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Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges verfasste die französische Philosophin Simone Weil den Essay "Die Illias, oder das Gedicht von der Gewalt", in dem sie das Epos rund um den Trojanischen Krieg einer ideologiekritischen Lesart unterzieht. Darin schreibt sie: "Wer erträumt hatte, die Gewalt sei, dank des Fortschritts, nunmehr Teil der Vergangenheit, erblickte in diesem Gedicht vielleicht ein bloßes Dokument; wer aber zu erkennen vermag, dass die Gewalt, heute wie einst, die Mitte ist von jeder menschlichen Geschichte, der findet in ihr den schönsten, den reinsten Spiegel."
. Wie sehr Weils Interpretation der Gewalt und Machtausübung, die in ihr eine Treibfeder der Geschichte sieht, die nicht restlos durch ökonomische und politische Faktoren erklärt werden kann, noch immer als Folie dient um über das Heute nachzudenken, in dem Gewalt und Krieg kein bisschen historisch geworden sind, zeigen die Philosophin Lisz Hirn und der Philosoph Fahim Amir. Science Arena vom 29.12.2025
Im Herbst, wenn das Wetter kühler wird, verlagern Millionen Menschen ihre tägliche Bewegung wieder von draußen in geschlossene Räume - nicht wenige ins Fitnessstudio aufs Laufband. Schon in den 1920er Jahren bewarb eine US-amerikanische Firma für Fitnessgeräte ein Laufband zur körperlichen Ertüchtigung mit dem Slogan "Going nowhere very rapidly". Für Yves Pagès, französischer Autor und Verleger des Gallimard-Imprints Éditions Verticales, ist das Laufband im Fitnessstudio ein geradezu metaphysisches Modell des Kapitalismus. Ob das Fließband als Symbol unserer Gegenwart taugt, ob wir uns gar, wie der Geschwindigkeitstheoretiker Paul Virilio es formulierte, in einem "rasenden Stillstand" befinden, darüber diskutieren Lisz Hirn und Fahim Amir in der Ö1-"Science Arena" vom 27.10.2025
Im Herbst, wenn das Wetter kühler wird, verlagern Millionen Menschen ihre tägliche Bewegung wieder von draußen in geschlossene Räume - nicht wenige ins Fitnessstudio aufs Laufband. Schon in den 1920er Jahren bewarb eine US-amerikanische Firma für Fitnessgeräte ein Laufband zur körperlichen Ertüchtigung mit dem Slogan "Going nowhere very rapidly". Für Yves Pagès, französischer Autor und Verleger des Gallimard-Imprints Éditions Verticales, ist das Laufband im Fitnessstudio ein geradezu metaphysisches Modell des Kapitalismus. Ob das Fließband als Symbol unserer Gegenwart taugt, ob wir uns gar, wie der Geschwindigkeitstheoretiker Paul Virilio es formulierte, in einem "rasenden Stillstand" befinden, darüber diskutieren Lisz Hirn und Fahim Amir in der Ö1-"Science Arena" vom 27.10.2025
Mode ist viel mehr als eine Möglichkeit persönlichen Geschmack auszuweisen und die Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Gruppen zu markieren. Für den Philosophen Emanuele Coccia ist sie sogar "die radikalste Kunstform unseres Jahrhunderts". Coccia interessiert sich besonders für die Mode, weil seine Philosophie auf das Sinnliche abzielt. Laut ihm prägen die Formen aller Wesen und Dinge um uns herum die Wahrnehmung: "Jede Materie spricht, und deshalb leben alle Formen". Sein aktuelles Buch "Das Leben der Formen. Eine Philosophie der Wiederverzauberung" hat Coccia im Dialog mit seinem Freund Alessandro Michele, vormals Kreativdirektor bei Gucci, inzwischen bei Valentino, verfasst. Dieser feiert Mode als Mysterium, das "Befreiung aus Rollenzwängen und Identita?tszuschreibungen" ermöglicht - wie diese Gedanken mit der Art, wie Mode in der sozialen Realität benutzt wird überhaupt auf einen Nenner zu bringen sind, darüber diskutieren Lisz Hirn und Fahim Amir. Ö1 Science Arena vom 23.6.2025
Philosophieren über das Erwachsenenalter
Wenn die Ausbildung abgeschlossen ist, viel Kraft darin investiert wurde sich zu etablieren, aber noch Jahrzehnte vor einem liegen, sind sie da: die mittleren Jahre. Ob sich dann ein Gefühl des Angekommenseins oder Wünsche nach neuen Erfahrungen breit machen, ist zwar individuell verschieden, lohnenswert ist das Nachdenken über diese Lebensphase aber allemal, wie die Philosophin Barbara Bleisch in ihrem Buch "Mitte des Lebens. Eine Philosophie der besten Jahre" zeigt. Und die Autorin und Literaturkritikerin Elke Heidenreich rätselt in "Altern", warum alle alt werden wollen, aber niemand es sein will. Lisz Hirn und Fahim Amir debattieren über die mittleren Jahre und das Alter - und zeigen, dass Philosophie Orientierung für die vielen komplexen Fragen des Erwachsenenalters bieten kann. Eigenprod.d.ORF, ausgestrahlt in der Ö1-Science Arena am 17.2.2025
Gestern, heute, übermorgen - Philosophieren über Zeit
Spätestens seit Martin Heideggers Hauptwerk "Sein und Zeit" (1927) ist das Nachdenken über Zeitlichkeit ein wesentlicher philosophischer Gegenstand. Für Heidegger ist Zeit eine Kategorie über die das Sein überhaupt erst verstanden werden kann - und auf deren Grundlage Dinge in der Welt erst sinnhafte Bezüge zwischen einander ausbilden können. Der deutsche Philosoph Ludger Schwarte stellt aktuell in seinem Buch "Qualitäten der Freiheit. Demokratie für übermorgen" die Frage der Zeitlichkeit in Verbindung mit Freiheit und Demokratie. So attestiert er einen "Präsentismus", eine Fixierung auf die Gegenwart, der er eine "Futurität", also ein Denken und Handeln, das das Übermorgen im Blick hat, entgegen hält.
Über Schwartes Thesen, Zeit und Zeitlichkeit, über gestern, heute und übermorgen treten Lisz Hirn und Fahim Amir in einen philosophischen Dialog. Eine Eigenproduktion des ORF, ausgestrahlt in der Svcience Arena am 23.12.2024.
Angst, Enttäuschung und Wut, aber auch Scham oder Liebe sind Gefühle, die fest in die sozialen Arrangements der westlichen Moderne eingebaut sind. Die Ökonomie, Politik und Kultur bewirtschaften sie intensiv. Dies sieht die Soziologin Eva Illouz in ihrem aktuellen Buch als Schlüssel zu unserer Gegenwart, die sie als "explosive Moderne" beschreibt. Lisz Hirn und Fahim Amir treten ausgehend von Illouz in ein philosophisches Zwiegespräch über Gefühle, Ambivalenz und deren Bedeutung für das soziale Wesen Mensch.
Eine Eigenproduktion des ORF, ausgstrahlt am 21.10.2024
Lisz Hirn und Fahim Amir nehmen die losen Fäden von Umberto Eco und Jaques Rancière auf, um im philosophischen Zwiegespräch über Wahrnehmung, Schönheit und politische Blicke zu diskutieren.
Geld begleitet unser aller Leben - für viele als Mittel, um den Alltag zu bestreiten, für manche als Fetisch. Was gewiss und als eine unverrückbare Größe scheint, ist auf dem Weg sich zu entmaterialisieren. Über Geld, im Augenblick seines Verschwindens, philosophieren Liz Hirn und Fahim Amir. Eine Produktion des ORF, gesendet in der Ö1 Science Arena am 17.6. 2024.
Das Philosophenduo Lisz Hirn und Fahim Amir diskutieren, wo die Freiheit des Einzelnen endet und ob es eine zunehmende Freiheit für alle geben kann. Das Konzept der Freiheit muss, so Slavoj Zizek in seinem jüngsten Buch "Freedom. A disease without cure", gerade angesichts der immer engmaschigeren digitalen Kontrolle sozialen Handelns neu formuliert werden.
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