Beim Reha-Stammtisch vom 21. Januar 2026 geht's ums große Thema KI – aber nicht zum ersten Mal. Der Unterschied diesmal: Wir sind einen Schritt weiter. Die erste Begeisterung ist durch, die ersten Frustmomente auch – jetzt geht's darum, die KI wirklich zum Arbeiten zu bringen.
Die 10 Prompting-Regeln von Karl Matthias Schäfer Karl Matthias stellt 10 praxisnahe Regeln vor, die dabei helfen, aus KI-Tools das rauszuholen, was man wirklich braucht:
- Ziel klar formulieren – Nicht „Bericht über Barrierefreiheit", sondern „Bericht über die Entwicklung von VoiceOver in den letzten 3 Jahren".
- Hintergrund und Kontext angeben – Als was schreibst du, für wen, aus welchem Anlass?
- Alltagssprache verwenden – „Schreib so, dass es ein Zehnjähriger versteht" funktioniert besser als Fachbegriffe.
- Der KI eine Rolle geben – Soll sie als Wissenschaftlerin antworten? Als erfahrener Apple-Trainer für blinde Nutzer?
- Struktur verlangen – Fließtext, Liste, Tabelle, herunterladbare barrierefreie Datei – einfach sagen, was man will.
- Schrittweise Erklärungen anfordern – „Erkläre die Rotorfunktion Schritt für Schritt" zerlegt komplexe Aufgaben in handhabbare Häppchen.
- Schwerpunkte und Einschränkungen benennen – „Ich kenne mich mit VoiceOver aus, ich brauche keine Einführung" spart Zeit und Geduld.
- Praxisbeispiele verlangen – „Gib mir Beispiele, wo die Rotorfunktion am iPhone wirklich sinnvoll ist."
- Zusammenfassung anfordern – Am Schluss die wichtigsten Punkte noch mal als Liste: Gold wert, gerade bei langen Antworten.
- Weiterführende Tipps und Anweisung – „Was habe ich vergessen? Gibt es noch Dinge, die wichtig wären?"
Und die allerwichtigste Regel, die nicht auf der Liste steht:
Den eigenen Kopf eingeschaltet lassen. KI sagt manchmal Dinge, die klingen, als wären sie wahr – und sind es nicht. Immer hinterfragen.
Apple-News aus der Runde Kurzer Schwenk in die Apple-Welt: Die umgedrehte Siri bleibt ein Dauerthema. Offenbar wird die neue Version auf Googles Gemini basieren – und soll frühestens mit iOS 19 bzw. ab Ende März / Mitte April kommen. Außerdem: Ein faltbares iPhone scheint 2026 zu kommen, neue MacBooks auch – und Apple will die Neuheiten übers Jahr verteilen statt alles im September zu bündeln.
Was die Community erlebt hat Die Runde ist voll mit Geschichten aus dem echten Leben:
- Angela hat per KI eine Küchenmaschine auf Barrierefreiheit geprüft – und bestellt. Hat geklappt.
- Patrick nutzt Co-Pilot, um nicht-barrierefreie Dokumente zusammenzufassen – mit dem Trick, der KI zu sagen, sie soll nur das hochgeladene Dokument verwenden und keine Internetrecherche.
- Bernd hat die Eloquence-Aussprache für JAWS und NVDA per KI optimiert – die Antwort war direkt und korrekt, er hat sie einfach eingetragen.
- Matthias hat im Dezember ein Gerät, das auf Aserbaidschanisch umgestellt war, per iPhone-Foto und KI wieder auf Deutsch gebracht – Schritt für Schritt.
- Günter nutzt KI für Bahnhofsbeschreibungen: „Wie komme ich von den Gleisen am Bahnhof München Ost zum Taxistand, möglichst barrierefrei?" – hat meistens gut funktioniert.
Karl Matthias hat außerdem einen kleinen Podcast mit NotebookLM gebaut – eine ca. 15-minütige KI-Einführung speziell für blinde und sehbehinderte Nutzer, mit zwei künstlichen Stimmen im Dialog. Wer den haben möchte: Mail an
[email protected].
Grenzen der KI – und warum das wichtig ist FS Companion ist gut für alles rund um JAWS und JAWSScript – aber nicht dafür, ob eine Drucker-App barrierefrei ist. Das hat die Runde am eigenen Leib erlebt: Die HP Smart App wurde als „vollständig mit JAWS 2026 bedienbar" empfohlen – war sie nicht. Menschliche Unterstützung wäre zu demselben falschen Ergebnis gekommen, heißt es tröstend aus der Runde.
Auch Cloudflare, aktuelle Radioprogramme und News der letzten 24 Stunden sind Bereiche, wo KI an Grenzen stößt – entweder wegen Urheberrecht, Trainingsdaten-Aktualität oder gesperrten Inhalten.
Die Meta RayBan Brille ist ebenfalls ein Thema: Schöne Erlebnisse, aber auch Momente, wo sie Möwen hört, die gar nicht da sind, oder einen schwarzen Labrador für eine Katze hält.
SmartEye, LiDAR & autonome Navigation Kurzes Update zu SmartEye: Die App hat sich von der Hinderniserkennung via LiDAR-Scanner verabschiedet und läuft jetzt auch auf normalen iPhones ab dem 15er ohne Pro. Warum kein LiDAR mehr? Weil die Datenmenge, die live übertragen werden müsste, um zuverlässig vor Hindernissen zu warnen, schlicht zu groß ist für mobile Verbindungen. Das ist dasselbe Problem wie beim autonomen Fahren – unterschätzt, schwerer als gedacht.
Was wirklich fehlen würde: Verkehrsschilder erkennen. Treppen findet man mit dem Stock – aber das Schild, das auf Kopfhöhe aus der Wand ragt, nicht.
Nächste Termine & Themenideen Im Februar geht's wieder um Windows-Themen. Themenvorschläge und Gastvorschläge jederzeit willkommen an
[email protected].
Aus der Runde kam der Wunsch: Numbers auf dem Mac – Tabellen zusammenführen, Schichtlisten erstellen, Barrierefreiheit. Wer Lust hat, sich dabei einzubringen: Einfach melden.
Den Reha-Stammtisch als Podcast gibt's in jeder Podcast-App unter „Reha Stammtisch" – auf allen gängigen Plattformen. Neue Folgen erscheinen mit etwas Verzögerung nach dem Live-Termin.