Papenmeier Reha Stammtisch

Papenmeier Reha Stammtisch vom 18.02.2026


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Beim Reha-Stammtisch vom 18. Februar 2026 steht Windows im Mittelpunkt, und zwar mit den Bordmitteln, die Microsoft selbst mitliefert: der Bildschirmlupe und vor allem dem Narrator. Karl Matthias Schäfer kennt den Narrator seit den Anfängen – er war 2016/2017 als Testperson bei einer Microsoft-Marktforschung dabei, als die ersten Versionen noch mehr Versprechen als Funktion waren. Seitdem hat sich einiges getan. 
Was ist der Narrator eigentlich? Der Narrator ist Microsofts eigener Screenreader, der seit Windows 10 ernsthaft weiterentwickelt wird und seit einiger Zeit monatliche Updates bekommt. Er ist kostenlos, direkt in Windows integriert und startet mit Windows + Strg + Eingabe. Für blinde und sehbehinderte Menschen ist er damit zumindest als Einstieg oder Notfallhelfer immer verfügbar – ohne Installation, ohne Lizenzkosten. 
Bildschirmlupe: Unterschätzt Weniger im Fokus, aber kurz erwähnt: Die Windows Bildschirmlupe wird von manchen Sehbehinderten aktiv genutzt, die die Features von ZoomText oder Fusion nicht vollständig brauchen. Gerade wer JAWS parallel einsetzt und nur eine schlanke Vergrößerung sucht, kann mit der Bildschirmlupe gut fahren. Fusion hat vergleichsweise hohen Ressourcenverbrauch – das ist für manche der entscheidende Grund zum Wechsel. 
Narrator live: Die Einstellungen Karl Matthias zeigt den Narrator live. Der Einstieg läuft über Windows + Strg + Eingabe, der Einstellungsbildschirm öffnet sich als zentrale Oberfläche. Wichtige Punkte: Bei den Stimmen stehen Microsoft Katja natural und Konrad natural für Deutsch bereit. Drittanbieter-Stimmen wie die bekannten Walker, Anna oder Jannik lassen sich – Stand heute – nicht einbinden. Katja ist gut nutzbar, Konrad weniger beliebt in der Runde. Die Braillezeile funktioniert mittlerweile recht zuverlässig. Was früher mit Registry-Einträgen mühsam zu lösen war (Windows löschte Braillezeilen-Treiber anderer Screenreader), klappt heute in der Regel ohne Probleme. Komfort und Funktionsumfang bleiben aber hinter JAWS und NVDA zurück, vor allem was das Belegen von Tasten mit eigenen Funktionen angeht. Der Tastatur-Lernmodus (Screenreader-Taste + 1) erlaubt es, Tastenkombinationen gefahrlos auszuprobieren – drücken, hören was die Taste macht, ohne etwas auszulösen. Praktisch zum Eingewöhnen. Auch das Navigationsgitter (vergleichbar mit dem Rotor auf iOS) bietet verschiedene Ansichten, um sich durch Seiten und Dokumente zu bewegen. Der Ausführlichkeitsgrad ist einstellbar von „nur Text" bis zu detaillierten Elementbeschreibungen. Für Einsteiger empfiehlt sich eine mittlere Stufe, sonst redet der Narrator bei jedem Klick ausführlich über sich selbst. 
Narrator und JAWS parallel Mehrere Teilnehmende berichten, dass sie den Narrator gelegentlich neben JAWS nutzen oder nutzen müssten. Die gute Nachricht: Das geht. Beide Screenreader können gleichzeitig laufen, die Tastenkombinationen können sich aber in die Quere kommen. Empfehlung aus der Runde: Narrator lieber komplett ausschalten, wenn JAWS aktiv ist. Mit JAWS auf Abruf (JAWS-Taste + Leertaste + S) lässt sich der Effekt ähnlich erzielen, ohne beide gleichzeitig zu betreiben. 
Narrator im Alltag und am Arbeitsplatz Der Narrator hat sich als Notfallhelfer etabliert: Wenn JAWS streikt oder ein Rechner keine Lizenz hat, ist der Narrator da. Karl Matthias schildert aus der Praxis – er kommt an Arbeitsplätze, installiert JAWS 2026 und erklärt den neuen Nutzenden direkt, dass die KI-Funktionen von JAWS am Arbeitsplatz meist durch die IT abgeschaltet sind. Der Narrator hat keine solchen Einschränkungen, weil er eben Bordmittel ist – ein Argument, das zunehmend zählt. Für die Grundnutzung – Dokumente lesen, E-Mails, Websurfen mit den bekannten Screenreader-Befehlen (H für Überschriften, F für Formularelemente, usw.) – funktioniert der Narrator ordentlich. Die JAWS-artigen Kurzbefehle für Webseiten sind weitgehend übernommen worden. 
Scannen und Dokumentenverarbeitung Eine Frage aus der Runde: Was nimmt man unter Windows, wenn man mehrere Seiten scannen, OCR machen und das Ergebnis sauber abspeichern will – nicht Seite für Seite, sondern als Gesamtdokument? FineReader 15 ist immer noch die beliebteste Antwort, aber nur noch per Abo erhältlich, und neue Versionen sind mit Screenreadern kaum noch nutzbar. Die Kamera des Smartphones schlägt mittlerweile in vielen Fällen den Scanner in der Erkennungsqualität – mit einem Ständer für Mehrseitenscans sogar komfortabel. 
FS Companion und KI Kurzer Abschlussblock: FS Companion gibt manchmal veraltete Tastenkombinationen aus, was in der Praxis gelegentlich zu Verwirrung führt. Wer konkret nachfragt, welche JAWS-Version gemeint ist, bekommt in der Regel bessere Antworten. KI-Funktionen am Arbeitsplatz bleiben ein Dauerthema – viele Arbeitgeber sperren Cloud-KI, und solange nichts lokal läuft, bleibt der Nutzen eingeschränkt. Copilot in betrieblichen Umgebungen ist ein gangbarer Mittelweg, wo er freigegeben ist. 
Nächste Termine Der Stammtisch findet jeden 3. Mittwoch im Monat statt – in geraden Monaten als Windows-Edition, in ungeraden als Apple-Edition. Themenvorschläge und Anmeldungen jederzeit an [email protected]
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Papenmeier Reha StammtischBy Papenmeier RehaTechnik