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Karthago, im Jahr 203: Eine 22-jährige Frau sitzt im Gefängnis, stillt noch ihr Kind und wartet auf ihre Hinrichtung. In diesen Nächten schreibt sie Tagebuch — und dieser Text gilt als einer der frühesten, in denen eine Frau in ihrer eigenen Stimme über sich selbst spricht.
In dieser Folge lese ich Perpetuas Gefängnistagebuch als das, was es auch ist: ein philosophisches Argument. Ihr Vater fleht sie an, nachzugeben. Sie zeigt auf einen Krug und fragt ihn, ob man ihn anders nennen könne, als er ist. Und wendet die Antwort auf sich selbst an.
Mit Hannah Arendts Unterscheidung zwischen dem Was und dem Wer eines Menschen (Vita activa, 1958) wird sichtbar, worum es hier wirklich geht — und warum diese Frage heute in jedem Familien-, Team- und Sorgekonflikt wiederkehrt.
Leitfrage: Was heißt es, ganz zu sich zu stehen, wenn alle anderen etwas anderes von dir verlangen — und die, die es verlangen, dich lieben?
Erwähnte Texte · Passio Sanctarum Perpetuae et Felicitatis, um 203 · Hannah Arendt, Vita activa oder Vom tätigen Leben, 1958
🍂 Im Herbst lese ich fünf Denkerinnen im Online-Lesekreis „Die andere Hälfte der Philosophie" — Perpetua ist Abend 1. Infos & Anmeldung: Lesekreis
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Cornelia Mooslechner-Brüll
Die Philosophiegeschichte wird meist als Reihe großer Männer erzählt. In dieser Auftaktfolge einer neuen Reihe hole ich fünf Denkerinnen aus dem Schatten — von Vibia Perpetua, die im Jahr 203 in einem Gefängnis in Karthago ihr eigenes Tagebuch schrieb, bis zu Carolin Emcke in unserer Gegenwart. Fünf Frauen, achtzehn Jahrhunderte, eine große Frage: Wer darf wissen, lieben, sprechen — und über sich selbst bestimmen?
Die fünf Stationen: Vibia Perpetua · Christine de Pizan · Elisabeth von der Pfalz · Mary Wollstonecraft · Carolin Emcke.
🍂 Im Herbst lese ich genau diese fünf im Online-Lesekreis „Die andere Hälfte der Philosophie" — fünf Abende, ein Text pro Abend, kein Vorwissen nötig. Alle Infos & Anmeldung: https://www.philoskop.org/lesekreise
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Cornelia Mooslechner-Brüll
„Ein Mann weint nicht." Vier Wörter, die fast jeder Mann kennt — und eine ganze Erziehung. Diese Folge nimmt den Begriff „toxische Männlichkeit" auseinander: woher er wirklich kommt, was er meint und was nicht, und warum ausgerechnet die falsche Ansprache junge Männer in die Arme der Manosphere treibt.
Inhaltsüberblick:
Empfohlene Literatur:
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Cornelia Mooslechner-Brüll
Fühlst du dich manchmal wie ein bloßes Rädchen im Getriebe – im Job voller Formulare, beim Scrollen zwischen Klick und Nicht-Klick? Genau dieses Unbehagen beschreibt der Soziologe Hartmut Rosa in seinem Buch „Situationen und Konstellationen": Wir verlieren die Fähigkeit zu handeln und werden zu bloßen Vollzieher•innen von Algorithmen, Checklisten und Regeln.
In dieser Folge fassen wir zunächst Rosas Diagnose zusammen – und nehmen sie dann gründlich auseinander. Mit Adorno und Wittgenstein zeigen wir, warum Rosa selbst in genau das binäre Schwarz-Weiß-Denken verfällt, das er kritisiert.
Mit Kant, Harry Frankfurt und Jon Elster fragen wir, ob eine Regel zu befolgen wirklich Freiheitsverlust bedeutet – oder manchmal die reifste Form von Selbstbestimmung ist.
Mit Max Weber, Aristoteles und der kognitiven Psychologie (Kahneman) schauen wir, warum das romantisierte Bild des „weisen Richters", der nach Gefühl statt nach Gesetz urteilt, empirisch ins Wanken gerät – und warum feste Regeln oft gerade die Machtlosen schützen. Und wir fragen, warum Rosa ausgerechnet die quantitativen Daten nutzt, deren Logik er das ganze Buch über verdammt.
Ein Härtetest für ein Buch, das enorm plausibel klingt – und trotzdem an einigen entscheidenden Stellen ins Stolpern gerät.
Erwähnt in dieser Folge: Hermann Schmitz, Theodor W. Adorno, Ludwig Wittgenstein, Immanuel Kant, Harry Frankfurt, Jon Elster, Hannah Arendt, Max Weber, Aristoteles, Emmanuel Levinas, Michel Foucault.
Wenn dich Fragen wie diese beschäftigen und du tiefer einsteigen willst:
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Cornelia Mooslechner-Brüll
Das Antlitz des Anderen: Levinas und die Ethik als erste Philosophie
Was passiert in dem Moment, wenn jemand zurückschaut? Nicht feindlich, nicht freundlich — einfach: er schaut. Für Emmanuel Levinas ist genau dieser Moment der Ausgangspunkt der gesamten Philosophie.
In dieser Folge tauchen wir in sein Hauptwerk Totalität und Unendlichkeit (1961) ein — eines der wirkungsmächtigsten und gleichzeitig schwierigsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Mein Versprechen: Du verstehst danach, was Levinas eigentlich sagen will — und warum es dich etwas angeht.
Was dich erwartet:
Wer war Emmanuel Levinas — und warum ist sein Leben untrennbar von seiner Philosophie? Levinas wächst in Litauen auf, bringt die Phänomenologie nach Frankreich, wird im Zweiten Weltkrieg in ein deutsches Arbeitslager deportiert. Seine Familie wird ermordet. Seine Philosophie ist keine akademische Übung — sie ist eine Antwort auf das Böse, das entsteht, wenn Menschen das Antlitz des Anderen nicht mehr sehen.
Wo steht Levinas in der Philosophiegeschichte? Er kommt von Husserl und Heidegger — und macht dann eine radikale Wendung. Beide, sagt er, haben den Anderen letztlich assimiliert: zu einem Inhalt meines Bewusstseins, zu einem Teil meiner Welt gemacht. Levinas will den Anderen als wirklich, absolut Anderen denken.
Die Schlüsselbegriffe, ohne die Levinas kaum zu lesen ist: Das Selbe, der Andere, das Antlitz, Unendlichkeit, Totalität, Epiphanie, Verantwortung, Ethik als erste Philosophie.
Der dramatischste Satz im Text: „Du wirst keinen Mord begehen." — Nicht als religiöses Gebot. Sondern als das, was das Antlitz des Anderen durch seine bloße, schutzlose Präsenz spricht.
Levinas im Vergleich — kurz und klar: Husserl, Heidegger, Sartre, und ein Bezug zur letzten Folge über Hermann Schmitz.
Und schließlich: Was bedeutet das für dein Leben? Vier konkrete Fragen, die nicht loslassen.
Fragen für deine Woche:
Literatur zur Folge:
Emmanuel Levinas: Totalität und Unendlichkeit. Versuch über die Exteriorität (frz. Original 1961, dt. Übersetzung: Verlag Karl Alber) — Abschnitt: Antlitz und Ethik
Zum Einstieg empfohlen: Emmanuel Levinas: Ethik und Unendliches. Gespräche mit Philippe Nemo — kurz, zugänglich, auf Deutsch erhältlich.
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Ich freue mich auf eine Begegnung. Cornelia Mooslechner-Brüll
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Ich freu mich auf eine Begegnung!
Cornelia Mooslechner-Brüll
Kennst du das Gefühl, wenn die drückende Trauer in einem Raum fast physisch greifbar ist? Oder wenn dich eine plötzliche Panik wie aus dem Nichts packt? Jahrhundertelang hat uns die abendländische Philosophie (und auch die moderne Psychologie) beigebracht, dass Gefühle lediglich private Zustände sind, die unsichtbar in unserem Kopf oder unserer „Seele“ stattfinden.
In dieser Episode von PhiloPod dekonstruieren wir diese Illusion. Wir widmen uns dem radikalen Denken von Hermann Schmitz und seiner „Neuen Phänomenologie“. Schmitz holt uns aus dem Gefängnis der inneren Psycho-Box und zeigt auf faszinierende Weise: Wir sind keine isolierten Gehirne. Wir sind leibliche Wesen, und unsere Gefühle sind reale, räumliche Mächte, die uns unmittelbar ergreifen.
In dieser Folge erfährst du:
Tauche mit uns ein in eine Philosophie, die du im wahrsten Sinne des Wortes am eigenen Leib spüren kannst!
Literatur zur Folge: Die Inhalte dieser Episode basieren auf Hermann Schmitz' Werk: Kurze Einführung in die Neue Phänomenologie (Verlag Karl Alber).
Mehr von PhiloPod und zur philosophischen Lebenskunst: Wenn du philosophische Konzepte nicht nur theoretisch durchdenken, sondern praktisch in deinen Alltag integrieren möchtest, besuche unsere Webseite. Dort findest du alle weiteren Episoden, tiefgehende Artikel und Angebote zur philosophischen Praxis: 👉 www.philoskop.org
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Über diese Folge: Ordnet allein unser Verstand die Welt, während der Körper nur passive Signale empfängt? In dieser Episode von Philo Pod räumen wir mit diesem klassischen Irrtum auf. Anhand von Maurice Merleau-Pontys "Primat der Wahrnehmung" holen wir die Philosophie aus der abstrakten Theorie zurück auf den Boden der Tatsachen – direkt in unseren lebendigen Leib.
Themen dieser Episode:
Mehr von Philo Pod:
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Sartre und der Blick des Anderen: Wenn wir zu Objekten erstarren
Kennst du das Gefühl, dich völlig unbeobachtet zu fühlen – und plötzlich bemerkst du, dass dich jemand ansieht? In dieser Folge von Philo Pod tauchen wir tief in den französischen Existenzialismus ein und widmen uns Jean-Paul Sartres monumentalem Hauptwerk "Das Sein und das Nichts".
Wir analysieren Sartres berühmte Philosophie des Blicks und klären, warum die Anwesenheit eines anderen Menschen laut Sartre unseren absoluten "Sündenfall" bedeutet. Wir entschlüsseln eine seiner bekanntesten Passagen – die Schlüsselloch-Szene – und übersetzen sein komplexes philosophisches Vokabular in greifbare Lebensrealität.
In dieser Episode diskutieren wir:
Eine intensive, schonungslose, aber am Ende zutiefst befreiende Folge über die Macht der Blicke, die Entstehung der Scham und unsere absolute Freiheit.
Mehr von Philo Pod und zur philosophischen Lebenskunst: Besuche unsere Webseite für weitere Episoden, Artikel und unsere E-Learning-Kurse: www.philoskop.org
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Über diese Folge: Sitzen wir als isoliertes Bewusstsein in unserem Kopf und betrachten die Welt da draußen wie durch ein Fenster? Wenn es nach Martin Heidegger geht, ist diese Vorstellung der größte Irrtum der abendländischen Philosophie!
In dieser Folge von PhiloPod wagen wir uns an eines der einflussreichsten (und sprachlich berüchtigtsten) Werke des 20. Jahrhunderts: „Sein und Zeit“. Wir entzaubern Heideggers sperriges Vokabular, übersetzen es in den Alltag und klären, warum wir die Welt nicht in erster Linie theoretisch „erkennen“, sondern praktisch in ihr „wohnen“.
Macht es euch gemütlich (oder noch besser: macht euch einen Kaffee, das passt perfekt zur Folge!) und lasst uns gemeinsam das philosophische Labyrinth von Heidegger erkunden.
In dieser Folge erfährst du:
Wichtige Begriffe aus der Folge (Mini-Glossar):
📚 Erwähnte Werke & Denker:
Lust auf mehr Philosophie im Alltag? Wenn euch diese Folge geholfen hat, Heidegger ein bisschen besser zu verstehen, lasst gerne eine Bewertung für den PhiloPod da und teilt die Folge mit jemandem, der auch mal den Kopf durchlüftet haben möchte.
🔗 Mehr philosophische Denkanstöße findet ihr auf www.philoskop.org
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Was schulden wir der Welt? Arendt, Weil und die Rettung der Menschenrechte
Über diese Folge: In einer Zeit von globalen Krisen, Flucht und dem Erstarken autoritärer Tendenzen stellen wir uns im Philo Pod einer gewaltigen Leitfrage: Was schulden wir der Welt? Um tragfähige Antworten zu finden, blicken wir auf zwei der brillantesten und kompromisslosesten Philosophinnen des 20. Jahrhunderts: Hannah Arendt und Simone Weil.
Beide erlebten den Zusammenbruch der traditionellen Menschenrechte durch den Totalitarismus der 1930er und 40er Jahre. Und obwohl sie sich nie begegnet sind, führen sie in ihren Werken eine faszinierende, „beispiellose Unterhaltung“. Während Arendt die Rettung des Menschen im politischen Raum und der Zugehörigkeit sucht, fordert Weil eine radikale ethische Umkehr und spirituelle Aufmerksamkeit. Wir diskutieren, warum eine wahre Rehumanisierung unserer Gesellschaft zwingend beide Wege erfordert.
Themen dieser Episode:
Links & Ressourcen:
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Cornelia Mooslechner-Brüll
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Steckst du manchmal fest? Fragst du dich, ob das schon alles war, wie man eine gute Entscheidung trifft oder was ein erfülltes Leben wirklich ausmacht? Du bist nicht allein. Mein Name ist Cornelia…
Gemeinsam nehmen wir die großen Themen des Lebens unter die Lupe: Liebe und Verlust, Glück und Zweifel, Sinn und Tod. In Gesprächen mit inspirierenden Gästen, durch Rezensionen philosophischer Neuerscheinungen und praktische Impulse finden wir Klarheit, wo vorher Verwirrung war. Dies ist kein Podcast für schnelle Antworten, sondern für die richtigen Fragen – die Fragen, die dein Leben verändern.
Bist du bereit, dein Leben zu prüfen? Dann hör jetzt rein. Mehr Inspiration findest du auf www.philoskop.org.
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