Parallel- und Alternativgesellschaften entstehen, wenn sich eine Gruppe, die sich über räumliche, politische, soziale, religiöse, ideologische oder ethische Gemeinsamkeiten definiert, resultieren aus einer selbstgewählten oder von auen auferlegten bewussten Aus- oder Abgrenzung einer Gruppe, die sich über räumliche, politische, soziale, religiöse, ideologische oder ethische Gemeinsamkeiten definiert, von einer Kerngesellschaft. Die Grenzziehung ist mit bestimmten Verhaltensweisen verbunden, die von der Angst vor Kontroll- und Machtverlust bis hin zur kritischen Infragestellung von Normen und Traditionen reichen.
In der Literatur sind Parallel- und Alternativgesellschaften Orte, über die soziale Werte und Verhaltensweisen, Vorstellungen von kultureller Homogenität, kollektive Identität und die Notwendigkeit von Integration reflektiert und verhandelt werden. Die Vortragsreihe erforscht das kulturelle und ästhetische Potenzial literarischer Parallelgesellschaften, besonders auch vor dem Hintergrund der Fähigkeit, selbst utopische und dystopische Parallel- und Alternativwelten zu schaffen. Sie startet am Dienstag, den 25. Oktober, mit einem Vortrag zur Konstruktion von Parallelgesellschaften in einer globalisierten Stadtgesellschaft. Weitere Themen umfassen unter anderem arabische Jungen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur oder Neoliberalismus, Gewalt und Marginalität im lateinamerikanischen Gegenwartskino.