert haben soll. Auslöser sind die in sozialen Medien von ehemaligen Beschäftigten veröffentlichten Vorwürfe gegen den Gründer des Restaurants, René Redzepi, in den vergangenen Wochen. Nachdem auch die New York Times am 7. März auf Basis eigener Recherchen über Vorwürfe des Machtmissbrauchs und der Körperverletzung gegen Redzepi berichtet hatte, erklärte dieser seinen Rückzug aus den operativen Funktionen.
Das Noma betont nun erneut in einem Newsletter an seine Gäste, dass vieles von dem, was in den letzten Wochen öffentlich gemacht wurde, „weder das heutige Noma noch die vielen Menschen widerspiegelt die zu den positiven Veränderungen in unserem Unternehmen beigetragen haben. Wir nehmen alle Bedenken bezüglich unseres Arbeitsplatzes sehr ernst", heißt es in dem Newsletter. So hat es dem Noma zufolge in den vergangenen Jahren Initiativen gegeben, um ein sicheres, respektvolles und bereicherndes Umfeld für alle im Noma zu schaffen. „Wir setzen uns für Transparenz ein und haben hier mehr über diese Arbeit und unsere Arbeitsplatzpraktiken berichtet“, heißt es in dem Statement weiter. Dabei wird betont, dass es sich um einen fortlaufenden Prozess handele.
Um diese Aussagen zu untermauern, hat das Noma eine umfangreiche Aufstellung von Maßnahmen veröffentlicht, die seit dem Jahr 2022 ergriffen worden seien. Dazu zählten „eine neue Führungsstruktur, ein vollständig bezahltes Praktikumsprogramm, verbesserte Arbeitszeiten und Urlaubstage, erweiterte Sozialleistungen, ein eigenes HR‑Team, Führungskräftetrainings, Mentoring‑Programme und vieles mehr“. 2022 sei ein Wendepunkt gewesen, heißt es in der Darstellung. „Wir haben auf die Anliegen unserer Mitarbeitenden gehört, daraus gelernt und wichtige Veränderungen vorgenommen, um unsere Unternehmenskultur zu transformieren, darunter eine Reihe betrieblicher Verbesserungen. Dies fiel mit der Gründung eines neuen Geschäftsbereichs (Noma Projects) und der Chance zusammen, eine zukunftsfähige Organisation aufzubauen, die uns in das nächste Kapitel von Noma führen wird.“
Bereits 2019 und 2022 hatte die Financial Times über die Beschäftigung unbezahlter Praktikant:innen und Mitarbeitender berichtet. Auch damals war bereits von hierarchischen Strukturen und einem enormen psychischen Druck die Rede. Damals hatte Redzepi strukturelle Reformen angekündigt. Eine Reaktion darauf dürfte auch die Umstellung des Restaurantbetriebs auf Pop‑ups an verschiedenen Orten der Welt gewesen sein.
Konkret habe es laut Noma seitdem folgende Änderungen gegeben: eine Umstrukturierung des Unternehmens, einschließlich Neueinstellungen im Führungsteam und einer Reorganisation der bestehenden Teams mit klar definierten Führungsstrukturen sowie der Möglichkeit für Mitarbeitende, innerhalb des Unternehmens neue Aufgaben zu übernehmen. Zudem sei ine eigene Personalabteilung eingerichtet worden, die Mitarbeitende auf allen Ebenen unterstütze und ihnen, wenn sie aus dem Ausland kommen, bei Visaangelegenheiten, Reisen, Wohnungssuche, Bankgeschäften und weiteren organisatorischen Fragen helfe.
Zur Bezahlung der Mitarbeitenden heißt es in der Darstellung: „Alle Mitarbeitenden bei Noma erhalten ein Gehalt. Seit Oktober 2022 bieten wir ein vollständig bezahltes Praktikumsprogramm mit einer Laufzeit von sechs oder zwölf Monaten an, in dem unsere Praktikant:innen wertvolle Erfahrungen in einem Drei‑Sterne‑Michelin‑Restaurant sammeln können.“ Zudem wurde eine Vier‑Tage‑Woche für das Restaurantteam eingeführt, um mehr Freizeit zu ermöglichen, sowie die Noma‑Pensionskasse inklusive individueller Finanzplanung. Darüber hinaus werden weitere Sozialleistungen genannt, verpflichtende Fortbildungen für Führungskräfte sowie eine unabhängige Überprüfung von Arbeitsabläufen und den Erfahrungen der Mitarbeitenden.
Seit der vergangenen Woche befindet sich das Noma für ein Pop‑up in Los Angeles. Der Start dort war von Protesten begleitet. Auch dort wird der Umgang mit beziehungsweise die Bezahlung der örtlichen Beschäftigten kritisiert. Wie es in der Darstellung heißt, seien rund 130 Mitarbeitende mit ihren Familien aus Kopenhagen nach Los Angeles gereist. Zwei Dutzend weitere Beschäftigte vor Ort seien eingestellt worden.
„Wir haben ein umfassendes Mitarbeiterhandbuch für Noma LA mit Richtlinien und Informationen zum Onboarding erstellt. So stellen wir sicher, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter die Compliance‑Anforderungen versteht, während der gesamten Tätigkeit bei Noma unterstützt wird und weiß, an wen er oder sie sich bei Fragen oder Problemen wenden kann. Alle Mitarbeitenden, auch unsere Führungskräfte, haben in den letzten Monaten an mehreren Schulungen zum Thema Verhalten am Arbeitsplatz teilgenommen, darunter auch spezielle Schulungen für Manager. Dies ergänzt unser reguläres Onboarding“, erklärt das Noma weiter.
Zu den Mitarbeitenden aus Kopenhagen heißt es: Rund 130 Mitarbeitende aus Kopenhagen sowie ihre Familienangehörigen seien nach Kalifornien gezogen. Alle Mitarbeitenden aus Kopenhagen hätten bereits eigene Arbeitsverträge mit Noma gehabt. Man habe mit dem Team vor Ort zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass ihre Vergütung sowohl dem US‑amerikanischen als auch dem dänischen Recht entspreche. Zusätzlich zu ihrer regulären Vergütung, Krankenversicherung und Sozialleistungen erhielten die Mitarbeitenden aus Kopenhagen in Los Angeles kostenlose Unterkunft für Mitarbeitende und ihre Familien (in der Nähe von Noma LA), eine Reiseversicherung, ein monatliches Taschengeld, mindestens zwei kostenlose Mahlzeiten pro Tag (dies gelte auch für die Mitarbeitenden in den USA) sowie ein monatliches Handy‑Guthaben.
By KOPENHAGEN/LOS ANGELES. Nach der Ankündigung des Rückzugs von René Redzepi aus dem laufenden Betrieb des Noma hat das Restaurant eine als „Transparenzbericht“ titulierte Auflistung von Maßnahmen veröffentlicht. Damit will das Noma aufzeigen, wie sich der Betrieb des Restaurants im Umgang mit Mitarbeitenden in den vergangenen Jahren nach eigener Darstellung verändert haben soll. Auslöser sind die in sozialen Medien von ehemaligen Beschäftigten veröffentlichten Vorwürfe gegen den Gründer des Restaurants, René Redzepi, in den vergangenen Wochen. Nachdem auch die New York Times am 7. März auf Basis eigener Recherchen über Vorwürfe des Machtmissbrauchs und der Körperverletzung gegen Redzepi berichtet hatte, erklärte dieser seinen Rückzug aus den operativen Funktionen.
Das Noma betont nun erneut in einem Newsletter an seine Gäste, dass vieles von dem, was in den letzten Wochen öffentlich gemacht wurde, „weder das heutige Noma noch die vielen Menschen widerspiegelt die zu den positiven Veränderungen in unserem Unternehmen beigetragen haben. Wir nehmen alle Bedenken bezüglich unseres Arbeitsplatzes sehr ernst", heißt es in dem Newsletter. So hat es dem Noma zufolge in den vergangenen Jahren Initiativen gegeben, um ein sicheres, respektvolles und bereicherndes Umfeld für alle im Noma zu schaffen. „Wir setzen uns für Transparenz ein und haben hier mehr über diese Arbeit und unsere Arbeitsplatzpraktiken berichtet“, heißt es in dem Statement weiter. Dabei wird betont, dass es sich um einen fortlaufenden Prozess handele.
Um diese Aussagen zu untermauern, hat das Noma eine umfangreiche Aufstellung von Maßnahmen veröffentlicht, die seit dem Jahr 2022 ergriffen worden seien. Dazu zählten „eine neue Führungsstruktur, ein vollständig bezahltes Praktikumsprogramm, verbesserte Arbeitszeiten und Urlaubstage, erweiterte Sozialleistungen, ein eigenes HR‑Team, Führungskräftetrainings, Mentoring‑Programme und vieles mehr“. 2022 sei ein Wendepunkt gewesen, heißt es in der Darstellung. „Wir haben auf die Anliegen unserer Mitarbeitenden gehört, daraus gelernt und wichtige Veränderungen vorgenommen, um unsere Unternehmenskultur zu transformieren, darunter eine Reihe betrieblicher Verbesserungen. Dies fiel mit der Gründung eines neuen Geschäftsbereichs (Noma Projects) und der Chance zusammen, eine zukunftsfähige Organisation aufzubauen, die uns in das nächste Kapitel von Noma führen wird.“
Bereits 2019 und 2022 hatte die Financial Times über die Beschäftigung unbezahlter Praktikant:innen und Mitarbeitender berichtet. Auch damals war bereits von hierarchischen Strukturen und einem enormen psychischen Druck die Rede. Damals hatte Redzepi strukturelle Reformen angekündigt. Eine Reaktion darauf dürfte auch die Umstellung des Restaurantbetriebs auf Pop‑ups an verschiedenen Orten der Welt gewesen sein.
Konkret habe es laut Noma seitdem folgende Änderungen gegeben: eine Umstrukturierung des Unternehmens, einschließlich Neueinstellungen im Führungsteam und einer Reorganisation der bestehenden Teams mit klar definierten Führungsstrukturen sowie der Möglichkeit für Mitarbeitende, innerhalb des Unternehmens neue Aufgaben zu übernehmen. Zudem sei ine eigene Personalabteilung eingerichtet worden, die Mitarbeitende auf allen Ebenen unterstütze und ihnen, wenn sie aus dem Ausland kommen, bei Visaangelegenheiten, Reisen, Wohnungssuche, Bankgeschäften und weiteren organisatorischen Fragen helfe.
Zur Bezahlung der Mitarbeitenden heißt es in der Darstellung: „Alle Mitarbeitenden bei Noma erhalten ein Gehalt. Seit Oktober 2022 bieten wir ein vollständig bezahltes Praktikumsprogramm mit einer Laufzeit von sechs oder zwölf Monaten an, in dem unsere Praktikant:innen wertvolle Erfahrungen in einem Drei‑Sterne‑Michelin‑Restaurant sammeln können.“ Zudem wurde eine Vier‑Tage‑Woche für das Restaurantteam eingeführt, um mehr Freizeit zu ermöglichen, sowie die Noma‑Pensionskasse inklusive individueller Finanzplanung. Darüber hinaus werden weitere Sozialleistungen genannt, verpflichtende Fortbildungen für Führungskräfte sowie eine unabhängige Überprüfung von Arbeitsabläufen und den Erfahrungen der Mitarbeitenden.
Seit der vergangenen Woche befindet sich das Noma für ein Pop‑up in Los Angeles. Der Start dort war von Protesten begleitet. Auch dort wird der Umgang mit beziehungsweise die Bezahlung der örtlichen Beschäftigten kritisiert. Wie es in der Darstellung heißt, seien rund 130 Mitarbeitende mit ihren Familien aus Kopenhagen nach Los Angeles gereist. Zwei Dutzend weitere Beschäftigte vor Ort seien eingestellt worden.
„Wir haben ein umfassendes Mitarbeiterhandbuch für Noma LA mit Richtlinien und Informationen zum Onboarding erstellt. So stellen wir sicher, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter die Compliance‑Anforderungen versteht, während der gesamten Tätigkeit bei Noma unterstützt wird und weiß, an wen er oder sie sich bei Fragen oder Problemen wenden kann. Alle Mitarbeitenden, auch unsere Führungskräfte, haben in den letzten Monaten an mehreren Schulungen zum Thema Verhalten am Arbeitsplatz teilgenommen, darunter auch spezielle Schulungen für Manager. Dies ergänzt unser reguläres Onboarding“, erklärt das Noma weiter.
Zu den Mitarbeitenden aus Kopenhagen heißt es: Rund 130 Mitarbeitende aus Kopenhagen sowie ihre Familienangehörigen seien nach Kalifornien gezogen. Alle Mitarbeitenden aus Kopenhagen hätten bereits eigene Arbeitsverträge mit Noma gehabt. Man habe mit dem Team vor Ort zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass ihre Vergütung sowohl dem US‑amerikanischen als auch dem dänischen Recht entspreche. Zusätzlich zu ihrer regulären Vergütung, Krankenversicherung und Sozialleistungen erhielten die Mitarbeitenden aus Kopenhagen in Los Angeles kostenlose Unterkunft für Mitarbeitende und ihre Familien (in der Nähe von Noma LA), eine Reiseversicherung, ein monatliches Taschengeld, mindestens zwei kostenlose Mahlzeiten pro Tag (dies gelte auch für die Mitarbeitenden in den USA) sowie ein monatliches Handy‑Guthaben.