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Ors1173: Lernen zwischen Internet und Schabbat


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Ors1173: Lernen zwischen Internet und Schabbat: Bonn (ots) -
- Querverweis: Das Tonmaterial wird über ors versandt und ist
unter http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=ors
abrufbar -
Vor zehn Jahren öffnete die Jüdische Oberschule in Berlin. Den
kulturellen Austausch, auch zwischen verschiedenen
Religionszugehörigkeiten, erleben heute 300 Schülerinnen und Schüler
aus 14 Nationen als Bereicherung. Von Traditionsbewusstsein und neuen
Medien: über den Alltag an einer immer noch nicht ganz gewöhnlichen
deutschen Schule.
Beitrag
Anmoderation:
Sicherheitszäune, Kameraüberwachung, Personenkontrolle. Am
Schuleingang der Jüdischen Oberschule geht es zu wie an einem
Flughafen-Gate. Jüdischer Schulalltag in Berlin, das ist auch
angesichts akuter terroristischer Bedrohungen immer noch keine
Normalität. Die Gebäude der 1993 neu eröffneten Jüdischen Oberschule
gehörten einst der Mittelschule der jüdischen Gemeinde Berlin. Im
März 1942 war sie von den Nationalsozialisten geschlossen und
anschließend als Deportationslager genutzt worden. Die Spuren dieser
Geschichte sind auch den Schülern durchaus präsent. Der 16-jährige
Konstantin:
O-Ton (ors 11731) Konstantin Knöfler:
"Die Geschichte spielt für mich schon eine Rolle, weil ich muss
hier daran denken, was in diesem Gebäude passiert ist und muss dem
Ort hier - vorne steht ja auch die Gedenkstätte - mit Respekt
begegnen, aber für mein Schulalltagsleben spielt das keine Rolle."
Sprecher:
Seine Mitschülerinnen stimmen ihm zu. Das Schulalltagsleben prägen
Offenheit und Toleranz. Es geht beinahe familiär zu unter
Lehrerkollegium und 300 Schülern aus 14 verschiedenen Nationen. Die
jüdische Tradition ist dabei durchaus lebendig und etwas, auf das
auch Jorinde viel Wert legt:
O-Ton (ors 11732) Jorinde Köhler:
"Diese Tradition ist wichtig, das hält auch zusammen. Rosch
Haschana zum Beispiel ist ja Neujahr, heißt übersetzt Kopf des Jahres
und ist der Neujahrstag, der nach dem jüdischen Kalender das neue
Jahr beginnt, und den haben wir bis jetzt jedes Jahr gefeiert."
Sprecher:
Jorinde und Konstantin fühlen sich wohl an der Jüdischen
Oberschule. Das liegt auch an den engagierten Lehrerinnen und Lehrern
und an modernen Unterrichtsformen. Denn bei aller Tradition: Der
klassische Frontalunterricht ist hier eher selten, die Nutzung von PC
und Internet dagegen selbstverständlich. Konstantin findet das
wichtig:
O-Ton (ors11733) Konstantin Knöfler:
"Weil es macht teilweise doch recht trockenen Stoff schon ein
bisschen lebhafter, also macht dann doch mehr Spaß."
Sprecher:
Vor zwei Jahren weihte die Jüdische Oberschule ihren
T-Cl@ssroom mit 24 PC-Arbeitsplätzen ein. Ohne das Telekom-Projekt
T@School, das bundesweit nahezu alle Schulen kostenlos ans Netz
brachte, wäre vieles nicht möglich, meint Dr. Bernd Tempelhof,
Informatiklehrer an der Jüdischen Oberschule:
O-Ton (ors11734) Dr. Bernd Tempelhof:
"Durch diese T-Classroom-Geschichte sind wir miteinander vernetzt,
wir haben einen DSL-Zugang und müssen dafür natürlich nichts
bezahlen. Das hat schon einen gewaltigen Schritt nach vorne geführt."
Sprecher
Weil die Jüdische Oberschule eine von mehr als 23 200 Schulen ist,
denen die Deutsche Telekom inzwischen auch einen kostenlosen T-DSL
Zugang zur Verfügung stellt, ist das breitbandige Surfen im
Unterricht kein Problem. Inzwischen nutzen fächerübergreifend viele
Lehrerinnen und Lehrer die neuen Medien wie der Mathematiklehrer
Thomas Wetzel:
O-Ton (ors 11735) Thomas Wetzel
Wenn ich die Klasse heute morgen betrachte: Mathe hat Spaß
gemacht! Weil sie Erfolgserlebnisse hatten und jeder für sich hatte
Erfolgserlebnisse.
Sprecher:
Matheunterricht, den auch die Mädchen gut finden. Jorinde hat sich
im Internet schlau gemacht zum Thema Strahlensätze. Gemeinsam mit
zwei Schulkameraden erstellte sie im Matheunterricht von Thomas
Wetzel eine Website für Schüler zu diesem Thema.
O-Ton (ors 11736) Jorinde Köhler:
"Wenn man so autodidaktisch lernt, das ist auch schwierig, am
Anfang, aber wenn man dann so drin ist in dem Thema, dann geht's wie
von allein finde ich, dann wird's so logisch und dann geht's sehr
schnell."
Sprecher:
Die Nutzung von PC und Internet in beinahe allen
Unterrichtsfächern hat dabei noch einen weiteren Lernvorteil:
Medienkompetenz. Konstantin, der seine Computerkenntnisse auch
systematisch im Unterrichtsfach Informatik vertieft:
O-Ton (ors 11737) Konstantin Knöfler:
"Hier an der Schule habe ich erst wirklich mitbekommen, wie der
Computer genutzt werden kann. Vorher habe ich mich zwar schon viel
mit Computer beschäftigt, aber eben hauptsächlich im Spielebereich
und hier habe ich dann erst angefangen so mein Wissen auszubauen.
Sprecher:
Lernen ist uncool? Ein Spruch, den man an der Jüdischen Oberschule
wohl eher selten hört. Gerade weil es im Unterricht zwischen
Tradition und modernster Kommunikationstechnologie manchmal ein
bisschen anders läuft. Eines allerdings ist klar: Am Samstag, dem
heiligen Schabbat, findet kein Unterricht statt, denn Werktätigkeiten
aller Art sind am Schabbat so tabu wie die dafür erforderlichen
Arbeitsmittel. Am Schabbat bleibt daher die Schule geschlossen und
die Kiste aus.
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ACHTUNG REDAKTIONEN:
Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Wir bitten jedoch
um einen Hinweis, wie Sie den Beitrag eingesetzt haben an
ots Originaltext: Deutsche Telekom AG
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de
Kontakt für Journalisten:
Deutsche Telekom AG
Pressestelle der Zentrale
Tel: 0228/181-4949
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