Papenmeier Reha Stammtisch

Papenmeier Reha Stammtisch vom 17.06.2026


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Beim Reha-Stammtisch vom 17. Juni 2026 steht ein Thema im Mittelpunkt, das die SightCity-Vorträge wenige Wochen zuvor schon ausgelöst haben: KI in Screenreadern. Die Nachfragen waren so groß, dass Karl Matthias Schäfer das Thema nochmal aufgreift und diesmal ganz praktisch zeigt, was geht. 
KI in Screenreadern: der Überblick Drei Screenreader sind derzeit relevant, wenn man über KI-Funktionen spricht. Der Narrator von Microsoft hat die engste Anbindung an Copilot, weil beides aus demselben Haus kommt. Wer im Microsoft-Ökosystem arbeitet, also Windows, Office, Edge, Teams, bekommt damit inzwischen einen echten Mehrwert: Formeln in Excel erklärt bekommen, Fragen zu Tabelleninhalten stellen, Texte zusammenfassen lassen. Das ist seit ein paar Wochen breiter ausgerollt und funktioniert für viele Nutzende bereits ohne zusätzliche Konfiguration. NVDA ist als quelloffener Screenreader schnell, schlanker als JAWS und braucht weniger Systemressourcen. Für KI-Funktionen greift NVDA auf externe Dienste zurück, darunter eine Tandem-Funktion namens NVDA Remote, die auch Fernsupport ermöglicht. JAWS ist das mächtigste System, aber auch das komplexeste. Karl Matthias vergleicht JAWS gerne mit einem alten Hotel, das im Laufe der Jahre immer weiter angebaut wurde: Man weiß irgendwann nicht mehr, wo was ist. Seit 2025 gibt es mit dem FS Companion, inzwischen Whisperer Companion genannt, eine KI, die genau dieses Problem löst: Man fragt auf Deutsch, was eine Tastenkombination macht oder wie man etwas einstellt, und bekommt eine verständliche Antwort. 
Das große Problem: KI an Arbeitsplätzen gesperrt Karl Matthias schildert aus der täglichen Praxis: Er kommt an Arbeitsplätze, installiert JAWS 2026, erklärt die neuen KI-Funktionen und muss dann sagen, dass diese Funktionen hier nicht genutzt werden können. Der Grund: JAWS-KI kommuniziert mit US-amerikanischen Servern, und das untersagen viele Arbeitgeber aus Datenschutzgründen. Einzige Ausnahme: Der FS Companion ist auch über die normale Webseite fs-companion.ai erreichbar und damit auch dort nutzbar, wo die Integration in JAWS gesperrt ist. 
Live-Demo: nicht-barrierefreie Webseite nutzbar machen Das Herzstück des Abends ist eine Live-Demo mit einem echten Pizzabringdienst. Die Webseite ist für Screenreader praktisch unlesbar, die Speisekarte liegt als eingebettetes PDF vor, das JAWS nicht öffnen kann. Karl Matthias zeigt zwei Wege: Erstens die Webseitenzusammenfassung von JAWS, aufgerufen mit JAWS-Taste, Umschalttaste und E. Nach ein paar Sekunden liefert die KI eine strukturierte Zusammenfassung, was auf der Seite steht, welche Rubriken die Speisekarte hat und wie man weiterkommt. Zweitens den direkten Dialog mit der KI: „Welche Pizzen gibt es?", „Lies mir die Salate vor", „Was kostet die Pizza Hawaii?" Die KI antwortet freundlich, geduldig und mehrfach, ohne genervt zu werden. Was man dabei nicht vergessen darf: Kopf eingeschaltet lassen. Wenn die KI sagt, eine Pizza kostet 350 Euro, stimmt da irgendwas nicht. Auch eine Erweiterung des Ansatzes kommt zur Sprache: Man kann die Speisekarte auch vorher herunterladen und der KI dann Fragen dazu stellen. Das funktioniert auch, wenn man später im Restaurant sitzt und noch einmal nachlesen will, was man bestellt hat. 
Copilot in Word und Outlook live Karl Matthias zeigt auch Copilot in Word, aufgerufen mit Alt-C. Er lässt live eine Einladung zum nächsten Reha-Stammtisch erstellen, die Copilot in wenigen Sekunden formuliert. In Outlook kann Copilot E-Mails zusammenfassen, auf Ton und Inhalt prüfen und Antwortvorschläge machen. Die Tastenkombination für das Copilot-Menü in den Office-Programmen ist Alt-C, für den Bereich Webseitenzusammenfassung in JAWS ist es JAWS-Taste plus Umschalttaste plus E. 
KI muss barrierefrei sein: Resolution des Verbandstags Karl Matthias berichtet, dass er in der Folgewoche auf dem Verbandstag des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes ist, wo es schwerpunktmäßig um KI und digitale Barrierefreiheit gehen wird. Eine Resolution soll verabschiedet werden, die festhält, dass KI barrierefrei sein muss. Er kündigt an, beim nächsten Stammtisch darüber zu berichten. 
Fragen aus der Community Aus der Runde kommen noch weitere Fragen: Ist die KI-Suche von Google mit JAWS oder NVDA nutzbar? Antwort: Die Google-Seite ist grundsätzlich bedienbar, aber das Hin-und-her-Navigieren zwischen Frage und Antwortbereich ist umständlich. Empfehlung: Lieber direkt eine KI wie Gemini oder Perplexity nutzen, statt über die Google-Suchseite zu gehen. Zum Zoom-Tipp des Abends: Mit einem Zwei-Finger-Doppeltipp kann man auf dem iPhone in Zoom den Stummschalter ein- und ausschalten. Beim ersten Mal geht der Lautsprecher kurz aus, das ist normal; danach funktioniert es problemlos. Braillezeile am iPhone entsperren: Mit neueren Braillezeilen geht das, mit älteren Modellen derzeit noch nicht. Die Bildschirmeingabe funktioniert als Alternative. 
Nächste Termine Juli: Apple-Edition mit einem Gast von BeMyEyes. August: Sommerpause. September: Windows-Edition mit einem Gast von Freedom Scientific zu JAWS, Fusion und ZoomText. Themenvorschläge und Anmeldungen an [email protected]
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Papenmeier Reha StammtischBy Papenmeier RehaTechnik