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Das Frankfurter Künstlerduo Haike Rausch und Torsten Grosch arbeitet seit mehr als 20 Jahren gemeinsam unter dem Namen 431art an interdisziplinären Kunstprojekten an der Schnittstelle von Kunst, Natur, Wissenschaft und Gesellschaft. In ihren Arbeiten beschäftigen sie sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt und schaffen außergewöhnliche Erfahrungsräume, die zum Perspektivwechsel und Umdenken anregen. Humor, Poesie und gesellschaftliche Reflexion verbinden sich dabei mit einer klaren Haltung gegen die Wegwerfgesellschaft und für einen bewussteren Umgang mit der Natur. Besonders bekannt wurde das Künstlerpaar durch das Langzeitprojekt botanoadopt® und die von ihnen entwickelte Pflanzenklappe®. Hier können ungeliebte oder verwaiste Pflanzen anonym abgegeben werden. Die Pflanzen werden zunächst gepflegt, erhalten individuelle Namen, Charaktere und oft poetische Biografien, bevor sie an neue „Adoptiveltern“ vermittelt werden. Namen wie „50 Cent“, „Prinzessin Grünella“, „Monsieur Chlorophil“, „Fräulein Farn“, „Sir Carlos Calathea“ oder „Ludwig der Efeutige“ zeigen den humorvollen und liebevollen Ansatz des Projekts. Jede Pflanze wird als individuelles Lebewesen wahrgenommen und erhält eine eigene Geschichte. Eine Adoption wird vertraglich geregelt. Dabei geht es weniger um Besitz als um Verantwortung, Fürsorge und langfristige Bindung. botanoadopt® definiert Verantwortung als eine neue Form der Währung, ein künstlerischer Gegenentwurf zur Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Durch diese emotionale Verbindung möchten Haike Rausch und Torsten Grosch ein neues Bewusstsein für Pflanzen als gleichberechtigte Lebewesen schaffen und dazu anregen, pflanzliches Leben nicht als austauschbares Konsumgut zu betrachten. Ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit ist die partizipative Kunst: Die Besucherinnen und Besucher werden nicht nur zu Betrachtenden, sondern aktiv in die Projekte eingebunden. Das Künstlerduo möchte Räume für Begegnung, Mitgestaltung und persönliche Erfahrungen schaffen. Menschen sollen nicht distanziert auf Kunst blicken, sondern sich emotional, sinnlich und gedanklich mit den Themen auseinandersetzen und Teil des künstlerischen Prozesses werden. Sie sollen Handlungsmöglichkeiten kennenlernen. „Share und care, teile und kümmere dich“, das Teilen und sich um Pflanzen zu kümmern, Netzwerke und Verbindungen zu schaffen, liegen dem Künstler-Duo am Herzen. Die Künstler laden Menschen dazu ein, Pflanzen und Natur nicht nur funktional wahrzunehmen, sondern emotionale Beziehungen zu ihnen aufzubauen und sich selbst zu reflektieren. Außerdem machen sie auf globale Themen wie Artensterben, Umweltzerstörung (Ecozide) und die Folgen menschlichen Handelns aufmerksam. Eine besondere Rolle spielen in ihren Projekten Akustik, Klangkunst und elektromagnetische Felder. Haike Rausch und Torsten Grosch arbeiten mit Sounds, die aus der Umgebung und aus natürlichen Prozessen entstehen. Elektromagnetische Felder von Bäumen, Pflanzen oder sogar Gebäuden werden technisch so übersetzt, dass Besucherinnen und Besucher sie hören können. Denn nach ihrem künstlerischen Verständnis besitzt jedes Lebewesen, aber auch jede gebaute Struktur, ein eigenes elektromagnetisches Feld und damit eine individuelle Präsenz. So entstehen immersive Klangwelten, die Natur auf völlig neue Weise erfahrbar machen. Auch die Ausstellung „A Trip to Distant Spheres II“ in Frankfurt (vom 14. April bis 10. Mai) verbindet diese Themen miteinander. Durch audiovisuelle Installationen, Klangräume und die akustische Übersetzung natürlicher Prozesse eröffnen die Künstler neue Perspektiven auf die verborgenen Ebenen unserer Umwelt. Für Dezember 2026 ist eine installative Arbeit zu Bäumen geplant.
Mehr Informationen: https://431art.org/
Literatur: Stefano Mancuso: "Die Pflanzen und ihre Rechte. Eine Charta zur Erhaltung unserer Natur“
By Viola GräfensteinDas Frankfurter Künstlerduo Haike Rausch und Torsten Grosch arbeitet seit mehr als 20 Jahren gemeinsam unter dem Namen 431art an interdisziplinären Kunstprojekten an der Schnittstelle von Kunst, Natur, Wissenschaft und Gesellschaft. In ihren Arbeiten beschäftigen sie sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt und schaffen außergewöhnliche Erfahrungsräume, die zum Perspektivwechsel und Umdenken anregen. Humor, Poesie und gesellschaftliche Reflexion verbinden sich dabei mit einer klaren Haltung gegen die Wegwerfgesellschaft und für einen bewussteren Umgang mit der Natur. Besonders bekannt wurde das Künstlerpaar durch das Langzeitprojekt botanoadopt® und die von ihnen entwickelte Pflanzenklappe®. Hier können ungeliebte oder verwaiste Pflanzen anonym abgegeben werden. Die Pflanzen werden zunächst gepflegt, erhalten individuelle Namen, Charaktere und oft poetische Biografien, bevor sie an neue „Adoptiveltern“ vermittelt werden. Namen wie „50 Cent“, „Prinzessin Grünella“, „Monsieur Chlorophil“, „Fräulein Farn“, „Sir Carlos Calathea“ oder „Ludwig der Efeutige“ zeigen den humorvollen und liebevollen Ansatz des Projekts. Jede Pflanze wird als individuelles Lebewesen wahrgenommen und erhält eine eigene Geschichte. Eine Adoption wird vertraglich geregelt. Dabei geht es weniger um Besitz als um Verantwortung, Fürsorge und langfristige Bindung. botanoadopt® definiert Verantwortung als eine neue Form der Währung, ein künstlerischer Gegenentwurf zur Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Durch diese emotionale Verbindung möchten Haike Rausch und Torsten Grosch ein neues Bewusstsein für Pflanzen als gleichberechtigte Lebewesen schaffen und dazu anregen, pflanzliches Leben nicht als austauschbares Konsumgut zu betrachten. Ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit ist die partizipative Kunst: Die Besucherinnen und Besucher werden nicht nur zu Betrachtenden, sondern aktiv in die Projekte eingebunden. Das Künstlerduo möchte Räume für Begegnung, Mitgestaltung und persönliche Erfahrungen schaffen. Menschen sollen nicht distanziert auf Kunst blicken, sondern sich emotional, sinnlich und gedanklich mit den Themen auseinandersetzen und Teil des künstlerischen Prozesses werden. Sie sollen Handlungsmöglichkeiten kennenlernen. „Share und care, teile und kümmere dich“, das Teilen und sich um Pflanzen zu kümmern, Netzwerke und Verbindungen zu schaffen, liegen dem Künstler-Duo am Herzen. Die Künstler laden Menschen dazu ein, Pflanzen und Natur nicht nur funktional wahrzunehmen, sondern emotionale Beziehungen zu ihnen aufzubauen und sich selbst zu reflektieren. Außerdem machen sie auf globale Themen wie Artensterben, Umweltzerstörung (Ecozide) und die Folgen menschlichen Handelns aufmerksam. Eine besondere Rolle spielen in ihren Projekten Akustik, Klangkunst und elektromagnetische Felder. Haike Rausch und Torsten Grosch arbeiten mit Sounds, die aus der Umgebung und aus natürlichen Prozessen entstehen. Elektromagnetische Felder von Bäumen, Pflanzen oder sogar Gebäuden werden technisch so übersetzt, dass Besucherinnen und Besucher sie hören können. Denn nach ihrem künstlerischen Verständnis besitzt jedes Lebewesen, aber auch jede gebaute Struktur, ein eigenes elektromagnetisches Feld und damit eine individuelle Präsenz. So entstehen immersive Klangwelten, die Natur auf völlig neue Weise erfahrbar machen. Auch die Ausstellung „A Trip to Distant Spheres II“ in Frankfurt (vom 14. April bis 10. Mai) verbindet diese Themen miteinander. Durch audiovisuelle Installationen, Klangräume und die akustische Übersetzung natürlicher Prozesse eröffnen die Künstler neue Perspektiven auf die verborgenen Ebenen unserer Umwelt. Für Dezember 2026 ist eine installative Arbeit zu Bäumen geplant.
Mehr Informationen: https://431art.org/
Literatur: Stefano Mancuso: "Die Pflanzen und ihre Rechte. Eine Charta zur Erhaltung unserer Natur“

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